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Avatar #767798
am Donnerstag, 26. November 2020 um 22:52

Vom „Drogen- und Suchtbericht“ zum

Kommentar zur Nachricht
Jahresbericht: Drogenpolitik setzt im Wesentlichen auf Prävention
vom Donnerstag, 26. November 2020
Jahresbericht 2020 der Drogenbeauftragten mutiert. Von vormals 200 Seiten auf jetzt 84 eingedampft. Und dabei auch erheblich an Substanz eingebüßt. Dafür bereichert um 27 Bilder – Wasserzeichen eingeschlossen - mit dem Konterfei der Drogenbeauftragten. Dem Thema mehr angemessener wäre ein kleines Portrait unter dem Geleitwort mit ernsterer Mine. Schwarzweiss würde reichen.

Die allermeisten Substanzabhängigkeiten haben einen ICD10 – sind also anerkannte Krankheiten. Mit Komorbiditäten, Folgeerkrankungen und leider dadurch bedingten Todesfällen.

Daß man einen Bericht über Krankheiten und deren besorgniserregenden Todesfolgen zur selbstdarstellerischen Ego-Show mißbraucht, zeugt nur von Einem:

Die eigene Position weder begreifen, noch ausfüllen zu können

https://www.drogenbeauftragte.de/assets/Jahresbericht_2020/DSB_2020_final_bf.pdf

Avatar #79783
am Freitag, 27. November 2020 um 01:48

Immerhin

erscheint mit dieser Drogenbeauftragten erstmals überhaupt eine Trendwende der Drogenpolitik möglich.
Während die WHO die Strategie "support, not punish" vertritt, steht Deutschland für "support less, punish more"
Das BTM-Recht sorgt dafür, dass 220.000 von 250.000 Verfahren wegen der typischen Konsumentendelikte "Erwerb und Besitz von Cnnabis" erfolgen, nur 5% der Verfahren richten sich gegen Personen, denen "Handeltreiben in nicht geringer Menge" vorgeworfen wird - und das nur wegen der erfolgreichen Razzien im Darknet. Die zahlreichen verwaltungsrechtlichen "Nebenstrafen" und rigorose Konsumentenverfolgung kriminalisieren junge Menschen völlig unnötig, gefährdet Jugend- ud Verbraucherschutz und sichert die Einkünfte der OK-Banden.
Schafft für Erwachsene einen legalen, kontrollierten und regulierten Zugang zu Drogen, wie das vor bereits 10 Jahren im britischen "Blueprint on Regulation" gefordert wurde.
Drogenkonsumenten leiden und Sterben nich an den ubstanzen, sondern an den Folgen der Illeglität.
Illegal gehandelt, wird ja auch Alkohol zur Todesdroge mit Massenvergiftungen und Hunderten von Toten!
Avatar #849902
am Freitag, 27. November 2020 um 10:26

Viele bunte Bilder

von sich selber hat sie da eingebaut.. Mir gefällt am besten Abbildung 28: Drogenbeauftragte mit Drogenspürhund.

Man kann ihr zugute halten, dass sie als völlig fachfremde Person recht fleißig an die Thematik heran geht, aber eine Trendwende sehe ich da noch lange nicht. Das CSU-Motto "Cannabis ist illegal, weil es verboten ist" ist weiterhin aktuell. So wird das nix mit Prävention und Jugendschutz fürchte ich.
Avatar #849902
am Freitag, 27. November 2020 um 10:32

Immerhin pro Konsumraum

Dagegen finde ich ihre Aussagen zu Konsumräumen und Substitution überraschender Weise sehr gut und richtig.
Avatar #767798
am Sonntag, 10. Januar 2021 um 21:00

Daß Rauchen ungesund ist und vermieden werden soll

wissen wir seit Jahren. Das die Hochglanzbeauftragte ab nun im pluralis majestatis spricht, ist indes neu.

„Wir“ haben mittlerweile mehrere wissenschaftliche Belege dafür, dass Raucher sich einem doppelten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf aussetzen“, berichtete Ludwig.

Muss natürlich richtig heißen: „Ich“ habe mittlerweile […]. Das Dumme nur ist, daß sie die auch auf mehrfaches Nachfragen nicht nennen will. Dagegen sind ihr schon etliche Quellen benannt worden, die – oft als gar nicht erwünschter Beifang – genau das Gegenteil belegen.

(1) David Simons et al.:“ The association of smoking status with SARS-CoV-2
infection, hospitalization and mortality from COVID-19:
a living rapid evidence review with Bayesian meta-analyses (version 7)“, Addiction, 25. September 2020, doi:10.1111/add.15276

„[…]current smokers are on lower risk"


(2) Dimitra Kale, Aleksandra Herbec, Olga Perski, Sarah E Jackson, Jamie Brown, Lion Shahab: „Associations between vaping and Covid-19: cross-sectional findings from the HEBECO study“, medRxiv, 2020.12.01.20241760; doi: https://doi.org/10.1101/2020.12.01.20241760

Conclusions: „Among UK adults, self-reported diagnosed/suspected Covid-19 was not associated with vaping status.“

(3) B. Kowall, M. Nonnemacher, B. Brune, M. Brinkmann, M. Dudda, J. Böttcher, B. Schmidt, F. Standl, S. Stolpe, U. Dittmer, KH Jöckel, A. Stang: „A model to identify individuals with a high probability of a SARS-CoV-2 infection“, Journal of Infection, 24.11. 2020, DOI: https://doi.org/10.1016/j.jinf.2020.11.028

„Studie einer Kohorte aus Essen (p=4890) Raucher mit signifikant geringerer Positiv-Testrate auf SARS-CoV-2“

(4) Paleiron N, Mayet A, Marbac V, Perisse A, Barazzutti H, Brocq FX, Janvier F, Bertrand D, Bylicki O. „Impact of Tobacco Smoking on the risk of COVID-19.A large scale retrospective cohort study.“ Nicotine Tob Res. 2021 Jan 9, ntab004. doi: 10.1093/ntr/ntab004. Epub ahead of print. PMID: 33420786. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33420786/

„CONCLUSIONS: Current smoking status was associated with a lower risk of developing Covid-19 but cannot be considered as an efficient protection against infection. Mechanism of the lower susceptibility of smokers to SARS-CoV-2 requires further research.“

(5) Nikolaos Alexandrisa, George Lagoumintzisab, Christos T.Chasapisa, Demetres D.Leonidasc Georgios E.Papadopoulos, Socrates J.Tzartos, Aristidis Tsatsakis, Elias Eliopoulos, Konstantinos Poulas, Konstantinos Farsalinos:“ Nicotinic cholinergic system and COVID-19: In silico evaluation of nicotinic acetylcholine receptor agonists as potential therapeutic interventions“, Toxicology Reports, 19 December 2020. https://doi.org/10.1016/j.toxrep.2020.12.013

(6) Gao, Zw., Li, L., Huang, Yy. et al. :“Vagal-α7nAChR signaling is required for lung anti-inflammatory responses and arginase 1 expression during an influenza infection“, Acta Pharmacol Sin (2021). https://doi.org/10.1038/s41401-020-00579-z

(7) Wu, Yj., Wang, L., Ji, Cf. et al. :“The Role of α7nAChR-Mediated Cholinergic Anti-inflammatory Pathway in Immune Cells.“, Inflammation (2021). https://doi.org/10.1007/s10753-020-01396-6

Das lässt sich (fast) beliebig erweitern – die aktuelle Zahl der Studien, die einen Zusammenhang von Rauchen+COV19 und Nikotin+COV19 abhandeln, liegt derzeit bei etwa 2.000

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