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am Dienstag, 27. Oktober 2020 um 15:40

Sterberate in Schweden niedriger als in Artikel angegeben

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Kein Richtungswechsel in Schweden trotz zweiter Coronawelle
vom Dienstag, 27. Oktober 2020
Die Sterberate in Schweden ist vergleichsweise niedrig im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (Frankreich, Spanien, Niederlande, UK) das kann abgelesen werden an der standardisierten Übersterblichkeitswerten, die durch das European mortality monitoring auf https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps abrufbar sind.
Avatar #760158
am Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 10:34

Anders Tegnell: “Herdenimmunität anzustreben, ist weder ethisch noch sonst wie vertretbar”


Berlin, 27. Oktober 2020: Schweden verfolge keinen “Laissez-faire-Ansatz” in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Das sagte der Staatsepidemiologe Schwedens, Anders Tegnell, im Interview mit ZEIT ONLINE. Der Leiter der schwedischen Behörde für öffentliche Gesundheit (Folkhälsomyndigheten) sagte: “Wir haben auf freiwillige Maßnahmen gesetzt, das stimmt. Aber die Schweden haben ihr Verhalten stärker verändert als fast alle anderen Europäer.”
Der Mediziner Tegnell sagte, Schweden strebe keine Herdenimmunität an: “Herdenimmunität anzustreben, ist weder ethisch noch sonst wie vertretbar. Selbst wenn jüngere Menschen weniger schwere Verläufe haben und seltener sterben – es kann dennoch vorkommen. Das zu akzeptieren, ist aus einer Perspektive der öffentlichen Gesundheit nicht gut.” Außerdem gebe es in der Geschichte keine Infektionskrankheit, bei der eine Herdenimmunität ohne Impfung die Übertragung vollends aufgehalten habe. Das werde auch bei Covid-19 nicht passieren.
Hätte man eine Herdenimmunität angestrebt, so Tegnell, “hätten wir uns als Gesundheitsbehörde völlig anders verhalten. Dann hätten wir den Menschen empfohlen, rauszugehen, so viele Leute wie möglich zu treffen und diese seltsamen Corona-Partys zu feiern.” Stattdessen arbeite man “hart daran, das Virus einzudämmen”, und wolle in Schweden “das Infektionsniveau in der gesamten Bevölkerung so niedrig wie möglich halten”.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gab es in Schweden im Frühjahr keinen teilweisen Lockdown, also kein weitgehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens. Diese Entscheidung verteidigte Anders Tegnell im Interview mit ZEIT ONLINE: “Ein Lockdown hat gravierende Konsequenzen.” Berichte aus verschiedenen Ländern zeigten, dass Kinder Angstprobleme entwickelten, dass es mehr häusliche Gewalt und mehr Arbeitslosigkeit gebe. “Das muss Teil der Diskussion sein, wenn wir über den Nutzen solcher Maßnahmen sprechen”, sagte Tegnell. Hinzu komme, dass Lockdowns keine langfristige Lösung in der Pandemiebekämpfung seien. Solche langfristigen Lösungen seien aber für die Akzeptanz der Maßnahmen wichtig, so Tegnell. In Schweden gelten seit März fast durchgehend dieselben Regeln, etwa ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Außerdem sind Schulen nur für jüngere Schüler geöffnet.
In Schweden gibt es seit Beginn der Pandemie keine Maskenpflicht, auch nächtliche Ausgangssperren, wie es sie in anderen europäischen Ländern gibt, diskutiert das Land nicht. Seit Ende September steigen auch in Schweden die Neuinfektionen. Besonders hoch sind die Infektionszahlen in der Universitätsstadt Uppsala. Die Behörden raten den Bewohnerinnen dort, öffentliche Verkehrsmittel und Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts zu meiden.
Rund 5.900 Menschen sind in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land bisher an den Folgen von Covid-19 gestorben. Dass in Schweden anteilig viel mehr Menschen starben als in den skandinavischen Nachbarländern oder Deutschland, führt Tegnell vor allem auf Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen im Frühjahr zurück. Er sei zuversichtlich, dass es in diesem Herbst besser gelingen werde, alte und vulnerable Gruppen zu schützen. Tegnell: “Man muss zwei Dinge auseinanderhalten: unsere Gesamtstrategie und Schwedens Schwachstelle, die Pflegeeinrichtungen.”
Avatar #745246
am Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 12:42

Herr Tegnell ist inzwischen auch auf "Bewährung"

Herr Prof. Tegnell muss inzwischen natürlich sehr vorsichtig sein was eine Äußerungen angeht, denn seine getroffenen Empfehlungen haben in der Vergangenheit bereits große Kontroversen verursacht. Tegnell wurde im März 2019 wegen seines Vorgehens in dem von ihm mitentschiedenen Massenimpfprogramm gegen die Schweinegrippe scharf kritisiert. Von 5 Millionen um das Jahr 2009 geimpften Schweden führte die Impfung bei ca. 500 jüngeren Patienten zu einer Narkolepsie. Narkolepsie ist eine Tagesschläfrigkeit, die zur Gruppe der Schlafsüchte zählt.

"Tegnell nahm die Ergebnisse durchwachsen auf und sagte über den Impfstoff Pandemrix, von dem seit 2009 bekannt ist, dass er neurologische Veränderungen hervorrufen kann: „Es ist schwierig, 400 Kinder mit Narkolepsie gegen 100 Tote aufzuwiegen.“

Zum Tragen von Masken äußerte er sich aber ebebfalls sehr kritisch:

"Am 10. August 2020 sagte Tegnell der Bild vor dem Hintergrund in Schweden stark gefallener Infektionszahlen zu einer allgemeinen Maskenpflicht: „Das Resultat, das man durch die Masken erzeugen konnte, ist erstaunlich schwach, obwohl so viele Menschen sie weltweit tragen. Es überrascht mich, dass wir nicht mehr oder bessere Studien darüber haben, welche Effekte die Masken tatsächlich herbeiführen. Länder wie Spanien oder Belgien haben ihre Bevölkerung Masken tragen lassen – trotzdem gingen die Infektionszahlen hoch. Zu glauben, dass Masken unser Problem lösen können, ist jedenfalls sehr gefährlich."

>>> https://de.wikipedia.org/wiki/Anders_Tegnell
Avatar #760158
am Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 12:46

Masken

Effectiveness of Face Masks in Preventing Airborne Transmission of SARS-CoV-2
https://msphere.asm.org/content/5/5/e00637-20

"Low-cost measurement of face mask efficacy for filtering expelled droplets during speech".
Artikel:
https://advances.sciencemag.org/content/6/36/eabd3083?te=1&nl=running&emc=edit_ru_20200822
Autoren u.a.:
Eric Charles Westman
https://scholars.duke.edu/person/ewestman
Warren S. Warren
https://scholar.google.com/citations?hl=de&user=KHuz_EMAAAAJ&view_op=list_works&sortby=pubdate
Martin Fischer
https://scholar.google.com/citations?hl=en&user=iHeiZEMAAAAJ&view_op=list_works&sortby=pubdate
David Grass
https://scholar.google.com/citations?hl=en&user=uQ4PgrwAAAAJ&view_op=list_works&sortby=pubdate

Als Preprint ist der Artikel bereits am 22.06.2020 auf medRxiv erschienen:
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.06.19.20132969v1

"To mask or not to mask: Modeling the potential for face mask use by the general public to curtail the COVID-19 pandemic"
( https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468042720300117 )
"In conclusion, our findings suggest that face mask use should be as nearly universal (i.e., nation-wide) as possible and implemented without delay, even if most masks are homemade and of relatively low quality. This measure could contribute greatly to controlling the COVID-19 pandemic, with the benefit greatest in conjunction with other non-pharmaceutical interventions that reduce community transmission. Despite uncertainty, the potential for benefit, the lack of obvious harm, and the precautionary principle lead us to strongly recommend as close to universal (homemade, unless medical masks can be used without diverting healthcare supply) mask use by the general public as possible."
Avatar #745246
am Mittwoch, 28. Oktober 2020 um 13:00

@wilhem - Warum wiederholt ...?

Die gleichen Links wurden von Ihnen doch schon in einem anderen Thread zur Verfügung gestellt. Warum also ist es nötig, diese jetzt erneut in die Diskussion einzubringen, denn Wiederholungen führen auch nur sehr selten zu neuen Erkenntnissen dies bezüglich.

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