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am Mittwoch, 6. Juli 2022 um 19:14

Coroner-System steht für Qualität des US-Sterberegisters

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USA: COVID-19 für jeden achten Todesfall verantwortlich
vom Mittwoch, 6. Juli 2022
Lt. Analyse der nationalen Sterberegister (2022; DOI: 10.1001/jamainternmed.2022.2476) war jeder 8. Todesfall auf COVID-19 zurückzuführen.

Zwischen März und Dezember 2020 sind 2,875 Mio. Menschen gestorben. Die Todesbescheinigun­gen geben in 580.000 Fällen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache an, gefolgt von 501.000 Todes­fällen an Krebs. Schon an 3. Stelle folgte COVID-19 mit 351.000 Todesfällen.

In den ersten 10 Monaten von 2021 war es ähnlich. Von 2,855 Mio. Todesfällen waren 571.000 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 502.000 auf Krebs zurückzuführen. An COVID-19 starben 346.000 Menschen und damit trotz verfügbarer Impfstoffe fast so viele wie im Jahr zuvor.

Verschiebungen gab es in den Altersgruppen: Bei den über 85-Jährigen ist es zu einem Rückgang der COVID-19-Todesfälle gekommen, bei den 65- bis 74-Jährigen blieben die Zahlen in etwa gleich. Meredith Shiels vom US-National Cancer Institute in Bethesda/Maryland führt dies auf die bevorzugte Impfung der Senioren zurück.

Eines ist sicher: Das in den USA seit Jahrzehnten etablierte Coroner-System mit amtlich qualifizierter Leichenschau durch spezialisierte medizinische Fachkräfte und weiterführender Untersuchungsbefugnis durch die Amtspersonen ist mit der Beliebigkeit der deutschen "Leichenschau" mit nichts zu vergleichen. Sehr hohe, einheitliche Standards der Begutachtungen, gesicherte Ereignis- und Prozess-Abläufe bzw. interne und externe Qualitätssicherungen geben dem Coroner-System besonderes Gewicht.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund

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