DÄ plusForenKommentare NewsWo bleibt das Recht der Betroffenen auf Selbstbestimmung?

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #719548
am Dienstag, 4. Mai 2021 um 09:57

Das Problem: Die Verlässlichkeit der Grund-Daten

Kommentar zur Nachricht
Zusammenführung der Krebsregisterdaten steht bevor
vom Montag, 3. Mai 2021
Es wäre so schön.. ABER:
Hier besteht weiter erheblicher Verbesserungsbedarf:
Je nach Bundesland werden die Krebsregisterdaten sehr unterschiedlich erhoben, teilweise erfolgt die Eingabe - unkontrolliert und wegen Personalmangel unkontrollierbar durch die Register - durch Klinik- und niedergelassene Ärzte (i.e. durch das Praxispersonal). Auch in Ländern, wo man dies bisher vermieden hat, wird die "elektronische Eingabe" durch die Ärzte favorisiert. Umso wichtiger sind starke Register, deren Personal die Eingaben kritisch prüfen und ggfs. optimieren muss.
Um die Qualität in ganz Deutschland GLEICH (hoffentlich gut) zu gewährleisten, ist die föderale Struktur ein erhebliches Risiko. Man wird lernen müssen, im Zentralbereich entsprechende Qualitätskontrollen für die Länderdaten einzuführen.
Avatar #760232
am Dienstag, 4. Mai 2021 um 12:35

Entscheidung

zit.(".. wer­de künftig ein einzigartiger Datensatz zur Verfügung stehen, dessen Analyse viele Menschen­leben retten könne, ....").

Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus kann es daran nicht den geringste Zweifel geben. Die Pandemie hat aber gelehrt (hoffentlich!), daß es nicht nur diesen rationalen Standpunkt gibt, sondern auch den politischen, den emotionalen nämlich. Und der gibt in einer Demokratie nun mal die Letztentscheidung. Deshalb sollte dem Volk völlig unverblühmt dargelegt werden, daß es sich zu entscheiden gilt : Rettung von Menschenleben durch wissenschaftliche Methoden auf der einen Seite und die - nicht vernachlässigbare!! - Gefahr des Mißbrauches von zentralen Datenbanken für u.U. höchst kriminelle Zwecke - mit u.U. auch ziemlich lebensbedrohenden Folgen. Sich mit dem (irrigen) Argument "alles völlig sicher" vor dieser Entscheidung zu drücken wird wieder zu endlosen, sinnlosen, erfolglosen Debatten führen. Im günstigsten Fall.
Avatar #865604
am Dienstag, 18. Mai 2021 um 10:28

Wo bleibt das Recht der Betroffenen auf Selbstbestimmung?

Alleine schon die zwangsweise Registrierung ohne Widerspruchsrecht ist ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Patienten. Ich hätte damit wesentlich weniger Probleme, wenn umfangreich aufgeklärt würde, welche Daten wo erhoben und gespeichert werden (sollen) und wenn man einzelne Punkte ablehnen könnte.
So wie es derzeit läuft, wird man registriert und ist sein restliches Leben lang als krebskrank abgestempelt.
Dazu kommt noch, dass Gesundheitsdaten höchstsensibel sind und im Internet absolut nichts zu suchen haben. Das zeigte letztes Jahr der Hackerangriff auf die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ganz deutlich, bei dem Forschungsdaten abgegriffen, verschlüsselt und gegen Lösegeldzahlung wieder freigegeben werden sollten. Nur leider erwischten die Verbrecher die Uniklinik und verschlüsselten ALLE Patientenakten!!!!
So etwas darf einfach nicht passieren!!!
Die Codes wurden zwar freigegeben, aber es dauerte, bis alle Akten wieder zugänglich waren. Operationen mussten verschoben werden. Ob die Aktion auch Menschebnleben kostete, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das Risiko des Diditalisierungswahns überwiegt den Nutzen meiner Ansicht nach bei weitem!

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos