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Avatar #106067
am Donnerstag, 9. Juli 2020 um 19:27

Juristische Haarspalterei...

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COVID-19 knapp 6.000 mal als Berufskrankheit anerkannt
vom Donnerstag, 9. Juli 2020
..trotz Anerkennung als Berufskrankheit!

Erstaunlich selbstherrlich bestimmte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) das Nichtvorliegen der Voraussetzungen für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls bei COVID-19-Erkrankung und SARS-CoV-2-Infektionen ohne nachprüfbare Rechtsgrundlage.

Sie begründete dies juristisch ziemlich dilettantisch mit dem generellen Vorliegen einer pandemischen Allge­meingefahr durch CORONA.

Es muss allerdings der DGUV klar geworden sein, dass sie um die Anerkennung als Berufskrankheit nicht herum kommt. Denn fast ausschließlich und speziell im BG-Bereich Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege sind Menschen und Mitarbeiter ganz besonders von Infektionsfällen bedroht, während die Allgemeinbevölkerung z. B. im Hochrisikoland Spanien nur zu maximal 5 Prozent bzw. bei uns in Deutschland zu etwa 1 Prozent SARS-CoV-2- Antikörper und damit ein vergleichsweise geringes, allgemeines Infektionsrisiko aufweist.

Man spürte förmlich die klammheimliche Freude bei der DGUV-Feststellung: "Erkranke ein Versicherter an einer Gefahr, von der er zur selben Zeit und mit gleicher Schwe­re auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit betroffen gewesen wäre": Das wäre in der Tat mit der Fiktion verbunden, ausnahmslos jeder in Deutschland hätte gleichermaßen das COVID-19-Erkrankungsrisiko zu tragen. Dem ist allerdings nicht so.

Es handelt sich dagegen im Wesentlichen eher um einen echten Arbeitsunfall. Die Betroffenheit ergibt sich nicht zu­fällig, sondern durch das speziell erhöhte Pandemierisiko in Abhängigkeit von der versicher­ten Tätigkeit.

Ärzte müssen daher bei bestehendem Anfangsverdacht auf eine Arbeitsunfall bedingte COVID-19-Erkrankung insbesondere bei mangelhaften oder schadhaften Schutzvorkehrungen einen Durchgangsarztbericht abhängig von der versicher­ten Tätigkeit erstellen. Der Durchgangsarztbericht muss dann pflichtgemäß von der DGUV geprüft und mit Rechtsmittel-Belehrung beschieden werden.

Mf + kG, Dr. med. Schätzler, FAfAM z.Zt. Bergen aan Zee/NL
Avatar #830245
am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 23:13

Unfallversicherungen haben nicht immer Recht

Ich rate immer gegen ablehnende Bescheide von Unfallversicherungen Widerspruch zu erheben ggf. auch Klage. Diese Versicherungen legen Gesetze gern zu ihren Gunsten aus <- eigene Erfahrung.

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