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Avatar #691359
am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 09:51

Wann ist ein Kontakt kein Kontakt?

Diese Frage klingt auf den ersten Blick absurd, ist aber im medizinischen Bereich lebenswichtig, schließlich kann man nicht jeden medizinischen Mitarbeiter nach jedem Kontakt zu einem Infizierten für zwei Wochen in die Quarantäne schicken. Korrekt heißt die Frage also, unter welchen Bedingungen zählt ein Risikokontakt als unkritisch und hat keine Restriktionen zur Folge?

Die Antwort darauf gibt das RKI mit den Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html

Dieser Text ist für Nichtfachleute schwer zu verdauen, wichtig sind die Tabellen 1-3, die Spaltenüberschriften A und B bedeuten A=Nahfeld, B=hohe Aerosol-Last. Langer Rede kurzer Sinn: Wenn bei Nahfeldkontakten (Spalte A) der Mitarbeiter eine korrekte Schutzausrüstung trägt oder wenn Mitarbeiter UND Patient MNS tragen, dann wird ein Kontakt der Kategorie 1 zu einem Kontakt der Kategorie 3:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Grafik_Kontakt_allg.pdf?__blob=publicationFile
Diese Regeln zum Umgang mit Kontaktpersonen gelten in einem hochkritischen Umfeld. Fehler werden hier sehr schnell und sehr hart durch Sekundärinfektionen bestraft. Das bedeutet, der Einsatz des MNS ist hier sehr wohl evidenzbasiert, nicht im Sinne von wissenschaftlichen Studien, sondern im Sinne einer empirischen Wirksamkeit. Diese Regeln gelten primär für das Gesundheitswesen, sind aber mit gewissen Abstrichen auch für Alltagssituationen anwendbar. Auch im Alltag kann man davon ausgehen, dass ein Tragen von Alltagsmasken bei Infiziertem und Kontaktperson vielleicht nicht alle, aber einen Großteil der Übertragungen verhindern kann.

Diese aktualisierten Regeln sind vom 19.10. 20, der Auftritt von Herrn Reinhardt in der Talkshow bei Markus Lanz war am Mittwoch, 21.10.20 abends. Lt. Wikipedia-Biografie ist Herr Reinhardt aktuell noch in Niederlassung tätig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Reinhardt_(Mediziner)

Das bedeutet, sein Ausrutscher bei Markus Lanz ist in doppelter Hinsicht problematisch. Als Präsident der Bundesärztekammer gilt er als Eminenz für Sachfragen, als Arbeitgeber in einer Arztpraxis ist er für den Arbeitsschutz seiner Mitarbeiter und für Hygienekonzepte in seiner Praxis verantwortlich. Wenn er weder seiner Verantwortung als Arbeitgeber noch seiner Verantwortung als Präsident der Bundesärztekammer gerecht wird, sollte er sich zumindest selbst fragen, ob er in dieser Position am richtigen Platz ist. Zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung ist er bei anderen wichtigen Themen eher blass geblieben, egal ob es sich um Nachwuchsförderung, Vernetzung im Gesundheitswesen, GOÄ-Reform oder Strukturplanung für Krankenhäuser geht.

Als Präsident der Bundesärztekammer sollte Herr Reinhardt auch mitbekommen haben, dass wir gerade einen Kontrollverlust der SARS-CoV-2 Epidemie erleben. Jenseits von allen Zahlen gibt es dafür ein kleines Indiz: Bis zum Donnerstag, dem 15.10.20 gab es in den letzten Wochen pünktlich zum Feierabend vom RKI die offizielle Meldung der täglichen Infektionszahlen, gerade richtig, damit die üblichen Verdächtigen sich darin üben konnten, diese Zahlen schönzureden:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117421/RKI-meldet-Rekordwert-bei-SARS-CoV-2-Neuinfektionen
Seit diesem Tag bekommen wir die täglichen Neuinfektionen als Schätzwert zur Tagesschau oder als korrigierten Wert am Folgetag. Dies ist die Folge, weil Gesundheitsämter, Labore und zahlreiche andere Akteure am Limit arbeiten und die Epidemie in der regulären Arbeitszeit nicht mehr bewältigt werden kann. Wann ist das Schlimmste überstanden? Kurz gesagt, erst dann, wenn wir pünktlich 16:00 Uhr wieder belastbare Zahlen bekommen. Derartige Details sollte auch ein Präsident der Bundesärztekammer wissen. In einer kritischen Situation Verwirrung zu stiften, das erwartet man vom politischen Gegner, nicht von einer Leitfigur.
Avatar #745246
am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 12:00

@wilhem - Einfach mal anders denken

Lieber Wilhelm, Sie glauben also, dass die Interviews und die Situation in den genannten Krankenhäusern erfunden sind? Es geht doch nicht darum, dass es in ganz Belgien so ist, sondern in Brüssel. Und denjenigen, die Sie dort sehen ist nich t damit geholfen, dass die von Ihnen genannten Zahlen dies nicht bestätigen, Sie sind nicht dort im Krankenhaus, sondern sitzen schön zuhause und schauen sich Zahlen im Computer an.
Sehr geehrter Wilhem,

ja ich denke tatsächlich, das die Bilder absurd übertrieben und damit wie inziniert dargestellt werden! Warum denke ich das? Nun .... das hat mehere Gründe. Zum einen sollte einem bewusst werden, das in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten, die europäischen Gesundheitssysteme konsequent kaputt gespart und nahzu vollständig zu gewinnorientierten Unternehmensformen umgewandelt worden sind. Das z.b. in Deutschland nach Aufheben des ersten Lockdows, die Durchführung vom Hüft und Knieoperationen sofort wieder die höchste Priorität hatte, das sollte einen z.b. ebenfalls nachdenklich stimmen. Leider konnte ich den entsprechenden Artikel hier im Ärzteblatt wo u.a. auch dieser Sachverhalt in einem Nebensatz zu lesen war bisher leider nicht wieder auffinden. Das bis zum heutigen Tag Ärzte, Krankschwestern und Pfleger auch OHNE Symptome in Verbindung mit einem positiven PCR-Test in Quarantäne geschickt werden, stellt einen weiteren maßgeblichen Faktor für eine mögliche Überlastung ganz bestimmter Kliniken oder Regionen dar.

Was mich aber vorallem im Bezug auf Belgien noch viel skeptischer werden lässt ist folgendes Memorandum, das inzwischen von 653 Ärzten, 2118 medizinischen Fachangestellten und 16,162 Bürgern, die in Belgien arbeiten und leben unterzeichnet wurde. Dieses Memorandum was im übrigen sehr umfangreich und informativ begründet ist, beinhaltet nicht ein einzige Aussage, die sich auf eine Überlastung des belgischen Gesundheitssystems bezieht oder die vermeindlich außergewöhnliche Gefährlichkeit von Sars-Cov-2 gar als Ursache dafür deklariert.

Auszüge:

"Wir, Ärzte und Angehörige der Gesundheitsberufe, möchten unsere ernste Besorgnis über die Entwicklung der Situation in den letzten Monaten im Zusammenhang mit dem Ausbruch des SARS-CoV-2-Virus zum Ausdruck bringen. Wir fordern die Politiker auf, unabhängig und kritisch über den Entscheidungsprozess und die obligatorische Durchführung von Corona-Maßnahmen informiert zu werden. Wir fordern eine offene Debatte, in der alle Experten ohne jede Form von Zensur vertreten sind. Nach der anfänglichen Panik um covid-19 zeigen die objektiven Fakten nun ein völlig anderes Bild – es gibt keine medizinische Rechtfertigung mehr für Notfallmaßnahmen. Das derzeitige Krisenmanagement ist völlig unverhältnismäßig geworden und richtet mehr Schaden an als es nützt. Wir fordern ein Ende aller Maßnahmen und verlangen die sofortige Wiederherstellung unserer normalen demokratischen Regierungs- und Rechtsstrukturen und aller unserer bürgerlichen Freiheiten."

"In den letzten Monaten schienen Zeitungs-, Radio- und Fernsehmacher fast unkritisch hinter dem Expertengremium und der Regierung zu stehen, wo doch gerade die Presse kritisch sein und eine einseitige Regierungskommunikation verhindern sollte. Dies hat zu einer öffentlichen Kommunikation in unseren Nachrichtenmedien geführt, die eher einer Propaganda als einer objektiven Berichterstattung glich."

"Unserer Meinung nach ist es die Aufgabe des Journalismus, Nachrichten so objektiv und neutral wie möglich zu bringen, mit dem Ziel, die Wahrheit zu finden und die Macht kritisch zu kontrollieren, wobei auch abweichenden Experten ein Forum gegeben wird, in dem sie sich äußern können."

"Diese Auffassung wird auch durch den journalistischen Ethikkodex unterstützt!" >>> https://www.rvdj.be/node/63

"Die offizielle Version, das ein Lockdown notwendig sei, dass dies die einzig mögliche Lösung sei und dass alle hinter diesem Lockdown stünden, machte es für Menschen mit einer anderen Sichtweise, aber auch für Experten, schwierig, eine andere Meinung zu äußern. Alternative Meinungen wurden ignoriert oder lächerlich gemacht. Wir haben keine offenen Debatten in den Medien erlebt, in denen unterschiedliche Meinungen geäußert werden konnten ......"

Das Lesen der vollständigen Erklärung kann grundsätzlich und ungeeingeschränkt empfohlen werden! >>> https://docs4opendebate.be/de/offener-brief/
Avatar #745246
am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 12:24

@isnydoc - Zu Lügen liegt eben einfach nicht in meiner Natur

... deshalb steht er auch nicht auf ... sauber, was für ein Zauber!
Sehr geehrter Herr isnydoc,

auch wenn Ihre poetischen Talente wirklich fast beeindruckend sind, so muss ich jedoch zugeben, das ich es mir bei so manchen Ihrer Beiträge wirklich sehr schwer fällt, den tieferen Sinn oder Ihre damit zu vermittelnden Ansichten herauslesen zu können. Na wenigstens weiß ich jetzt inzwischen was unter "Mummenschanz"zu verstehen ist und ich danke Ihnen hiermit auch recht herzlich dafür!

Was eine flächendeckende und mediale Falschinformation für verherende Früchte trägt, lässt sich anhand folgender Umfrage erkennen.

Bei einer Umfrage durch das Unternehmen "Kekst CNC" wurden zahlreiche Menschen in fünf Ländern (USA, UK, D, Schweden und Frankreich), über ihre Meinung zur Anzahl von Erkrankten und Todesfällen durch Covid-19 befragt. Das Ergebnis sei erstaunlich, so Lewis.

So wurde die Anzahl von Covid-19 Erkrankten, gemessen an der Gesamtbevölkerung, 46 mal zu hoch eingeschätzt und die Zahl der Todesfälle sogar 300 mal zu hoch.

Die Befragten in England glauben, dass 4,6 Millionen Menschen am Corona-Virus gestorben seien. In Wirklichkeit waren es 46’000. In den USA glauben die Befragten, dass 29,5 Millionen am Virus gestorben sind, statt den 155’000 offiziell gemeldeten.

Lewis schreibt, dass dieses Ergebnis durch gefälschte- und staatlich unterstützte Nachrichten und Massnahmen entstanden sei, die bei Millionen von Menschen ein übertriebenes Gefühl der Unsicherheit und Angst bewirkt habe. >>> https://www.kekstcnc.com/insights/covid-19-opinion-tracker-edition-4

Das Angst und starker Stress krank macht bzw. die menschliche Immunabwehr nachhaltig schwächt, sollte allerdings nicht nur Ärzten eigentlich hinlänglich bekannt sein.
Avatar #760158
am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 12:27

Wenn man nur seinen eigenen Quellen glaubt

lieber Andre B. wir kommen halt nicht überein, Sie glauben nur Ihren Quellen, ntv oder die Tagesschau
https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-belgien-101.html
sind für Sie keine glaubwürdigen Quellen....Sie glauben keinen Journalisten, auch wenn Sie vor Ort leben und mit Pflegekräfte t sprechen, aber wenn Sie das alles inziniert abtun, kann man auch nicht diskutieren. Glauben Sie wirklich, dass die Texte sich jemand ausdenkt, dass die Fallzahlen dort erfunden sind? Ich habe auch nicht gesagt, dass es überall in Belgien so ist, dass es ich aber in Brüssel verschärft hat, könnte man ja auch mal betrachten und sich fragen, ob man dort handeln muss oder eben nicht. Daran ändert auch nichts, dass dieser Brief geschrieben worden ist. Ich glaube auch nicht, dass ein Lockdown sinnvoll ist. Aber solche steigenden Belastungen in Belgien einfach zu ignorieren wie Sie es tun, ist mir doch zu einseitig. Außerdem ist der Brief am 5. September verfasst worden, sprich vor 7 Wochen als die Zahlen noch ganz andere waren. Von Anfang September bis heute hat sich die Hospitalisierung von COVID-Patienten verzehnfacht https://datastudio.google.com/embed/reporting/c14a5cfc-cab7-4812-848c-0369173148ab/page/uTSKB
Aber, wahrscheinlich ist das auch nicht so schlimm und Sie werden sicher eine Quelle finden, die dies anders sieht.
Avatar #745246
am Sonntag, 25. Oktober 2020 um 12:45
geändert am 25.10.2020 12:47:40

@wilhem - Früher durchs Teleskop, heute durchs Elektronenmikroskop

lieber Andre B. wir kommen halt nicht überein, Sie glauben nur Ihren Quellen, ntv oder die Tagesschau https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-belgien-101.html sind für Sie keine glaubwürdigen Quellen....Sie glauben keinen Journalisten, auch wenn Sie vor Ort leben und mit Pflegekräfte t sprechen, aber wenn Sie das alles inziniert abtun, kann man auch nicht diskutieren. Glauben Sie wirklich, dass die Texte sich jemand ausdenkt, dass die Fallzahlen dort erfunden sind? Ich habe auch nicht gesagt, dass es überall in Belgien so ist, dass es ich aber in Brüssel verschärft hat, könnte man ja auch mal betrachten und sich fragen, ob man dort handeln muss oder eben nicht. Daran ändert auch nichts, dass dieser Brief geschrieben worden ist. Ich glaube auch nicht, dass ein Lockdown sinnvoll ist. Aber solche steigenden Belastungen in Belgien einfach zu ignorieren wie Sie es tun, ist mir doch zu einseitig. Außerdem ist der Brief am 5. September verfasst worden, sprich vor 7 Wochen als die Zahlen noch ganz andere waren. Von Anfang September bis heute hat sich die Hospitalisierung von COVID-Patienten verzehnfacht https://datastudio.google.com/embed/reporting/c14a5cfc-cab7-4812-848c-0369173148ab/page/uTSKB Aber, wahrscheinlich ist das auch nicht so schlimm und Sie werden sicher eine Quelle finden, die dies anders sieht.
Hätten sich nur einige der so besorgten Bürger schon früher mit dem generellen Aufbau bzw. potentziellen Überlastungen ausländischer Gesundheitssysteme beschäftigt, dann wäre der momentane Anblick jetzt auch viel weniger überraschend oder gar beängstigend. Es ist jedoch leider zu vermuten, das nur die Allerwenigsten sich überhaupt intensiver mit solchen Dingen beschäftigen oder auch nur tiefergehende Aussagen über das Gesundheitsswesen im eigenen Land machen könnten.

Und nein, denn 653 Ärzte, 2118 medizinische Fachangestellte und 16,162 Bürger die in Belgien beheimatet sind + die offiziellen Zahlen der belgischen Gesundheitsbehörden und von EUROMO reichen mir völlig aus, um dazu bereits valide Aussagen treffen zu können.

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