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am Dienstag, 7. Juli 2020 um 17:54

Back to the 1980er? Seriously?

Der Beitrag von Schenk gibt unkommentiert und unreflektiert das "Virtuelle Pressegespräch" eines Arzneimittelherstellers wieder. Vortragshonorare der zitierten Ärzt:innen sind nicht angegeben, können aber für vorangegangene Veranstaltungen teilweise bei correctiv recherchiert werden. Diese Form von gesponserten Beiträgen sollten für das DÄB verzichtbar sein oder als Ressourceneinsparung allenfalls in der elektronischen Version (und dann auch nur auf Wunsch der Abonennt:innen) erscheinen.
Die Zitate der "erfahrenen Hausärztin" in diesem Beitrag spiegeln zudem ein überholtes Verständnis von Allgemeinmedizin wider:
"Der Hausarzt entscheidet primär über die Medikation dieser Patienten und auch darüber, ob dieser sich bei einem Diabetologen oder einem anderen Facharzt vorstellt.“
Heute treffen Hausärzt:innen gemeinsam (!) mit ihren Patient:innen eine Entscheidung. Wir tuen dies
auf der Basis der bestmöglichen Evidenz (und hier empfiehlt sich die industrieunabhängige Leitlinienarbeit unser Fachgesellschaft, der DEGAM, die sehr häufig den Positionen der AkdÄ entspricht), der Präferenz der Patient:innen und unserer eigenen ärztlichen Erfahrung.
Das von Petra Sandow skizzierte paternalistische Ärzt:innenverständnis haben wir glücklicherweise ebenso hinter uns gelassen, wie hoffentlich bald auch die Vernetzung von Fortbildung, Leitlinienarbeit und Industriesponsoring. Dieser Beitrag entspricht nicht mehr (m)einem zeitgemäßen Medizinverständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.med. Sandra Blumenthal
Angestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin
Praxis Ambrosius
Alt Nowawes 110
Potsdam



Interessenskonflikte: Sprecherin der Sektion Fortbildung der DEGAM

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