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am Montag, 12. April 2021 um 16:17

Nutzen-Risiko-Abschätzung

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Niederlande: Astrazeneca nur für Personen über 60 Jahren
vom Freitag, 9. April 2021
Meine Kritik an der STIKO richtete sich gegen die 1. Empfehlung der Verimpfung nur an Personen unter 65 Jahren. Die Umkehr der Empfehlung zur ausschließlichen Impfung von Personen > 60 Jahre war richtig und notwendig.
Greinacher et al. aus Greifswald haben am 09.04.2021 Daten von 11 Personen, davon 9 Frauen (medianes Alter 36 Jahre) veröffentlicht, die schwere Thrombosen oder Thrombozytopenien erlitten, 6 oder 7 der Personen starben daran (Erfassung bis zum 15.03.2021). Leider gibt Tab. 2 der Arbeit nicht die demographischen Daten (Geschlecht und Alter) der Einzelfälle an.
Der AstraZeneca-Impfstoff wurde im Februar 2021 verfügbar.
Aus den RKI-Lageberichten vom 02.02.2021 und 16.03.2021 lässt sich zusammenrechnen, dass in diesem Zeitraum insgesamt 42 Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren verstarben. Wenn alle Frauen dieser Altersgruppe mit AstraZeneca geimpft worden wären, hätte man nur maximal 42 Todesfälle verhindern können. Tatsächlich wurden bis Mitte März 3 Millionen Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs verimpft. Angenommen ein Drittel davon wurde an Frauen zwischen 20 und 49 Jahre verimpft, die in Deutschland insgesamt 10 Millionen ausmachen, so hätten selbst bei 100%iger Wirksamkeit einer Einmalimpfung nur 4 COVID-19-bezogene Todesfälle verhindert werden können. Da deuten die veröffentlichten 6 oder 7 Todesfälle an Thrombosen und Thrombozytopenien nach AstraZeneca-Impfung schon sehr entschieden auf ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis in dieser Altersgruppe.
Leider musste ich mir diese Einschätzung selbst zusammenbasteln, gelesen habe ich sie nirgends. Warum? Wie rechnet die EMA, die an der an der Impfung jüngerer Menschen festhält?

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