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am Donnerstag, 16. September 2021 um 18:56

1,275% Umsatz-Steigerung ist als 0,63525% mehr Überschuss nicht messbar!

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Honorare 2022: Gemischte Reaktionen auf Beschlüsse
vom Donnerstag, 16. September 2021
Von 1 Milliarde Honorarumsatz Plus für Vertrags-Ärztinnen/-Ärzte/-Psychotherapeuten bleiben nach Abzug von 50% Kosten 500 Millionen übrig! Ein Gewinn-Honorar ergibt sich, wenn alle Sach-/Personal-/Abgabe- und Regress-Kosten bezahlt wurden. Die klassische Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich erst unter Berücksichtigung aller Umsatz- und Stellgrößen einer Praxis.

Angeblich erhalten Vertragsärzte und -psychotherapeuten im kommenden Jahr eine Milliarde Euro mehr Umsatz-Honorar als 2020. Laut GKV-Kassenseite setze sich das Plus zusammen aus etwa 500 Millionen durch die Erhöhung des Orientierungswertes und 500 Millionen durch Mengeneffekte, etwa wegen Veränderungen der Morbidität oder bei extrabudgetären Leistungen. Eine klassische "Milchmädchenrechnung"!

Denn Mengeneffekte wegen Multi-Morbiditäts-Steigerungen/mehr extrabudgetären Leistungen führen in jeglichem Praxisbetrieb automatisch zu mehr Kosten: Mehr Personal, mehr Logistik, mehr EDV... Und das für eine lächerliche 1,275-prozentige Umsatz-Steigerung?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
spricht nur von 600 Millionen € mehr, kann aber ebenfalls Umsatz, Honorar, Gewinn- und Verlustrechnung nicht unterscheiden. Glasklar wird dies bei der angeblichen "Unterstützung" der Krankenkassen von 98 Millionen Euro für gestiegenen Hygieneaufwand, der erst ab 1. Januar 2022 bezahlt werden soll.

Ich hatte, wie alle meine Kolleginnen und Kollegen, bereits ab 01.01.2020 einen erhöhten Hygieneaufwand in meiner haus- und familienärztlichen Praxis gehabt und verlange dafür von der KBV und meiner KVWL r ü c k w i r k e n d einen finanziellen Ausgleich durch die GKV-Kassen.

Denn jeder infektiologische Gimpel weiß, dass die Sars-CoV-2-Infektions- und COVID-19-Erkrankungs-Pandemie in Deutschland bereits im Dezember 2019 begonnen hat.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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