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Forschungsbetrug

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Nach den Ergebnissen einer aktuellen US-Studie scheint es mit der Ehrlichkeit der Wissenschaftler nicht weit her zu sein: Jeder Dritte gab in einer anonymen Befragung an, in den vergangenen drei Jahren mindestens ein straffwürdiges Vergehen begangen zu haben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht davon aus, dass die Situation in Deutschland ähnlich ist. Wie schätzen Sie die Redlichkeit der Forscher ein? Sind Sie vielleicht sogar Opfer von Manipulationen oder wissenschaftlichem Fehlverhalten geworden. Ihre Meinung interessiert uns!

Avatar #88905
am Freitag, 22. August 2008 um 10:06

Clemens Sorg muss wegen einer umstrittenen Studie gehen

http://derstandard.at/?url=/?id=1219060333917

Med-Uni-Rektor "einhellig" abgesetzt

Clemens Sorg muss wegen einer umstrittenen Studie gehen - Wegen dieser gerät die Uni international stark in die Kritik
Am Donnerstag setzte der Uni-Rat in Innsbruck Med-Uni-Rektor Clemens Sorg ab. Doch Sorg ist nicht das einzige Problem der Tiroler: Wegen einer umstrittenen Studie gerät die Uni international stark in die Kritik.

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Innsbruck - Das Büro im ersten Stock der Hauptuni in Innsbruck hat Clemens Sorg noch als Innsbrucker Med-Uni-Rektor geräumt. Bereits Donnerstagvormittag meldete er sich krank und fuhr ab in Richtung Heimat nach Deutschland. "Es gibt keine gegenteiligen Anzeichen, ich werde wohl vom Uni-Rat abgesetzt" , meinte er resignierend. Seit Monaten schwelte der Konflikt zwischen ihm und dem Uni-Rat. Sorg wird "grobes Fehlverhalten" , drohender "wirtschaftlicher Schaden" und "autoritäres Verhalten" vorgeworfen. Am späten Nachmittag stimmte der Uni-Rat laut Vorsitzender Gabriele Fischer "einhellig" für Sorgs Absetzung.

Die geplante Absetzung des Rektors fand auch Eingang in die renommierte Fachzeitschrift Nature. In einem Artikel ist von "faulen Verhältnissen" in Österreich die Rede. Auslöser für den kritischen Bericht ist eine Studie des Innsbrucker Urologen, Hannes Strasser, der im Vorjahr erstmalige Erfolge mit einer Stammzellentherapie gegen Harninkontinenz vermeldete. An der Arbeit wurden inzwischen zahlreiche Mängel festgestellt. Ein deutscher Patient klagte die Tiroler Landeskrankenanstalt (Tilak) auf Schadenersatz, weil er ohne ausreichende Aufklärung mit der "nicht wissenschaftlich anerkannten Stammzellentherapie" behandelt worden sei. Die Tilak wurde nicht rechtskräftig verurteilt.

Auch einem Prüfbericht der Gesundheitsagentur AGES hielt die Studie nicht stand: Sie sei nicht gemäß Arzneimittelgesetz durchgeführt worden, der Verdacht der Dokumentenfälschung stehe im Raum. Studienautor Strasser wurde am Montag suspendiert. Der als Co-Autor angeführte Leiter der Urologie, Georg Bartsch, wurde entlastet. Sorg hat den Fall öffentlich gemacht und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingeschaltet. Die ÖAW hat wegen des laufenden Verfahrens gegen den Rektor die Prüfung von Strassers Studie aber vorerst auf Eis gelegt.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn ließ am Donnerstag über seine Pressesprecherin ausrichten, dass er erst, wenn der Rektor rechtliche Schritte gegen seine Abberufung einlegen würde, reagieren könne und würde.Zum Nature-Artikel meinte Hahn: "Ich lasse mir den Forschungsstandort nicht kaputtreden, wegen eines schwarzen Schafes." Trotzdem solle die vom Wissenschaftsfonds geplante Prüfstelle, die über wissenschaftlich korrektes Verhalten wachen soll, schneller als geplant eingerichtet werden. Hahn forderte, dass es der Stelle auch möglich gemacht werden soll, "aktiv Dingen nachzugehen oder auch unaufgefordert Datenmaterial anzuschauen" . Erste Vorarbeiten für die Agentur waren für Herbst 2008 angesetzt.

Rund um die Diskussionen wegen Sorgs Abberufung wurde ein neues Vorhaben bekannt: Namhafte Mediziner, darunter auch der Urologe Georg Bartsch, sollen in Lans die Errichtung einer Privatklinik für betuchte Patienten planen. Gerüchteweise soll der russische Oligarch Roman Abramowitch den Medizin-Tempel sponsern.

Im Umfeld der Klinik könnten neben Sorgs noch weitere Köpfe rollen, etwa jener von Tilak-Vorstand Andreas Steiner. Er hatte sich in einem offenen Brief für den Verbleib von Sorg ausgesprochen. (Verena Langegger, Gudrun Springer/DER STANDARD Printausgabe, 22. August 2008)

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Avatar #87250
am Freitag, 22. August 2008 um 11:04

Transparenz

ist doch immer wieder ein Fremdwort. Und diejenigen, die Misstände anprangern sind wohl nie sehr beliebt. Traurig aber wohl war.
Avatar #89146
am Freitag, 22. August 2008 um 13:54

Hier der Nature - Link

http://www.nature.com/nature/journal/v454/n7207/full/454917b.html

Warum muss aber eigentlich der Bartsch nicht gehen? Kann mir nicht vorstellen, dass er als Chef nichts davon gewusst hat => Haben Vorstände in Innsbruck so etwas wie diplomatische Immunität.
Avatar #87250
am Samstag, 23. August 2008 um 11:24

Weil es wie immer ist:

Der die Wahrheit sagt und allein steht, der wird gehängt!!! Was glaubst du, wie gross die Seilschaft ist, die mit dem wirklich Verantwortlichen mit abstürzen würde?
Avatar #87696
am Donnerstag, 4. September 2008 um 11:24

Uro Innsbruck hat auch illegal Kinder behandelt

http://www.sueddeutsche.de/wissen/785/308728/text/

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