szmtag Forum: Danke mabued,

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #106024
am Mittwoch, 9. Dezember 2020 um 20:00

mein-wille

Kommentar zur Nachricht
RKI meldet Rekordwert von 590 Coronatodesfällen binnen eines Tages
vom Mittwoch, 9. Dezember 2020
Bei einem 24h Notarztdienst gestern hatte ich 2x einen Notarzteinsatz in einem Pflegeheim mit über 40% Cov.-positiven Heimbewohner. Eine 93-jährige bewusstlose Patientin ließ ich im Heim – nach Rücksprache mit der sehr vernünftigen bevollmächtigten Tochter habe ich die Patientin nicht mehr aufgeweckt – sie lag so friedlich im Bett – 39°C – kein Husten vorher. Die zweite Patientin Cov.-pos – ebenfalls bewusstlos – exsikkiert – kein Fieber – 94-jährig, einen Tag zuvor noch Mühle gespielt. 30 Minuten nach 1000ml Ringer i.v. war sie plötzlich wach und hat mich als Arzt sofort erkannt – ganz klar hat sie mich angesprochen „Herr Doktor – bitte geben sie mir doch eine Spritze – wann hat das Leiden endlich ein Ende“. Da sind Bevollmächtigte und Betreuer gefragt – wann verfasst man endlich verbindliche Patientenverfügungen und Vorabverfuegungen für solche Fälle?
Avatar #789658
am Mittwoch, 9. Dezember 2020 um 23:26

Danke mabued,

für Ihren Beitrag ...

Meine Großmutter, ( 3 Jahre im Pflegeheim ) ... wäre gar nicht erst dort hin gegangen, wäre es nach ihr gegangen. Nach etwa 1 Jahr dachten alle (wollte nichts mitmachen, erkannte den Besuch oft nicht), sie würde nicht mehr lang leben und kam mit dekubitus ins KH. Ein sehr vernünftiger Arzt dort entschied im Gespräch, dass man doch einiges vom Medikamentenplan streichen könnte. Die Risiken wurden besprochen und die Medikamente reduziert. Welch Wunder ... sie erkannte alle ihre Besucher wieder und konnte sich wieder besser unterhalten und auch Telefonate empfangen. Sie lebte noch 2 Jahre und starb mit 93.

Dieser Punkt wird leider viel zu selten angesprochen.

Mit allen Medikamenten wäre sie vielleicht eher gestorben... oder hätte länger gelebt, die Lebensqualität jedoch, war ganz klar besser und hilft auch den Pflegern.

Und ... sie hätte klar und sicher ... ein evtl. letztes Weihnachtsfest mit allen Kindern, Enkeln und Urenkeln gegen 3 Jahre Heim (das Heim will ich ausdrücklich nicht schlecht reden!!!) getauscht.

Ich finde die Berichterstattung, als würden wir ohne "C." alle topfit 100 werden, oder müssen es sogar, furchtbar.
Avatar #831974
am Donnerstag, 10. Dezember 2020 um 09:22

Einordnung

Und wieder einmal eine reißerische Schlagzeile praktisch ohne tiefergehende Information, denn die Zahl 590 sagt erst mal nichts, solange man sie nicht einsortiert - noch dazu wo es sich um eine Meldezahl handelt, ohne das Datum der darin enthaltenen Fälle aufzuschlüsseln. Es sind eben nicht zwangsläufig 590 binnen eines Tages. Nur zum Vergleich: Meldung Di, 1.12.: 388, Meldung Mo, 30.11.: 125.
In der Zeit von Mittwoch 2.12. bis Mittwoch 9.12. wurden 2809 coronaassoziierte Todesfälle beim RKI registriert (im Schnitt 401 pro Tag). Bei zu erwartender Todesfallzahl von durchschnittlich etwa 18600(+-600 in den Jahren 2016-2019) pro Woche für KW49 und KW50, werden also etwa 15% der Todesfälle aktuell Corona zugerechnet. Wenn wir jetzt noch bedenken, dass in Deutschland mindestens 10 % der Todesfälle durchschnittlich (über das Jahr verteilt) auf Infektionskrankheiten und Erkrankungen des Atemsystems zurrückgehen, dann sind 15 % in der Erkältungssaison für eine bestimmte Infektions-/Erkältungskrankheit, die momentan offenbar auch einen großen Anteil aller schwer verlaufenden Erkältungskrankheiten ausmacht, sicher kein sonderlich hoher Wert.
Avatar #836044
am Donnerstag, 10. Dezember 2020 um 14:45

GPSkoordinaten zum Ausschluss aktiver Sterbehilfe

Da momentan mehr Palliativgeschwader als sonst zum Eingreifen motiviert werden: Das Benennen von Tötungsmethoden ersetzt nicht das Kreuz bei "Es war alles sooo natürlich" beim Ausfüllen des Formularanlasses. Der Virus ist menschlicher als mancher seiner Wirte.
Default-Avatar
am Donnerstag, 10. Dezember 2020 um 14:46

Wie wollen wir morgen leben?

Meldeliste 1.245.729
Tote 20.762
Gesundete 922.100
Einwohner 83.166.700
Akute Infekte 0,36%

Das Verhältnis Coronatote/Gesundete sinkt koninuierlich und liegt derzeit bei 2,25%. Vom 1.4. bis zum 1.9. lag es zwischen über 5% bis 4%.
In der Sterberate spiegelt sich der Tod durch Corona auch nicht wieder. Meine Prognose ist, das die Sterbekurve einen milden Verlauf nehmen wird, als sei nichts geschehen.

Aktuell haben wir statistisch eine Infektionsrate im Promillebereich. Der Bereich bewegt sich auch kaum.
Aus meiner Sicht wäre es wenn, dann viel effektiver, den Pool der als infiziert Geltenden im Auge zu behalten als mit der Gießkanne Stimmung zu erzeugen und die ganze Menschheit in Haft zu nehmen. Gerade im Sommer, als die Infektionsrate runter ging, wäre ein halber Lockdown unnötig gewesen. Oder man hätte einen harten Lockdown gemacht für einen Monat, nur die Supermärkte offen gelassen und die kontrolliert. Das hätte sicher mehr Verständnis erzeugt, als ein halber Lockdown, der immer noch den Spalt hat für das Virus. Die Kritiker sehen die Sonne nicht mehr aufgehen. Und das sorgt für Unmut.

Meine Mutter war sehr agil und hat genau die durchschnittliche Lebenserwartung meiner Familie erreicht. Plötzlich wurde sie dement, kam in ein gutes Altenpflegeheim, und verstarb. Ihre Schwestern erreichten ziemlich genau dieselbe familiärbestimmte Lebenserwartung. Alle wurden weit über 80 Jahre alt. Sie gingen gemeinsam.

Was mir fehlt, daß die Lebenserwartung der Familien der "Coronaverstroebenen" mit analysiert werden.

Wie wollen wir morgen leben? Also so wollen wir bestimmt nicht leben.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos