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Avatar #830245
am Samstag, 29. August 2020 um 13:18

Demo-Teilnehmer sind oft Egoisten

Kommentar zur Nachricht
Gericht kippt Verbot von Demonstration gegen Coronapolitik
vom Freitag, 28. August 2020
Wenn ich die Argumentation vieler Demo-Teilnehmer mir ansehe, stelle ich fest, dass man sich nicht für die Risikogruppen interessiert. Man hat wohl vergessen, dass rd. 30 Mio Menschen zu dieser Risikogruppe gehören und seit März nur noch zu Hause sitzen.
Der Schutz dieser Risikogruppen ist es doch, weswegen Masken getragen und Abstand gehalten werden soll, um damit das Virus in der Bevölkerung so zu minimieren, dass die Risikogruppen auch wieder raus können. Diese können nicht in Urlaub fahren, nicht an Feiern teilnehmen, nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen und möglichst auch nicht Einkaufen gehen, weil gerade beim Einkaufen das Masken tragen von vielen vernachlässigt wird.
Viele der Demo-Teilnehmer sind m. E. daher reine Egoisten.
Avatar #745246
am Samstag, 29. August 2020 um 14:52

@Hortensie - Egoismus ist nur eine Frage der Definition und der Nachweise

Wirklich nichts für ungut werte Hortensie, aber davon ausgehend das der Altersmedian an Verstorbenen (der Hauptrisikogruppe) weltweit bei über 80 Jahren liegt und die Hospitalisierungsrate mit 1 - 2% im Bereich einer Influenza zu finden ist, so empfinde ich es von Ihrer Seite noch viel mehr als Egoismus, das Sie völlig pauschalisierend all die Menschen verunglimpfen, die nur Ihr mehrfach gerichtlich zugestandenes Recht auf Meinungsäußerung wahrnehmen. Der Ort und die Zeit dieser Veranstaltung ist außerdem auch allen bekannt und so kann auch jeder der sich davon übermässig bedroht fühlt, einen weiten Bogen darum machen.

Ich empfehle Ihnen folgenden philosophischen Ansatz zur Thematik!

Auszug aus "Wie können wir jemals wieder Menschen sterben lassen?" von Marcus J. Ludwig:

"Die Begründungen, mit denen die derzeitigen Maßnahmen gerechtfertigt werden, müssten ja konsequenterweise auf jedes zukünftige Krankheitsgeschehen angewendet werden. Wie soll ein Politiker der Öffentlichkeit jemals wieder erklären können, dass er in diesem Jahr halt mal 5.000 Leute an der Grippe sterben lässt? Wie soll er je wieder plausibel machen können, dass Schulen, Stadien, Geschäfte, Kirchen, Kneipen ohne Einschränkungen offen bleiben, wenn in der Umgebung auch nur ein einziger Virustoter gemeldet wird?"

"Wenn wir genau hinsehen – das heißt: Tests durchführen, Stichproben nehmen, Tote obduzieren –, werden wir jeden Tag, für alle Ewigkeit, irgendwelche Virustoten finden. Wir werden jeden Tag vermeidbare Todesfälle konstatieren. Und wir werden auch jeden Tag Tote finden, die nicht gestorben wären, wenn sie nicht ins Auto gestiegen wären, wenn sie nicht auf die Leiter gestiegen wären, wenn sie nicht ins Schwimmbad gegangen wären, wenn sie nicht nach Beirut gezogen wären, wenn sie nicht schwanger geworden wären, wenn sie die selbstgepflückten Pilze nicht gegessen hätten."

"Wenn wir ernsthaft das Ziel verfolgen, jeden vermeidbaren Tod – koste es, was es wolle – tatsächlich zu vermeiden, dann sind wir am Ende, dann sterben wir aus .... "

>>> https://www.achgut.com/artikel/wie_koennen_wir_jemals_wieder_menschen_sterben_lassen
Avatar #760232
am Sonntag, 30. August 2020 um 09:42

Der Irrtum des Gerichts

Ausblendung der Realität ist keine Straftat im juristischen Sinn - aber kann trotzdem in den Abgrund führen. Darum : das Covid19 ist in seiner speziellen Form noch nicht lange bekannt, an seinen Wirkungen wird intensiv geforscht, ein einhelliges Urteil der Fachleute liegt noch nicht vor - sowohl hinsichtlich der medizinischen Folgen als auch hinsichtlich möglicher bzw notwendiger Schutzmaßnahmen. Was sollen die politischen Entscheidungsträger nun tun ? DAS ist die Frage, um die es eigentlich geht. Und es gibt eine klare Antwort - und die besteht in der Gesellschaftsform der Bundesrepublik Deutschland (eine repräsentative Demokratie !!) aus 2 Teilen :
1. für Nichts-Tun werden die Entscheidungsträger weder gewählt noch bezahlt.
2. Beim Vorliegen unterschiedlicher Sichtweisen und Argumentationen entscheidet die Mehrheit.
Und jetzt kommt's ! : wir haben eine REPRÄSENTATIVE Demokratie , keine Volksdemokratie. Kein Zweifel was das bedeutet. Um das Volk zwischen den Wahlperioden nicht mundtot zu machen, besteht das Recht auf Versammlungsfreiheit und Demonstration. So hat es das Landgericht Berlin gesehen und entschieden. Alles gut ?
NEIN! Denn das Gericht hat einen entscheidenden Faktor übersehen. Nach Sachlage - basierend auf den Darlegungen der Fachleute (nicht einhellig!!) - war die politische Entscheidung gefallen, daß große Menschenansammlungen als kontraindiziert hinsichtlich der Bekämpfung der Virusausbreitung einzustufen seien. Mit Demonstrationsverbot hat das zunächst gar nichts zu tun. Da aber abzusehen war, daß die Demonstrationen gegen die politische Entscheidung zu großen Menschenansammlungen auf engem Raum führen würden - was nicht so sein muß, weil man ja auch "kleinzellig" demonstrieren könnte - blieb gar nichts anderes übrig als die Demonstration in der angekündigten Form (!) zu verbieten. Was nämlich Demonstranten und Gericht übersehen haben ist :
Eine Demonstration ist eine MEINUNGSÄUSSERUNG und als solche grundgesetzlich geschützt. Aber nach Sachlage war diese Demonstration eben nicht mehr nur eine Meinungsäußerung, sondern eben durch ihre speziellen Bedingungen hinsichtlich der Virusbekämpfung automatisch eine AKTION - die die Absicht der demokratisch getroffenen Entscheidung aushebeln würde. Genau das ist unzulässig und mit den Regeln unserer Demokratie unvereinbar - das ist Revolution. Das ist außerhalb der Verfassung. Ob sich das Volk dessen bewußt war sei dahingestellt. Das Gericht aber hätte es wissen müssen. Mit anderen Worten : Das Gericht hat die Verfassung mißachtet, der Berliner Innensenator mit seiner Entscheidung aber gerade nicht. Und es ehrt ihn, daß er bei seiner Entscheidung blieb nachdem das Gericht geurteilt hatte.
Die beiden Kommentatoren ( Andreas B. und Hortensie) haben sich den Luxus gegönnt, eine jeweils selektive Sicht der Dinge zu vertreten. Das ist natürlich bequem.Sei ihnen gegönnt. Aber politische Entscheidungsträger dürfen sich das nicht leisten. Tja - wer möchte schon Bundeskanzler sein!

Avatar #745246
am Sonntag, 30. August 2020 um 15:21
geändert am 30.08.2020 15:31:03

@penangexpag

Ich bin gewiss kein FDP Wähler, aber viel treffender als der ehemalige FDP Abgeornete Marcel Luthe, kann man es nicht ausdrücken.

"„Es ist bemerkenswert, mit welchem Eifer gerade Akteure versuchen, den zentralen Wert der Aufklärung, die Freiheit, in Misskredit zu bringen“, so Luthe. „Entgegen eines in den letzten Monaten oft wiederholten Irrtums ist ‚Gesundheit’ nicht der höchste Wert unserer Rechtsordnung, sondern die Würde des Menschen. Gesund ist auch der Leibeigene, aber diesem fehlt zur Würde die Souveränität, die Freiheit. Deshalb müssen wir auch die Freiheit all derer verteidigen, die sich aus unserer Sicht in einer Sachfrage irren mögen.“
Avatar #830245
am Sonntag, 30. August 2020 um 15:22

Bisherige Maßnahmen waren angemessen und richtig ...

@Andre B.
Der Vergleich mit der Grippe hinkt aus mehreren Gründen:
1. Gegen Grippe kann man sich impfen lassen. Wer sich nicht impfen lässt und daran stirbt, kann niemandem die Schuld geben.
Die Impfung wirkt auch. Ich lasse mich seit rd. 20 Jahren impfen und hatte keine Grippe mehr seither.
2. Die Folgen einer Covid-19-Infektion sind nicht nur der mögliche Tod, sondern auch die möglichen und irreversiblen Schäden z. B. der Lunge. In den USA führte eine Covid-19-Infektion bei einer jungen Patientin zu solchen Schäden, dass sie nur durch eine sofortige Transplantation der Lunge gerettet werden konnte. Offenbar kommt es zu Fibrosen in der Lunge, eine Schädigung, die irreversibel ist. Ich (bin selbst mit einigen Vorerkrankungen Risikopatient) habe als eine meiner Vorerkrankugen eine solche Lungenfibrose.
Aber auch an anderen Organen (Gehirn, Blutgefäße, etc.) soll es zu schweren Schädigungen durch Covid-19 kommen können.
Zu sagen, dass die an Corona-Verstorbenen über 80 Jahre im Durchschnitt gewesen seien, ist daher nur ein Teil der Wahrheit (wenngleich auch viele jüngere, ohne Vorerkrankungen gestorben sind).
Von denen, die eine Infektion mit Covid-19 überlebten, sind viele nicht mehr gesund. Mit einer Lungenfibrose wird man dies auch nicht mehr ...
Man muss auch bedenken, dass es eine künftige Belastung unseres Gesundheitswesens und der Rentenkassen geben wird, wenn viele Menschen diese Infektion nur mit chronischen Schäden überleben.

Im übrigen habe ich in meinem Beitrag nicht gegen eine Demonstration argumentiert, sondern "nur" gegen die von den Teilnehmnern vertretenen Argumente, gegen die ich auch argumentieren würde, wenn die Demo nicht stattgefunden hätte.

Einen sehr wesentlichen Punkt hatte ich unten in meinem Kommentar noch nicht genannt:
Durch das Tragen von Masken, dem Abstandhalten und den Hygienemaßnahmen ist das Infektionsgeschehen hier in Deutschland auch niedrig gehalten worden - neben den Selbstschutzmaßnahmen der 30 Mio Menschen der Risikogruppe (= zu Hause bleiben):.
Von daher finde ich diese Maßnahmen auch weiterhin für wichtig und sinnvoll.
Die Maskengegner scheinen aber solche für das Tragen von Masken sprechenden Gründe völlig auszublenden, so dass ich weiterhin sage, dass diese Egoisten sind.

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