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am Dienstag, 25. Januar 2022 um 17:47

Längsschnitt-Studie aus den USA

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Vor Bundestagsdebatte bleiben Positionen zur Impfpflicht kontrovers
vom Dienstag, 25. Januar 2022
US-National Institutes of Health haben bei 1,2 Millionen Erwachsenen ab 18 Jahren, die zwischen 12/2020 und 10/2021 gegen COVID-19 geimpft wurden, acht Faktoren detektiert, die schwerwiegende Impfdurchbrüche provozieren. Mind. 1 dieser Faktoren lag bei jedem schwer Erkrankten vor, Patienten mit tödlichen Verlauf hatten größtenteils mindestens vier dieser Faktoren.
- Alter über 65 Jahre und Adipositas (adjustiertes Odds Ratio [aOR] 3,2)
- Immunsuppression (aOR 1,9)
- chronische Lungen-Erkrankung (aOR 1,7)
- Leber- (aOR 1,7)
- Nieren (aOR 1,6)
- Neuro-Krankheiten (aOR 1,5)
- Diabetes (aOR 1,5)
- kardiale Erkrankungen (aOR 1,4)
Verimpft wurde Comirnaty®, Spikevax®, Johnson & Johnson-Vakzine.
- 1,2 Millionen Geimpfte
- 2.246 Erkrankte (0,2%)
- 189 schwer krank (0,02%) [Atemversagen/nichtinvasive Beatmung/Aufnahme Intensiv]
- 36 Sterbefälle (0,003%).
Die Autoren empfehlen bei Risikofaktoren Auffrischimpfung, gute Behandlung der Grunderkrankung, Expositionsvermeidung, Einhaltung von AHA-L-Regeln.
Bei Infektion der Patienten sollten medikamentöse Therapien schwere Verläufe verhindern, wie neutralisierende Antikörper/antivirale Medikamente wie Molnupiravir/Paxlovid
C. Yek et al; Risk Factors for Severe COVID-19 Outcomes Among Persons Aged >/=18 Years Who Completed a Primary COVID-19 Vaccination Series — 465 Health Care Facilities, United States, December 2020–October 2021; Weekly (2022); 71(1);19–25; DOI: http://dx.doi.org/10.15585/mmwr.mm7101a4
Zusammenfassung:
- 1,2 Mio Geimpfte
- 2.246 erkrankt (0,2%)
- 189 schwerer Krankheitsverlauf (0,02%)
- 36 starben (0,003%)
Neutralisierende Antikörper/antivirale Medikamente Molnupiravir/Paxlovid verhindern dies: MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2022; 07.01.
8 Faktoren für schwere Impfdurchbrüche: Mind. 1 bei jedem Schwerkranken, ca. 4 bei tödlichem Verlauf.
- Über 65/Adipositas
- Immunsuppression
- Lungen-
- Leber-
- Nieren-
- Neuro-Krankheiten
- Diabetes
- Herzkrankheiten.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schä
Avatar #106067
am Mittwoch, 26. Januar 2022 um 11:35

Zeitpunkt für generelle Impfpflicht verpasst

Durch die Teil-Impfpflicht, die nur selektiv Teile der Bevölkerung und bestimmte Professionen trifft, findet eine verfassungsmäßig bedenkliche Ungleichbehandlung der davon Betroffenen im Gegensatz zu einer Allgemeinen Impfpflicht statt.

Liegt die vollständige Impfquote bei allen MitarbeiterInnen im Krankheits-, Gesundheits- und Betreuungswesen im Zielbereich von 90+ Prozent, hieße eine gesetzliche, selektive Impfpflicht in diesen Branchen und Bevölkerungsteilen "Eulen nach Athen tragen".

Den Zeitpunkt für die Einführung einer generellen Impfpflicht hat die Bundesregierung nicht nur m.E. verpasst:

1. Je höher die freiwillige Impfquote, desto geringer ist die juristische Legitimation für eine generelle Impfverpflichtung der gesamten Bevölkerung ab 18 Jahren.

2. Eine substanzielle Berechnung von Kosten, Nutzen, Risiken, Vor- und Nachteilen bzw. bio-psycho-sozial-kulturellen Auswirkungen, auch im Sinne einer Umweltverträglichkeitsprüfung steht noch aus.

3. Bund und Länder haben es bisher sträflich versäumt, speziell in den Neuen Medien (TicToc, Instagram, Twitter, Facebook, Telegram usw. ) aktiv auf Vorteile/Sicherheit/Verfügbarkeit der freiwilligen Anti-Corona-Impfungen hinzuweisen.

4. Bund- und Länder-Regierungen haben irreführend auf einen angeblich zu erwartenden Totimpfstoff verwiesen und grob fahrlässig unterlassen darauf hinzuweisen, dass a l l e, auch m-RNA- und Vektor-Vakzine, reine Totimpfstoffe sind.

5. Eine Befriedung z.T. fantisch-verblendeter, irrationaler und aufrührerischer Impfgegnerschaft ist derzeit nicht in Sicht.

Beide gesellschaftlichen Gruppen stehen sich derart unversöhnlich gegenüber, dass eine allgemeine Impfpflicht durchzusetzen immer unwahrscheinlicher wird.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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