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Avatar #745246
am Freitag, 16. Oktober 2020 um 07:18

@Ärzteblatt - Redaktion

Kommentar zur Nachricht
SARS-CoV-2: Experten streiten über Herdenimmunität als Strategie
vom Donnerstag, 15. Oktober 2020
Sehr geehrte Damen und Herren,

der von Ihne hier abgedruckte Link führt so leider nicht zum Ziel!

Mit freundlichen Grüßen

Andre B.
Avatar #745246
am Freitag, 16. Oktober 2020 um 08:57
geändert am 16.10.2020 08:59:16
geändert am 16.10.2020 09:00:41

Meinung ist noch keine Wissenschaft

Ich zitiere:

"Das Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2) hat weltweit mehr als 35 Millionen Menschen infiziert und, laut WHO, bis zum 12. Oktober 2020 mehr als 1 Million Todesfälle verursacht. Im Angesicht einer zweiten COVID-19 Welle, von der Europa gerade betroffen ist, und einem nahenden Winters, brauchen wir eine klare Kommunikation über die von COVID-19 ausgehenden Risiken und über wirksame Strategien zu deren Bekämpfung. An dieser Stelle teilen wir unsere Ansichten über den derzeitigen evidenzbasierten wissenschaftlichen Konsens zu COVID-19."

"Evidenzbasiert" ist ein sehr gutes Stichwort! Mit diesem ehrenwerten Vorsatz jedoch, ist man aber leider schon bei der Einleitung gescheitert. Die WHO selbst geht inzwischen von bis 760 Millionen Infizierten (nicht Kranken) weltweit aus und NICHT etwa von 35 Millionen! Dies entspricht einer globalen IFR von 0.15% bei einer Million Todesfälle und 760 Millionen Infektionen. (https://apnews.com/article/virus-outbreak-archive-united-nations-54a3a5869c9ae4ee623497691e796083) Weiteren Berechnungen von Herrn Prof. Dr. Ioannidis folgend, ergibt sich unter Verwendung von 50 internationalen Einzelstudien, eine globale IFR von 0,24% und für unter 70 Jährige konnten 0,04% ermittelt werden. (https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.13.20101253v3)

"SARS-CoV-2 breitet sich durch direkten Kontakt (über größere Tröpfchen und Aerosole) und durch Aerosole über größere Entfernungen aus. Seine hohe Infektiosität in Kombination mit der Empfänglichkeit einer immunologisch naiven Population für diese neue Virus schafft die Voraussetzungen für eine rasche Ausbreitung in der Bevölkerung. Die Infektionssterblichkeit von COVID-19 ist um ein Vielfaches höher als die der saisonalen Grippe, und die Infektion kann auch bei jungen, zuvor gesunden, Menschen (d.h. «Long COVID» zu einer anhaltender Erkrankung führen. Es ist unklar, wie lange eine schützende Immunität anhält. Genauso wie andere saisonale Coronaviren ist SARS-CoV-2 in der Lage, Menschen nach einer überstandenen Erstinfektion erneut zu infizieren."

Die Studie auf die man sich bezieht um untermauern zu wollen, das Covid-19 viel gefährlicher als eine saisonale Influenza ist, kann methodisch nicht überzeugen und verwendet außerdem ungeeignete Parameter, um daraus überhaupt erst verlässliche Schlüsse ziehen zu können. Die in der Studie verwendeten Daten (zu großen Teilen nur aus China) wurden z.b. von Januar bis März erhoben, als ohnehin noch wenig über Covid-19 und adäquate Behandlungsstrategien bekannt war. Unter anderem diese Punkte, lassen überhaupt keine haltbaren Vergleiche oder Statements dies betreffend zu!

Auch für zahlreiche weitere im Memorandum getätigte Aussagen, fehlt die von den Autoren angemahnte Evidenz bzw. auch die dazugehörigen Quellenangaben, was wiederum einen Großteil dieses Textes leider zu einer schlichten Meinungsbekundung herabqualifiziert.
Avatar #745246
am Samstag, 17. Oktober 2020 um 03:52
geändert am 17.10.2020 03:53:16
geändert am 17.10.2020 03:59:01

WHO veröffentlicht finale Version der Studie von Prof. Ioannidis

Weiteren Berechnungen von Herrn Prof. Dr. Ioannidis folgend, ergibt sich unter Verwendung von 50 internationalen Einzelstudien, eine globale IFR von 0,24% und für unter 70 Jährige konnten 0,04% ermittelt werden. (https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.13.20101253v3)
Man hätte von Seiten der WHO ohne Zweifel im Sinne der Menschheit gehandelt, wenn man eine wissenschaftliche Ausnahmeerscheinung wie Prof. Ioannidis schon im Mai als in seine Überlegungen miteinbezogen hätte, denn schon zu diesem frühen Zeitpunkt, wurde bereits die erste "Vorab-Version" dieser wissenschaftlichen Analyse publiziert.

"Die Metastudie stammt von John P. A. Ioannidis, Professor für Medizin und Epidemiologie an der Stanford-Universität. Laut Berliner Einstein-Stiftung gehört er aktuell zu den zehn meistzitierten Wissenschaftlern der Welt. Außerdem wurde die Studie bereits geprüft und editiert."

"Ioannidis hat inzwischen insgesamt 61 Studien ausgewertet, in denen erforscht wurde, wie viele Personen eines Landes oder einer bestimmten Bevölkerungsgruppe Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut haben. So kann ungefähr ermittelt werden, wie hoch in dieser Gruppe die tatsächliche Infektionsrate ist, also wie viele von ihnen sich tatsächlich infiziert haben."

"Insgesamt erstellte Ioannidis aus den Studien 74 Schätzungen von Infektionssterblichkeiten. Dazu teilte er ganz einfach die Anzahl der Covid-19-Todesfälle durch die Anzahl der vermutlich Infizierten einer Region. Dabei korrigierte er seine Ergebnisse um die Anzahl der getesteten Antikörper-Typen. Zusätzlich nahm er in seine Metastudie acht vorläufige nationale Schätzungen auf. Aus Deutschland übernahm Ioannidis die Gangelt-Studie von Hendrik Streeck und eine Studie, die in Frankfurt am Main durchgeführt wurde."

Die von Ihm so errechnete, korrigierte und zeitlich angepasste IFR, lag global durchschnittlich bei 0.23%.

>>> https://www.n-tv.de/wissen/Covid-19-weniger-toedlich-als-vermutet-article22104272.html
Avatar #659995
am Donnerstag, 22. Oktober 2020 um 21:49

„Focused Protection“

„Focused Protection“ der Risikogruppen und Normalität für das Gros der Bevölkerung ist das Credo, weswegen ich die Great Barrington Declaration mit unterzeichnet habe. Es geht hier nicht um wissenschaftliche Eindeutigkeit, sondern um das „Choosing wisely“ bezüglich COVID-19.
In Europa und Amerika hatte sich SARS-CoV-2 mehr als 2 Monate unbemerkt verbreiten können, so dass hier die „Zero-COVID Strategy“, die in China und einigen anderen, vornehmlich asiatischen Staaten greifen konnte, wenig aussichtsreich war. Sehr schnell war aber klar geworden, dass schwere COVID-19-Verläufe vor allem Hochbetagte und Menschen mit Begleiterkrankungen betreffen, während – im Unterschied zu Influenza-Epidemien – Kinder, Jugendliche und jüngere gesunde Erwachsene davon ganz überwiegend verschont bleiben.
„Focused Protection“ hätte von Anfang die Strategie der Wahl sein müssen, aber leider hat sich die Politik, vor allem auch in Deutschland, von den Falschen und falsch beraten lassen.
Immerhin ist es konsequent, dass die falschen Berater zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich die Politik in den empfohlenen Maßnahmen heillos verheddert, zu starken Worten greifen, beispielsweise im John Snow Memorandum oder der Stellungnahme der deutschen Gesellschaft für Virologie (GfV), um ihre Machtposition zu verteidigen.
Es bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen Kommuniques in Erinnerung bleiben und die jeweiligen Unterzeichner im Rückblick werden Rechenschaft ablegen müssen. Genau wie die Politiker, die „Focused protection“ strikt ablehnen.
Die GfV malt weiterhin das Schreckgespenst einer „humanitären und wirtschaftlichen Katastrophe“ an die Wand, das „im Falle einer unkontrollierten Durchseuchung“ droht. Die Gesellschaft übersieht, dass die WHO mittlerweile für eine Mehrzahl der Länder weltweit „Community transmission“ als COVID-19-Verbreitungsmuster ausweist. Die Strategie der schnellen Testung, Verfolgung und Isolierung von Kontaktpersonen, an die sich John Snow Memorandum und GfV klammern, ist am Versagenslimit.
Ein weiteres Schreckgespenst ist „long-COVID“. Die Evidenzlage beruht auf Einzelfallschilderungen. „Long-COVID“ wird zu einem weiteren Versagensbeleg des wissenschaftlichen Mainstreams. Wenn Spätfolgen so relevant sind, warum gibt es noch keine systematischen Nachbeobachtungsdaten von COVID-19 versus sonstiger schwerer Atemwegsinfektionen, insbesondere Pneumonien?
Vor COVID-19 war das Interesse an der Ausbreitungsdynamik viraler Infektionen, insbesondere Influenza, und den entscheidenden Parametern für den Kollaps von Pandemien zu gering, ein Mangel, der die Zivilisation jetzt sehr teuer kommt. Petersen et al. (Lancet Infect Dis 2020; 20:e238-44) konnten nur relativ unpräzise folgern: „Pandemics tend to come in waves over the first 2 – 5 years as the population immunity builds-up (naturally or through vaccination), and the the numbers of infected cases tends to decrease“.
Derzeit dominiert in Deutschland und Europa die Eindämmungsstrategie. Sie wurde durch Macht- und Herrschaftsmechanismen etabliert. Eine Mainstream-Elite maßt sich die Definitionsmacht an, was für die jeweiligen Bevölkerungen am besten ist. Zur Verwirrung gehört die Etikettierung als „Current evidence-based consensus on COVID-19“. Um seine Dominanz zu behaupten, wird „Focused protection“ als „dangerous fallacy“, gefährlicher Irrtum abgetan.
Die kommenden Monate und Jahre werden die Konsequenzen aufzeigen. COVID-19 kann die Zivilisation insgesamt nicht gefährden. Allerdings mag es nicht immer gut ausgehen, wenn die Zivilisation permanent den falschen Propheten folgt.
Avatar #713265
am Dienstag, 27. Oktober 2020 um 20:00
geändert am 27.10.2020 20:03:23
geändert am 27.10.2020 20:04:05

Gesundheitsnotstand und Katastrophenfall

Es gibt weder einen Gesundheitsnotstand, noch einen Katastrophenfall. Den Gesundheitsnotstand hat es noch nie gegeben und der Katastrophenfall wurde im Juni 2020 außer Kraft gesetzt.
Da das Infektionsschutzgesetz NUR aktiviert wird, wenn der Gesundheitsnotstand ausgerufen wurde, werden sämtliche Verordnungen und Notfallpläne gesetzeswidrig erlassen.
Die Todesfälle (10.000 in 9 Monaten) sind zu vernachlässigen und die Infektionszahlen betragen nur 0,07 % von 80.000.000 Millionen Bürgern.
Der Verfassungsrichter Kirchhof hat daraufhingewiesen, dass es einen 2. Lockdown nicht geben wird, da dieser unzulässig ist und gegen die Verfassung verstößt: Man hätte genügend Zeit gehabt, z. B. mehr Intensivbetten zu schaffen.

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