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Vermischtes

Diagnostikabranche im Minus

Freitag, 1. Februar 2019

/Capethistle, stock.adobe.com

Berlin – Der deutsche Diagnostikmarkt hat sich im vergangenen Jahr negativ entwickelt. Das zeigt eine Branchenumfrage zu den wirtschaftlichen Erwartungen für das Jahr 2019 vom Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH). Befragt wurden die im Verband vertretenen Hersteller von In-vitro-Diagnostika (IVD). Sie bilden etwa 90 Prozent des deutschen Marktes ab.

Auf Basis vorläufiger Umsatzzahlen habe das vergangene Jahr ein Minus von 2,2 Prozent gebracht, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VDGH, Ulrich Schmid. Das bedeute für die IVD-Industrie das zweite Jahr in Folge einen Markt­rückgang. 2018 dreht sich laut VDGH erstmals der Bereich Zentrallabordiagnostik ins Negative. Der Schnelltestmarkt sackt demnach um mehr als 5 Prozent ab. Als Gründe nannte der Verband Preisdruck und technologische Umbrüchen, vor allem im Diabetesmarkt. Wachstum sieht der Verband derzeit im Bereich der Mikrobiologie und der Infektionsimmunologie.

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Das IVD-Barometer als wichtigster Stimmungsindikator der Branche hat sich gegenüber dem Vorjahr um sechs Punkte leicht abgeschwächt. Weniger Unternehmen gaben an, dass sie mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation rechnen, die Mehrheit erwartet Stagnation. Bei den Umsatz- und Gewinnerwartungen klaffen die Einschätzungen auseinander.

Während mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen steigende Umsätze für 2019 erwartet, gehen drei Viertel der befragten Unternehmen von stagnierenden oder rückläufigen Gewinnen aus. Die Investitionsbereitschaft in Forschung & Entwicklung (F&E) bleibt dagegen hoch: 45 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre F&E-Investitionen ausweiten.

Personalabbau ist bei den IVD-Herstellern kein Thema. Vielmehr wird der Fach­kräftemangel für die Unternehmen deutlich spürbar. Sahen sich im Jahr 2014 nur 35 Prozent der Unternehmen betroffen, so ist das Thema Anfang 2019 für fast 80 Prozent relevant. Es fehlen hochqualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Regulatory Affairs, Verkauf, Marketing, Kundendienst und F&E.

Für den deutschen Markt erwarten fast 90 Prozent der befragten Unternehmen, dass dieser sich im laufenden Jahr schlechter entwickeln wird als die Auslandsmärkte. „Dies ist auch ein Signal an die Politik, an den hiesigen, vergleichsweise schwierigen Rahmenbedingungen für medizinische Labortests – niedriges Erstattungsniveau, strikte Budgetierung der Ärzte und Krankenhäuser sowie schleppende Bewertung von Laborinnovationen – grundlegend etwas zu ändern“, so Schmid.

Großes Potenzial für eine verbesserte Patientenversorgung bietet aus Sicht der IVD-Unternehmen die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Neben intelligenten vernetzten Laborsystemen sind die gezielte Nutzung diagnostischer Informationen und Versorgungsdaten, Apps für den Patienten, Miniaturisierung („Lab-on-a-Chip“) oder die Entwicklung von integrierten Behandlungssystemen („Closed-Loop-Systeme“) relevant.

„Aber auch hier stellt sich für unsere Branche die Frage nach adäquaten Rahmen­bedingungen unseres Gesundheitssystems. Nutzenstiftende digitale Innovationen müssen zeitnah und nicht nur als Selbstzahlerleistung bei Patientinnen und Patienten ankommen“, fordert Schmid. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #752861
Ameland
am Freitag, 1. Februar 2019, 20:43

PS zu "Ewig dieses Bla Bla ..."

Ich bin kein Mediziner und habe nach meinem Kommentar im Internet "rauf und runter" Artikel gelesen zu der Thematik der Blut-Test-Varianten bei Erkältung zur Prüfung auf Bakterienbelastung. Ergebnis: Unterschiedliche Interessengruppen blockieren/behindern sich gegenseitig.
Avatar #752861
Ameland
am Freitag, 1. Februar 2019, 18:28

Ewig dieses Bla Bla, dass Antibiotika unnötig verschreiben werden. Aber ...

Ewig dieses Bla Bla, dass Antibiotika unnötig verschreiben werden. Aber völlig "unterbelichtet" dabei ganz hartnäckig die Erwähnung, dass bei einer Atemwegs-Erkrankung eine Blutuntersuchung Klarheit darüber geben könnte, ob (inzwischen) sich über die Vireninfektion eine bakterielle Infektion "gelegt hat". Hier z. B. wird die In-Vitro-Diagnostik trotz besseren Wissens nicht herangezogen, zu Lasten der Patienten und einer Abgabe von Antibiotika auf Verdacht.
LNS