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am Freitag, 10. Juli 2020 um 00:11

Der Teufel steckt im Detail

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SARS-CoV-2: Schnelltest liefert Ergebnisse innerhalb von 16 Minuten
vom Mittwoch, 8. Juli 2020
In der Pressemitteilung wird z.B. die Info unterschlagen, wie vor der PCR die Nukleinsäureextraktion abläuft. 16 Minuten für eine PCR ist gut, aber kein Weltwunder.

So gibt es z.B. den Cobas Liat, eine Influenza-PCR incl. Extraktion dauert dort auch nur 25 Minuten. Bei Roche kann man sich sicher sein, dass diese Firma die Technologie und die Logistik bei den Verbrauchsmaterialien im Griff hat. Aber selbst dieses Gerät hat seine Schwächen. Bei blutigen oder schleimigen Abstrichen versagt die integrierte Probenaufarbeitung und der Test muss auf einem herkömmlichen Gerät wiederholt werden. Auch stößt die automatische Auswertesoftware für die Kurven der real-time PCR gelegentlich an ihre Grenzen, bei jedem positiven Ergebnis muss die Kurve von einem erfahrenen Labormitarbeiter überprüft werden.

Deshalb meine Skepsis, wenn da mal wieder ein Wunder angepriesen wird. Wenn vorher eine konventionelle Extraktion nötig ist (die oft zwischen 30 und 60 Minuten dauert), reduziert sich der Zeitvorteil. Die Robustheit des Geräts im Dauerbetrieb und die Qualität der Auswertesoftware sind ebenfalls wichtige Kriterien. Und vor Allem auch die Frage, ob es sich um ein offenes System handelt oder nur die Reagenzien eines Herstellers benutzt werden können. Im zweiten Fall macht man sich abhängig von der Preispolitik und der Logistik-Kompetenz eines einzelnen Herstellers.

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