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Nach den Ergebnissen einer aktuellen US-Studie scheint es mit der Ehrlichkeit der Wissenschaftler nicht weit her zu sein: Jeder Dritte gab in einer anonymen Befragung an, in den vergangenen drei Jahren mindestens ein straffwürdiges Vergehen begangen zu haben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht davon aus, dass die Situation in Deutschland ähnlich ist. Wie schätzen Sie die Redlichkeit der Forscher ein? Sind Sie vielleicht sogar Opfer von Manipulationen oder wissenschaftlichem Fehlverhalten geworden. Ihre Meinung interessiert uns!

Avatar #91015
am Montag, 4. September 2006 um 13:01

Lieber Kommentator /intravasale l Laserblutbehandlung

Mein lieber Kommentator,

darf ich Ihre Hilfe noch einmal beanspruchen?

Als ich mich gestern mit der low-level-Lasertherapie beschäftigt habe sind einige Fragen aufgetaucht, die Sie mir hoffentlich beantworten können.

Ich habe bei Pub Med unter "low level laser therapy", "intravenous laser radiation", intravenous laser therapy", endovascular hemotherpy" und Ähnlichem reichlich Abstracts gefunden, allerdings nur zu Artikeln in russischer Sprache.

Als Ergbnis der Studien werden meist quantitative und qualitative Veränderungen an zellulären und nichtzellulären Blutbestandteilen angegeben, die auf die Laserbehandlung zurückgeführt werden.
Das heißt: Wenn dieses alternative Verfahren tatsächlich Wirkungen hat, kann man davon ausgehen, dass es nicht nur erwünschte sind. Oder irre ich mich da?

Nun bietet ein/e Arzt/Ärztin, der/die als Spezialgebiet Naturheilververfahren mit Schwerpunkt TCM angibt, unter der Rubrik TCM auf seiner/ihrer Homepage auch intravenöse Laser-Blutbehandlung an (obwohl diese weder natürlich, noch traditionell, noch chinesisch ist):

______________________________________________________
[Zitat]

Intravasale Laserblutbehandlung

Bei der intravasalen Laserblutbestrahlung handelt es sich um ein neuartiges Verfahren der intravenösen Behandlung des Blutes. Vielfältige Forschungsarbeiten und klinische Daten, dieser seit ca. 30 Jahren in russischen Universitätskliniken entwickelten und erprobten Methode haben gezeigt, dass sich vielfältige schwerwiegende und chronische Erkrankungen mit ausgezeichneten Erfolgen durch diese neuartige Methode therapieren lassen. So wurden Studien zur Behandlung von Leberkrankheiten, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus mit Komplikationen, immunologischen und neurologischen Erkrankungen veröffentlicht, die deutlich schulmedizinisch messbare Effekte bei den genannten Krankheitsbildern zeigen. In einer großen in der Praxis von Dr. Weber durchgeführten Vergleichsstudie konnten die russischen Daten vollständig reproduziert werden.
Diese Methode stellt eine Art Eigenbluttherapie dar, wobei das Blut jedoch nicht aus dem Gefäßsystem herausgenommen und extern bestrahlt werden muss, sondern sozusagen "in vivo" mit einer in einer Verweilkanüle liegenden Einmalkatheter über ca. 30 Minuten direkt im Gefäßsystem bestrahlt wird.
Die Effekte sind so zu deuten, dass die direkt dem Blut hinzu geführten Laserlichtquanten über biostimulatorische Wirkungen zunächst die Leukozyten anregen und zur Expression von antioxidativen Enzymen und Immunglobulinen stimulieren. Darauf beruht die nachgewiesene hervorragende Wirksamkeit bei immunologischen Erkrankungen (Allergien, Rheuma, chronischen entzündlichen Darm­er­krank­ungen und anderen aus dieser Gruppe). Weiterhin ist die Wirkung dieser Methode so zu verstehen, dass die von den Blutzellen absorbierte Energie an hypoxische und stoffwechselinaktive erkrankte Zellen weitergegeben wird und diese einen Regenerationsschub erfahren. So konnten messbare Effekte anhand vielfältiger Blutwerte an den verschiedenen Organsystemen wie Leber, Niere und Knochenmark nachgewiesen werden. So kommt es bei chronischen Lebererkrankungen meist zu einer 30%igen Senkung der Leberwerte, zu einer ca. 30%igen Senkung pathololisch erhöhter Cholesterinwerte (vergleichbar mit der Wirkung von teuren Statinen) und zu einer 10-20%igen Verbesserung der Nierenfunktion. Interessant ist, dass nach einer 10maligen Behandlung (über 14 Tage) die Effekte ohne jegliche weitere Therapie nach 2 bis 3 Monaten ihr Maximum erreichen und über ein halbes Jahr anhalten, ohne dass noch weitere Behandlungen durchgeführt werden müssen. Weiterhin kommt es über die energetische Zufuhr zu deutlichen Stärkung des Organismus und zu einer Besserung des Allgemeinbefindens bei chronischen Erschöpfungszuständen.
Diese hoch effektive neue Therapiemethode zeigte bisher in meiner Praxis positive Reaktionen bei Krankheitsbildern wie:

Chronische Lebererkrankungen
Fettstoffwechselstörungen
Rheumatoide Arthritis
Fibromyalgie
Augenkrankheiten (z. B. Maculopathien)
Burn-Out-Syndrom
Allergien und Ekzeme
Hypertonie
Tinnitus
Chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen

Zusammenfassend zeigen sich bei der kombinierten Laserkörperakupunktur mit intravasaler Laserblutbehandlung
allgemeine Effekte wie deutliche Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit, Verbesserung des Schlafverhaltens und der Vigilanz, positive Effekte auf die allgemeine Stimmungslage und eine Reduktion des Medikamentenkonsums.
Spezielle Effekte wie Optimierung einer diabetischen Stoffwechsellage, Reduktion eines hohen Cholesterinwertes, deutliche Absenkung pathologisch erhöhter Leberwerte positive Beeinflussung therapieresistenter Schmerzsyndrome, tendenzielle positive Beeinflussung des Tinnitus sowie von Maculopathien, Reaktion antihypertensiver Medikamente bei schweren Hypertonien, Reduktion von Schulfrequenzen bei chron. entzündl. Darm­er­krank­ungen und Besserung des Allgemeinzustandes und der Motilität bei MS-Erkrankungen.

Risiken:

Kann eine Laserblutbestrahlung oder Laserakupunktur Krebs auslösen?
Alle bisherigen Ergebnisse lassen keine Gefahr erkennen, dass Tumorzellen stimuliert werden, auch wenn dies zunächst in Untersuchungen an Zellkulturen vermutet wurde.
Insofern kann nach Durchsicht der gesamten verfügbaren Literatur kein Hinweis auf Cancerogenität geliefert werden.

Ist Schwangerschaft eine Kontraindikation? Schwangerschaft ist keine Kontraindikation, die Strahlen schaden den Feten nicht. Studien haben gezeigt, dass sich zum Beispiel eine EPH-Gestose in hervorragender Weise mit der kombinierten Lasertherapie behandeln lässt.

[/Zitat]
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Da fällt mir besonders die Formulierung:

>...... kann nach Durchsicht der gesamten verfügbaren Literatur .....<

auf. Ich habe fast nur Abstrachts zu Artikeln in russischer Sprache gefunden. Hat er/sie die gesamte russische Originalliteratur gelesen? Oder wie soll ich das verstehen?

Genügt zur rechtlichen Absicherung ein solcher Discleimerr:

[Zitat]
Ich mache Sie hiermit darauf aufmerksam, dass den von mir erbrachten Leistungen Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin, Bachblüten-Therapie und Homöopathie, Biologische Heuschnupfenbehandlung, Biologische Krebs-Therapie, Neurodermitis Spezialbehandlung sowie Raucherentwöhnung keine von einer Ärztekammer verliehene Qualifikation zugrunde liegt. Für diese Leistungen gibt es noch keine von einer Ärztekammer verliehene Qualifikation.
[/Zitat]

MfG
Ihre
Rita Lin
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Anlage:
Einige Abstracts über Studien zur intravenösen low-level-Laser-Blutbehandlung


Urologiia. 1999 Nov-Dec;(6):13-5.

[Endovascular Helium-Neon laser irradiation of the blood in the treatment of chronic pyelonephritis] [Article in Russian]
Tsvettsikh VE,
Sultanbaev VR,
Berdichevskii BA,
Kazeko NI,
Ovchinnikov AA,
Sultanbaev RA,
Murychev AV.
The authors analyze the condition of free-radical oxidation and activity of antioxidant system, clinical effectiveness of He-Ne laser therapy of patients with chronic pyelonephritis. It is shown that clinical manifestation of the disease is accompanied with activation of free radical oxidation and hypoactivity of antioxidant system. Endovascular laser hemotherapy stimulates antioxidant system, activity of superoxide dismutase, in particular. A good response and immunomodulation are achieved.
PMID: 16858996 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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Urol Nefrol (Mosk). 1997 Jan-Feb;(1):11-3.
[The dynamic level of beta 2-microglobulin, the basic lipid peroxidation indices and middle molecules in the blood and urine in patients with acute calculous pyelonephritis against a background of endovascular helium-neon laser therapy]
[Article in Russian]
Safafov RM,
Ianenko EK,
Nikitinskaia LP,
Golovanov SA,
Drozhzheva VV,
Kon'kova TA,
Danilkov AP.
The authors present the effect of intravenous He-Ne laser therapy on the changes in beta 2-microglobulin, lipid peroxidation, middle-size molecules in the blood and urine of patients with acute calculous pyelonephritis. Endovascular He-Ne laser therapy was found an effective treatment of acute calculous pyelonephritis. The authors propose to combine hemosorption with endovascular He-Ne laser radiation.
PMID: 9123656 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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Klin Med (Mosk). 2004;82(5):39-41.
[Intravenous blood laser irradiation in patients with chronic nonspecific lung diseases and bronchial epithelial dysplasia]
[Article in Russian]
Cheremisina OV,
Pankova OV.
The study included patients with chronic nonspecific lung diseases (CNLD) and a morphologically verified diagnosis of first-second degree bronchial epithelial dysplasia (BED). Forty-six patients underwent intravenous blood laser irradiation (IBLI) (a study group); 45 patients received routine anti-inflammatory therapy (a control group). After therapy in the study group, the clinical and endoscopic signs of an inflammatory process were eliminated in 80.4 and 78.2% of cases, respectively. With morphological monitoring, a full and partial regression of BED occurred in 63.1 and 17.4%, respectively. In the control group, clinical and endoscopic improvements were achieved in 53.3 and 52.0% of cases. Dysplastic changes could be arrested only in 8.9% of cases. The differences were statistically significant (p < 0.05). Thus, IBLI is a highly effective treatment of dysplastic bronchial epithelial changes in patients with CNLD as compared with the controls.
PMID: 15230040 [PubMed - indexed for MEDLINE]
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Klin Med (Mosk). 2006;84(2):61-4.
[The influence of low-intensive laser therapy on the aggregation properties of thrombocytes in patients with peptic ulcer]
[Article in Russian]
Burduli NM,
Gutnova SK.
The purpose of the study was to evaluate the influence of low-intensive laser therapy (LILT) on the aggregation properties of thrombocytes in patients with exacerbation of peptic ulcer (PU). The subjects, 111 patients aged 18 to 63, were divided into two groups: the main group (n = 81), and the control group (n = 30). In addition there were 15 healthy people who also underwent examination. Patients in the main group received complex treatment with untiulcer drugs and different methods of laser therapy: intravenous laser irradiation of blood, cutaneous irradiation, and a combination of both. The control group was treated with drugs only. The study found various changes in the aggregation properties of thrombocytes in patients with PU exacerbation, which consisted mostly in hyperaggregation. LILT had a normalizing effect on the aggregation properties of thrombocytes in patients of the main group.
PMID: 16613009 [PubMed - indexed for MEDLINE]
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Bull Exp Biol Med. 2003 May;135(5):430-2.
Laser modification of the blood in vitro and in vivo in patients with Parkinson's disease.
Vitreshchak TV,
Mikhailov VV,
Piradov MA,
Poleshchuk VV,
Stvolinskii SL,
Boldyrev AA.
Institute of Neurology of the Russian Academy of Medical Sciences, Moscow.
The effect of He-Ne laser radiation on activity of MAO B, Cu/Zn-SOD, Mn-SOD, and catalase in blood cells from patients with Parkinson's disease was studied in vivo and in vitro. The effects of intravenous in vivo irradiation (intravenous laser therapy) were more pronounced than those observed in similar in vitro experiments. It is concluded that generalized effect of laser therapy involves interaction between blood cells.
PMID: 12910278 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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Klin Med (Mosk). 2002;80(4):31-3.
[Diagnostic implications of changed red cell count in low-intensity laser radiation of blood in elderly patients with coronary heart disease]
[Article in Russian]
Simonenko VB,
Siuch NI,
Vokuev IA.
Intravenous laser therapy in combination with medication was conducted in 41 elderly patients with coronary heart disease (633 nm, 1 mW, 124 mW/cm2). The study of qualitative and quantitative (osmotic resistance) erythrocyte indices of blood demonstrated the change of erythrocyte number in circulating blood by the third laser procedure. Frequency of these changes correlated with duration of the treatment course. Intravenous laser therapy had a wider spectrum of effects on erythrocyte number than medication. Changes in erythrocyte number in the peripheral blood upon intravenous laser radiation reflects efficiency of treatment of coronary heart disease patients.
PMID: 12043259 [PubMed - indexed for MEDLINE]
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Kardiologiia. 1988 Aug;28(8):72-5. Links
[Clinico-pathochemical substantiation of the exacerbation phenomenon in patients with ischemic heart disease during treatment with the helium-neon laser]
[Article in Russian]
Korochkin IM,
Kartelishev AV,
Leshakov SIu,
Kapustina GM,
Vernekina NS.
Some pathochemical mechanisms of coronary disease aggravation in the course of laser therapy were assessed by means of the measurement of erythrocyte membrane lipids and phospholipids as well as plasma alpha-tocopherol and diene conjugate levels. The aggravation was associated with an activation of metabolic processes aiming to produce regeneration of membrane structures. The regeneration takes place in the presence of chronic deficiency of total phospholipids and inadequate antioxidant protection of biomembranes, therefore complete stabilization and normalization of their composition and activity is impossible.
PMID: 3199659 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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Sov Med. 1990;(3):12-5.

[Helium-neon laser therapy in the combined treatment of unstable stenocardia]
[Article in Russian]
Korochkin IM,
Kapustina GM,
Babenko EV,
Zhuravleva NIu.
He-Ne laser therapy included in complex of therapeutic methods for patients with unstable angina pectoris is a highly effective treatment modality; it helps essentially reduce the risk of acute myocardial infarction in these patients. Clinical efficacy of laser therapy is confirmed by its favorable action on hemostasis plasma factors, consisting in reduction of fibrinogen level, normalization of antithrombin-III (AT-III), decrease of the level of soluble fibrinomonomer complexes, this indicating a lowering of the blood coagulation potential. Absence of significant changes in plasminogen level may be an indicator of the nonenzymic route of fibrinogen system activation. Sessions of intravenous laser therapy should be administered 2-3 times a week to unstable angina pectoris patients with low AT-III levels, whereas for patients with initially high or normal AT-III levels combined laser therapy is advisable (4-5 daily invasive procedures and 6-8 skin surface ones on the Zakharyin-Head's zones). Measurements of endogenic anticoagulants is an effective means for monitoring laser therapy in this patient population.
PMID: 1973307 [PubMed - indexed for MEDLINE]
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Avatar #91015
am Mittwoch, 6. September 2006 um 12:04

@Ekaterina / alternative Immuntherapie durch Laser


>Bei einem alternativen Verfahren erwarten die Meisten weniger eine Wirkung; sie setzen eher darauf, daß es keine Nebenwirkung hat, damit also auch "nicht schädlich" ist.<

Bei Ersterem stimme ich Ihnen nicht zu: Wenn man sich von einer Behandlung keine Wirkung verspräche, ließe man sie wohl kaum machen.
Bei Letzterem bin ich allerdings ganz Ihrer Meinung: Für viele Patienten ist das Motiv für die alternative Behandlung die große Angst vor Nebenwirkungen "schulmedzinischer" Therapien, speziell der "Chemie". "Chemie/chemisch" ist negativ besetzt, "Biologie/biologisch" positiv.

Gerade deshalb verstehe ich das Abieten der intravenösen Laserblutbehandlung im Rahmen von "Natur"heilverfahren nicht. Wenn das, was ich darüber gelesen habe, stimmt, werden dadurch Veränderungen an verschiedenen zellulären und nichtzellulären Blutbestandteilen ausgelöst, die letzten Endes Auswirkungen auf das Immunsystem haben sollen. Damit sollen, wenn ich das richtig verstanden habe, z. B. die erwünschten Wirkungen bei Rheuma und MS erklärt werden.

Als Naturwissenschaftler frage ich mich, warum eine solche "Immuntherapie" gar keine oder weniger Nebenwirkungen haben soll als eine Immuntherapie mit einem Medikament. Dem Körper werden bei der Bestrahlung zwar keine Chemikalien zugeführt, aber es werden direkt im Blut stoffliche Veränderungen erzeugt, die ebenso wie ein von außen zugeführter Stoff eine Vielzahl an Folgereaktionen (biochemisch und cytologisch) bewirken könnten, und zwar sowohl erwünschte als auch unerwünschte. Und wenn das so ist, frage ich mich, weshalb für die Zulassung eines solchen Verfahrens nicht die gleichen Kriterien gelten wie für die Zulassung eines Medikaments.

Gruß, R. L.
Avatar #88575
am Mittwoch, 6. September 2006 um 12:33

@Rita Lin

Hallo Rita!

Also:
Das mit der Wirkung ist ein psychologisches Phänomen: Da die meisten Patienten, die zu alternativen Behandlernn gehen, sehr genau wissen, daß sie eigentlich zum Psychologen/Psychiater gehen müßten, erwarten sie unbewußt eigentlich keine Wirkung i.S. einer "czhemischenReaktion", sondern eines subjektiven "Besserfühlens".
Wie heißt es so schön: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
Das ist ein medizinisches Gesetz. Nebenwirkungen gibt es immer, auch wenn sie für den patienten oder Behandler nicht ersichtlich sind, wenn eine Therapie wirkt und greift.
Therapieverfahren unterliegen in Deutschland keiner Zulassungspflicht, wie etwa Fertigarzneimittel. Und da wir hier Therapiefreiheit haben, wird es da eben juristisch sehr schwierig.
Ein gutes Beispiel dafür sind Eigenblutpräparate, die individuell für einen Patienten hergestellt werden - ist eine Individualrezeptur und muß nicht zugelassen werden. Wie übrigens auch andere Individualrezepturen nicht.
Und rein theoretisch - auch wenn jetzt die Hardliner wieder aufschreien werden - kann Ihnen in einer Klinik genauso viel Unheil widerfahren (Krankenhauskeime, Überdosierungen, übermüdetes Personal.....) wie beim alternativen Behandler.

Grüße Ekaterina
Avatar #91015
am Mittwoch, 6. September 2006 um 16:25

@Ekaterina / Eigenblutpräparate, Individualtherapie

Hallo Ekaterina!

>Wie heißt es so schön: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
Das ist ein medizinisches Gesetz. Nebenwirkungen gibt es immer,...<

Sag ich doch. Wie kann man dann ein Verfahren, das vielfältige nachweisbare quantitative und qualitative Veränderungen von Blutbestandteilen erzeugt, als nebenwirkungsfrei bezeichnen? Solche Veränderungen könnten doch unvorhersehbare Folgen haben.

>Ein gutes Beispiel dafür sind Eigenblutpräparate, die individuell für einen Patienten hergestellt werden - ist eine Individualrezeptur und muß nicht zugelassen werden. Wie übrigens auch andere Individualrezepturen nicht.<

Da fällt mir Seehofers Verbot der Frischzellentherapie ein.Wenn ich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts richtig verstanden habe, wurde Seehofers Verbot nur aufgehoben, weil der Bund nicht zuständig ist, da die Präparate nicht in Vekehr gebracht werden und damit das AMG nicht angewandt werden kann.

http://tinyurl.com/gokvx http://tinyurl.com/k4qx9

IMHO lässt sich mit diesem Urteil nicht _alles_ rechtfertigen, denn dort steht auch:

>3. .... Ob ein Verbot der Herstellung von Frischzellen zur unmittelbaren Anwendung beim Patienten durch den Arzt aus Gründen des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt ist, war hier nicht zu entscheiden.<

Noch etwas zur Behandlung mit einem Eigenblutpräparat:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/25530

Habe ich das richtig verstanden: In den USA und Kanda muss zur Zulassung wenigstens ein Wirksamkeitsnachweis erbracht werden, während hierzulande die rein technische Sicherheit des Geräts (TÜV-Abnahme) ausreichen würde? Müssen für die Zulassung in den USA und Kanada neben der Wirksamkeit genau wie bei Medikamenten auch Nebenwirkungen des Verfahrens erfasst werden, oder ist die Zulassung solcher Verfahren/Therapien auch dort einfacher zu erreichen als die Zulassung eines Medikaments?

Gruß, Rita
Avatar #88575
am Mittwoch, 6. September 2006 um 18:56

@Rita Lin

Guten Abend, Rita!

Also: Das ist wohl deshalb so, weil das eben zur Therapiefreiheit gehört.
Und theoretisch müßte dann auch ein "Heimmassagegerät" oder ein "Rotlichtmassagegerät" (die Dinger aus dem Supermarkt) "zugelassen" i.S. eines Wirsamkeitsnachweises sein. Es wird ja darauf hingewiesen, daß es für diese Therapie nicht wissenschaftlich zugelassen ist, das genügt offenbar, um die Sache wasserdicht zu machen.
Außerdem gibt es Dinge, die sich jeder besorgen kann und mit denen er dann sonstwas anstellen kann; z.B. Blutegelbehandlungen. Jeder kann sich theoretisch Blutegel besorgen; man kann Blutegel nicht verbieten, weil sie eben in der Natur vorhanden sind. Also sagt man, wenn sie von einem Fachmann angewendet werden, der eine medizinische Sachkenntnis hat, dann wird der schon wissen, was er tut.
Frischzellen:
Frischzellen sind keine Individualrezeptur, da sie aus fremdem Gewebe (z.b. Kälberthymus) gewonnen wurden und damit ein Infektionsrisiko darstellten. Aus dem gleichen Grund sind ja auch in Deutschland die homöopathischen Nosoden aus dem Verkehr gezogen worden - weil einfach unapetitlich!
USA und Medizintechnik:
Amerika hat das relativ klar geregelt. Nur, was als medizinisches Gerät deklariert wurde und auch in seiner Wirksamkeit überprüft wurde, darf von einem Arzt!!!!! verwendet werden.
Alternative Heiler (die es auch in den USA gibt; z.B. Frau Dr. Clark mit ihren Zappern), dürfen ihre Geräte deshalb verwenden, weil sie nicht als "medizinisch" sondern unter "wellness" laufen und weil sie eben keine Ärzte sind und damit keinerlei "Standes" und Berufsregeln unterliegen.
Letztendlich kann man da auch ehrlich gesagt, keine Patentlösung finden.
Es isnd ja auch , beispielsweise, Injektionsnadeln und Spritzen für jedermann erhältlich.

Schönen abend!

Ekaterina

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