DÄ plusForenKommentare NewsHin- und hergerissen

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #881437
am Donnerstag, 22. April 2021 um 11:23

Hin- und hergerissen

Kommentar zur Nachricht
Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung
vom Mittwoch, 21. April 2021
Ihr Artikel ist sehr gut, die sachliche Betrachtung ist der emotionalen eindeutig vorzuziehen.
Der Teil in mir, der für das logische Denken zuständig ist, stellt die Zahl der Geimpften der Zahl der heftigen Nebenwirkungen gegenüber. Sieht man parallel dazu die Zahl der positiv getesteten Personen gegenüber den schweren und tödlichen Corona-Verläufen, dann spielt das Risiko bei der Impfung mit Astrazeneca eine sehr untergeordnete Rolle.
Trotzdem verunsichern mich Berichte aus den letzten Wochen, die Reaktion einiger Länder - wie jüngst z.B. Dänemark - doch sehr.
Dann ist da die Überlegung, Geimpften einige Freiheiten zurück geben zu wollen, die man sich selbst ja auch wünscht.
Die Chance, dass ich vor Ende des Sommers geimpft werden kann, steigt mit jedem Bundesland, das die Priorisierung im Zusammenhang mit Astrazeneca aufhebt.
Wie ich mich entscheide, wenn ich tatsächlich eine Einladung zur Astrazeneca-Impfung bekomme oder, als Alternative, monatelang auf einen anderen Impfstoff warten muss, weiß ich absolut nicht.
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Erkenntnisse, welche Grundvoraussetzung für die auftretenden Thrombosen verantwortlich ist, in Kürze eindeutig geklärt ist - ohne " es könnte sein....", "es ist zu vermuten...." oder " es wäre möglich......" sondern ein eindeutiges "es ist!".
Ausserdem dürfte gern häufiger erwähnt werden, dass auch die anderen Impfstoffe Nebenwirkungen auslösen, auch die Häufigkeit derer. Das könnte auch einiges wieder ins Gleichgewicht bringen.
Avatar #881600
am Freitag, 23. April 2021 um 11:48

Risiken bitte korrekt darstellen

Sie nennen im Artikel die aktuellen Daten für Deutschland, aber anstatt das Risiko für D auszurechnen (59 Fälle bei 4,2 Mio Impfungen = 1:71.000), nennen Sie das Risiko aus UK von 1:250.000. Wobei dies auch nicht mehr aktuell ist. Gestern wurden neue Zahlen veröffentlicht und da vermutlich jetzt auch vermehrt jüngere Menschen geimpft werden nähert sich das Risiko auch immer mehr 1:100.000.
Die Nebenwirkungen in D sind bisher nur bis zum 31.03 gemeldet, da es natürlich immer einen zeitlichen Verzug gibt. Bis dahin gab es 2,7 Mio Impfungen. Dies macht bei 59 Fällen ein Risiko von 1:46.000. Das liest sich doch ganz anders als die 1:250.000 aus dem Artikel, oder?

Wenn man dann noch sieht, dass das Risiko für jüngere größer ist, bedeutet das, dass das Risiko für junge Menschen ca. 1:30.000. Nicht umsonst haben Universitätskliniken angefangen die Impfungen zu stoppen, nachdem teilweise 2 Fälle in einer Einrichtung aufgetaucht sind.
Warum gibt man das spezifische Risiko nicht je Altersgruppe an und setzt es mit dem Covid-Risiko in Verbindung? Warum veröffentlich das PEI diese Daten nicht?
Wie soll ein Arzt ohne diese Daten jetzt einer 25 Jährigen zu einer Impfung raten, wenn er gefragt wird? Wer haftet dann? Usw.?
Sicher kann es jetzt auch bald sinnvoll sein AZ auch für 50+ freizugeben, aber für alle Menschen die sich trauen, ohne dass man das spezifische Risiko angibt finde ich unethisch wenn es doch auch andere Impfstoffe für diese Personen gibt.
Avatar #79783
am Freitag, 23. April 2021 um 23:09

Falsche Rechnung

Um Risiken beurteilen zu können, muss man greifbare Vergleichszahlen angeben können!
Ganz ohne Corona-Pandemie sterben zB in NRW 5 von 1000 Frauen vor dem 55. Lebensjahr, bei 9 Mio Frauen in NRW also 45.000 Frauen pro Jahr! Das sind 3.750 pro Monat oder 865 pro Woche, einige davon zweifellos im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung...
Würde man alle Frauen unter 55 mit Astra-Zeneca impfen, würde sich das Sterberisiko von 0.5% p.a. nicht messbar erhöhen.
Dagegen zeigt die Statistik, das die Mortalität von Covid-19 in dieser Altersgruppe zwischen 0.1% und 1% liegt, also mindestens 50x so hoch wie das Risiko eine Sinusvenenthrombose
Ich erlebe im Moment, dass schwerkranke Patienten, die einer Corona-Infektion mit großer Sicherheit erliegen würden, eine Impfung mit AZ mehr füchten als de Erkrankung!
Avatar #881600
am Samstag, 24. April 2021 um 17:22

Keine falsche Rechnung

Sie Vergleichen heir Äpfel mit Birnen. Es geht ja vor allem um das Risiko der 20-30 jährigen und die sterben eben sehr selten an COVID.
Deshalb sperrt z.B. UK den Impfstoff für Menschen unter 30, Belgien unter 40 usw.
Wir haben ja nicht weniger Impfstoff wenn wir AZ eher an ältere verimpfen. Was Sie machen ist genau wieder ganz falsch. Sie werfen eine 55 jährige Frau un eine 20 jährige Frau in einem Topf. eine 20 jährige Frau hat aber ein geringeres COVID Risiko und ein höheres AZ Risiko. Und das sollte man einfach transparent machen, damit eine 20 jährige Frau weiß ob es für Sie persönlich wirklich sinnvoll ist sich mit AZ zu impfen.
Zufällige Todesfälle nach einer Impfungen haben mit dem Thema Sinusvenenthrombose rein gar nichts zu tun. Diese Erkrankung kommt in D nur ca. 50 mal im Jahr vor und dass diese zufällig 2 Wochen nach der Impfung vorkommen ist fast zu vernachlässigen.

Und egal wie hoch das COVID-Risiko ist, wird meine Rechnung nicht falsch nur weil Sie das nicht direkt betrachtet. Meine Rechnung in Kombination mit dem Corona-Risiko je Altersklasse und Geschlecht wäre aber genau das was man braucht, damit Impflinge und Ärzte gemeinsam für jeden individuell die richtige Entscheidung treffen kann.
Das Risiko ermittelt sich aus Anzahl der Impfungen und auftreten der Nebenwirkung, da kann man nichts falsch rechnen wenn man den mal die Daten je Altersgruppe endlich veröffentlichen würde.

Dass es gesamtgesellschaftlich besser ist wenn die Menschen sich mit AZ impfen lassen steht ausser Frage. Es wäre aber besser wenn die ganz jungen mit MRNA geimpft werden. So risikieren wir unnötige zusätzliche Todesfälle bei jungen Menschen, weil diese ein bisschen früher dran kommen wollen. Wichtig ist, dass wir alles verimpfen, aber AZ nicht an die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko und dem geringsten Nutzen, das macht einfach keinen Sinn.
Avatar #881600
am Samstag, 24. April 2021 um 17:31

Man hat auch vergessen weshalb überhaupt eine Einschränkung beschlossen wurde

Nämlich nicht, weil das PEI oder die STIKO das nach dem Stopp so festgelegt haben, sondern weil unsere Universitätskliniken nach schweren Erkrankungen bei jungen gesunden Frauen (teilweise 2 Fälle in einer Einrichtung) selbstständig das Impfen eingestellt haben.
Wenn wir jetzt wieder im großen Stil wieder junge Frauen impfen, dann wird es auch wieder viele Fälle geben. COVID Erkrankungen sind furchtbar. Eine schwere Erkrankung oder ein Todesfall nach der Impfung ist jedoch auch nicht unbedingt schön. Und wenn das Risiko bei jungen nun mal deutlich höher ist als bei alten Menschen, dann kostet ein Umschichten von AZ von den alten auf jüngere Mensch Leben.
Alles was ich will ist, dass man dieses Risiko für die verschiedenen Altersklassen separat ausweist, damit jeder für sich eine gute Entscheidung treffen kann. Der 20 jährigen Frau bringt es nicht viel, wenn das Nutzen/Risiko-Verhältnis für die 55 jährige super ist.

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos