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Aufstand Kassenärzte

Aufstand Kassenärzte

Nach den Klinikärzten gehen nun auch die Niedergelassenen auf die Straße: Kassenärzte protestieren gegen Honorarverluste, Arzneiregresse, Bürokratie und politische Gängelung.

Avatar #89012
am Samstag, 4. März 2006 um 10:28

Konkreter!

Also das ist kaum zu glauben: €150000 Umsatz und dann nur
€50.000 Gewinn VOR Steuern?? Das klingt primär schwer nach
einer Praxis, die betriebswirtschaftlich nicht optimal (um es mal
ganz vorsichtig auszudrücken) geführt wird... Aber auch sonst:
Fachbereich? Wieviele Angestellte? Lage? Fragen über Fragen...
Avatar #91885
am Samstag, 4. März 2006 um 11:46

Kostenstruktur einer Praxis

Die Kostenstruktur scheint recht ungünstig gewesen zu sein, sehe ich auch so.

Die Kostenstruktur sollte meiner Meinung nach maximal 50% der GKV-Einnahmen betragen. Das Problem ist jedoch, daß man mit den GKV-Einnahmen immer weniger vorausschauend disponieren kann.
Avatar #89012
am Samstag, 4. März 2006 um 12:15

Stimmt,

die Frage, wieviel für diese €150.000 zu leisten sind/waren ist
aber ein anderes paar Schuh. Unbestritten, dass für einen
derartigen Umsatz unvehältnismässig viel Leistung erfolgen
muss. Ob "max. 50% der GKV-Einnahmen" in jeden Fall zur
Deckung der Fixkosten (ich denke, das war mit "die
Kostenstruktur" gemeint...?) ausreichen, hängt von einer Reihe
von Faktoren ab, lässt sich also so pauschal nicht sagen.
Wer allerdings mit 2/3 Abzügen VOR Steuern dasitzt sollte sich
mal ernsthaft Gedanken über sein eigenes Management machen.
Avatar #91866
am Sonntag, 19. März 2006 um 20:58

Anteile der Niedergelassenen am PKV-Kuchen und Igel-Braten

Wenn man davon ausgeht, dass der Anteil des einzelnen "Kassenarztes" am GKV-Honorarkuchen nicht allzu sehr vom durchschnittlichen Betrag, der von seiner zuständigen KV für sein Fachgebiet angegeben wird, abweicht, kann durch unterschiedliche Anteile der einzelnen Ärzte am PKV-Kuchen und IGeL-Braten trotzdem eine große Streuung der Umsätze und bzw. Bruttoeinkommen zustande kommen. Darin stimme ich Wasserträger zu.

Trotzdem habe ich mal ein paar Zahlen gesucht, damit man sieht, um welche Größenordnungen es bei den Zusatzeinnahmen geht.

Lt. KBV warten Ende 2003 ca. 120 000 Ärzte KV-Vertragspartner. (Neuere Zahlen habe ich momentan nicht.)

Anzahl Chefärzte in Deutschland lt. Bundesamt f. Statistik: ca. 12 000

Da PKV-Vollversicherte für ambulante Behandlungen auch zu Chefärzten ohne KV-Zulassung gehen dürfen, gehe ich von 132 000 an der *ambulanten* Versorgung von PKVlern beteiligten Ärzten aus.

Also: 6 500 000 Euro pro Jahr von den PKVen für ambulante ärztliche Behandlungen bei 132 000 Ärzten => 49 000 Euro zusätzlich pro ambulant tätigem Arzt.

Ich gehe davon aus, dass der *durchschnittliche*!!! Anteil des einzelnen Chefarztes am *ambulanten*!!! PKV-Kuchen nicht größer ist als der des durchschnittlichen Niedergelassenen, denn der "normale" Privatpatient geht für "normale" ambulante Angelegenheiten in der Regel eher zum niedergelassenen Arzt in seiner Nähe als ins evtl. weiter entfernte Krankenhaus.

Natürlich sind die 49 000 Euro ein Durchschnittswert, der dem einzelnen Niedergelassenen, der keine PPs hat, nichts nützt, während einige Spezialisten (vor allem CAs?) evtl. ein Mehrfaches dieses Betrags bekommen.

Bei den Anteilen am "Igelbraten" wird's noch unübersichtlicher. Insgesamt betrug der Umsatz durch IGeL 2004 angeblich eine Milliarde Euro. Eine Schätzung nennt 30 000 bis 50 000 Euro pro Praxis.

Wenn ich die eine Milliarde Euro auf 120 000 Niedergelassene umrechne, komme ich allerdings auf durchschnittlich 8 333 Euro. Das könnte daran liegen, dass IGeL vorwiegend von Ärzten bestimmter Fachgruppen angeboten werden.

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>Das Geschäft mit den Zusatzangeboten boomt. Eine Milliarde Euro beträgt Schätzungen zufolge der jährliche Umsatz; 2004 stieg er um 44 Prozent. Eine Umfrage unter 8000 Ärzten ergab, dass jeder Zweite glaubt, seine Praxis ohne Igel auf Dauer nicht mehr wirtschaftlich betreiben zu können“. Auf 30.000 bis 50.000 Euro jährlich werden die Igel-Einnahmen pro Praxis geschätzt, bis zu 100.000 Euro seien drin.>


http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/470/68402/
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>Ende der 90er-Jahre hat das Geschäft mit privaten Zusatzleistungen in der Arztpraxis begonnen. Seitdem wächst es unaufhaltsam. Auf eine Milliarde Euro wird das jährliche Volumen geschätzt, 2004 stieg es um 44 Prozent.<

Quelle: http://www.journalmed.de/newsview.php?id=11053
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Avatar #91866
am Sonntag, 19. März 2006 um 21:32

immer diese vielen Nullen

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>Also: 6 500 000 Euro pro Jahr von den PKVen für ambulante ärztliche Behandlungen bei 132 000 Ärzten => 49 000 Euro zusätzlich pro ambulant tätigem Arzt.<
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Es muss 6 500 000 000 € (= 6,5 Milliarden) heißen, aber das war nur ein Tippfehler! Das Rechenergebnis stimmt!

Die PKVen geben pro Jahr 6,5 Milliarden für amb. ärztliche Leistungen aus. Quelle: PKV. (Den Link habe ich früher mal gepostet.)

6 500 000 000 € : 132 000 Ärzte = 49242,424242424242424242424242424 €/Arzt

=> durchschnittlich ca. 49 000 Euro pro niedergelassenem Arzt von den PKVen

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