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Avatar #102832
am Samstag, 12. März 2011 um 07:28
geändert am 12.03.2011 08:30:13

Entlehnungen aus dem Handbuch der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie

Im Text des Artikels [1] sind Entlehnungen aus dem Handbuch der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie, herausgegeben von F. Henke und O. Lubarsch, erwähnt worden. Hier sind einige Beispiele vorgeführt. Als Quellen der Entlehnungen dienten die Bänder 4/2 und 6/1 des genannten Handbuches, die in den Jahren 1928 bzw. 1930 vom Julius Springer in Berlin verlegt wurden [2], [3], [4]. Die Entlehnungen finden sich in den Bändern 4/1 und 4/2 vom Mehrbändigen Handbuch für Pathologische Anatomie, herausgegeben bei A.I. Strukov (einige Bänder unter Mitwirkung von A.I. Abrikosov) und verlegt bei Medgiz in Moskau im Jahre 1957 [5], [6].

Beispiel 1.
Ein Textfragment von G.E. Konjetzny über die Magenveränderungen bei der Lues connata auf den Seiten 1017-1018 des 2. Teils vom 4. Band des Handbuches der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie lautet wie folgt [2]:

„Nach der mikroskopischen Untersuchung war in allen Fällen der Hauptsitz der Erkrankung und Gewebsneubildung in der Unterschleimhaut festzustellen. Sichere miliare Gummen (Granulations-Zellhaufen mit zentraler Nekrose) beschrieben Aristoff, Pater und Oberndorfer. Während Pater das Fehlen von Gefäßveränderungen hierbei hervorhebt, beteiligen sich nach Oberndorfer, der wohl die ausführlichste histologische Beschreibung gibt, die Gefäße lebhaft an der Neubildung. Ihre Adventitia zeigte beträchtliche Auflockerung und Wucherung, seltener war eine Intimawucherung bis zur Verödung vorhanden. Nach Oberndorfer ist der Ausgangspunkt der Zellwucherung in der Gefäßadventitia zu suchen. Er fand in seinem Falle im Bereich der bis erbsengroßen Erhebungen eine ziemlich umschriebene Verdickung der Submukosa durch reichlich um erkrankte Gefäße liegendes Granulationsgewebe, in dem Knötchen von epitheloiden Zellen mit zentraler Nekrose vorhanden waren. Die Muskularis mucosae war in einigen Magenknoten erhalten, in anderen unterbrochen. Durch diese Bresche strahlte das Granulationsgewebe in die Schleimhaut aus. In der verbreiterten Mukosa fanden sich zahlreiche Granulationszellnester, welche verdickte teilweise verödete Gefäße einschlossen, an einzelnen Stellen mit beginnendem Zerfall im Inneren. Der Bau der Schleimhaut war in den geschwürigen Herden fast vollständig zerstört (...) Die Muscularis propria und die Serosa wiesen weder Zellvermehrung noch Verdickung auf.“

Der entsprechende Text von Iu.M. Lazovski auf der Seite 390 des 1. Teils vom 4. Band (Herausgeber des Bandes A.I. Abrikosov) des Handbuches [5] kann folgenderweise aus dem Russischen übersetzt werden:
Die spezifischen Magenveränderungen bei der Lues connata sind hauptsächlich durch die Neubildung vom Granulationsgewebe in der Unterschleimhaut dargestellt, wo die typischen Miliargranulome mit zentraler Nekrose gefunden werden können. In der letzten Zeit hat die Beteiligung der Blutgefäße eine Aufmerksamkeit erregt. In der beträchtlich aufgelockerten venösen Adventitia erscheinen zahlreiche Zellinfiltrate, die aus Lymphozyten, Plasmazellen und Histiozyten bestehen; seltener ist eine Intimawucherung mit einer Einengung oder Obliteration des Lumens... Die Muscularis mucosae ist stellenweise erhalten, anderswo aber unterbrochen. Durch diese Breschen strahlt das Granulationsgewebe in die Schleimhaut aus. In der verbreiterten Mukosa finden sich zahlreiche Granulationszellnester, welche verdickte und teilweise verödete Gefäße einschließen. In diesen Nestern entwickeln sich anschließend nekrobiotische Veränderungen, und demzufolge wird der Bau der Schleimhaut zerstört... Die Muscularis propria und die Serosa sind weniger betroffen.“
Kommentar: der russische Text ist kürzer, der Gedankengang ist jedoch dem Original fast identisch. Merkwürdigerweise drückt Iu.M. Lazovski, indem er sein Werk in den späten fünfziger Jahren auf der Basis eines Handbuches aus den Zwanziger schreibt, die Idee von G.E. Konjetzny mit Hilfe der Redewendung "in der letzten Zeit" aus. Die von G.E. Konjetzny zitierten Quellen stammen aus einer noch früheren Zeit.

Beispiel 2.
Ein Textfragment von G.E. Konjetzny über die Magengeschwüre und Narben bei Syphilis auf den Seiten 1024-1025 des 2. Teils vom 4. Band des Handbuches der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie lautet wie folgt [2]:
“Einfache Ulzera und Narben

Ganz ähnlich wie bei der chronischen Gastritis liegen die Dinge in den Fällen, in welchen bei Syphilitischen einfache typische chronische Ulzera und Narben im Magen gefunden worden sind. Bekanntlich hat ja Cruveilhier die Meinung ausgesprochen, daß wenigstens ein Teil der einfachen Magengeschwüre syphilitischen Ursprungs ist. Auch Galliard glaubt, daß viele Ulcera rotunda auf syphilitischer Grundlage (syphilitische Gefäßerkrankungen) entstehen. Nach Lang sollen 29 % aller Magengeschwüre auf Syphilitische entfallen. Diese Feststellung ist vielfach in dem Sinne bewertet worden, daß Magengeschwüre bei Syphilitischen besonders häufig sind. (...) Chiari hat unter seinen 97 Fällen von erworbener Syphilis (...) nur einmal ein einfaches Magengeschwür und in dem gleichen Fall eine augenscheinlich auf ein solches Ulcus zu beziehende Narbe. "Der Magen syphilitischer Individuen ist gewiß nicht häufiger als der anderer Personen Sitz von peptischen Ulzerationen oder darauf zu beziehender Narben."

Der entsprechende Textabschnitt von Iu.M. Lazovski auf den Seiten 391-392 des 1. Teils vom 4. Band (Herausgeber des Bandes A.I. Abrikosov) des Handbuches [5] kann folgenderweise übersetzt werden:

“Einfache Ulzera und Narben
Das Thema der syphilitischen Natur der Magengeschwüre wird seit der Zeit von Cruveilhier diskutiert. Er hat die Meinung ausgesprochen, daß wenigstens ein Teil der Magengeschwüre syphilitischen Ursprungs ist. Diese Meinung wurde später von einigen Autoren unterstützt, die kategorisch behaupteten, daß ein chronischer Magenulkus eine häufige Manifestierung der luetischen Infektion ist (nach Lang sollen 20 % aller Magengeschwüre syphilogener Natur sein). Nach dem Werk von Chiari, der festgestellt hatte, daß chronische Magengeschwüre bei den Syphilitischen nicht häufiger als bei anderen Patienten vorkommen, sind solche Behauptungen nur vom historischen Interesse.“

Kommentar: der russische Text stellt eine verkürzte Nacherzählung des Originals unter Auslassung einiger Sätze dar. Ein Phänomen, welches auch bei anderen Plagiatoren auftritt, kann auch hier beobachtet werden: einige Literaturverweise (Chiari, Cruveilhier, Lang) werden aus dem Original übernommen, das Original selbst wird aber nicht erwähnt. Ähnlich dem Original, schreibt Iu.M. Lazovski mit Verweis auf Eduard Lang, daß „20 % aller Magengeschwüre syphilogener Natur sein sollen“, doch wurde die Ziffer 29 % zu 20 % geändert; die 29 % waren dem Umschreiber offenbar zu viel. Weiterhin wird eine Meinung von Hans von Chiari (dessen Name in kyrillischen Buchstaben verkehrt geschrieben und dementsprechend in Russland auch oft falsch ausgesprochen wird), die im Original in Anführungszeichen angeführt ist („Der Magen syphilitischer Individuen ist gewiß nicht häufiger als der anderer Personen Sitz von peptischen Ulzerationen oder darauf zu beziehender Narben“), als ein Fakt dargestellt. Eine Meinung wird also nicht von einer Tatsache unterschieden, was einen logischen Fehler darstellt. Inzwischen wird die Existenz der syphilitischen Magengeschwüre in der Fachliteratur nach wie vor diskutiert.

Beispiel 3.
Werner Gerlach erläutert auf der Seite 82 des 1. Teils vom 6. Band des Handbuches der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie [3] hinsichtlich der Leberhyperämie:

„Die alltägliche Form der aktiven Leberhyperämie, die den Klinikern seit langem bekannt, für den Physiologen eine Selbstverständlichkeit ist, dem Pathologen aber nicht zu Gesicht kommt, ist die Verdauungshyperämie der Leber (...) kann sie pathologisch gesteigert und verlängert sein, ja zu einem Dauerzustand werden durch die Aufnahme von Spirituosen, durch reichliche Flüssigkeitsaufnahme, durch scharf gewürzte Speisen.“

Der entsprechende Text von A.I. Abrikosov auf der Seite 228 des 2. Teils vom 4. Band des Handbuches [6] kann folgenderweise übersetzt werden:
„Die aktive Leberhyperämie wird am Sektionstisch [also vom Pathologen] nicht sicher festgestellt. Den Klinikern und Forschern ist die sich schnell entwickelnde und gewöhnlich vorübergehende Leberhyperämie aber gut bekannt. So kann man über die Verdauungshyperämie sprechen, die sich an einer bestimmten Phase der Verdauung entwickelt, besonders nach der Aufnahme von scharf gewürzten Speisen und Spirituosen.

Beispiel 4.
Gotthold Herxheimer kommentiert auf der Seite 938 und weiter auf der Seite 944 des 1. Teils vom 6. Band des Handbuches der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie [4] über das kavernöse Leberhämangiom:
“Mikroskopisch bestehen die Kavernome aus Bluträumen, deren Wand zunächst (…) aus mit Endothel bekleideten dünnen bindegewebigen Scheidewänden besteht. In dem Bindegewebe finden sich hie und da auch glatte Muskelfasern, worauf schon Virchow hinwies, und ferner elastische Fasern, zunächst in mäßiger Menge.“

„Aus allen diesen neueren Behandlungen der Leberkavernome dürfen wir also wohl mit Sicherheit schließen, daß diese zunächst als Anlagefehler aufzufassen sind, aus fötaler oder postfötaler Zeit, und daß wir sie mit Recht als Hamatrome oder Hamartien bezeichnen dürfen. Schließen sich echte Geschwülste an, so kann man auch von Hamartoblastomen sprechen.“

Die entsprechenden Textfragmente von A.I. Abrikosov auf den Seiten 371 und 373 des Handbuches [6] können folgenderweise übersetzt werden:
“Mikroskopisch bestehen die Scheidewände zwischen den Bluträumen aus Bindegewebe und elastischen Fasern. In dem Bindegewebe findet sich manchmal eine Beimischung von glatten Muskelfasern; die Räume sind mit Endothel bekleidet.“

„Letzten Endes sind einige Leberkavernome die Anlagefehler vom Lebergewebe (Briukhanov), Gefäßchoristien oder Hamartien im Sinne einer übermäßigen Gefäßentwicklung im Lebergewebe; bei einem beträchtlichen Wachstum solcher Choristien und Hamartien kann man über Choristome oder Hamatrome sprechen (...) Ein Gefäßhamartom kann auch die Eigenschaften einer echten Geschwulst erwerben, was als Hamartoblastom bezeichnet wird.“
Kommentar: im allgemeinen ist der Gedankengang im russischen Text dem Original ähnlich, indem aus einer Abweichung vom Original eine fragwürdige Feststellung resultierte: „bei einem bemerkenswerten Wachstum solcher Choristien und Hamartien...“ Die Choristien (oft auch Ektopien oder Heterotopien genannt) und Hamartien, die keine Geschwülste sondern Entwicklungsstörungen sind, wachsen nicht (oder wachsen, z.B. im Kindesalter, nicht schneller als die normalen Gewebskomponente). Ein Hamartom unterscheidet sich von einer Hamartie nicht durch das Wachstum sondern durch eine tumorartige Gestaltung [7]. Die zitierten Textabschnitte enthalten keine Verweise auf das Original. Woanders im Text macht aber Abrikosov einige Verweise, zum Beispiel, in solcher Form (in kyrillischen Buchstaben): “Ribbert, Rössle, Gerlach, Hagerty, Devereux, A.I. Abrikosov” [6]. Einige Eigennamen sind in der kyrillischen Schrift verkehrt geschrieben, was, gekoppelt mit einer oft ungenauen und unvollständigen bibliographischen Beschreibung im Literaturverzeichnis, das Auffinden der zitierten Literaturquellen erschwert oder unmöglich macht. Es ist bemerkenswert, daß in den entlehnten Texten einige Übersetzungsfehler und von den Plagiatoren gemachten Zusätze gefunden wurden, die für den Leser irreführend sein können.

Literatur

1. Jargin SV. Der Nachlass von Rudolf Virchow und die Stammzelle: ein Beitrag aus Russland. GMS Med Bibl Inf. 2010;10(2):Doc14. DOI: 10.3205/mbi000197, URN: urn:nbn:de:0183-mbi0001978

2. Konjetzny G.E. Die Entzündungen des Magens. In: Henke F., Lubarsch O. (Herausgeber). Handbuch der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie. Berlin: J. Springer, 1928; Bd. 4, Teil 2, S. 768-1116.

3. Gerlach W. Die Kreislaufstörungen der Leber. In: Henke F., Lubarsch O. (Herausgeber). Handbuch der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie. Berlin: J. Springer, 1930; Bd. 6, Teil 1, S. 82.

4. Herxheimer G. Lebergewächse. In: Henke F., Lubarsch O. (Herausgeber). Handbuch der Speziellen Pathologischen Anatomie und Histologie. Berlin: J. Springer, 1930; Bd. 6, Teil 1, S. 938,944.

5. Lazovski Yu.M. Zheludok [Der Magen]. In: Strukov A.I. (Herausgeber) Mnogotomnoe rukovodstvo po patologitscheskoi anatomii [Das Mehrbändige Handbuch für Pathologische Anatomie]. Bd. 4 Patologitscheskaya anatomia organov pischtschevarenia [Pathologische Anatomie der Verdauungsorgane]. Herausgeber des Bandes: A.I. Abrikosov. Moskau: Medgiz, 1957; Teil 1, S. 281-551.

6. Abrikossov A.I. Petschen [Die Leber]. In: Strukov A.I. (Herausgeber) Mnogotomnoe rukovodstvo po patologitscheskoi anatomii [Das Mehrbändige Handbuch für Pathologische Anatomie]. Moskau: Medgiz, 1957; Bd. 4, Teil 2, S. 228-31; 371-373.

7. Müntefering H. Fehlbildungen. In: Riede U.-N., Wehner H. Allgemeine und spezielle Pathologie. Stuttgart; New York: Thieme, 1986. S. 256-278.

Avatar #102832
am Donnerstag, 24. November 2011 um 08:16
geändert am 18.12.2011 14:21:18

Entlehnungen aus der klassischen Musik

Hiernieder folgen gepaart jeweils die Quelle mit der Nachahmung. Die entlehnten musikalischen Phrasen sind ganz am Anfang hörbar und leicht zu erkennen (2b wurde korrigiert).

1a. Johannes Brahms - 4. Ungarischer Tanz
http://www.youtube.com/watch?v=OkBjnhC1WpA
1b. Na poslednuju piaterku http://www.youtube.com/watch?v=3oaFIgn1rP0

2a. Ludwig van Beethoven - Kreutzer-Sonate der zweite Satz, Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=l-sbe8Kpu1A
2b. Goluboi Wagon (The blue car) http://www.youtube.com/watch?v=qSq-XwINmzE

3a. Joseph Haydn - Sinphonie nr 26 "Lamentatione"
http://www.youtube.com/watch?v=4MFxtLJTvq8
3b. Hmuritsa ne nado lada
http://www.youtube.com/watch?v=UEw5n_P2nTw&feature=related
Avatar #89331
am Donnerstag, 24. November 2011 um 11:15

Sehr gut

Hiernieder folgen gepaart jeweils die Quelle mit der Nachahmung. Die entlehnten musikalischen Phrasen sind ganz am Anfang hörbar und leicht zu erkennen.

1a. Johannes Brahms - 4. Ungarischer Tanz
http://www.youtube.com/watch?v=OkBjnhC1WpA
1b. Na poslednuju piaterku http://www.youtube.com/watch?v=3oaFIgn1rP0

2a. Ludwig van Beethoven - Kreutzer-Sonate der zweite Satz, Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=l-sbe8Kpu1A
2b. S gulubogo rucheika (Ulybka) http://www.youtube.com/watch?v=r80nTSXsRoo

3a. Joseph Haydn - Sinphonie nr 26 "Lamentatione"
http://www.youtube.com/watch?v=4MFxtLJTvq8
3b. Hmuritsa ne nado lada
http://www.youtube.com/watch?v=UEw5n_P2nTw&feature=related
Zum Russenhasser machst du mich damit nicht, obwohl sehr überzeugend-
Ich bin schon ein Russenhasser.
Avatar #102832
am Montag, 12. Dezember 2011 um 08:54
geändert am 18.12.2011 14:25:57

Einigung im breiteren europaeischen Raum

Es geht nicht um das Hassen sondern s. oben. In Russland gibt es eigene klassische Musik: Tschaikowski, Musorgski, Skriabin und andere.

2b wurde korrigiert:

1a. Johannes Brahms - 4. Ungarischer Tanz
http://www.youtube.com/watch?v=OkBjnhC1WpA
1b. Na poslednuju piaterku http://www.youtube.com/watch?v=3oaFIgn1rP0

2a. Ludwig van Beethoven - Kreutzer-Sonate der zweite Satz, Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=l-sbe8Kpu1A
2b. Goluboi Wagon (The blue car) http://www.youtube.com/watch?v=qSq-XwINmzE

3a. Joseph Haydn - Sinphonie nr 26 "Lamentatione"
http://www.youtube.com/watch?v=4MFxtLJTvq8
3b. Hmuritsa ne nado lada
http://www.youtube.com/watch?v=UEw5n_P2nTw&feature=related
Avatar #102832
am Samstag, 10. März 2012 um 09:03
geändert am 10.03.2012 09:15:33
geändert am 10.03.2012 09:17:27

Plagiatoren als Klassikforscher

In der ehemaligen SU schreibt man immer wieder über die Klassiker der Pathologie [1-5]. Die letzten Artikel [1,2] sind offenbar auf einem besseren Niveau verfasst, als die ähnlichen Veröffentlichungen in der Vergangenheit [3-5]; obwohl sich kleine Ungereimtheiten ab und zu merken lassen. Früher waren die Hauptverfasser in Sachen Zitieren nicht immer tadellos. So wurde das dreibändige Lehrbuch der pathologischen Anatomie [6] weitgehend und ohne Verweise vom Robbins' Pathologic Basis of Disease [7] abgeschrieben. Ein Zitat aus dem Artikel eines anderen Klassikforschers [8]: "The authors present the incidence and specific features of specific bone marrow lesion and the state of normal hemopoiesis and stroma. The criteria for the differential diagnosis of reactive polyclonal lymphoid proliferation in the bone marrow that may accompany many haematological and non-haematological diseases with specific bone marrow lesion in lymphoproliferative diseases are outlined" [8]. Und weiter: "According to our results, several histological types of bone marrow involvement in lymphoproliferative diseases can be distinguished: diffuse, interstitial and focal" [8]. Dann folgt eine Beschreibung der Knochenmarkveränderungen bei Lymphomen, die in vielen Fachbüchern gefunden werden kann, auf die es jedoch nicht verwiesen wird. Der Artikel [8] kann als eine Erstbeschreibung der Knochenmarsveränderungen beim Lymphom missverstanden werden. Unserer Meinung nach, sollten die Plagiatoren von Diskursen über die Klassiker Abstand nehmen.

1. Povzun SA, Mal'kov PG, Frank GA. Cellular pathology and revolution of scientific medicine (on the occasion of the 190th anniversary of Rudolf Virchow's Birth). Arkh Patol. 2011;73(3):6-11.

2. Annichkov NM. Ludwig Aschoff: the 145th anniversary of his birth. Arkh Patol. 2011;73(1):3-11.

3. Stochik AM, Pal'tsev SN, Zatravkin SN. From the history of the 19th century pathology. Rudolf Virchow and his view of disease. Arkh Patol. 2009;71(5):11-6.

4. Paltsev MA, Severin ES, Ivanov AA. Anatomical pathology and molecular diagnosis. Arkh Patol. 2006;68(4):3-7.

5. Anichkov NM, Perov IuL. Rudolf Virchow: the 150th anniversary of the cellular pathology teaching. Arkh Patol. 2009;71(1):3-8.

6. Paltsev MA, Anichkov NM. Patologitscheskaia Anatomia. Moscow: Meditsina, 2001.

7. Cotran RS, Kumar V, Robbins SL. Robbins' Pathologic Basis of Disease. Philadelphia: W.B. Saunders Co, 1994.

8. Frank GA, Kaplanskaia IB, Glasko EN, Semenov EA, Roshchina LS, Korolev AV. Diagnosis of lymphoproliferative diseases by bone marrow trepanobiopsy specimens. Arkh Patol. 2007;69(3):15-8.

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