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Avatar #865616
am Freitag, 15. Januar 2021 um 08:06

Impfpflicht

Mit großer Verwunderung und Angst verfolge ich die Debatte der Impfpflicht gegen Corona. Ich persönlich halte eine Impfpflicht nicht für hilfreich, weil es bisher keine Wahl betreffend des Impfstoffes gibt. Niemand kann den jungen Frauen garantieren wie, es sich auf die nächste Generation auswirkt.
Zumal möchte ich erwähnen, dass Ärzte und vor allem auch das Pflegepersonal in der Vergangenheit Menschen versorgt haben mit hoch ansteckenden Erkrankungen und sie stets einem Risiko ausgesetzt waren und das beispielsweise ohne eine leistungsgerechte Vergütung oder ohne die entsprechende Schutzausrüstung meist gerade mal für den Mindestlohn. Die Privatisierung und wirtschaftliche Ausrichtung der Einrichtungen des Gesundheitswesens haben dazu geführt, dass Ärzte und vor allem Pflegekräfte in der Altenpflege oder ambulanten Pflege stets einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Die Fehler der Politik sollten nicht durch eine Impfpflicht gerettet werden können. Ein Umdenken ist erforderlich. In der Pflege wird bei der Versorgung von infektiösen Patienten oder Bewohnern keine Extravergütung geleistet seitens der Kranken- und Pflegekassen. Die Kosten der Schutzausrüstung und aller hygienischen Maßnahmen trägt der ausführende Dienst. Durch die wirtschaftliche Ausrichtung wurde an Schutzausrüstung mitunter gespart und die kranken Menschen wurden trotzdem versorgt, weil die Pflegekräfte ihre Arbeit trotz des hohen Risikos ausgeführt haben. Und jetzt möchte man mit uns ethisch und moralisch diskutieren und wirft uns Verantwortungslosigkeit vor. Ich bitte Sie alle das zu überdenken und eventuell daran mitzuwirken, dass Einrichtung des Gesundheitswesens keine wirtschaftliche Ausrichtung haben dürfen.
Bitte respektieren Sie die Entscheidung, dass vielleicht einige Pflegekräfte sich nicht impfen lassen möchten, aber auch gerade jetzt die erkrankten Menschen versorgen unabhängig davon welche Gefahr auch für sie selbst und deren Familien besteht.
Bisher gibt es nur den einen neuartigen Impfstoff dessen Wirkungsspektrum nicht umfassend geklärt ist, daher sollte die Wahlmöglichkeit weiterhin bestehen bleiben.
Avatar #109757
am Freitag, 15. Januar 2021 um 09:20

@entchen

"Niemand kann den jungen Frauen garantieren wie es sich auf die nächste Generation auswirkt".
Dieses Argument, mit Verlaub, verstehe ich nicht. Das gilt im besten Fall für die Impfung wie für COVID19 und hebt sich mMn als Argument dafür wie dagegen auf. Wenn ich genauer hinschaue, muss ich mir die Frage stellen, ob die Wahrscheinlichkeit von anderen Effekten, z.B. einer Unfruchtbarkeit, eher durch eine unkontrollierte Immunreaktion auftreten könnte als durch eine kontrollierte Immunität gegen sehr spezifische Antigene.
"In der Pflege wird bei der Versorgung von infektiösen Patienten oder Bewohnern keine Extravergütung geleistet seitens der Kranken- und Pflegekassen." Das ist so nicht korrekt. Die Vergütung einer stationären Behandlung kann durchaus durch eine komplizierende Infektion steigen. Dass das Geld dann nicht beim Personal ankommt, ist eine andere Sache, liegt aber in der Natur der freien Wirtschaft.
"Die Kosten der Schutzausrüstung und aller hygienischen Maßnahmen trägt der ausführende Dienst. Durch die wirtschaftliche Ausrichtung wurde an Schutzausrüstung mitunter gespart"
Das stimmt häufig, allerdings obliegt dem ausführenden Dienst eine Schutzverantwortung für die Mitarbeiter i.S. des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Auch ein Arbeitnehmer sollte seine Rechte kennen und verstehen.

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