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Avatar #594506
am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 23:31

apo-Bank

Kommentar zur Nachricht
Apobank entschuldigt sich bei Kunden
vom Mittwoch, 15. Juli 2020
Der Bankvorstand glaubt nicht ernsthaft, mit solchen Anzeigen die entstehenden Schäden einfach vom Tisch wischen zu können! Ob Bankkunden in umgekehrter Situation ebenso handeln dürfen?
Avatar #722003
am Donnerstag, 16. Juli 2020 um 12:56

Wenden Sie sich an Ihren Kundenberater

Ich habe nur noch einen (neuen) Kundenberater:
die Warteschleife!
Wurde in der vergangenen Woche 5x für 20 Minuten "beraten".
Ab Mitte August habe ich Urlaub; als erstes wird dann die Bank
gewechselt.
Avatar #835834
am Donnerstag, 16. Juli 2020 um 20:43

Ist weniger mehr?

Das Arroganzproblem der Kundenberatung ist nun einmal nicht im Zuge der Migration des Kernbanksystems entstanden! Es ist etwas, das diese Bank seit ca. 10 - 12 Jahren auszeichnet. Als ich mich niederließ, habe ich mich bei der APO Bank sehr gut beraten gefühlt - aber das ist viele Jahre her. Als ich vor 8 Jahren umgeschuldet habe, sah das schon anders aus - die Beratung war langsam und arrogant, meine Beraterin kaum zu ertragen. Mein Glück! Denke ich 2020! Denn damals habe ich mit meinem Darlehen zur Deutschen Bank gewechselt, die uns "kleine" Ärzte als Zielgruppe wiederentdeckt hat. Kritik habe ich auch für Vieles was dort politisch passiert - aber die Kundenbetreuung ist 1A! Und: Auch wenn ich mich maßlos geärgert habe, dass ich Probleme hatte, an das bei der APO Bank geparkte Geld für die Steuervorauszahlung zu kommen und der Kundenservice ebenso ahnungslos wie initial ebenfalls arrogant war ... ich bin so im Tagesgeschäft handlungsfähig geblieben und braucht nur vielleicht 1/3 der Zeit in Warteschleifen zu verbringen, die meine Kolleg*innen aufwenden mussten. Und ich gebe dem Kollegen recht, der davon ausgeht, dass die horrende Summe, die dieses IT Projekt irgendwann von uns Kunden bezahlt werden muss. Ja, die APO Bank hat "mehr als nur banking" bewirkt, sie hat mir plakativ bewiesen, dass es klug ist, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Und, sehr geehrter Vorstand, mit weniger Kunden wird das Ganze doch sicher überschaubarer und einfacher, die Hotlines sind nicht mehr überlastet und die Berater zu erreichen, nicht nur die nervtötende Elektronikgedudel mit unsinniger Ansage, dass man Antworten auch online findet (nur nicht auf die Fragen, die man hat, aber wen stört das schon)!
Weniger kann durchaus mehr sein!
Avatar #713760
am Donnerstag, 16. Juli 2020 um 23:05

apoBank bittet um Entschuldigung für apoKalypse

Die Überschrift „Apobank entschuldigt sich bei Kunden“ ist falsch, die apoBank kann nur bei ihren 480.000 Kunden um Entschuldigung bitten, für eine Geschäftspolitik, für das IT-Management, das ins Chaos führte. Das alleine reicht allerdings nicht vor dem Hintergrund anderer Geschehnisse:
2005 wechselte der damals 44 Jahre alte Investmentbanker Claus Harald Wilsing von der Sachsen LB zur Apobank. Er veranlasste das umfangreiche Investment der apoBank in die irischen Wertpapierportfolios, wie zuvor bei der Sachsen LB. Daraus entwickelten sich die Schwierigkeiten im Wertpapierportfolio der apoBank. Auch als die Sachsen LB maßgeblich wegen des von Wilsing initiierten Portfolios von am Ende 17,5 Milliarden Euro an strukturierten Wertpapieren schon im Sommer 2007 noch vor der Insolvenz von Lehman Brothers vom Land Sachsen gestützt werden musste, trennte sich die apoBank erst im April 2008 von Wilsing. Die Ratingagentur Moody's senkte 2009 das Finanzstärke-Rating der Apobank auf die „D“ von „C“.
Wegen der Fehler in der Finanzkrise (des Irland-Investments) – Wilsing - mussten der BVR, der Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft, die DZ BANK AG, die genossenschaftliche Zentralbank für mehr als 850 selbständige Volksbanken und Raiffeisenbanken, mehrere Stützungsaktionen der apoBank, der größten Genossenschaftsbank, durchführen. In diesem Zusammenhang wurde Herbert Pfennig 2009 Vorstandssprecher der apoBank. Er kam von der Frankfurter Sparkasse, die ihrerseits schon vor der Finanzkrise saniert werden musste.
2016 wechselte Holger Wessling in den Vorstand der apoBank. Wessling hatte seine Bankkarriere 1994 bei der DZ BANK AG gestartet. Im Zuge der „apoKalypse“ mit der IT-Migration verließ Privatkunden-Vorstand Olaf Klose die apoBank. Die Leitung des Privatkundenressorts samt Private Banking übernimmt interimistisch Holger Wessling, der im Vorstand für Großkunden und Märkte verantwortlich ist.
Mit den von der apoBank und Avaloq produzierten chaotischen Verhältnissen (Programm „apoKalypse“) kämpfen bis heute die noch 481.070 Kunden. Und das bei Kosten für die IT-Migration, die die Summe von 500 Millionen Euro in diesem Jahr deutlich übersteigen dürften. Dass es gewaltig floppt und die weitere Entwicklung bei der apoBank sorgenvoll stimmt, kann man in Finanzmedien schon Ende Juni 2020 z. B. hier lesen:
finews.ch - Avaloq: Das Scheitern von Warburg Pincus. Avaloqs Grossaktionär Warburg Pincus will seine Anteile verkaufen. Das Banken-IT Unternehmen konnte seine Versprechen nicht einhalten. Die Probleme liegen tief. (…) Rating herabgestuft - Vor drei Wochen senkte Standard & Poors ihren Ausblick von «stabil» auf «negativ». Sie erwartet einen Umsatzrückgang von bis zu 4 Prozent sowie 30 Millionen Franken außerordentliche Kosten. Immerhin sitze Avaloq auf hohen Barmitteln, genug um eine Krise zu überstehen. (...) Dem Avaloq-Ruf wenig zuträglich war die kürzlich erfolgte Migration der deutschen Apobank auf eine neue Avaloq-Plattform. Das Projekt hatte nach mehreren Verzögerungen über eine halbe Milliarde Euro gekostet – und die Umstellung verlief alles andere als reibungslos. Das Ergebnis: Avaloq hat in Düsseldorf nun eine Filiale mit 75 Mitarbeitern, die für die Apobank die Wertpapierabwicklung übernehmen. (…)
Das selbst produzierte finanzielle Risiko mit zu erwartenden Ausfällen wird wohl nicht wieder von dem BVR, dem Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft, der DZ BANK, die genossenschaftliche Zentralbank für mehr als 850 selbständige Volksbanken und Raiffeisenbanken gestützt werden. Denn die apoBank hat sich 2017, wie aus dem Kreis der Genossenschaftsbanken zu vernehmen war, ohne Not alleine gegen den IT-Dienstleister Fiducia & Gad IT der genossenschaftlichen Finanzgruppe entschieden.
Stattdessen müssen die (finanziellen) Probleme, die mit dem Schweizer Banking-Software-Anbieter Avaloq entstanden sind, sofern nicht durch Rückstellungen und Haftpflicht gedeckt, von den Genossen der Genossenschaftsbank „apoKalypse“ nun alleine ausgebadet werden. Wann und wie der Ruf „Vertrauensbank der Heilberufe“ wiederhergestellt werden kann, steht in den Sternen.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/apobank-schwer-zu-heilen-11064696-p4.html
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/apotheker-und-aerztebank-anleger-nehmen-herabstufung-gelassen-1227693.html
https://www.finews.ch/news/finanzplatz/41770-avaloq-warburg-pincus-ausstieg-scheitern
Avatar #835834
am Freitag, 17. Juli 2020 um 00:03

Danke ....

Kolleg*in Popovic für die Prägung des Begriffs apoKalypse ... es trifft den Nagel auf den Kopf ...

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