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Der Nachwuchs geht

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Viele Nachwuchs­forscher in der Medizin verlassen Deutschland, um dauerhaft in den USA oder in Groß­britannien tätig zu werden. Im Gegen­satz zu Deutschland könne man dort als Arzt klinische Tätigkeit und Wissen­schaft miteinander in Einklang bringen. Wie beurteilen Sie die Rahmen­bedingungen für medizinische Forschung in Deutschland? Ist in den USA und in Großbritannien wirklich alles besser? Mit welchen Maßnahmen könnte der Forschungs­standort Deutschland an Attraktivität gewinnen?

Avatar #87698
am Mittwoch, 26. September 2007 um 12:15

Deutschland: Abwanderung ins Ausland hält an

Quelle: Schweizerische Ärztezeitung Nr. 37 vom 12.09.07

Die Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten ins Ausland hat im Jahr 2006 erneut zugenommen. Insgesamt verliessen knapp 2600 Ärzte Deutschland und damit 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das gehrt aus der Statistik von Bundesärztekammer und KBV hervor. Bevorzugte Zielländer der Auswanderer sind Österreich und die Schweiz; 1016 deutsche Ärztinnen und Ärzte entschieden sich im vergangenen Jahr in die Alpenländer auszuwandern. Nach Skandinavien und Grossbritannien emigrierten deutlich weniger, insgesamt 264 Ärzte.

Nach wie vor hoch ist die Zuwanderungsrate ausländischer Ärzte nach Deutschlsnd. Von den Neuzugängen, die die Ärztekammern im vergangenen Jahr verzeichneten, waren 1404 ausländische Ärztinnen und Ärzte, das sind 15 Prozent aller Erstmeldungen im Jahr 2006. Die meisten dieser Ärztinnen und Ärzte stammen aus Österreich, Griechenland und osteuropäischen Ländern. Prozentual am höchsten ist die Zuwanderung in die ostdeutschen Bundesländer. Waren dort im Jahr 2000 nur 877 ausländische Ärzte (5,4 Prozent) tätig, so waren es Ende 2006 2421 (12,4 Prozent).
Avatar #14728
am Mittwoch, 26. September 2007 um 12:32

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Aus Deutschland wandern Ärzte ab... wegen der schlechten Arbeitsbedingungen (das zumindest war der Grund, warum ich nach Skandinavien bin).
Nach Deutschland wandern dann Ärzte aus dem Osten ein... wegen der besseren Bezahlung, nehme ich an.
Woher kommen dann die Ärzte, die im Osten fehlen?
Avatar #91137
am Mittwoch, 26. September 2007 um 16:39

deutschland mehr Abwanderung als Zuwanderung?

Wenn ich das so lese denke ich manchmal ich bin im falschen Film.
Denn ich bin nun seit 6 Jajren in Deutschland bin 4 mal umgezogen und werde nun ein fünftes Mal umziehen.

diesmal starte ich einen "Arbeitsversuch" in einem Akademischen Lehrkrankenhaus den Facharzt Innere Medizin mit Rettungsmediziner zu machen.
Wenn sich die Weiter­bildungs­ordnung nicht ändert, und ich dann beide Fachärzte nicht behalten kann, gebe ich auch gerne meinen Allgemeinmedizinischen Deutschen Facharzt ab.
Mal sehen was dann in ein paar Jahren kommt.
Avatar #88878
am Mittwoch, 26. September 2007 um 22:25

wechselspiel

nach österreich gehen die fachärzte

aus österreich kommen die frischlinge (hier turnusärzte genannt, in der hackordnung noch nach sekundarärzten, bestandserhaltern etc. pp)

auch etwas, was man in der reinen brutto-netto-rechnung nicht sieht
Avatar #90724
am Mittwoch, 26. September 2007 um 22:47

Noch ein paar Fußnoten:

Richtig, nach Österreich gehen immer mehr deutsche FÄ, aber auch immer öfter EU-Osteuropäer, die aus D wieder abhauen oder in (Ost)-D ihren FA gemacht haben.

Die österr. Pampa inseriert zunehmend in D wegen FÄ - etwa der "NÖGUS", der niederösterr. Klinikverbund. Denn für österr. Verhältnisse bezahlen die miserabel....

Allerdings ist man in Ö auch schon vorsichtiger geworden: In Ö erwartet man von einem FA auch entsprechenden Einsatz, Wissen und Können, was bundesdeutsche FÄ, vor allem von Unikliniken kommend, schon mal nicht immer aufweisen können. Dann fliegen die wieder - etwa in Salzburg oder Linz.

Ösis frisch vom Studium steigen aus Verzweiflung (monate- bis jahrelange Arbeitslosigkeit droht in Ö) in D ein, wo man keine Deutschen mehr bekommt. Und gehen meist bei der erstbesten Gelegenheit nach Ö wieder zurück ( in den Turnus).

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