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Avatar #106067
am Samstag, 15. August 2020 um 04:42

Lithium in subklinischer Dosierung allüberall?

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Lithium im Trinkwasser könnte Suizidrate senken
vom Freitag, 14. August 2020
Wozu soll Lithium im Trinkwasser denn noch alles herhalten?

Erst ging es um Demenz mit einer statistischen Trickkiste:
Eine 1. Schlussfolgerung: "Menschen, bei denen eine Demenz diagnostiziert worden war, waren durch das Trinkwasser einer durchschnittlichen Lithiumkonzentration von 11,5 µg/l ausgesetzt" und eine
2. Schlussfolgerung: "Signifikant höher lag der Wert bei Teilnehmern der Kontrollgruppe (12,2 µg/l)" können allein schon deswegen nicht aufrechterhalten werden, weil dieses künstliche Signifikanzniveau nur durch einen statistischen Taschenspieler-Trick erreicht wurde:
Die Kontrollgruppe "von fast 734.000 Personen ohne Demenz" ["733.653 controls"] wurde künstlich aufgebläht, wogegen nur "die Daten von fast 74.000 Patienten mit einer Demenz" ["73.731 patients"] in die Untersuchung eingeschlossen wurden.

Dadurch können selbst minimale, insignifikante Veränderungen auf ein gewünschtes Signifikanzniveau hochstilisiert werden. Deshalb auch das fragwürdige Ergebnis: "Dieser Zusammenhang war allerdings nicht linear."

Es ist das Autorenteam von "Association of Lithium in Drinking Water With the Incidence of Dementia" von Lars Vedel Kessing et al.,
http://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2649277
, das diesen Unsinn publiziert hat:

Ihr "Conclusions and Relevance - Long-term increased lithium exposure in drinking water may be associated with a lower incidence of dementia in a nonlinear way; however, confounding from other factors associated with municipality of residence cannot be excluded" belegt, dass die Mittelwerte auf Signifikanzniveau gehoben wurden, weil die Untergruppen mit sehr hohen, hohen, mittleren und niedrigen Lithium-Trinkwasserspiegeln gar keine Konsistenz, geschweige denn Linearität aufwiesen.

Noch perfider ist die hier angesprochene Studie: "Association between naturally occurring lithium in drinking water and suicide rates: systematic review and meta-analysis of ecological studies" von Anjum Memon et al.
DOI: https://doi.org/10.1192/bjp.2020.128
Published online by Cambridge University Press: 27 July 2020

Denn sie arbeitet mit einer semantisch-inhaltlich falsch eingesetzten Ökologie-Begrifflichkeit. Es geht mitnichten um Ökologie als Lehre von Einfluss- und Stellgrößen der belebten und unbelebten Natur auf den Menschen und vice versa, sondern schlicht und ergreifend um Ökotrophologie!

Die Schlussfolgerungen bleiben metaanalytisch vollkommen vage im Conjunctivus irrealis. ["Conclusions - This synthesis of ecological studies, which are subject to the ecological fallacy/bias, supports the hypothesis that there is a protective (or inverse) association between lithium intakes from public drinking water and suicide mortality at the population level. Naturally occurring lithium in drinking water may have the potential to reduce the risk of suicide and may possibly help in mood stabilisation, particularly in populations with relatively high suicide rates and geographical areas with a greater range of lithium concentration in the drinking water. All the available evidence suggests that randomised community trials of lithium supplementation of the water supply might be a means of testing the hypothesis, particularly in communities (or settings) with demonstrated high prevalence of mental health conditions, violent criminal behaviour, chronic substance misuse and risk of suicide."]

Werden aber umso konkreter, populistisch und ökologisch fragwürdiger mit ihrer Empfehlung, doch mal einfach, im Rahmen kontrollierter Studien versteht sich, mehr Lithium ins Trinkwasser zu schütten: Um im ethisch bedenklichen, pseudo-ökologischen Menschenexperiment zu sehen, was passiert.

Wes Geistes Kind die Autorenschaft ist, erkennt man unschwer am Schluss ihrer tendenziösen Ausführungen: Sie werfen allen Ernstes das Risiko von Selbsttötung mit chronischer Drogenabhängigkeit, Gewaltkriminalität und mentalen Gesundheitsbedingungen in einen Topf ["high prevalence of mental health conditions, violent criminal behaviour, chronic substance misuse and risk of suicide."]

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #836044
am Samstag, 15. August 2020 um 07:53

HeavyMetal & DementiaPraecox

Ich gehöre zu denen, die Lithium leider nicht nur durch die Nutzung elektrischer Geräte kennenlernen durften, und habe auch Gadolinum im KMR im eigenen Körper erleben müssen, habe also nicht nur bei quecksilbrigen Amalgam Alumensabesteck nutzend gespürt, was es bedeutet, Teil einer Spannungsreihe zu werden und Hirnareale in Miniaturfaradaykäfige a la Katzenschrödinger zu wandeln, um die Synapsen wie magische Tetriswürfel neu zu vernetzen. Wer nach Tesla und Elo Musk tatsächlich noch plant mit kabellosem Strom WLAN-mäßig seine Umgebung aufzumischen, muss viel Freude am allgegenwärtigen Zufall haben, um nicht mit devoter Demenz dem Alltagswahn zu unterliegen, dass Ruhe auch Frieden bedeute und Vita minima als Glück abzuwatschen sei, während erüÜberfliegermäßig der nächsten Rettung entgegenzudriftet.
Avatar #836044
am Samstag, 15. August 2020 um 07:55

da war das akku wohl alle

... er überfliegermäßig der nächsten Rettung entgegendriftet.
Avatar #790049
am Samstag, 15. August 2020 um 12:15

Aha?

Haben wir so sehr viel mehr Suizidale als Kinder in Deutschland, dass es die Zugabe von Litium dem Trinkwasser, welches auch Kinder und Jugendliche trinken?
Welche positive (Langzeit-)Wirkungen hat das Litium auf die wachsenden Organismen?
Sind die UAW ausgeschlossen? Wie schön!
Warum setzen wir dem Wasser auch Sartane oder Betablocker nicht zu? Bluthochdruck ist, soweit ich weiß, wesentlich häufiger als Suizide!
Avatar #770175
am Dienstag, 18. August 2020 um 08:32

Diese Tür bleibt lieber zu

Wegen der paar Studien auch noch Lithium dem Trinkwasser zufügen -- ein Albtraum. Dann käme noch Fluorid womöglich hinzu uvm. Wer möchte, kann das eigene Wasser mit Lithium anreichern.

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