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Wer einen Arbeits­aufenthalt im Ausland plant, hat viele Fragen. In diesem Forum können Ärzte aus dem Ausland ihre Erfahrungen weitergeben und sich mit mit Ärzten in Deutschland austauschen.Wer einen Arbeits­aufenthalt im Ausland plant, hat viele Fragen. In diesem Forum können Ärzte aus dem Ausland ihre Erfahrungen weitergeben und sich mit mit Ärzten in Deutschland austauschen.

Avatar #94890
am Montag, 8. Juni 2009 um 15:28

Anerkennung US-FA in Europa

Hallo,

ich moechte aus privaten Gruenden mittelfristig wieder nach Europa zurueckkehren. Werde im Herbst den US-FA in Patho machen, dann noch 1 oder auch 2 Jahre (klinische) Fellowship. Wegen kuerzerer Zeiten/geringerer Fallzahlen ist der FA in D vermutlich nicht so einfach zu bekommen aber meines Wissens nach im europaeischen Ausland oft anerkannt. Fuer mich wuerde sich vor allem UK anbieten. Meine Frage ist, ob ein z.B. im UK anerkannter US-FA dann europaweit gilt, falls ich noch einmal das Land wechseln moechte? Hat jemand ggf. auch Erfahrungen mit der direkten Anerkennung in D?

Vielen Dank!
Avatar #93857
am Montag, 8. Juni 2009 um 16:50
geändert am 08.06.2009 16:52:53

naja...

...gehe nicht davon aus, dass dein US-FA ohne weiteres in england anerkannt wird, es wird jedoch viel leichter wenn du nach der residency als attending gearbeitet hast, wenn auch nur ein jahr. ich kenne jedoch jemanden hier in der inneren, der nach dem US-FA+US fellowship ne consultant stelle bekommen hat ohne irgendwelches further training nachmachen zu muessen. und wenn du dann noch hier in england MRCP(member of royal coolege of physicians) wirst, kannst du ohne weiteres auch in D arbeiten(, wenn es denn sein muss und du dir das antun willst).
Avatar #90444
am Montag, 8. Juni 2009 um 16:59

Anerkannt

werden in D im Ausland erbracht Weiterbildungszeiten, soweit sie in Art und Umfang der Weiter­bildungs­ordnung entsprechen. Allerdings wird zumindest ein Jahr Fachweiterbildung in D erwartet, was aber z.B. durch dein AiP abgedeckt sein koennte. Der im aussereuropaeischen Ausland erworbene Facharzttitel wie nicht automatisch gleichgesetzt mit einem Deutschen Facharzt. Insbesondere bei in den USA absolvierten boards ist die zugrunde liegende Weiterbildungszeit meist kuerzer als in D und es wird daher zusaetzliche Weiterbildungszeit gefordert werden.
Ich habe diesen Zirkus vor vier Jahren nach residency und fellowship in der US Anaesthesie durchgemacht. Letztlich wurden saemtliche erbrachten Zahlen aus USA komplett anerkannt und es musste dann die Differenz zu den Germanischen Zeiten/Zahlen nachgedient werden, um die Facharztpruefung ablegen zu koennen.
Zum praktischen Vorgehen:

1. die fuer dich zutreffende Weiter­bildungs­ordnung genauestens studieren und fruehzeitig telefonisch oder persoenlich bei der zustaendigen Landesaerztekammer nachfragen, an wen welche Unterlagen gesendet werden muessen. Oftmals werden solche "Auslandsfaelle" nicht mehr von einer Sekretaering bearbeitet sondern vom Abteilungsleiter, der dann ebenfalls Arzt ist und meist etwas mehr Verstaendnis mitbringt.

2. besorg dir von Freunden/Bekannten in D ein Weiterbildungszeugnis in deinem Fach um das Format kennenzulernen. Dann alle aus den USA vorzulegenden Zeugnisse nach Deutschem Format auf English SELBER schreiben und von deinem Boss/residency director auf Abteilungspapier unterschreiben lassen. Den Amis ist es i.d.R. ziemlich egal, was sie wie fuer eine deutsche Aerztekammer bescheinigen solange es grob der Wahrheit entspricht. In den klinischen Faechern gibt es oft das Problem, dass US rotations z.B in surgical ICU mit 4 Wochen zu kurz sind um in D anerkannt zu werden. Die Germanen wollen i.d.R. mindestens 3 Monate sehen. Von daher kann es hilfreich sein, entsprechende rotationen aufzuaddieren (und nicht die exaktne Beginn- und Enddaten zu nennen) selbst wenn sie nicht am Stueck erbracht wurden. Weiterhin ist es hilfreich im Zeugnis die Klinik/Uni/Institut zu beschreiben (Fallzahlen, Unterspezialisierung, ACGME Anerkennung etc.), damit es fuer die Germanen klar als Weiterbildungsstelle erkennbar ist.

3. das selbst geschriebene Englische Zeugnis von einem vereidigten Uebersetzer ins Deutsche zurueckuebersetzen lassen (in meinem Fall wollte die Aerztekammer das durch ein Dolmetscherbuero in D gemacht bekommen => nachfragen)

Viel Erfolg !
Avatar #94890
am Montag, 8. Juni 2009 um 23:34

weitere fragen...

Vielen Dank fuer die ausfuehrlichen Antworten, tr0n und mwkonig.
tr0n, bzgl UK weiss ich von einem frueheren Kollegen dass er den US-FA ohne Probleme anerkannt bekommen hat - allerdings war er schon vorher einige wenige Jahre als Attending taetig...koennte also wirklich nicht so einfach sein nur mit FA+Fellowship. Kannst Du mich bitte darueber aufklaeren, warum eine Zugehoerigkeit zum "Royal College of Physicians" an der FA-Anerkennung in D etwas andern sollte? Kann mir nicht vorstellen, dass sich die Bearbeiter der Kammern davon beeindrucken lassen...
mwkonig, falls ich noch eine zweite fellowship in USA machen wuerde, wuerde ich sogar die WB-Zeiten fuer den deutschen FA erfuellen, da ich mein AiP in D gemacht habe (klinisches Fach, aber fuer Patho 1 Jahr anrechenbar). Oder meinst Du, dass die Grundtendenz eher ist, dass die Kammern unabhaengig davon noch 1 Jahr WB in D zum Abschluss sehen wollen?
Avatar #93857
am Dienstag, 9. Juni 2009 um 03:24

dem mrcp...

geht natuerlcih ne pruefung voraus, ist nicht wirklcih schwer, wenn du schon in usa wissen angesammelt hast. die deutschen kammern muessen sich nicht davon beeindrucken lassen, das heisst nur dass du in england anerkannter facharzt bist und als solcher gearbeitet hast. fachaerzte in der eu koennen ja bekanntlich laenderuebergreifend arbeiten.
allerdings muss ich erwaehnen, dass ich niemanden kenne, der diesen weg gegangen ist und es stellt sich die frage, ob es zeitlich nicht besser waere fuer dich, england auszulassen und dem weg meines nachredners zu folgen und teile der ausbildung, sprich faelle, in D nachzumachen, um die kammern gluecklich zu machen.

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Zusatzinfos

Mehr zu den USA

Eine Tätigkeit in den USA ist für Ärzte mit Approbation und seit dem 1.Juli 1998 auch für Ärzte im Praktikum innerhalb des sogenannten Residency Program (Weiterbildungsprogramm, das auch als Einstieg für Fachärzte notwendig ist) möglich. Voraussetzung für den Fall einer zeitlich begrenzten klinischen Tätigkeit in den USA (max. 7 Jahre) ist das ECFMG Standard Certificate. Es wird nach Bestehen von Step 1 und Step 2 des USMLE-Examens (United States Medical Licensing Examination), des TOEFEL-Tests (verlangt wird eine bestimmte Punktzahl) und des sogenannten Clinical Skills Assessment Test (CSA) ausgestellt. Die Prüfungen für Step 1 und Step 2 werden von dem ECFMG (Educational Commission for Foreign Medical Graduates in Deutschland in Testzentren in vier Städten (Berlin, Hamburg, Frankfurt und München) abgenommen. In diesem Jahr wurde der schriftliche Test durch einen Computer-Test ersetzt. Prüfungstermine werden über das ganze Jahr verteilt angeboten. Der CSA-Test, eine klinisch-praktische Prüfung wird jederzeit, jedoch nur in einem Testzentrum in Philadelphia angeboten

Für die Beantragung der sogenannten Green Card - Voraussetzung für eine langfristige Tätigkeit- ist schließlich noch die Absolvierung der 3. Stufe des USMLE-Examens notwendig.

Allgemeine Informationen über die Zulassung zum Arztberuf in den USA und eine Adressenliste der einzelnen Zulassungsbehörden sind erhältlich bei der:

Federation of State Medical Boards of the U.S. (FSMB)
400 Fuller Wiser Road
Suite 300
Euless, Tx 76039-3855
USA

Tel: (817) 571 2949
http://www.fsmb.org

Die offizielle Informationsbroschüre über die Tests mit den Anmeldeformularen schicken wir Ihnen auf Anforderung gerne zu, diese sind aber auch im Internet abrufbar unter:

Educational Commission for Foreign Medical Graduates
(ECFMG)
3624 Market Street
Philadelphia, PA 19104-2685, U.S.A.

Tel.: 001-215-386-5900
Fax: 001-215-387-9963
http://www.ecfmg.org

United States Medical Licensing Examination (USMLE)
3750 Market Street
Philadelphia, PA 19104-3190

Tel.: 001-215-590-9600
http://www.usmle.org

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Famulatur: „Für Frieden und Gesundheit in Boston“