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am Dienstag, 23. Februar 2021 um 14:11

Auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt

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Gewaltschutz­ambulanz: Mehr als 1.600 Opfer betreut
vom Montag, 22. Februar 2021
Der Artikel folgt dem längst widerlegten Vorurteil von "den" Männern als Tätern sowie "den" Frauen als Opfer häuslicher Gewalt. Fakt ist: Frauen sind auch Täterinnen, Männer sind auch Opfer häuslicher Gewalt. (siehe auch "Häusliche Gewalt gegen Männer" in "Deutsches Ärzteblatt", Ausgabe 31-32/2020).
Es gibt weltweit mehr als 200 Studien, die zeigen, dass auf der Täterseite Männer und Frauen jeweils etwa zur Hälfte vertreten sind. Einen Unterschied gibt es zwar bei sexueller Gewalt, doch dürften die Zahlen überraschen: Das Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf etwa geht in einer Studie von 2019 davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der sexualisierten Taten an Kindern von Frauen(!) begangen werden.

Zur Opferseite: Das Bundeskriminalamts weist für 2018 aus: 18,7 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind Männer. Hierzu ist zweierlei zu sagen: In jener Statistik sind nur Taten berücksichtigt, die polizeilich erfasst wurden. Doch beim Thema "Mann als Opfer häuslicher Gewalt" besteht eine hohe Dunkelziffer. Opferschutzorganisationen wie der "Weiße Ring" gehen davon aus, dass nur etwa 10 Prozent der betroffenen Männer zur Polizei gehen. Zum Zweiten: Die polizeiliche Statistik weist nur Fälle von körperlicher Gewalt aus. Nicht erwähnt sind Fälle von psychischer Gewalt/Mobbing.

In Bielefeld und Augsburg gibt es Hilfetelefone für Männer. Dort haben sich zwischen April und Oktober 2020 genau 2366 Männer aus dem gesamten Bundesgebiet als Opfer häuslicher Gewalt gemeldet. 54 Prozent berichteten über körperlich erlittene Gewalt, 78 Prozent über psychische Gewalt, 18 über sexualisierte Gewalt (da viele sowohl körperliche als auch psychische Gewalt erlitten haben, ergibt sich eine Summe höher 100 Prozent). 93 Prozent der erfassten Taten wurden von Frauen begangen.
Die Zahlen zeigen, dass Männer und Jungen als Opfer häuslicher Gewalt stärker in den Fokus gerückt werden müssen.

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