DÄ plusForenAusbeutung junger Ärztinnen und ÄrzteDanke Herr MONTGOMMERY; meinen Segen haben Sie

Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte

Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte

Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen

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am Freitag, 16. Juni 2006 um 20:09

Danke Herr MONTGOMMERY; meinen Segen haben Sie

Um es vornherein zu sagen. Ich bedanke mich bei den Verhandlungsführern vom Marburger Bund für den abgeschlossenen Tarifvertrag. Danke Herr Montomery. Danke Herr Hammerschlag. Ich fühle mich gut vertreten. Meine Zustimmung bei der Urabstimng zur Übernahme des Tarifvertrages haben Sie.

1. Endlich gibt es einen Arztspezifischen Tarifvertrag, der einem eine Perspektive und Zukunft in diesem Land gibt. Mir, als Arzt im ersten Jahr ist egal, ob ich 3060€, 3600€ oder 3700€ verdiene. Aber ein wichtiger Punkt der mich in den letzten Monaten an meinem Beruf zweifeln lassen hat, waren die mangelnden pekuniären Aufstiegsmöglichkeiten. Diese sind in dem neuen Vertrag nun gegeben. Es lohnt sich vom finanziellen Standpunkt wieder in Deutschland FACHARZT oder OBERARZT zu werden.

2. Bereitschaftsdienstvergütung von 95% ist traumhaft, wenn man bedenkt, dass man dafür nur bis zu 49% der Zeit arbeiten muss. Die Fälle, in denen Kollegen über längeren Zeitraum voll arbeiten und sich mit Bereitschaftsdienst abspeisen lassen, kann man nicht einem Tarifvertrag oder dem MB anlasten. Wenn Ihr nicht den Mut habt, dann bei Eurem Arbeitgeber VOLL-Arbeitszeit durchzusetzen ist das Euer persönliches Pech. Ähnliches gilt im Bezug auf die unbezahlten Überstunden. Die Bezahlung von Überstunden ist tariflich geregelt. Wenn Kollegen dies nicht geltend machen, kann dass nicht dem MB angelastet werden.

3. Zum 1. Januar gibt es noch einmal eine Erhöhung von 2,9% rechnet das noch einmal drauf. Das ist ne Menge Geld.

4. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31.12.2009. Danach haben wir die Möglichkeit weitere Forderungen zu stellen. Der MB wird von nun an als Gewerkschaft ernst genommen.

5. Der ZUSI ist sinnvoll und keine Gefahr. Schaut euch das Procedere an, welches notwendig ist um 10% des Gehaltes zu kürzen. Das ist nicht einfach für den Arbeitgeber. Keine Gefahr für uns.

6. Ver.di hätte ohne die Ärztestreiks niemals alleine so einen TV wie vor 4 Wochen abschließen können. Dies ist allein der Verdienst des MB. Dumm ist es, dass es so rüberkommt, als ob der MB den Ver.di Vertrag übernommen hat. Eigentlich ist es ja eher umgekehrt, wenn man das nüchtern betrachtet.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich mich als MB-Mitglied sehr gut vertreten fühle und dass mein Mitgliedsbeitrag sehr gut angelegt ist.

Denkt mal drüber nach.

Dr. O. Keil
Avatar #89049
am Freitag, 16. Juni 2006 um 20:42

???

42-38,5=3,5

3,5std sind fast 9%
zusi wird kommen , unter anderem mit der begrundung der verluste durch den streik 10%

die arbeitszeit SOLL dokumentiert werden, naja politiker SOLLEN auch das volk vertreten!

buerokratie SOLL weniger werden, da werden wohl jetzt einige verwaltungsposten zur abschaffung der verwaltung ausgeschrieben!

wo ist das weihnachtsgeld? wo das urlaubsgeld? das waren mal fast 2 monatsgehaelter extra! nochmal fast 15 %.

auch wenn es ein kleiner fortschritt ist statt 2 kruemeln brot 3 zu haben, satt wird man davon nicht!

oberarzt lohnt sich wieder? vielleicht in england, aber nicht hier, ein vergleichbarer akademischer beruf verdient nach 6-8 jahren berufserfahrung leicht das doppelte!

mit klarem verstand in die zukunft sehend, bleibt nur noch der exodus!
mein cousin arbeitet als physiotherapeut in der schweiz, der verdient mit 28 mehr als ich!

die unikliniken im osten werden kaum noch gute aerzte kriegen, wieso auch, im westen ist die arbeit genauso beschissen, aber besser bezahlt, langfristig ein wissenschaftlicher verlust, der den osten um jahre zurueckwirft!

ertrinkend im ozean, wirft man uns eine paar champagner korken zu, welche von den buerokraten auf der queen elizabeth2 auf unsere kosten zu derem wohl gesoffen wurden und dabei noch ein netter spruch, was wollt ihr denn , schwimmt doch einfach, dann ersauft ihr auch nicht!

nur die duemmsten schafe sagen noch danke zu schlachter!
Avatar #87304
am Freitag, 16. Juni 2006 um 20:50

soll das ein scherz sein ?

Ist Dein Beitrag ernst gemeint ?
Über einen vertrag, der 66 Wochenstunden Arbeitsszeit vorsieht - egal ob man das Vollarbeit oder Bereitschaftsdienst nennt - kann man nicht weiter diskutieren. 48 Wochenstunden sind genug - diskussionslos. Er ist völlig unannehmbar.
Auch fehlen Nacht- und Feiertagszuschläge, wie für alle anderen Berufe.
Vom MB als Trojanisches Pferd habe ich allerdings auch nix anderes erwartet, als die totale Verarschung der Klinikärzte und
Verhöhnung aller am Streik beteiligten auf Jahrzehnte hinaus.

Avatar #90578
am Freitag, 16. Juni 2006 um 22:50

Alles widerlegt, Herr Kollege!

1. "...pekuniären Aufstiegsmöglichkeiten. Diese sind in dem neuen Vertrag nun gegeben. Es lohnt sich vom finanziellen Standpunkt wieder in Deutschland FACHARZT oder OBERARZT zu werden."
Es soll es sich lohnen, wieder OA zu sein?? Viele jetzige OA´s werden ich wundern, wenn sie nach der neuen Verdi/MB-Definition plötzlich nur noch als Fachärzte bezahlt werden! Auf Basis des neuen VERDI-MB-Vertrags hätte ich 1541,- Euro jährlich WENIGER Grundlohn in der Tasche als derzeit UND muss dafür noch länger arbeiten sowie das Risiko der ZUSI in Kauf nehmen.

2. "Bereitschaftsdienstvergütung von 95% ist traumhaft, wenn man bedenkt, dass man dafür nur bis zu 49% der Zeit arbeiten muss."
Ja, statt 80% bekommt man also 95% für Bereitschaftsdienst mit 25-49% (Realität: 80-100%) Arbeitsbelastung. Toll. Dafür hat man bei der Rufbereitschaft bisher für jeden Ersteinsatz pro Dienst satte 3 Stunden bezahlt bekommen - in Zukunft nur noch
eine Stunde!!!! Da wird es doch ungemein attraktiv für den AG, statt BD gleich Rufbereitschaft anzuordnen!

3. "Zum 1. Januar gibt es noch einmal eine Erhöhung von 2,9% rechnet das noch einmal drauf. Das ist ne Menge Geld."
Unsere Jahresgehälter fallen unter das Niveau vom BAT2001 zurück und können frühestens 2010 wieder steigen. Wir reden also über eine einzige wirkliche Lohnerhöhung von ganzen 2,9% in fast 10 Jahren! Dank Inflation über 10 Jahre reden wir über einen Reallohnverlust von fast 20% - DAS ist ne Menge Geld(verlust)!!

4. "Der MB wird von nun an als Gewerkschaft ernst genommen."
So dilettantisch, wie sich der MB hat übern Tisch ziehen lassen, wird er sicher NICHT ernst genommen. Was nützt ein "eigener" Tarifvertrag, mit dem sich Montgomery ein Denkmal setzen will, wenn er hinter das BAT2001-Niveau zurückfällt??!

5. "Der ZUSI ist sinnvoll und keine Gefahr. Schaut euch das Procedere an" - Tja, das empfehle ich doch auch: Der "neutrale" Gutachter, der beurteilen soll, ob ein ZUSI-Lohnabzug statthaft ist, wird künftig von der Klinik bestellt und bezahlt - wie da wohl das "neutrale" Urteil ausfallen wird?

6. "Dumm ist es, dass es so rüberkommt, als ob der MB den Ver.di Vertrag übernommen hat." Dumm ist vielmehr, dass sich der MB noch ein paar Schlechtigkeiten mehr als verdi hat reindrücken lassen, Beispiel gefällig:
a) Die Mindestvertragslaufzeiten gelten nur noch für WB-Verträge nach HRG! Unikliniken befristen aber auch WB-Verträge gerne auch nach TzBfG - und da drückt man den Jungassistenten dann weiter Halbjahresverträge etc rein: Verdi war schlauer!
b) Die Dienstjubiläumszahlungen entfallen nun auch noch. Das hatte verdi für die Ärzte nicht im Angebot.
c) Die Regelung"3-Stunden-Mindestbezahlung" für den Ersteinsatz in Rufbereitschaft hat sich der MB auch neu aufdrücken lassen.

FAZIT: Der MB-Deal bringt uns Rückschritte beim Gehalt (im Vergleich zu BAT2001), KEINE wirklich abgesicherten Vorteile bei den Arbeitsbedingungen, die lange Vertragslaufzeit bis 2010 bei einem lächerlichen Inflationsausgleich von 2,9% für fast ein Jahrzehnt ist der Oberknüller. Niederlage auf der ganzen Linie!
Avatar #87188
am Samstag, 17. Juni 2006 um 02:27

Überflüssige Ovation

Herr Kollege,

Ihre Dankbarkeitsbekundungen an die MB-Spitze sind nun ganz und gar fehlplatziert.

Man könnte fast glauben, der MB hat sie für diesen realitätsverdrängenden Positivbeitrag beauftragt oder bezahlt.