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Avatar #36572
am Montag, 10. Mai 2021 um 19:30

SPD-Wahlprogramm: Bürgerversicherung

Deutschland verfügt über eines der besten - allerdings auch teuersten - Gesundheitssysteme weltweit. Dies ohne Not in Richtung “Bürgerversicherung” ändern zu wollen wird vornehmlich zu einer weiteren Verschlechterung der hausärztlichen Versorgung vor Ort führen.
Avatar #106067
am Montag, 10. Mai 2021 um 21:28

SPD blockiert sich mit Bürgerversicherung selbst

Die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist 100 Jahre für gut 90% der Menschen in Deutschland die lupenreine „Bürgerversicherung“. Knapp 10% Vollversicherte der PKV ändern daran nichts.
Eine totale Bürgerversicherung ist müßig:
1. Private Kran­ken­ver­siche­rungen/ Altersrückstellungen der Mitglieder dürfen nicht entschädigungslos enteignet werden.
2. Die Zwei-Klassen-Medizin besteht nach § 12 SGB V: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“ ("WANZ"-Kriterien).
3. Steigende Rezeptgebühren, stationäre/ambulante Zuzahlungen, grüne Rezepte für OTC-Medikamente, Heil-/Hilfsmittel usw. machen ausgerechnet unter SPD-Regierungsbeteiligung ambulante/stationäre Sondertherapien unerreichbar für einkommensschwache Patienten.
4. Chancengleichheit/Teilhabe im Gesundheitswesen werden durch krankheits-spezifische Alters-/Geschlechts-/Schichtzugehörigkeiten/ Herkunft/Migration diktiert. Niedriglohn/geringfügige Beschäftigungen/Leih-/Schicht-/Wanderarbeit/ Arbeitnehmer-Überlassungen als Errungenschaft einer zwielichtigen SPD-Agenda 2010 und des noch zwielichtigeren Ex-SPD-Bundeskanzlers tun ihr Übriges.
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Meine KollegInnen und ich arbeiten mit Fingerspitzengefühl, emotionaler, sozialmedizinischer, psychologischer und praktischer Intelligenz in der hausärztlich-familienmedizinischen Praxis. Täglich müssen wir die Balance von Solidarität/Selbstverantwortung/Subsidiarität sichern, ohne dass sozial Schwache/Kranke/Alte/Junge/Kinder/Erwachsene/Reiche/Arme/Kluge/weniger Kluge ausgegrenzt/diskriminiert/in Existenzangst/würdeloses Sterben getrieben werden.
Umfassende Krankheits-/Daseins-/Risikovorsorge muss der Staat/SPD Koalitionspartner endlich mit einem angemessenen GKV-Bundeszuschuss garantieren. Darum sollten sich SPD/ihr überschätzter Kanzlerkandidat/insuffizienter Parteivorsitz kümmern und vergangene Fehleinschätzungen korrigieren!
Avatar #79783
am Montag, 10. Mai 2021 um 23:19

Andererseits

beendet die Bürgerversicherung die hypothetische "existenzsichernde Niederlassungsmöglichkeit als Privatarzt", die alle Klagen gegen die Zwänge des SGB V wegen der "Freiwilligkeit" des Vertragsabschlusses vor dem Verfassungsgericht scheitern ließ.
Mt der Einführung einer Bürgerversicherung sind die ganzen Folterinstrumente des SGB V, also WANZ-Medizin, Gesamthonorar, Richtgrößen Niederlssungs- und Honorarbegrenzungen hinfällig...
Die weren den Teufel tun und eine Bürgerversicherung einführen, die zu einer Befreiung der Vertragsärzte führen würde!
Avatar #722321
am Dienstag, 11. Mai 2021 um 00:42

Privatleistungen werden bleiben

Wenn die Bürgerversicherung kommen sollte, wird es mehr von Kommunen getragene MVZ geben, so wie jetzt schon in Büsum und Lunden und auch andernorts in Schleswig-Holstein, mit allen Vor- und auch Nachteilen. Es wird aber die privatärztliche Leistung nicht aussterben (können), denn es wäre völlig undemokratisch, wenn man sich mit seinem sauer verdienten Geld nicht freiwillig mehr leisten dürfte als der "Standard".
Avatar #760232
am Dienstag, 11. Mai 2021 um 13:19

Solidarität JA oder NEIN

Das Zahlenverhältnis [MitgliederPKV/MitgliederGKV] ist die eine Sache, aber die ist nicht ausschlaggebend . Die andere Sache ist das Verhältnis der Beitragssummen, denn die entscheiden ja über die Leistungsmöglichkeiten.
Die Beiträge der GKV orientieren sich im Prinzip an den Einkommen - was vernünftig ist.
Das duale System PKV+GKV bedeutet schlicht, daß die Beitragssummen der PKV dem solidarischen Gleichverteilungsprinzip entzogen werden. Es ist also eine Verletzung des theoretischen Grundkonzeptes unseres Staates.
Praktisch kommt es natürlich auf die Höhe der beiden Beitragssummen an.
Nicht übersehen darf man die Tatsache, daß (etwa in den 80iger Jahren) sehr viele jüngere Leute mit keineswegs überdurchschnittlichen Einkommen in die PKV gelockt worden sind, die nun mit stark steigenden Beiträgen in schwere Bedrängnis geraten.Die Bürgerversicherung läuft schlußendlich auf die einfache Frage hinaus "Solidargemeinschaft JA oder NEIN".

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