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am Samstag, 4. Juli 2020 um 14:30

Remdesivir-Hype rational nicht erklärbar!

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Erstes Mittel gegen COVID-19 in der EU zugelassen
vom Freitag, 3. Juli 2020
"Remdesivir for the Treatment of Covid-19 — Preliminary Report" von John H. Beigel et al.
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2007764?query=RP
bleibt ohne Perspektive, bezogen auf die allgemeine und krankheits-spezifische Mortalität bzw. krankheitsbezogene Morbidität.

Die Schlussfolgerungen: "CONCLUSIONS - Remdesivir was superior to placebo in shortening the time to recovery in adults hospitalized with Covid-19 and evidence of lower respiratory tract infection. (Funded by the National Institute of Allergy and Infectious Diseases and others; ACTT-1 ClinicalTrials.gov number, NCT04280705. opens in new tab.)" belegen signifikant lediglich eine Überlegenheit in der Abkürzung der Erholungszeit, und das auch nur bei Patienten mit eindeutigen Infektionen der unteren Atemwege.

Eine signifikante Reduktion der allgemeinen und krankheits-spezifischen Mortalität bzw. krankheits-bezogene Morbidität wird trotz eines weltweit hohen logistischen und wissenschaftlichen Aufwands nicht belegt. "Mortality was numerically lower in the remdesivir group than in the placebo group, but the difference was not significant (hazard ratio for death, 0.70; 95% CI, 0.47 to 1.04; 1059 patients)."

So bleibt fragwürdig:
"Erstmals haben Forscher in einer qualitativ hochwertigen Studie belegen können, dass sich ein schwerer COVID-19-Verlauf mit einem Medikament günstig beeinflussen lässt. Das Virustatikum Remdesivir hat in der weltweiten ACTT-Studie bei stationär behandelten Patienten die Zeit bis zur Genesung von 15 auf 11 Tage verkürzt. Möglicherweise kann es dabei auch Leben retten, statistisch gesichert ist das aber nicht. Und auch bei der Therapie mit der Arznei ergab sich eine hohe COVID-19-Sterberate. Ein Wundermittel sieht anders aus..."
https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Remdesivir-Kein-Corona-Wundermittel-409759.html

Und weiter:
"Mangels Alternativen ist der Einsatz solcher Medikamente mit moderater Wirksamkeit gerechtfertigt. Dass es aber nach jahrzehntelanger Forschung keine besseren Virustatika gegen den Influenzaerreger gibt, stimmt Experten auch bei COVID-19 pessimistisch. So erwartet der Leiter der London School of Hygiene and Tropical Medicine, Professor Peter Piot, keinen wirklichen Durchbruch bei Corona-Medikamenten gegen die Pandemie... " Autor: wolfgang.geissel@springer.com

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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