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Avatar #672734
am Freitag, 23. Oktober 2020 um 10:28

Strategisch, tragisch privat oder Kasse?

" ... gute Aufgabe für Mediziner, die uns aus dem Ruhestand heraus unterstützen ..."
aus dem Interview ... ich "unterstütze" seit der "Wodarg-Epidemie" damit:
"Das hält leider unheimlich auf, zeigt aber, wie die Stimmung und wie groß das Informationsbedürfnis ist."
So ist es ... strategisch denkend und dort bereits formuliert!
Avatar #745246
am Freitag, 23. Oktober 2020 um 11:34
geändert am 23.10.2020 11:38:17
geändert am 23.10.2020 11:44:43
geändert am 23.10.2020 11:45:59
geändert am 23.10.2020 12:45:18
geändert am 23.10.2020 13:04:35

@Julian Haegele - Zurück zum Ursprung

Das rufen nach Evidenz i.S. der evidenzbasierten Medizin ist für die Kritiker der Maskenpflicht sehr einfach, da es diese nie geben wird. Es wird niemals eine prospektiv randomisierte Studie dazu geben, genauso wenig wie es eine zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes im OP geben wird oder gibt. Eine Kontrollgruppe ist auf Grund des hohen Risikos schlicht unethisch. Dieses Fehlen bedeutet allerdings nicht im Umkehrschluss, dass der MNS unwirksam ist! Es gibt Studien, die auf eine Wirksamkeit des MNS bei Corona hindeuten, man muss sie wiederum nur wahrnehmen wollen, exemplarisch: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768533 und das Editorial https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768532 Die Autoren des von Ihnen zitierten NEJM-Artikels distanzieren sich übrigens entschieden von der (auch von Ihnen vorgenommenen) Uminterpretation des Inhalts zu der Aussage, dass eine MNS-Pflicht/Empfehlung nichts bringt https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2020836 "We therefore strongly support the calls of public health agencies for all people to wear masks when circumstances compel them to be within 6 ft of others for sustained periods." Frau Professor Kappten bezieht sich übrigens auf Niedriginzidenzperioden (Juli 2020), da sind wir ja mittlerweile auch wieder raus. Dias virusbeladene Speicheltropfen vom MNS abgefangen werden (und im Nahbereich entscheidend sind) ist schon lange technisch/methodisch einwandfrei bewiesen und darauf zielt ja auch das Tragen des MNS bei Corona und anderen Infektionskrankheiten.
Sehr geehrter Herr Haegele,

ich möchte noch einmal darauf hinweisen, das ich Debatten bzg. der Wirkung von Maßnahmen (inklusive der Maskenpflicht) grundlegend als völlig überflüssig(!) betrachte, da die Pathogenität von Sars-Cov-2 diese überhaupt nicht erforderlich macht und auch in keinerlei Verhältnis zum Handeln bei anderen und ganz ähnlich verlaufenden Infektionserkrankungen steht!

Ich zitiere:

"Das rufen nach Evidenz i.S. der evidenzbasierten Medizin ist für die Kritiker der Maskenpflicht sehr einfach, da es diese nie geben wird."

Auch wenn das Verhältnis an Untersuchungen was sich gegen die Wirksamkeit von Masken auspricht mindestens um den Fakter 3 höher ist, als die der Arbeiten die versuchen Gegenteiliges zu untermauern, so gebe ich Ihnen in soweit Recht, das eine abschließende Evidenz daraus nicht abgeleitet werden kann. Genau darauf hat Dr. Reinhardt hingewiesen und dem kann auch nicht wiedersprochen werden, weil es nämlich einfach so ist! Daraus folgend ist es mindestens als äußerst fragwürdig anzusehen, wenn eine Regierung Maßnahmen mit fehlendem Wirkungsnachweis zur Pflicht erklärt und das Nichteinhalten dieser dazu noch mit Strafen belegt. Der Gesetzgeber hat eine Pflicht solch einen Nachweis zu führen und kann er das nicht, dann kann/darf daraus maximal eine unverbindliche Empfehlung an die Bürger erfolgen, aber keine mit Sanktionen versehene und allgemein gültige Rechtsverordnung erlassen werden.

Ich zitiere weiter:

"Die Autoren des von Ihnen zitierten NEJM-Artikels distanzieren sich übrigens entschieden von der (auch von Ihnen vorgenommenen) Uminterpretation des Inhalts zu der Aussage, dass eine MNS-Pflicht/Empfehlung nichts bringt. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2020836
"We therefore strongly support the calls of public health agencies for all people to wear masks when circumstances compel them to be within 6 ft of others for sustained periods."

Hier wurde von mir GAR NICHTS umgedeutet, denn die erste Version dieses Artikels erschien bereits im April und der von Ihnen zitierte Abschnitt wurde aus welchen Gründen auch immer erst NACHTRÄGLICH ergänzt. Die Kernaussage des Arbeit bleibt dadurch aber unverändert: "Wir haben in dem Artikel festgestellt, dass „das Tragen einer Maske außerhalb von Gesundheitseinrichtungen wenig oder gar keinen Schutz vor Infektionen bietet“, aber wie der Rest des Absatzes klarstellt, wollten wir diese Aussage auf vorübergehende Begegnungen im öffentlichen Raum anwenden und nicht auf anhaltende Interaktionen in geschlossenen Umgebungen. Eine wachsende Zahl von Untersuchungen zeigt, dass das Risiko einer SARS-CoV-2-Übertragung stark mit der Dauer und Intensität des Kontakts korreliert. Das Risiko einer Übertragung unter Haushaltsmitgliedern kann bis zu 40% betragen, während das Risiko einer Übertragung durch weniger intensive Kontakte be unter 5% liegt."

Ich zitiere:

"Frau Professor Kappten bezieht sich übrigens auf Niedriginzidenzperioden (Juli 2020), da sind wir ja mittlerweile auch wieder raus."

Ich nehme an Sie meinen Frau Prof. Kappstein oder .... ?! Wie jedoch die Inzidenz von Sars-Cov-2 mit dem Inhalt Ihrer Aussagen zu korrelieren vermag , das erschließt sich mir hingegen überhaupt nicht!

Mit freundlichen Grüßen
André B.
Avatar #672734
am Freitag, 23. Oktober 2020 um 13:39

Mummenschanz bei Lanz

Weitere Kommentierung hier:
https://www.facebook.com/notes/%C3%A4rztliche-berufspolitik/mummenschanz-bei-lanz/2720200931528023
Avatar #720672
am Freitag, 23. Oktober 2020 um 15:52

Er rudert ja schon zurück

Sehr geehrte Kollegen,
Kurz ließ Reinhardt sogar noch eine persönlichen Erklärung verbreiten. Er bedaure die erheblichen Irritationen, die er mit seinem Zweifel am wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken hervorgerufen habe. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spreche für einen Nutzen einer solchen Gesichtsmaske. „Meine Absicht war zu keinem Zeitpunkt, die Gefahren der Pandemie zu bagatellisieren“, so Reinhardt. (bar/iss/dpa)
Noch was anzumerken?
Gruß von Axel Braun
Avatar #745246
am Freitag, 23. Oktober 2020 um 16:24
geändert am 23.10.2020 16:25:26
geändert am 23.10.2020 16:31:26
geändert am 23.10.2020 16:33:51
geändert am 23.10.2020 16:49:08

Welche Evidenz denn?

Sehr geehrte Kollegen, Kurz ließ Reinhardt sogar noch eine persönlichen Erklärung verbreiten. Er bedaure die erheblichen Irritationen, die er mit seinem Zweifel am wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken hervorgerufen habe. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spreche für einen Nutzen einer solchen Gesichtsmaske. „Meine Absicht war zu keinem Zeitpunkt, die Gefahren der Pandemie zu bagatellisieren“, so Reinhardt. (bar/iss/dpa) Noch was anzumerken? Gruß von Axel Braun
Folgende Studien sind mir dazu bekannt:

In einer von der WHO in Auftrag gegebenen Metastudie in der Zeitschrift Lancet wurde behauptet, dass Masken zu einer Verringerung des Infektionsrisikos führen könnten. In den Studien wurden jedoch hauptsächlich N95-Atemschutzgeräte in einem Krankenhaus und keine Stoffmasken in einem Gemeinschaftsumfeld berücksichtigt. Die Stärke der Evidenz wurde als „gering“ angegeben, und Experten fanden zahlreiche Mängel in der Studie. Professor Peter Jueni, Epidemiologe an der Universität von Toronto, bezeichnete die WHO-Studie als „im Wesentlichen nutzlos“. >>> ( https://swprs.org/who-mask-study-seriously-flawed/ & https://www.tagesanzeiger.ch/man-sollte-der-oeffentlichkeit-nichts-vorgaukeln-780632651447 )

Eine Studie in der Zeitschrift PNAS behauptete, dass Masken zu einer Abnahme der Infektionen an drei globalen Hotspots (einschließlich New York City) geführt hätten, berücksichtigte jedoch nicht die natürliche Abnahme der Infektionen und andere gleichzeitige Maßnahmen. Die Studie war so fehlerhaft, dass über 40 Wissenschaftler empfahlen, die Studie zurückzuziehen. >>> ( https://reason.com/2020/06/22/prominent-researchers-say-a-widely-cited-study-on-wearing-masks-is-badly-flawed/ )

Eine deutsche Studie behauptete, dass die Einführung von obligatorischen Gesichtsmasken in deutschen Städten zu einem Rückgang der Infektionen geführt habe. Die Daten stützen diese Behauptung jedoch nicht: In einigen Städten gab es keine Veränderung, in anderen eine Abnahme, in anderen eine Zunahme der Infektionen. Die Stadt Jena war nur deshalb eine „Ausnahme“, weil sie gleichzeitig die strengsten Quarantäneregeln in Deutschland einführte, aber die Studie erwähnte dies nicht. >>> ( http://ftp.iza.org/dp13319.pdf#page=28 )

In einer US-Studie wurde behauptet, dass obligatorische Masken in 15 Bundesstaaten zu einem Rückgang der Infektionen geführt hätten. In der Studie wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass die Infektionsrate in den meisten Bundesstaaten zu diesem Zeitpunkt bereits rückläufig war, und es wurde kein Vergleich mit anderen Bundesstaaten durchgeführt. Nach Veröffentlichung der Studie nahmen die Infektionen in Staaten mit Maskenmandaten zu (z. B. in Kalifornien, Florida und Hawaii). >>> ( https://www.healthaffairs.org/doi/full/10.1377/hlthaff.2020.00818 )

Eine kanadische Studie (Preprint) behauptete, dass Länder mit obligatorischen Masken weniger Todesfälle hatten als Länder ohne obligatorische Masken. Die Studie verglich jedoch afrikanische, lateinamerikanische, asiatische und osteuropäische Länder mit sehr unterschiedlichen Infektionsraten und Bevölkerungsstrukturen. >>> ( https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.22.20109231v5 )

Eine kleine Überprüfung durch die Universität von Oxford behauptete, dass Gesichtsmasken wirksam sind, basierte jedoch auf Studien zu SARS-1 und im Gesundheitswesen, nicht in der Gemeinde. ( https://royalsociety.org/-/media/policy/projects/set-c/set-c-facemasks.pdf )

Zusätzlich zu von von mir bereits beannten Studien die vom Gegenteil ausgehen, so könnte ich auch noch 10 weitere Ausarbeitungen dazu benennen. Von welcher Evidenz genau ist hier also die Rede?

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