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Avatar #834998
am Dienstag, 7. Juli 2020 um 10:14

Zu einseitig!

"Nicht umsonst gilt die Kohlenhydratreduktion – „low carb“ – vielen Experten als Meilenstein im Hinblick auf eine gesunde Ernährung."

Low-Carb Werbung ohne Kennzeichnung etwaiger evidenzbasierter Quellen - eines Ärzteblattes unwürdig.

Imho ist low-carb der größte Marketing-Schwindel im Gesundheitsbereich der 2010er (und 2020er) Jahre.

Weitere fatale Fehler im Artikel:
- (unbewusste) Annahme, dass Vegetarier/Veganer auf Ersatzprodukte angewiesen sind ("Milliarden-Investitionen"; "Chemikalien-Rückstände" "Zucker, Softdrinks und sämtliche stärkereichen Weißmehlprodukte" etc.) --> nahezu jeder Non-Omni (und Omni) weiß, dass Fertigprodukte nur an der Spitze der Ernährungspyramide stehen.
- Annahme, dass ausschließlich "pro-vegetarische" Studien methodische / statistische Schwächen aufweisen, während wohl von einer Gleichverteilung auszugehen ist (Bsp.: genannte Studie mit 20% Fleischreduktion, imho methodisch fragwürdig).
- Interessenskonflikt der "pro-omni" Studien wird genannt, aber als irrelevant abgestempelt
- ausweichende Argumentation bei der Bemessung v. CO2-Asstoß (Trugschluss 1: "weniger Fleisch, als Ausgleich öfters Fliegen"; Trugschluss 2: Deutschland hat "keine/mindere Verantwortung")

Am Ende gibt es noch eine Quelle zur Analyse der CO2 Emissionen v. Livestock (spoiler: reduce meat consumption!):
Steinfeld, Henning, et al. Livestock's long shadow: environmental issues and options. Food & Agriculture Org., 2006.
Avatar #815203
am Mittwoch, 8. Juli 2020 um 11:56

undifferenziert und kurzsichtig

Ernährung sollte als Komplettpaket beleuchtet werden und nicht nur die einzelnen Bauteile. Wer Fleisch ist, konsumiert mit sicherheit auch weitere Nahrungsmittel tierischen Ursprungs. Unterm Strich ist ja die Frage ob eine fleischhaltige, vegetarische oder vegane Ernährung Vorteile bietet.

Zum Thema Gesundheit:
- Warum wurde der Aspekt der Krebserkrankungen überhaupt nicht beleuchtet? Die WHO stuft rotes Fleisch als Klasse 2a-Karzinogen (wie auch Acrylamid und Glyphosphat) und prozessiertes Fleisch sogar als Klasse 1-Karzinogen (wie auch Tabakrauch!) ein.
- Das Framing "Methylzellulose, die Grundsubstanz von Tapetenkleister" ist völlig unsachlich und für mich Ausdruck einer unprofessionellen Ausdrucksweise. Methylzellulose kommt auch in vielen tierischen Lebensmitteln vor wie z.B. Wurst, Mayonnaise, Süßwaren, Gebäck etc. Sie ist also keineswegs ein Stoff, der nur in veganen Ersatzprodukten vorkommt. Außerdem ist bisher keine gesundheitschädliche Wirkung bekannt. Die "umfangreichen chemischen Zutatenliste" (von der der Autor aber nur Methylzellulose nennt) ist ein Vorurteil, welches vielleicht für vereinzelte Ersatzprodukte zutrifft, so wie sie auch für tierische Nahrungsprodukte zutrifft, keineswegs ist das aber bei allen Produkten so, wie die Aussage vermuten lässt. Ein Blick im Supermarkt auf die Zutatenliste würde hier schon ausreichen. Bitte besser recherchieren! Was ist zudem mit den Dioxin, Schwermetalle und Antibiotika, die in Tierprodukten vorhanden sind. Kein Wort darüber.
- Das Thema der Antibiotikaresistenzen fehlt komplett.
- Eine rein pflanzliche Ernährung ist problemlos ohne Ersatzprodukte möglich und empfehlenswert.
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schwein-, Vogelgrippe und SARS COV 2?

Zum Thema Umwelt:
- Hier wurde wieder nur der Blick auf rotes Fleisch gerichtet. Butter z.B. ist wesentlich klimaschädlicher, als Fleisch.
- Die Tierproduktion verbraucht enorme Mengen an Wasser.
- Die größte Ackerfläche/Regenwaldfläche (=Regenwaldrodung) geht aufs Konto der Tierproduktion. Würden wir die Pflanzen direkt selbst essen, ohne Umweg übers Tier, liesen sich hier große Mengen an Fläche einsparen, die wiederum der Aufforstung etc. dienen könnte.
- Felischersatzprodukte haben eine deutlich bessere Umweltbilanz: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/fleischersatz-auf-pflanzenbasis-bester-umweltbilanz

Diskussion mit dem Autor:
- "Wenn die Qualität und die Zubereitungsmethode beachtet werden, ist Fleisch ein gesundes Lebensmittel." Gibts dazu eine Quelle? Woher wissen Sie, dass es "gesund" ist Fleisch zu essen?
- "Dass fleischfrei essen gesund ist und dem Klima nützt, müsste jedoch erst noch substanziiert werden."
Sie unterstellen aber "dass Menschen, die sich gesund ernähren, auch sonst gesund leben" bezogen auf die Studien mit veganer Essgewohnheit. Also ist das unterm Strich doch irgendwie gesund, oder wie jetzt? Bezogen aufs Klima würde es auch nützen, wenn man nicht nur das Fleisch betrachtet und alles andere darum herum auch mit einbezieht.
- Würden Sie einen Artkiel über kardiovaskuläre Erkrankungen schreiben könnten Sie auch nicht nur auf den Risikofaktor Diabetes eingehen und alles andere ausblenden. Bitte mehr Weitsicht!

Avatar #835131
am Mittwoch, 8. Juli 2020 um 13:33

Ernährung als Kreislaufwirtschaft statt Privatjets fürs Klima

Der Aufsatz des FAO-Direktors Henning Steinfeld "Lifestock's long shadow" von 2006 wird bis heute allerorts, auch von EAT-Lancet als zentrales Argument der Klimaschädlichkeit der Fleischproduktion herangezogen. (s.a. Kommentar von BavariaBlue)
Dabei hat sich Steinfeld längst selbst korrigiert: "The pitfalls of simplification when looking at greenhouse gas emissions from livestock" https://news.trust.org/item/20180918083629-d2wf0
Das Interesse der Lebensmittelindustrie am Ersatz von Tier- durch Pflanzenprodukte, sehr schön aufgezeigt am Beispiel der FReSH-Initiative scheint jedenfalls nachvollziehbar. Sind diese - jedenfalls im industriellen Maßstab - doch eindeutig kostengünstiger zu produzieren. Wenn die Menschheit erfolgreich in Pflanzen- und Tierverzehrer dividiert werden kann, leidet die lokale Kreislaufwirtschaft als Grundlage für nachhaltige Pflanzen- und Tierproduktion, nicht nur, aber besonders in Entwicklungsländern.
Avatar #815203
am Mittwoch, 8. Juli 2020 um 19:13

Eindimensionale Betrachtung eines komplexen Sachverhalts

Ernährung sollte als Komplettpaket beleuchtet werden und nicht nur die einzelnen Bauteile. Wer Fleisch ist, konsumiert mit Sicherheit auch weitere Nahrungsmittel tierischen Ursprungs. Unterm Strich ist ja die Frage ob eine fleischhaltige, vegetarische oder vegane Ernährung Vorteile bietet.

Zum Thema Gesundheit:
- Warum wurde der Aspekt der Krebserkrankungen überhaupt nicht beleuchtet? Die WHO stuft rotes Fleisch als Klasse 2a-Karzinogen (wie auch Acrylamid und Glyphosphat) und prozessiertes Fleisch sogar als Klasse 1-Karzinogen (wie auch Tabakrauch!) ein.
- Das Framing "Methylzellulose, die Grundsubstanz von Tapetenkleister" ist völlig unsachlich und für mich Ausdruck einer unprofessionellen Ausdrucksweise. Methylzellulose kommt auch in vielen tierischen Lebensmitteln vor wie z.B. Wurst, Mayonnaise, Süßwaren, Gebäck etc. Sie ist also keineswegs ein Stoff, der nur in veganen Ersatzprodukten vorkommt. Außerdem ist bisher keine gesundheitsschädliche Wirkung bekannt. Die "umfangreiche chemische Zutatenliste" (von der der Autor aber nur Methylzellulose nennt) ist ein Vorurteil, welches vielleicht für vereinzelte Ersatzprodukte zutrifft, so wie sie auch für tierische Nahrungsprodukte zutrifft, keineswegs ist das aber bei allen Produkten so, wie die Aussage vermuten lässt. Ein Blick im Supermarkt auf die Zutatenliste würde hier schon ausreichen. Bitte besser recherchieren! Was ist zudem mit den Dioxin, Schwermetalle und Antibiotika, die in Tierprodukten vorhanden sind? Kein Wort darüber.
- Das Thema der Antibiotikaresistenzen fehlt komplett im Zusammenhang mit Tierhaltung.
- Eine rein pflanzliche Ernährung ist problemlos ohne Ersatzprodukte möglich und empfehlenswert.
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schwein-, Vogelgrippe und SARS COV 2, der möglicherweise mit der Haltung von Tieren assoziiert ist?

Zum Thema Umwelt:
- Hier wurde wieder nur der Blick auf rotes Fleisch gerichtet. Butter z.B. ist wesentlich klimaschädlicher, als Fleisch.
- Die Tierproduktion verbraucht enorme Mengen an Wasser.
- Die größte Ackerfläche/Regenwaldfläche (=Regenwaldrodung) geht aufs Konto der Tierproduktion. Würden wir die Pflanzen direkt selbst essen, ohne Umweg übers Tier, ließen sich hier große Flächen einsparen, die wiederum der Aufforstung etc. dienen könnte.
- Fleischersatzprodukte haben eine deutlich bessere Umweltbilanz: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/fleischersatz-auf-pflanzenbasis-bester-umweltbilanz

Diskussion mit dem Autor:
- "Wenn die Qualität und die Zubereitungsmethode beachtet werden, ist Fleisch ein gesundes Lebensmittel." Gibts dazu eine Quelle? Woher wissen Sie, dass es "gesund" ist Fleisch zu essen? Anscheinend ist es ja laut Ihnen kaum möglich derartige Studien durchzuführen.
- "Dass fleischfrei essen gesund ist und dem Klima nützt, müsste jedoch erst noch substanziiert werden." Sie unterstellen aber "dass Menschen, die sich gesund ernähren, auch sonst gesund leben" bezogen auf die Studien mit veganer Essgewohnheit. Also ist das unterm Strich doch irgendwie gesund, oder wie jetzt? Bezogen aufs Klima würde es auch nützen, wenn man nicht nur das Fleisch betrachtet und alles andere darum herum auch mit einbezieht.
- Würden Sie einen Artkiel über kardiovaskuläre Erkrankungen schreiben könnten Sie auch nicht nur auf den Risikofaktor Diabetes eingehen und alles andere ausblenden. Bitte mehr Weitsicht!

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