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am Mittwoch, 20. Oktober 2021 um 13:10

Bürgerversicherungs-Debatte: Überflüssig wie ein Kropf!

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Ampelkoalition: Die Bürgerversicherung ist vom Tisch
vom Freitag, 15. Oktober 2021
1996: David aus Rostock ist und bleibt präsent. Er war Maler/Anstreicher AZUBI in Dortmund, 18 Jahre alt, wohnte im Wohnheim. Familie, Freunde, Verwandte meilenweit weg. Wir waren die 5. Arztpraxis, die er aufsuchte. Bisher wurden seine Beschwerden bagatellisiert.
Er klagte über Leistungsknick, geschwollene Beine mit Geh-, Steh- und Belastungseinschränkungen. Als meine MFA mir davon berichtete, sagte ich nur: "Ausziehen". Alle vorherigen KollegInnen hatten das versäumt. Beim Entkleiden sah ich dann das Drama. Massive Ödeme mit Verstreichung sämtlicher anatomischer Konturen, Kurzatmigkeit, Tachykardie, Hypotonie. Das Notfalllabor ergab schwere Leukozytose, massive Anämie, hohes Kreatinin. In der Klinik wurde eine akute myeloische Leukämie mit massiver Niereninsuffizienz bestätigt. Der Patient wurde von der Familie meiner MFA mit allem Notwendigen versorgt, weil sie einen etwa gleichaltrigen Sohn hatten.
Die Verlegung in die Uniklinik Rostock wurde organisiert, dort eine Knochenmark-Transplantation versucht. Leider verstarb der junge Patient trotz unser aller Bemühungen.

Das besagt, das Solidarprinzip in der GKV funktioniert. Unser Patient konnte kaum etwas einzahlen, trotzdem wurden alle erdenklichen Leistungen angemessen und ohne Zögern erbracht. Bei einen privat versicherten Studenten reicher Eltern hätte das in der PKV genauso funktioniert.

Wer von 2-Klassen Medizin schwadroniert, sollte die 1. Klasse der Deutschen Bahn, die Business/VIP-Klassen beim Fliegen/Kreuzfahren abschaffen, Einheitsautos mit max.100 PS, Einheits-Kleidung/-Ernährung/-Wohnen fordern. Der übersieht auch, dass kinderreiche, einkommensschwache Familien laufenden GKV-Zuzahlungen, Rezeptgebühren, OTC-Präparate nicht aufbringen können.

Diese durchaus lückenhafte „Bürgerversicherung“ gibt's über 100 Jahre für gut 90% der Menschen in Deutschland als GKV/GPV (P=Pflege). Knapp 10% privat Vollversicherte in PKV/PPV können undramatisch in der Ampel-Koalition weiterlaufen.
MfG, Dr. med. Schät

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