Vermischtes

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Avatar #89150
am Montag, 2. Januar 2006 um 21:13

Hamer - ein armes Opfer seiner Krankheit

Vor vielleicht 10 Jahren habe ich Herrn Hamer im Fernsehen erlebt, wo man ihm viel Zeit und Gelegenheit gab, seine Vorstellungen darzulegen.
Wir alle - die Hochschulmediziner ebenso wie jeder andere würden ja gerne nach jedem Strohhalm greifen, wenn man den Krebs weniger eingreifend erfolgversprechend behandeln könnte. Wir haben alle gierig nach dem schlimmsten belastenden Ereignis in der Biographie unserer Patienten gesucht.
In der Regel fanden wir nur den Krebs selber als eben dieses.
Die Wahnvorstellungen des kranken Herrn Hamer werden nun leider von Geschäftemachern ausgenutzt um kranke Menschen abzuzocken.
Avatar #14728
am Dienstag, 3. Januar 2006 um 08:38

Genau!

Ich kann Andi P. nur zustimmen!
Interessant ist, dass man die Diagnose "Krebs" stellen kann, ohne einen einzigen objektiven Befund zu haben... auch ich könnte da behaupten, dass ich 5 Leukämien überlebt habe, da ich meine Konflikte gelöst habe!

"Andererseits kann man wohl nicht richtig einschätzen, wie viel Leid ihm widerfahren ist, indem man ihn seitens der Schulmedizin einfach ignoriert hat."
Und was ist mit dem Leid der Patienten, die an Hamer geglaubt haben / glauben???
Und wenn Hamers Gedanken so richtig wären, hätte man da nicht schon längst überzeugt sein müssen?
Avatar #87378
am Dienstag, 3. Januar 2006 um 09:41

Zum angeblichen Urteil gegen die Uni Tübingen

Herr Buck behauptete:

„Die Tübinger Universität wurde dazu verurteilt, das Habilitationsverfahren wieder aufzunehmen und die Neue Medizin nach naturwissenschaftlichen Kriterien durch Verifikation zu prüfen.
Die Fakultät Tübingen schaffte es bis heute, die öffentliche Durchführung des Verfahrens hin-auszuzögern oder zu verhindern. Prof. Voigt will sich heute verständlicherweise nicht mehr an diese Aussagen erinnern. Die Sache wird unangenehmer, je länger es geht.“

Diese Verdrehung der Tatsachen wird gebetsmühlenartig von Hamer-Anhängern wiederholt. Doch scheinbar liest niemand die einschlägigen Urteile, trotzdem der Verkünder der Hamer-Sekte, Helmut Pilhar selbst sie auf seiner Webpage veröffentlicht hat.
Dort ist zu lesen (http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1986/861217.htm):

„Der Bescheid der Beklagten (Anm.: Uni Tübingen) vom 10.5.1982 wird aufgehoben. Die Beklagte wird verpflichtet, über den Antrag des Klägers auf Erteilung der Habilitation erneut unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts zu entscheiden.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.“

Und:

„Soweit der Kläger (Anm.: Hamer) die Verpflichtung der Beklagten (Anm.: Uni Tübingen) erstrebt, ihm die Habilitation zu erteilen, ist die Klage unbegründet. Zum einen scheitert dies bereits daran, daß der Kläger - abgesehen von seiner schriftlichen Leistung - die nach § 55 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 Universitätsgesetz - UG - erforderliche mündliche Leistung (wissenschaftlicher Vortrag mit anschließender Aussprache) noch nicht erbracht hat. Insoweit fehlt es an der für einen verpflichtenden Ausspruch des Gerichts notwendigen Spruchreife der Sache (vgl. § 113 Abs. 4 VwGO). Da dem Prüfungsgremium bei der Bewertung der somit noch erforderlichen mündlichen Leistung des Klägers ein vom Gericht nur beschränkt überprüfbarer - "Beurteilungsspielraum" zukommt, kann das Gericht vorliegend die Spruchreife auch nicht herstellen (vgl. Kopp, VwGO 7. Aufl., § 113 RdNr. 84).“

Außerdem ist im zweiten Urteil zu lesen:
(http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/1994/940103.htm)

„Was das Anliegen des Antragstellers (Anm.: Hamer) anlangt, die Antragsgegnerin (Anm.: Uni Tübingen) in dem vorliegenden Vollstreckungsverfahren zu verpflichten, die "Überprüfung der Habilitationsschrift nach den Regeln der Reproduzierbarkeit" vorzunehmen, so vermag das Gericht diesem nicht näherzutreten. Insoweit wird auf das eine entsprechende Anfrage des Antragstellers beantwortende Schreiben des Verwaltungsgerichts Sigmaringen vom 4.12.1987 im Verfahren 3 K 1180/86 verwiesen. Dort wurde u.a. ausgeführt:
"Die im Urteil vom 17.12.1986 ausgesprochene Verpflichtung der beklagte Universität, über Ihren Antrag auf Erteilung der Habilitation erneut unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts zu entscheiden, bezieht sich nach dem tragenden Grund des Urteils ausschließlich auf den unterlaufenen Verfahrensfehler, nämlich die Entscheidung über Ihr Habilitationsgesuch durch ein im Zeitpunkt der Entscheidung unzuständiges Gremium. Diese Rechtsauffassung des Gerichts hat die Universität bei einer neuen Entscheidung über Ihren Antrag zu berücksichtigen. Die Rechtsauffassung des Gerichts bezieht sich hingegen nicht auf Elemente in der Urteilsbegründung, die das Gericht ausdrücklich offengelassen hat, wie etwa die Nachprüfung der von Ihnen gewonnen Ergebnisse an Patienten (S. 12 des Urteils). Insoweit besteht keine Bindungswirkung des Urteils für die Universität.“

Also zusammenfassend:
Die Uni Tübingen wurde nicht zur „Verifikation“ der (G)NM verurteilt. Es ging lediglich um einen Verfahrensfehler in der Ablehnung der „Habilitationsschrift“, der von der Uni Tübingen verschuldet wurde.
Das Verfahren zur Habilitation konnte aber gar nicht, wie im Urteil gefordert, neu aufgerollt werden, da Hamer ja schon kurz nach dem ersten Urteil kein Arzt mehr war, und somit nicht zur Habilitation zugelassen werden konnte.

Avatar #14728
am Dienstag, 3. Januar 2006 um 09:44

Woher...

wissen Sie eigentlich / glauben Sie zu wissen, dass Sie ein Hodenkarzinom hatten? Haben Sie eine Histologie, die diese Verdachtsdiagnose bestätigt? Und bitte keine Argumentation, dass eine Biopsie die Selbstheilungskräfte durch Konfliktlösung ausser Kraft gesetzt hätte... daran kann ich nämlich nicht glauben!
Man kann natürlich behaupten, dass man nicht an seinem Karzinom verstorben ist... nämlich wenn man gar keins hatte... vielleicht war es doch nicht mehr als eine Entzündung? Und die heilt natürlich aus... meistens...
Dass ein Hamer-Patient an seinem Hodenkarzinom verstorben ist, ist unbestritten... und dieser Patient hatte ein histologisch nachgewiesenes Karzinom! Die "Argumentation", dass durch die Einmischung der Schulmedizin die Konfliktlösung gestört wird, ist nur lächerlich!
Übrigens gibt es durchaus Erfolge in der Schulmedizin: der Radprofi Lance Armstrong wurde von seinem metastasierten Hodenkarzinom geheilt... ob das mit Konfliktlösung funktioniert hätte?
Und ob das Mädchen Pilhar ohne Schulmedizin noch am Leben wäre kann man wohl bezweifeln! Auch wenn sogar die Eltern etwas anderes behaupten...
Avatar #14728
am Dienstag, 3. Januar 2006 um 09:51

und wie erklärt man...

... in der "neuen Medizin" die Tatsache, dass bereits Säuglinge bösartige Tumoren bekommen können? Welche Konflikte können da zu Grunde liegen und wie soll man diese dann lösen?

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