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am Mittwoch, 5. August 2020 um 19:20

Alzheimer-Bluttest ist "kalter Kaffee"!

Da publiziert die Crème de la Crème von Demenz-Forschern: "Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission" von Prof Gill Livingston et al. Published: July 30, 2020
DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30367-6
und weisen die Amyloid-beta- und Tau-Biomarker-Hypothesen eindeutig zurück: "Amyloid-ß and tau biomarkers indicate risk of progression to Alzheimer's dementia but most people with normal cognition with only these biomarkers never develop the disease."

Die Labor-"Fuzzis" zeigen dagegen nicht den Hauch von Selbstkritik, dass ihre im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2020; DOI:10.1001/jama.2020.12134) und im Journal of Experimental Medicine (2020; DOI:10.1084/jem.20200861) vorgestellten Er­gebnisse bei der Grundlage für eine Früherkennung der häufigen Demenzursachen reine Makulatur sind. Auch die Abgrenzung von anderen degenerativen Erkrankungen wird dadurch nicht erleichtert, und die Suche nach effektiven Medikamenten hat sich schon mehrfach über Amyloid-ß und Tau-Protein Hypothesen als Fehlschlag erwiesen.

Aber mit Labor- und Medikations-Phantasien lassen sich immer noch mehr Gelder und Forschungsmittel generieren, als mit Verstand und Augenmaß.

"Overall, a growing body of evidence supports the nine potentially modifiable risk factors for dementia modelled by the 2017 Lancet Commission on dementia prevention, intervention, and care: less education, hypertension, hearing impairment, smoking, obesity, depression, physical inactivity, diabetes, and low social contact. We now add three more risk factors for dementia with newer, convincing evidence. These factors are excessive alcohol consumption, traumatic brain injury, and air pollution."

Erfreulich, doch warum wird immer noch der protektiv wirksame, moderate(!) Alkoholkonsum verschwiegen?

Die erlesene Autorenschaft schlussfolgert, wenn sie eine Effektivität von 40% beschreibt:
"Together the 12 modifiable risk factors account for around 40% of worldwide dementias..."

Das bedeutet leider im Gegenzug: In 60% haben die genannten 12 Risikofaktoren und/oder Verhaltensmodifikationen gar keine signifikante Wirkung.

Allerdings haben windige Bluttest - Verheißungen keine Effektivität von 40%.

Konterkariert wird das ganze durch in vielen Ländern besonders lukrative und essenzielle Steuereinnahmen auf entscheidende Demenz-Risikofaktoren: "Acting now on dementia prevention, intervention, and care will vastly improve living and dying for individuals with dementia and their families, and thus society."

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)

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