szmtag Forum: Es gibt nicht nur einen
DÄ plusForenKommentare NewsEs gibt nicht nur einen

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #106067
am Montag, 18. Januar 2021 um 23:28

Generalisierter Lockdown - Versuch oder Irrtum?

Kommentar zur Nachricht
Lockdown: FFP2-Maskenpflicht und Ausgangssperre im Gespräch
vom Montag, 18. Januar 2021
Die aktuelle Panik vor extrem gefährlich-unkontrollierbarer SARS-CoV-2-Pandemie einschließlich ihrer Mutationen missachtet infektiologische Grundsätze. Nicht Infizierte können Immune, Immunisierte und andere Nichtinfizierte nicht anstecken.

Die Interessenlage 95-96% Nichtinfizierter wird zu Gunsten von mit dramatischen Folgen 4-5% Infizierter (einschließlich Dunkelziffer) ignoriert. Statt die Mehrheit Nichtinfizierter vorbildhaft zu schützen, zu forden und zu fördern, wird im gleichmacherisch-undifferenzierten Lockdown ausschließlich die absolute Minderheit der Infizierten zum Maßstab aller Dinge. Aber selbst im verschärften Shutdown wie lockeren Lockdown sinken weder Erkrankungs- noch Todeszahlen signifikant.

Infektiologisch mustergültiges Verhalten Nichtinfizierter und die Einhaltung erweiterter AHA-Regeln werden dadurch konterkariert. Unsere Gesellschaft wird weiter gespalten und destabilisiert. Der Lockdown ist weltweit nur ein Surrogat-Parameter für eine naive, empirisch nicht abgesicherte Plausibilität, und zugleich der verzweifelte Versuch, seinen Irrtum nicht einzugestehen. Er geht als historische Fehleinschätzung davon aus, dass allein ein Stillstand im öffentlichen und privaten Leben, in Wirtschaft, Produktion, Verkehr, Touristik, Freizeit und Kultur eine lebensbedrohliche Pandemie besänftigen und kanalisieren könne.

Elementare menschliche Bedürfnisse (die 7 großen K's) nach Kontakt, Kollektivität, Kontemplation, Kommunion, Kommunikation, Kulturreflexion und Kreativität werden abgewürgt. Ganze Volkswirtschaften werden platt gemacht.

Ob und wie effektiv die dagegen überstürzt entwickelten Impfungen als Single- oder Dual-Shots bzw. die verwirrende Vielfalt mancher völlig absurd wirkender medikamentöser Therapien (von z.T. empirisch gar nicht belegbarer Allopathie bis Homöopathie, Vitamin B, C, D, Thymuspräparate usw.) helfen und langfristig schützen werden, ist und bleibt immer noch wissenschafts- und erkenntnistheoretisch ungewiss.

Der explizite "Grundsatz: Wir bleiben zu Hause" ist janusköpfig. Alle Statistiken des Robert-Koch-Instituts (RKI) besagen, dass die überwiegende Mehrheit nachvollziehbarer Infektionsabläufe im Wohn- und Essensmilieu von Heim, Haus, Wohnung und Lebensmittelpunkt auftreten. Im Lockdown werden unsere Patientinnen und Patienten genau dorthin geschickt, wo die Infektionsgefahr relativ gesehen am größten ist.

https://www.doccheck.com/de/detail/articles/31255-lockdown-versuch-oder-irrtum

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #759489
am Dienstag, 19. Januar 2021 um 11:33

Die warnenden Worte vom Intensivmediziner-Präsidenten Dr. Marx bei Illner fehlen hier

Deshalb trage ich sie gerne nach:
"Am Donnerstag gab es eine interessante Meldung vom Präsidenten der Vereinigung der Intensivmediziner, Gernot Marx. Es sähe so aus, „als hätten wir den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten“. Außerdem bestritt er die Notwendigkeit der allerorten gefürchteten Triage und hielt den 26. Januar für ein gutes Datum für neue Entscheidungen. Dann ließe sich gut beurteilen, was „die richtigen Maßnahmen“ seien." etc
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-zu-maybrit-illner-irrationalitaet-als-corona-prinzip-17147110.html

Er betont auch, dass erfreulicherweise seit ca. 2 Wochen die Anzahl der Covid-Intensivpatienten rückläufig ist, was - wie üblich - in den Qual.-Medien kaum zu finden ist. Aber im DIVI-Register leicht einzusehen ist.
Insofern macht es die Politik wie üblich: Wenn die Zahlen bereits sinken, kommen drastische Massnahmen. Wenn sie dann weiter sinken, kann man sich das dann auf die Fahne schreiben. Wenn nicht - ist die lasche Bevölkerung schuld. Fürwahr ein arg simples Strickmuster.

Ansonsten freue ich mich, dass ich mich den Ausführungen von Dr. Schätzler vollumfänglich anschliessen kann.

Avatar #13
am Dienstag, 19. Januar 2021 um 11:50

Lockdown vielleicht auch zu spät

Das ist genauso interessant
https://www.welt.de/politik/ausland/plus224509602/Finnland-zeigt-den-Europaeern-wie-man-Corona-in-Griff-bekommt.html
und Qualitätsmedien berichten auch über die Besserung der Lage
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-lockdown-lage-auf-den-intensivstationen-entspannt-sich-17141939.html
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/krankenhausstatistik-weniger-covid-patienten-auf-intensivstationen-a-3340e5df-72ea-4f5f-96be-0e01fd6e6831
ich weiß nicht MITDENKER, warum Sie dies pauschal kritisieren, vielleicht mal reinschauen
Avatar #745246
am Dienstag, 19. Januar 2021 um 13:57
geändert am 19.01.2021 13:59:30

@blatt - Besser fundierte Wissenschaft anstatt "Qualitätsmedien"

Das ist genauso interessant https://www.welt.de/politik/ausland/plus224509602/Finnland-zeigt-den-Europaeern-wie-man-Corona-in-Griff-bekommt.html und Qualitätsmedien berichten auch über die Besserung der Lage https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-lockdown-lage-auf-den-intensivstationen-entspannt-sich-17141939.html https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/krankenhausstatistik-weniger-covid-patienten-auf-intensivstationen-a-3340e5df-72ea-4f5f-96be-0e01fd6e6831 ich weiß nicht MITDENKER, warum Sie dies pauschal kritisieren, vielleicht mal reinschauen
Zum Vergleich mit Finnland:

Um dahingehend überhaupt einen fundierten Eindruck gewinnen zu können, so ist es bei weitem nicht ausreichend, die absoluten Werte eines spezifischen Landes mit denen anderer Staaten vergleichen zu wollen. Hierzu müssten insbesondere noch verschiedenste weitere statistische. demographische und epidemiologische Variablen miteinbezogen werden.

Ich verweise hier auch noch einmal auf die aktuelle Studie von u.a. Prof. Ioanndis zur Wirkung unterschiedlicher Maßnahmen bzw. Ausprägungen von Lockdowns auf die Verbreitung von Sars-Cov-2.

Darüber hinaus würde ich mich sehr freuen, wenn mein erneuter Verweis auf die aktuelle Forschungsarbeit (bereits peer-reviewed) vom weltweit renomiertesten und meistzitierten Epidemiologen (H-Index 210 >>> https://scholar.google.com/citations?user=JiiMY_wAAAAJ&hl=en) nicht wieder einfach GELÖSCHT wird.

ASSESSING MANDATORY STAY-AT-HOME AND BUSINESS CLOSURE EFFECTS ON
THE SPREAD OF COVID-19

Von Eran Bendavid, Christopher Oh, Jay Bhattacharya, John P.A. Ioannidis

-Department of Medicine, Stanford University Stanford, CA, USA
-Department of Epidemiology and Population Health, Stanford University, Stanford, CA, USA
-Department of Biomedical Data Science, Stanford University, Stanford, CA, USA
-Department of Statistics, Stanford University, Stanford, CA, USA
-Meta‐Research Innovation Center at Stanford (METRICS), Stanford University, Stanford, CA, USA

Ergebnisse:

"Die Implementierung jeglicher NPIs war in 9 von 10 Studienländern mit einer signifikanten Reduktion des Fallwachstums verbunden, einschließlich Südkorea und Schweden, die nur lrNPIs implementierten (Spanien hatte einen nicht-signifikanten Effekt). Nach Abzug der Epidemie- und lrNPI-Effekte finden wir in keinem Land einen klaren, signifikanten positiven Effekt von mrNPIs auf das Fallwachstum. In Frankreich z. B. betrug der Effekt von mrNPIs +7% (95CI -5%-19%) im Vergleich zu Schweden und +13% (-12%-38%) im Vergleich zu Südkorea (positiv bedeutet pro-Ansteckung). Die 95%-Konfidenzintervalle schlossen in allen 16 Vergleichen einen Rückgang von 30% und in 11/16 Vergleichen einen Rückgang von 15% aus.

Schlussfolgerungen:

Obwohl kleine Vorteile nicht ausgeschlossen werden können, fanden wir keine signifikanten Vorteile auf das Fallwachstum von restriktiveren NPIs. Ähnliche Reduzierungen des Fallwachstums können auch mit weniger restriktiven Maßnahmen erreicht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir keine stichhaltigen Beweise finden konnten, das restriktivere NPIs bei der Kontrolle von COVID zu Beginn des Jahres 2020 wirksam waren. Wir stellen nicht die Rolle aller öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen oder von koordinierten Kommunikation über die Epidemie in Frage, aber wir fanden keinen zusätzlichen Nutzen von Hausarrest und Betriebsschließungen.Die Daten können die Möglichkeit eines gewissen Nutzens nicht völlig ausschließen. Doch selbst wenn es sie gibt, stehen diese Vorteile in keinem Verhältnis zu den zahlreichen Schäden von aggressiven Gegenmaßnahmen. Gezieltere Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die die Übertragungen effektiver reduzieren, könnten für die künftige Kontrolle der Epidemie wichtig sein, ohne die Nachteile der sehr restriktiven Maßnahmen."

>>> https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.13484 & https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/eci.13484

Mit freundlichen Grüßen
André B.
Avatar #13
am Dienstag, 19. Januar 2021 um 14:10

Es gibt nicht nur einen

weltweit renomiertesten und meistzitierten Epidemiolgen, dann bräuchte man nur eine Meinung. Wissenschaft lebt von mehreren Meinungen These Antithese, es wäre schön, wenn auch andere Meinungen gelten lassen würden oder gegenüberstellen, das wäre viel interessanter als nur immer Gegenlockdown-Meinungen, es gibt sicherlich auch Gründe dafür...und Sie verweisen immer nur auf Ioannidis. Finde ich einseitig auch wenn ich nciht für einen langen Lockdown bin. Aber Ausgewogenheit sollte sein.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos