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am Donnerstag, 29. Juli 2021 um 09:42

Bundesverband des Öffentlichen Gesundheitsdiensts: Verquerdenker am Ruder?

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Amtsärzte plädieren für Coronaimpfung von Kindern ab zwölf Jahren
vom Mittwoch, 28. Juli 2021
Die Kollegin Vorsitzende Ute Teichert diskreditiert damit nicht nur den Öffentlichen Gesundheitsdienst insgesamt und stellt sich selbst ein fachliches Armutszeugnis für die Kollegin, sie lässt erhebliche Bedenken aufkommen, ob sie für ihren Job die nötige fachliche Eignung hat. Ein Minimum an epidemiologischen Knowhow zur Abschätzung von Nutzen und Risiko gehört dazu. Und man muss Fakten als Fakten erkennen und nicht fünfe grade sein lassen.

Ich gehe mal davon aus, dass die ihr im Beitrag zugeschriebenen Zitate tatsächlich so gemacht wurden. Einspruch, Frau Kollegin, es gibt keine "Zulassung für Kinder und Jugendliche", für Kinder (unter 12 Jahren) überhaupt nicht und für Jugendliche ab 12 Jahren ist bislang nur die Wirksamkeit einigermaßen belegt.

Ja, wir sollten diese Altersgruppe vor Corona schützen, wenn und sobald wir begründeten Anlass zur Annahme haben, dass der Nutzen für die Mitglieder dieser Gruppe selbst größer ist als ihr Risiko. Was das Risiko der Impfung anbelangt, wissen wir das aber (noch) nicht. Was wir wissen ist, dass das konkrete Risiko durch die Infektion selbst "extrem gering" ist, z.B. nicht einmal 5% des Risikos auf einen tödlichen Unfall im Straßenverkehr. Deshalb setzt die Stiko ganz zu Recht die Hürde höher und empfiehlt die Impfung von Heranwachsenden nur für Individuen mit einem deutlich erhöhten persönlichen Risiko. Deshalb erlaubt ganz zu Recht Israel (Meldung 28.7.) die Impfung von Kindern ab 5 Jahren nur "in extremen Ausnahmefällen".

Da mühen wir uns mit Menschen ab, die in Sachen Impfen völlig irrational daherkommen ("Ver-Querdenker") und jetzt bringt fachlich völlig inadäquates Querfeuer aus den eigenen Reihen zusätzlich Verwirrung in die ohnehin in dieser Angelegenheit weitestgehend alleingelassenen Familien.

Gehen Sie in sich und kehren Sie zu einer evidenzbasierten Sachargumentation zurück. Das sind Sie sich, Ihrem Verband und den Menschen, für die Sie zuständig sind, schuldig!

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