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Aufstand Kassenärzte

Aufstand Kassenärzte

Nach den Klinikärzten gehen nun auch die Niedergelassenen auf die Straße: Kassenärzte protestieren gegen Honorarverluste, Arzneiregresse, Bürokratie und politische Gängelung.

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am Dienstag, 29. Januar 2008 um 14:33

Psychologen verdrängen Ärzte

„Was die Zusatzbezeichnug Psychotherapie für Allgemeinmediziner, Chirurgen etc. betrifft wird es diese sicher bald nicht mehr geben. Dazu gibt es bereits schon lange Bestrebungen der Psychiater, FÄ für Psychsomatik und psychotherapeutische Medizin und natürlich der Psychologen die ja ab 01.01.08 die ärztlichen Stellen übernehmen können.“

Anmerkung: Stimmt nicht, hinter den Bestrebungen stecken nicht die Psych-Ärzte, sondern die Psychologen! Denn:

Niedergelassene Psychiater und sonstige Ärzte können die sogenannten antragspflichtigen Psychotherapiesitzungen, für die es einen festen Punktwert gibt nur dann abrechnen, wenn sie den Rest ihrer Ärztlichen Tätigkeit aufgeben und zu reinen blabla-Ärzten mutieren. Denn nur dann werden sie zur Gruppe der ärztlichen Psychotherapeuten gezählt und profitieren von dem festen Punktwert in Cent, den es für die Antragspflichtige Psychotherapiesitzung gibt. Sind sie nicht fas ausschliesslich psychotherapeutisch tätig, werden sie in derjenigen Facharztgruppe zugeordnet, dessen Titel sie führen und bekommen den floatenden Punktwert der jeweiligen Facharztgruppe und dann rechnet sich die Psychotherapiesitzung nicht mehr. Dies ist reiner Unsinn, denn wer von uns will entweder nur psychotherapeutisch tätig sein und den Rest des Facharztes an den Nagel hängen oder hobbymässig (fast unbezahlt) Psychotherapie betreiben. Diese Schwachsinnsregelung schreckt Ärzte ab, therapeutisch tätig zu sein.

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie müssen diese Zusatzbezeichnung machen, weil es den reinen Facharzt für Psychiatrie schon lange nicht mehr gibt und auch der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie (der alte Nervenarzt) nicht mehr erworben werden kann. Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapie (früher Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin genannt) haben eine lange teure Ausbildung und können hinterher nur ambulant psychotherapeutisch tätig sein oder in Rehakliniken verschwinden. Im Ausland zählt der Titel nicht, daher hat kaum jemand Lust diesen Facharzt zu erwerben.

So und jetzt kommen die Psychologen, die diese (politisch bewusst geplante) Missplanung und ärztliche Demotivierung psychotherapeutisch adäquat bezahlt ambulant tätig sein zu können hervorragend finden, weil die Konkurrenz (= ärztliche Psychotherapeuten) weg bricht. Hinzu kommt noch der Wegfall der Quotenregelung, das heisst, dass Psychologen jetzt uneingeschränkt ärztliche Psychotherapeutensitze übernehmen können, selbst wenn in einem Landkreis dann die Psychotherapie nur noch von Psychologen getätigt wird.
Dies bedeutet, dass die ambulante Psychotherapie in die Hände der Psychologen fällt und die Ärzte verdrängt werden. Und jetzt kommt das besste: Dieser fixe Punktwert ermöglicht den Psychotherapeuten eine bessere Voraussagefähigkeit ihrer Verdienste. Eine Budgetierung gibt es für die Psychotherapie auch nicht, da wird eine bestimmte Anzahl an Sitzungen bezahlt, die man mit dem Patienten über das Jahr nach Bedarf aufteilt. Diese zu gute Honorierung der Psychotherapie (in Bayern im Jahr 2006 fast 75 Euro für eine Stunde) im Verhältnis zur grottenschlechten Fachärztlichen Honorierung zum Beispiel der Psychiater, die auch noch schwer mit dem Medikamentenbudget zu kämpfen haben (Regresse!) geht zu Lasten aller Fachärzte, deren Punktwert floatet, während der Punktwert der Psychotherapie fix ist, weil die Psychotherapeuten (in Zukunft nur noch Psychologen) im Facharzttopf sind.

Das haben die Psychologen ganz fein eingefädelt! Die sind nicht so dumm wie die Ärzte oder vielleicht weniger leidensfähig und konnten ihren Berufsstand politisch bei der KV hervorragend vertreten.

Nur kein Neid!
Nachmachen!

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