Ärzte als Suizidhelfer?

Ärzte als Suizidhelfer?

Die Forderung des Medizinethikers Jochen Taupitz, Ärzte sollten Beihilfe zum Suizid leisten, hat für Aufregung gesorgt. Der Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, lehnt dies entschieden ab: „Wir sind keine Mechaniker des Sterbens, wir sollen Leben retten.“

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am Mittwoch, 15. April 2009 um 18:26
geändert am 15.04.2009 18:32:53
geändert am 15.04.2009 18:35:29
geändert am 16.04.2009 17:05:38

Sterbehilfe

Vor einigen Jahren habe ich mich in einem Leserbrief mit der Frage auseinandergesetzt und neben z.T. heftiger Kritik aus ärztlichen und klerikalen Kreisen ,auf meine e-mails an Beteiligte der politischen Diskussion kaum eine Antwort erhalten.
Ich meine, dass Palliativ- und Schmerzmedizin , deren Nutrzen unbestritten ist, nicht die letzte Alternative in verzweifelt aussichtlosen Situationen sein kann In der Klinik, in jüngster Zeit auch im privaten Umfeld habe ich oft genug erlebt, wie unerträglich das Leid , die Angst, in Endphasen cerebraler und analoger Erkrankungen sein kann. Dass ich einem Freund, einem namhaften entfernt lebenden und dort kompetent behandelten Philosophen angesichts der zunehmenden Ateminsuffizienz bei ALS und die letzte Hilfe , die S. Freud zuteil wurde, versagt habe, ist mir noch heute ein quälender Gedanke. Mich hat die Vorstellung der mutmasslich schrecklich einsamen Not von locked in Patienten stets sehr belastet.Sollte es nicht angesichts des oft erkennbar eindeutigen Wunsches so Betroffener die Möglichkeit geben, dem zu entsprechen? Ich denke, dass man den kritisierten belgischen oder holländ.Kollegen , von denen ich einige kenne bzw.kannte, die fachliche und humane Kompetenz nicht absprechen darf. In einer von mit begleiteten Männerkrebsgruppe hat neulich ein jüngerer, inzwischen auch gestorbener Holländer sehr zum Befremden einiger Teilnehmer vom Sterben der Mutter im Kreise der Familie, begleitet von 2 Ärzten berichtet-- und schliesslich Zustimmung aller gefunden.Ich weiss, das wir uns hierzulande angesichts der noch schwelenden Euthanasiediskussion schwer tun, wohl auch wegen der " zwanghaften" Züge unseres Nationalcharakters- Dass prominente Berufsvertreter bei der nachgewiesen grossen Zahl von Ärzten, die dem positiv gegenüberstehen , deren Meinung und Sorgen als unärztlich abqualifizieren , ist für mich schwer verständlich.

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