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Avatar #830245
am Samstag, 22. Mai 2021 um 10:42

Und wie sieht es bei Vitamin-D-Mangel mit dem Infektionsverlauf aus?

Kommentar zur Nachricht
Studie: Niedriger Vitamin-D-Status erhöht Coronarisiko nicht
vom Freitag, 21. Mai 2021
Dass eine gute Vitamin-D-Versorgung vor einer Ansteckung schützt, glaube ich auch nicht und ist m. E. nicht das Problem.
Was mir wichtiger erscheint, ist die Frage, ob der Infektionsverlauf nicht durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D viel milder verläuft?
Dazu sagt der Bericht leider nichts aus.
Zitat:
" Eine Aussage über die Schwere von COVID-19-Erkrankungen in Abhängigkeit vom Vitamin-D-Status trifft die Studie nicht."
leider ...

Avatar #106067
am Samstag, 22. Mai 2021 um 22:35

Vitamin-D-Mangel kein Risikofaktor für SARS-CoV-2-Infektion?

"Assessment of the Association of Vitamin D Level With SARS-CoV-2 Seropositivity Among Working-Age Adults" von Yonghong Li et al.
JAMA Netw Open. 2021;4(5):e2111634. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.11634
vom 19.05.2021 beantwortet die Frage, niedriger Vitamin-D-Spiegel und erhöhtes Risiko von Sars-CoV-2/COVID-19 Infektionen/Krankheiten? ["Are low levels of vitamin D independently associated with the risk of SARS-CoV-2 seropositivity?"] Sehr eindeutig:
Ein niedriger Vitamin D-Spiegel ist keinesfalls Ursache, sondern allenfalls F o l g e des Virusinfektes ["...vitamin D level was not associated with SARS-CoV-2 seropositivity...Meaning - Although SARS-CoV-2–seropositive individuals did have lower vitamin D levels than seronegative individuals, low vitamin D levels were not independently associated with the risk of seropositivity"].

Das wird allerdings die Verfechter von nicht belegbaren Vitamin-D-Universalheilmittel-Therorien weiter anstacheln, noch mehr, noch höhere bis potenziell toxische Vitamin D Substititionen nicht nur bei SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen besinnungslos zu propagieren.

Und dagegen ändert auch nichts, dass in Deutschland kürzlich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor einer eigenmächtigen Einnahme von Vitamin-D-Präparaten zum Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 und schweren COVID-19-Erkrankungsverläufen gewarnt hatte.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #869998
am Montag, 24. Mai 2021 um 15:32

Verstehendes Lesen, oft ein Problem

Diese Studie betrachtet ausdrücklich die Korrelation von Vitamin-D-Status und SARS-CoV-Seropositivity, also die Nachweisbarkeit einer Covid-19-Infektion. Es geht explizit nicht um die Schwere der Erkrankung, und seit langem wird mit Recht auf die hohe Zahl der asymptomatischen Infizierten hingewiesen, andere haben leichte bis milde Verläufe, nur ein kleiner Prozentsatz erleidet einen schweren Verlauf mit dem Risiko zu sterben. Das "Coronarisiko" von dem der Artikel schreibt liegt nicht in der Infektion selbst, sondern in einem schweren oder langwierigen Verlauf, und dazu sagt diese Studie nichts aus.
Hinzu kommt noch, daß eine ganze Reihe von Risikofaktoren für einen Vitamin-D-Mangel bereits berücksichtigt wurden: Alter, Hautpigmentierung, geographische Lage, BMI, Bluthochdruck (letzterer ist kein Risiko für einen Mangel, über das RAAS aber möglicherweise die Folge). Da für diese - Vitamin-D-relevanten - Faktoren bereits korrigiert wurde konnte keine unabhängige Abhängigkeit gefunden werden.
Noch etwas: das BfR ist keine Behörde die irgendwelche Kompetenzen im Bereich Ernährung oder NEM hat. Die DGE empfiehlt 20 mcg/d und das RKI beschreibt eine mehrheitliche Unterversorgung mit Vitamin D besonders in den Wintermonaten. Letztere Aussage ist m. E. richtig, die empfohlene Dosis für die meisten zu niedrig, meine allergische chronische Bronchitis und Rhinitis ist seit 2 Jahren mit 4000 IU verschwunden (N=1).
Besonders bemerkenswert finde ich die Formulierung "eigenständige Einnahme", ich habe auch schon das Wort "eigenmächtig" in der DÄ gefunden, als wäre es eine Amtsanmaßung ohne amtliche oder ärztliche Genehmigung sich um seinen eigenen Körper zu kümmern.
Liebe Ärzte und Ärztinnen, ich befürchte eine nicht geringe Anzahl von Ihnen muss an Ihrem Selbstbildnis arbeiten - Sie sind Dienstleister, die grundlegende Verantwortung für die eigene Gesundheit trägt jeder selber. Das Ihnen das Recht ist stelle ich bei jeder Unterschrift unter ein Aufklärungsformular fest...
Avatar #97143
am Montag, 24. Mai 2021 um 19:35

Fetter Seefisch enthält viel Quecksilber.

Vitamin D-Tabletten aus dem Drogeriemarkt enthalten in der Regel kein Quecksilber.
Avatar #886249
am Freitag, 28. Mai 2021 um 12:38

Angewendete Methoden ohne Details

Die von Ihnen bzw. der dpa erwähnte Studie des Milliarden-Konzerns Quest Diagnostics (Wo ist bitte der Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte?) verwendet u.a. Vitamin D Messwerte zwischen September 2019 - Januar 2020. In der Schweiz liegen die durchschnittlichen Vitamin-D Werte im Sommer bei ungefähr 25 ng/ml und im Winter nur bei ungefähr 15 ng/ ml.

Eine Person mit z.B. im September gemessenem 30 ng /ml könnte demnach beispielsweise im Januar mit einem Vitamin D-Wert von < 20 ng / ml infiziert worden sein und erst dann nachweisbare IgG-Antikörper entwickelt haben. Woher wissen die Verfasser der Studie aufgrund der üblichen jährlichen Vitamin D Level-Schwankungen, bei welchem realen Vitamin-D-Wert die Person infiziert wurde und nachweisbare Antikörper gebildet hat?

Innerhalb der Studie werden in Tabelle 1 folgende Werte aufgeführt:
Vitamin D-Spiegel = 30 ng / ml; N = 7272; n = 289 SARS-CoV-2 seropositiv; 3,97% Infektionsfälle.
Vitamin D-Spiegel <20 ng / ml; N = 4498; n = 290 SARS-CoV-2 seropositiv; 6,44% Infektionsfälle.

Gemäß dieser Tabelle 1 Daten führt ein Vitamin D-Wert von > 30 ng /ml im Vergleich zu einem Wert von <20 ng/ml zu einem Infektionsschutz von ungefähr 38%. Zum Vergleich: Der Astrazeneca-Impfstoff hat einen Infektionsschutz von rund 70%.

Danach wird in der Studie eine Methode namens "Multivariable Regression Analysis" beschrieben. Diese beinhaltet eine Anpassung an Alter, Geschlecht, Rasse / ethnische Zugehörigkeit, Bildung, Body-Mass-Index, Blutdruck, Rauchen Status und geografischer Standort. Und aufgrund dieser Methode sinkt der Infektionsschutz laut Studie von 38 % auf einen unbedeutenden Wert? Die verwendete Methode führt zu Ergebnissen, ohne die genaue Herleitung zu zeigen. Es werden in der Studie nirgendwo Zwischenergebnisse der "multivariablen Regressionsanalyse" aufgeführt und welche Kombinationen während der Berechnungsmethode gemäß der oben stehenden Faktoren verwendet bzw. gegenübergestellt wurden.

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