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Avatar #760361
am Montag, 11. Februar 2019 um 10:09

Schlecht recherschiert

Kommentar zum Print-Artikel
Windenergieanlagen und Infraschall: Der Schall, den man nicht hört
aus Deutsches Ärzteblatt 6/2019 vom Freitag, 8. Februar 2019
Leider enthält der Artikel "Der Schall, den man nicht hört" einige gravierende Fehler.
Die Auflistung und Begründung würde den Rahmen eines Kommentas sprengen.
Der interessierte Leser kann aber unter https://www.windwahn.com/2019/02/11/windenergieanlagen-und-infraschall-deutsches-aerzteblatt-macht-infraschall-zum-thema-im-medizinreport/ eine sehr gute Ausarbeitung mit vielen weiteren Links zu Hintergrundinformationen finden.
Avatar #884630
am Samstag, 15. Mai 2021 um 19:17

BGR: Verspätete Demaskierung der Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden durch Infraschall

Nachdem die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) endlich eingestanden hat, dass die Belastungen durch unhörbaren Infraschall von Windkraftanlagen in 1000 m Entfernung von Winparkanlagen nicht bei etwa 100 dB liegen, sondern bereits bei 64 Dezibel liegen könnten, gewinnt der Übersichtsartikel im Ärzteblatt eine neue hochaktuelle Bedeutung.
Viel zu spät wird endlich von offizieller Seite eingestanden, dass die von Ärzten beschriebenen und in der internationalen Literatur gut dokumentierten gesundheitlichen Störungen durch Infraschallexposition bei Betroffenen und Patienten bereits bei niedrigeren Schalldruckpegeln auftreten können. Die aktuelle Korrektur sollte Anlass sein, die klaren wissenschaftlichen Befunde der Infraschallforschung nüchtern zu würdigen, um Menschen nicht leichtfertig einer durch industriellen Infraschall generierten Gefährdung auszusetzen. Forschungsergebnisse im Bereich der Otorhinolaryngologie, der Neurologie, der cardiovaskulären Medizin, der Tumuorbiologie und der Grundlagenwissenschaften sind inzwischen insoweit eindeutig, dass diese Datengrundlage nicht mehr ignoriert werden kann.
Da bisher kein gesichertes Wissenn zur Unbedenklichkeit der permanenten Exposition von Menschen zu Infraschallgeneratoren vorliegt, sollte die Korrektur der BGR auch die Entscheidungsträger der Politik zu einer Korrektur ihres Verhaltens anregen. Die bisher übliche Sicht, dass eine Gefährdung der Gesundheit von Menschen erst jenseits der 100 dB zu erwarten sei, ist nun offensichtlich nicht mehr haltbar. Die aktuelle Korrektur zwingt uns alle, unsere Vorstellungen zu korrigieren und zu akzeptieren, dass Infraschall offensichtlich bereits bei Schalldruckpegeln von 70 dB bei permanenter Exposition Schlafstörungen, Tinnitus, Gehörminderungen, Depression, Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, Unruhe und Berufsunfähigkeit bei dafür empfindlichen Menschen auslösen kann.
Avatar #887117
am Sonntag, 6. Juni 2021 um 17:20

Kein Beleg für Unsache-Wirkungs-Zusammenhang

Es ist gut, dass die BGR endlich die falschen Schalldruckpegel korrigiert hat. Die BGR war jedoch die einzige staatliche Institution, die Pegel von 90-130dBz publiziert hatte. Die Landesämter und das UBA geben schon seit Jahren die Infraschallpegel mit rund 60dBz in einigen hundert Metern Entfernung zu Windenergieanlagen an. Auch viele internationale Studien sowie Modellrechnungen bestätigen diese Pegel.
Alle wissenschaftlichen Ergebnisse kommen zum Schluss, dass Menschen nicht in der Lage sind, Infraschall bei diesen Schalldruckpegel wahrzunehmen. 60dBz Infraschall bei 1-5Hz ist ein sehr niedriger Schallpegel. Die Wahrnehmungsschwelle liegt in diesem Frequenzbereich weit über 100dBz.
Eine physische Schädigung ist bei diesen minimalen Schalldrücken völlig ausgeschlossen. In fahrenden PKWs, beim Öffnen und Schließen von Türen oder durch starken Wind allein werden tausendfach höhere Schallpegel erzielt, ohne dass irgendwelche negative Auswirkungen festgestellt werden.
Die VTT (2020) hat in einem überzeugenden Doppelblindversuch Personen Schallproben aus einem Windpark ausgesetzt. Die Einschätzung der Schallproben war völlig unabhängig davon, ob Infraschall normal enthalten oder durch einen Hochpassfilter entfernt war. Dies widerspricht klar der Infraschall-Theorie. Es gibt keine wissenschaftliche Arbeit die belegt, dass Infraschall weit unter der Wahrnehmungsschwelle irgendeinen Effekt beim Menschen auslöst. Ein Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang zwischen dem schwachen Infraschall von Windenergieanlagen und den Beschwerden mancher Anwohner ist somit auszuschließen.
Viel plausibler als Erklärung für die Beschwerden erscheint dagegen die NOCEBO-These. Crichton et al. haben in mehreren Arbeiten gezeigt, dass eine negative Erwartungshaltung sehr wohl körperliche Beschwerden auslösen kann, unabhängig davon, ob die Versuchspersonen mit Infraschall oder Placebo-Infraschall (Stille) beschallt wurden. Gestützt werden diese Befunde durch Ergebnisse von Chapman et a. (2013). Sie hatten in einer Feldstudie festgestellt, dass die Klagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen dort besonders häufig waren, wo Anti-Windkraftgruppen vor angeblich gefährlichem Infraschall von Windenergieanlagen gewarnt hatten.
Angesichts dieser Datenlage halte ich es für äußerst fragwürdig, weiterhin vor angeblich gefährlichem Infraschall zu warnen. Gutgläubige Menschen könnten dadurch tatsächlich eine gesundheitliche Schädigung erleiden.
Avatar #886978
am Montag, 7. Juni 2021 um 01:46
geändert am 07.06.2021 01:52:52
geändert am 07.06.2021 01:58:01
geändert am 07.06.2021 14:27:49

Prof Vahl hat´s schon immer gewusst!

Prof. Vahl tut hier so, als hätte er ja schon immer gewusst, dass die von der BGR publizierten, aber wegen eines lange Zeit von dieser Behörde hartnäckig geleugneten schnöden Rechenfehlers um den Faktor 64 falsch berechneten Schalldruckpegel viel zu hoch waren. Dabei hat er selber die Grafiken der BGR mit den um 36 dB überhöhten Pegeln in seinen engagierten Vorträgen gegen Windkraft genutzt und sie zur Grundlage in seinen Beschallungsversuchen von in-vitro Herzmuskelfasern gemacht!
Seine Behauptung, dass Infraschall von Windanlagen den Herzmuskel schwächen kann, fällt wegen der viel zu hohen applizierten Schallintensität (Faktor 10.000 bis 1 Million) durch das späte Eingeständnis der BGR allerdings wie ein Kartenhaus in sich zusammen, ganz davon abgesehen, dass sein mangelnder Kenntnis von elementarer Schallphysik geschuldeter Versuchsaufbau eh für den Zweck völlig ungeeignet war.

Weil Prof. Vahl aber in axiomatischer Weise davon überzeugt zu sein scheint, dass ausschließlich Infraschall für die von einem kleinen Teil der Anwohner von WEA geäußerten Beschwerden verantwortlich sein kann, steht für ihn fest, dass dieser also schon bei bedeutend geringeren Pegel (mehr als 40 dB unter der Wahrnehmbarkeitsgrenze) "gefährlich" sein muss. Als Arzt sollte man allerdings gelernt haben, ergebnisoffen allen möglichen Gründen für Beschwerden nachzugehen - Forschung und Literatur bieten dazu ja genügend Hinweise. Und so manche Forscher kommen sogar zu dem Ergebnis, dass schwacher Infraschall gesund für´s Herz ist, so zum Beispiel in dem im Fachmagazin "Noise and Health" veröffentlichten Artikel "Inhibitory effects of low decibel infrasound on the cardiac fibroblasts and the involved mechanism".
Zitat: " this study gives evidence that infrasound on 4-20 Hz at 79.75–86.11 dB has cardiac protecting effects. " und " It suggests that low decibel infrasound might act as a novel and effective strategy in the prevention and cure of cardiac disorders associated with fibrosis."
Tja, nur schade, dass die angewandten Pegel immer noch rund 20 dB über dem von typischen WEA abgesonderten Infraschallpegel liegt. Man müsste also sein Haus direkt darunter errichten, um in den Genuss der herzschonenden und -heilenden Wirkung zu kommen und wenn man ganz fest dran glaubt (das Nocebo also mental in ein Placebo umwandelt, keine leichte Übung), funktioniert es ja vielleicht sogar...

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