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Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #830245
am Mittwoch, 5. Mai 2021 um 17:47

Eine Kran­ken­ver­siche­rung für ALLE fände ich richtig und gut

Ich bin privat versichert (unfreiwllig als ehemaige Beamtin). Ich bin sehr unzufrieden mit der privaten Kranken-/Pflegeversicherung, weil diese die Versicherten, die infolge von chronischen Krankheiten hohe Krankheitskosten haben, nicht korrekt behandelt (ich drücke es vorsichtig und untertrieben aus). Werden die Versicherten dann noch pflegebedürftig, wird dies nicht besser.
Es gibt etliche Versicherte, die sich wünschen, dass sie sich nie hätten privat versichern müssen. Denn man hätte sich dann viel Ärger und Stress erspart. Stress ist nämlich ein Katalysator für viele Krankheiten.
Ich wäre daher sehr dafür, dass die privaten Versicherungen im Krankheitswesen und im Pflegebereich abgeschafft werden und dass alle Bürger in einer Versicherung versichert wären.
Avatar #760232
am Donnerstag, 6. Mai 2021 um 03:16

Solidargemeinschaft

Das Zahlenverhältnis [MitgliederPKV/MitgliederGKV] ist die eine Sache, aber die ist nicht ausschlaggebend . Die andere Sache ist das Verhältnis der Beitragssummen, denn die entscheiden ja über die Leistungsmöglichkeiten.
Die Beiträge der GKV orientieren sich im Prinzip an den Einkommen - was vernünftig ist.
Das duale System PKV+GKV bedeutet schlicht, daß die Beitragssummen der PKV dem solidarischen Gleichverteilungsprinzip entzogen werden. Es ist also eine Verletzung des theoretischen Grundkonzeptes unseres Staates.
Praktisch kommt es natürlich auf die Höhe der beiden Beitragssummen an.
Nicht übersehen darf man die Tatsache, daß (etwa in den 80iger Jahren) sehr viele jüngere Leute mit keineswegs überdurchschnittlichen Einkommen in die PKV gelockt worden sind, die nun mit stark steigenden Beiträgen in schwere Bedrängnis geraten. Aber das ist die Folge ihres früheren unsolidarischen Verhaltens - denn sie sind ja damals aus der Solidargemeinschaft der GKV "abgehauen".
Avatar #654027
am Donnerstag, 6. Mai 2021 um 15:26

Die Ärzteschaft lehnt das Konzept der Bürgerversicherung zu Recht ab

Irreparabler Schaden durch Experiment Bürgerversicherung
Alle vier Jahre pünktlich vor der Bundestagswahl ziehen SPD und Grüne die Bürgerversicherung wieder aus ihrer verstaubten Mottenkiste.
Und das ohne Not.
Unser Gesundheitssystem ist im europäischen, aber auch aussereuropäischen Vergleich hervorragend bewertet und lässt alle Bürger an einer guten medizinischen Versorgung und am medizinischen Fortschritt teilhaben.
Ein großer Teil dieses Erfolgs beruht auf dem Zusammenspiel von gesetzlicher und privater Kran­ken­ver­siche­rung.
Die Bezeichnung Bürgerversicherung ist zwar wohlklingend, dahinter verbirgt sich aber eine Einheitsversicherung mit eingeschränktem Leistungskatalog, den man je nach Bedarf bzw bei knapper Kasse zusätzlich weiter einschränken kann.

Und: wenn man nach einigen Jahren den Misserfolg der Bürgerversicherung nicht mehr vertuschen kann, gibt es keinen Weg zurück ins duale System, da dessen Strukturen dann zerstört sind. Und dieser Schaden ist dann nicht wieder gut zu machen, sondern irreparabel.

Statt unser gut funktionierendes Gesundheitswesen durch das Experiment Bürgerversicherung aufs Spiel zu setzen, sollten wir unser duales Gesundheitssystem kontinuierlich verbessern.
Dr. Rainer Hakimi
FA für Allgemeinmedizin
Notfallmedizin, Psychotherapie,
70199 Stuttgart

Avatar #760232
am Donnerstag, 6. Mai 2021 um 19:54

Nicht Recht sondern Gewinn

zit.("Die Ärzteschaft lehnt das Konzept der Bürgerversicherung zu Recht ab").
So so, auf welches "Recht" stützen sie sich denn ? Die Ärzteschaft - aber auch nicht in ihrer Gesamtheit! - stützt sich nicht auf das Recht, sondern auf wirtschaftliche Überlegungen. Was ja auch gar kein Geheimnis ist.Nach Aussagen aus der Ärzteschaft werden z.T. Leistungen an gesetzlich Versicherte erbracht, die die GKV nicht bezahlt. Die Praxis deckt das dann aus Einnahmen durch privat Versicherte. Sehr edel. Also schlicht und einfach : an der Klientel der PKV wird mehr verdient. Man sollte das aber auch klipp und klar so sagen. Die Versorgung der Mitglieder der GKV in Deutschland hat ohne Zweifel einen guten Standard. Ob die Zusammenlegung von GKV und PKV in einer - dann für alle verpflichtende - Bürgerversicherung - eine wesentliche Verbesserung bringt, das kann man diskutieren und auch rechnerisch abschätzen. Das hängt aber ganz wesentlich davon ab, ob die Beiträge auch wirklich proportional zu JEDEM! Einkommen erhoben werden. Kappungsgrenze darf es dann nicht geben. Das alles vorausgesetzt können sich dann alle tatsächlich auf das Recht stützen, letztlich auf ein (dann angepaßtes) Sozialgesetzbuch V.

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