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Avatar #745246
am Montag, 26. Oktober 2020 um 17:18
geändert am 26.10.2020 17:20:24

Ungleiche Vergleiche

Hygiene-Experte: „Masken schützen sowohl den Träger als auch das Gegenüber“ Hygiene-Fachmann Zastrow hingegen sieht massive Versäumnisse in der Politik, aber auch bei vielen Experten: Die Wirksamkeit von Masken bedurfte für ihn von Anfang an keines Beweises mehr. Schließlich verwenden Ärzte seit Jahrzehnten im Umgang mit Patienten, die ansteckende Krankheiten haben, aber auch im Operationsbereich Masken. prof. Zastrow Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.
Die Verwendung von sogenannten Community-Masken in der Allgemeinbevölkerung, hat rein gar nicht mit der Verwendung von medizinischen Masken unter medizinischem Fachpersonal gemein. Herr Prof. Zastrow ist außerdem auch Mitglied der Hygienekommission des Bundesinstituts für Risikobewertung, was eine mögliche Befangenheit bzg. der Thematik zu mindestens einmal bedenkenswert macht.

Nochmal .... wer eine Maske tragen möchte, der soll das tun! Dies jedoch unter Zwang anzuordnen und mit Sanktionen zu belegen, steht in keinem Verhältnis zu den dazu vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisen oder der Verwendung bei anderen ganz ähnlich gearteten Infektionskrankheiten.
Avatar #748250
am Montag, 26. Oktober 2020 um 20:54

Masken?

Hier geht es gar nicht mehr um Masken. Würde man nur einen Moment in Betracht ziehen, dass SARS-CoV-2 ernst zu nehmen ist, dann bräuchten wir gar nicht mehr über Masken zu diskutieren, da:
1. Es gibt genug Daten, die auf eine hinreichende Wirksamkeit hindeuten, bei
2. Minimalen bis nicht existenten Nebenwirkungen* und
3. Kostengünstig, für alle verfügbar und
4. In der Bevölkerung in hohem Maße akzeptiert (ZDF Politbarometer 85 %).
*Dem Argument, beim Auf- und Absetzen könnten Infektionen auftreten, kann man erwidern, dass eine getragene Maske das Unbewusste ins Gesicht fassen und damit ebenso eine mögliche Schmierinfektion verhindert.

Es gibt genug Daten, die belegen, dass Corona und die resultierende Erkrankung eben nicht mit einer Influenza oder anderen saisonalen Erkrankungen vergleichbar sind. Ich habe es bisher bei keiner Grippewelle erlebt, dass wir aus den Niederlanden, Frankreich und Italien Intensivpatienten übernehmen mussten. Es ist eine unerträglich Arroganz, Unwissenheit oder Ignoranz oder alles drei, zu glauben und offensiv zu vertreten, dass uns in D die Überlastung nicht ereilen würde, wenn wir das Virus laufen lassen.
Es ist v.a. für die ältere und chronisch kranke Bevölkerung (und das sind mitnichten nur Alte!) ein hochgefährliches Virus mit in dieser großen Bevölkerungsgruppe einem inakzeptabel hohen Anteil an schweren und letalen Verläufen. Die Zahlen sind da eindeutig. Wäre das umgekehrt, also würden diese Verläufe v.a. junge Menschen betreffen, würden wir diese Diskussion wahrscheinlich nicht führen. Auch das ist zynisch.

Wenn die Wahrscheinlichkeit hinreichend hoch ist (und das ist sie qua Studienlage), dass Masken als einfache, gut verträgliche und günstige Intervention die Verbreitung verlangsamen können, wäre es fahrlässig, sie nicht zu nutzen. Das rechtfertigt m.E. die Pflicht.
Die Szenarien, die sich ohne diesen Baustein und aus den Alternativen ergeben, sind durchaus gravierender: Noch stärkere Zugangsbeschränkungen zu Geschäften und Veranstaltungen, damit immer die 1,5-2 m Abstand eingehalten werden mit noch gravierenden Folgen für diese Branchen. Ansonsten oder trotzdem Überlastung des Gesundheitssystems mit Schäden nicht nur für Coronakranke sondern auch für andere Menschen, die einer Behandlung bedürften. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für einzelne oder ganze Gruppen/Regionen oder gar für die Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf, damit wir andere in Ruhe "durchseuchen" können ohne dass bisher einer der Vertreter dieses Ansatzes schlüssig dargelegt hätte, wie man diese Menschen ohne Freiheitsberaubung effektiv schützen könnte. Und wenn die Herdenimmunität schief geht, sind natürlich auch wieder die Politiker schuld.

Und schlussendlich bin ich ganz bei isnydoc mit dem Interesse, was Sie eigentlich beruflich machen, Andre B. Ich habe bisher noch keinen Kollegen/in erlebt, der wirklich an der Versorgung dieser Patienten beteiligt ist, der die Grundlagen der Pandemie ernsthaft in Zweifel zieht, wie sie es tun. Ferner ist eine Diskussion mit Ihnen unmöglich, da Sie immer nur Ihre eigenen Argumente und Experten als valide ansehen. Bestes aktuelles Beispiel: Der Krankenhaushygieniker Prof. Zastrow ist ihres Erachtens bestimmt befangen, da seine Expertenmeinung sicher politisch motiviert ist. Genauso wie das RKI (den Mitarbeitern haben Sie ja auch schon einmal salomonisch unterstellt, dass Sie eigentlich sicher anderer Meinung als die Politik sind, aber kleingehalten werden) und alle anderen Experten, die nicht Ihrer Meinung sind: Darunter fallen fast alle für dieses Thema relevante wissenschaftliche Fachgesellschaften in D (auch politisch gesteuert?), Nature, Lancet, JAMA, NEJM usw. usf. und natürlich alle Artikel, die von wilhelm u.a. angeführt wurden. Noch ein Beispiel: In der Diskussion mit mir führten Sie Artikel auf, die die Unwirksamkeit des Maskentragens belegen sollten (u.a. aus dem NEJM, s.u.), in denen es um Krankenhausmasken ging. Jetzt sind es bei Belegen für das Maskentragen „Ungleiche Vergleiche“, da Alltagsmasken und chirurgische MNS plötzlich für Sie nicht mehr vergleichbar sind.

Anyway, ich bin jetzt wieder bei isnydoc und raus. Es bringt einfach nichts.
Avatar #850240
am Montag, 23. November 2020 um 11:32

Maskentragen durde lange schlechtgeredet

Ein Blick nach Asien und die dort seit über hundert Jahren erfolgreich praktizierte Masken-Tragekultur hätte eigentlich genügen sollen, um schon von Beginn an der Pandemie auch in unserem Land das Tragen von Masken eindringlich zu propagieren. Möglicherweise hätten so andere viel stärker einschränkende Massnahmen verhindert oder zumindest abgemildert werden können. Statt dessen wurde aus einer Mischung aus Ignoranz und Arroganz das Tragen von Alltagsmasken als nutzlos, ja sogar gefährlich eingestuft. Auch war die Meinung weit verbreitet, dass der Maskenträger sich in Sicherheit wähnen könnte und das Abstandsgebot nicht mehr beachtet. Inzwischen hat sich zunehmend die Meinung durchgesetzt, dass der positive psychologische Effekt der Erzeugung von Respekt vor der Krankheit beim Anblick eines Maskenträgers überwiegt und eher für grösseren Abstand sorgt. Die vorgenannten, von vielen Politikern und Medizinern lange Zeit vertretenen Fehleinschätzungen wirken leider bis heute nach und sind der Akzeptanz des Maskentragens in der Bevölkerung alles andere als zuträglich (siehe Querdenker).
Die Schutzwirkung der - in den ersten Monaten der Pandemie ohnehin nicht verfügbaren - sogenannten medizinischen Masken (nicht der ffp-Masken) wurde dagegen überbewertet. Diese Masken haben zwar eine zertifizierte Filterschicht mit einer hohen Abscheidewirkung, aber auch einen deutlichen Strömungswiderstand. Beim Ausatmen bläht sich die Maske auf, so dass ein Teil der Atemluft durch Spalte ungefiltert seitlich ausströmt, dies umso mehr, je weniger sorgfältig die Maske aufgesetzt wurde und je stärker die Haltebänder ausgeleiert sind. Auch sind die an der Oberkante eingelassenen Drähte sehr dünn, verformen sich leicht und dichten nicht gut ab. Abgeschwächt wird die nachteilige Wirkung von Undichtigkeiten nur ein Stückweit dadurch, dass die ungefilterte Bypassluft seitlich austritt und nicht direkt in Richtung des Gegenüber. Die Aerosole können sich so etwas mehr im Raum verteilen und verdünnen, bevor sie auf längerem Wege andere Menschen erreichen können. Im wesentlichen aber besteht die Wirkung dieser medizinischen wie aber auch vieler anderer Masken im Schutz des Gegenüber vor direktem Tropfenflug aus Mund und Nase des Maskenträgers; die Filtrierwirkung ist unvollkommen.
Inzwischen sind die Alltagsmasken zu einem wichtigen Baustein bei der Pandemiebekämpfung "aufgestiegen". Doch wie sollte eine gute Alltagsmaske aussehen? Der Vorteil ist ja - gewissenhaften Umgang mit der Maske und regelmässiges Waschen vorausgesetzt - die Wiederverwendbarkeit. FFP2-Masken schützen zwar besser, wenngleich auch nicht vollkommen, sind aber nicht wieder verwendbar. Zig Millionen von Bürgern über längere Zeiträume regelmässig mit FFP2-Maskennachschub zu versorgen, dürfte ein unüberwindbares logistisches und auch finanzielles Problem sein.
Es gibt schlecht und gut gemachte Alltagsmasken. Dauerelastische oder nachstellbare Bänder sollten ein enges Anliegen am Gesicht des Trägers gewährleisten. Ein an der oberen Naht eingelassener Draht muss dick genug sein, um gut zu dichten, aber dennoch ausreichend biegsam, um ihn optimal an die Gesichtskontur anpassen zu können. Ein mehrlagiger feinmaschiger Stoff sollte möglichst feine Tröpfchen zurückhalten können, ohne das Atmen zu sehr zu erschweren, zumindest in Ruhe oder bei normalem Gehen.
Es wäre gut, wenn es eine "amtliche" Anleitung für eine optimale Alltagsmaske gäbe, denn was man da z.T. in der Öffentlichkeit sieht, ist haarsträubend. Die Maskenpflicht muss mit Qualitätsanforderungen an die Alltagsmaske einhergehen, deren Einhaltung auch kontrolliert werden muss.

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