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Ausland

Brustimplantate: EU-Gutachter macht keine Hoffnung auf Schadenersatz

Donnerstag, 6. Februar 2020

/dpa

Luxemburg – Deutschen Frauen mit fehlerhaften Brustimplantaten der Firma Poly Im­plant Prothèse SA (PIP) aus Frankreich droht ein Rückschlag vor dem Europäischen Ge­richtshof. Der zuständige EuGH-Gutachter hält es für zulässig, dass die französische Haft­pflichtversicherung für Opfer in Deutschland nicht zahlt. Das heute vorgelegte Gutachten ist kein Urteil. Häufig folgen die EU-Richter aber ihren Gutachtern (Rechtssache C-581/18).

Geklagt hat eine deutsche Patientin, der 2006 fehlerhafte Brustimplantate der Firma PIP eingesetzt wurden. Die Implantate enthielten statt medi­zinischen Silikons nicht zuge­lasse­nes Industriesilikon. Die Patientin versucht vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Schadenersatz von der französischen Haftpflich­tversicherung der PIP einzuklagen.

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Der Versicherer will nicht zahlen und beruft sich auf eine Gebietsklausel im Vertrag mit dem Hersteller, die den Schutz auf in Frankreich begründete Schäden beschränkt. Die Frankfurter Richter wollen von den EU-Kollegen in Luxemburg wissen, ob dies mit dem EU-Verbot der Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit vereinbar ist.

Ja, sagt der zuständige Generalanwalt Michal Bobek in seinen Schlussanträgen. Es gebe im heutigen EU-Recht keine Harmonisierung der Versicherungspflichten für Medizin­pro­dukte, die in einem anderen EU-Staat verwendet würden.

Es sei vielmehr Sache der Mitgliedstaaten, die Versicherung für diese Fälle zu regeln – hier also die Aufgabe Deutsch­lands. Frankreich habe das Recht, im eigenen Hoheitsgebiet ein höheres Schutzniveau für Patientinnen einzuführen. © dpa/aerzteblatt.de

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