MedizinOriginalarbeitenProblematische Medikation von Benzodiazepinen, Z-Substanzen und Opioid-Analgetika
Originalarbeiten

MEDIZIN: Originalarbeit

Problematische Medikation von Benzodiazepinen, Z-Substanzen und Opioid-Analgetika

Analyse von Verschreibungsdaten der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung der Jahre 2006–2016

Problematic medication with benzodiazepines, “Z-drugs”, and opioid analgesics—an analysis of national health insurance prescription data from 2006–2016

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 607-14; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0607

Buth, Sven; Holzbach, Rüdiger; Martens, Marcus-Sebastian; Neumann-Runde, Eike; Meiners, Ommo; Verthein, Uwe

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Die Zahl der Medikamentenabhängigen wird in Deutschland auf 1,4 bis 2,6 Millionen Personen geschätzt. Überwiegend handelt es sich hierbei um Menschen, die Benzodiazepine (BZD), Z-Substanzen (ZS) oder Opioid-Analgetika (OA) über längere Zeiträume einnehmen.

Methode: Die Analysen basieren auf Rezeptdaten von GKV-Patienten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen. Dargestellt werden Trends, Dauer, Dosis und Langzeiteinnahme von BZD, ZS und OA für die Jahre 2006 bis 2015. Bei der Prävalenzschätzung erstreckt sich der Zeitraum von 2006 bis 2016.

Ergebnisse: 7,7 % der Patienten erhielten 2006 mindestens ein BZD-, ZS- oder OA-Rezept; 2016 waren es 7,0 %. Während sich der Anteil der BZD-Verschreibungen deutlich und der ZS leicht verringerte (2006: BZD: 3,5 %; ZS: 1,1 %; 2016: BZD: 2,0 %; ZS: 0,8 %), zeigte sich im gleichen Zeitraum bei den OA ein Anstieg von 4,2 auf 4,9 %. Die pro Jahr verschriebene Dosis (in „defined daily doses“ [DDD]) nahm für BZD und ZS ab. Bei den OA konnte zwischen 2006 und 2009 eine Zunahme der DDD, später eine leichte Abnahme beobachtet werden. Der Anteil der GKV-Versicherten mit Langzeitverordnungen unter den BZD- und ZS-Patienten sank, bei den OA-Patienten erhöhte er sich.

Schlussfolgerung: Im Widerspruch zu den Empfehlungen in den Leitlinien wurde fast ein Fünftel der BZD-Rezepte ganzjährig verschrieben. Die Steigerung der Prävalenz der OA-Einnahme lag angesichts der alternden Gesellschaft im erwarteten Bereich. Die Zahl der Verschreibungen stieg auch bei jüngeren Patienten. Es gab einen Trend zur häufigeren Behandlung mit opioidhaltigen Schmerzmitteln, der kritisch zu hinterfragen ist.

LNSLNS

Medikamente zeigen neben den intendierten Effekten häufig auch unerwünschte Nebenwirkungen. Hierzu zählt unter anderem die Entstehung eines missbräuchlichen Gebrauchs, der in einer Abhängigkeit münden kann. Nach Schätzungen sind in Deutschland 1,4 bis 2,6 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig (13) – überwiegend aufgrund der Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln (Benzodiazepinen [BZD] beziehungsweise Z-Substanzen [ZS]) oder opioidhaltigen Schmerzmitteln [OA]. Nach einer Studie von Buth et al. (4) nahmen im Jahr 2010 5,1 % der Bevölkerung BZD (inklusive Tetrazepam) zu sich und weitere 1,1 % eine der sogenannten ZS. Unter Frauen und insbesondere älteren Patienten waren die Raten deutlich erhöht. Bezogen auf einen Zeitraum von drei Jahren (2006–2008) wiesen 16,7 % der Personen, die BZD und/oder ZS verschrieben bekamen, ein problematisches Einnahmeverhalten auf (5). Überwiegend handelt es sich hierbei um ältere Patienten, die diese Medikamente in geringen Dosen über sehr lange Zeiträume einnehmen. Diese sogenannte Niedrigdosisabhängigkeit kann durchaus ernsthafte negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Betroffenen haben, häufig führt sie beispielsweise zu Frakturen (6, 7), Pneumonien (8) oder Demenz (9).

OA sind für die Behandlung von Patienten mit starken Schmerzen sowie in der Palliativmedizin unerlässlich. Gleichwohl besteht das Risiko einer sich entwickelnden Abhängigkeit (10). In den USA und Kanada sind von Ärzten über längere Zeiträume OA in großen Mengen auch für weniger starke oder vorübergehend auftretende Schmerzen verschrieben worden. Viele dieser Patienten wurden davon abhängig und wechselten später zu potenteren Schmerzmitteln oder stiegen auf Heroin um (11).

Auch in Deutschland sind die ärztlich verordneten Wirkstoffmengen von OA zwischen 2007 und 2016 um 21 % gestiegen (12). Nach einer Untersuchung von Schubert et al. (13) erhielten im Jahr 2010 4,5 % aller GKV-Versicherten ein OA (unter Ausschluss von Codein-Präparaten). Zehn Jahre zuvor lag die Prävalenz noch bei 3,3 % (13). Obwohl abseits der Krebsbehandlung nur hinsichtlich weniger Krankheitsbilder eine Indikation für Langzeitverordnungen opioidhaltiger Analgetika vorliegt (14, 15), erfolgen solche langen Behandlungsphasen häufig (13, 16).

Ziel dieses Beitrags ist es, Trends der Verschreibungen von BZD, ZS und OA unter GKV-Versicherten im Zeitraum von 2006 bis 2016 – differenziert nach Geschlecht und Alter – darzustellen und zu untersuchen, wie häufig diese Medikamente ganzjährig verschrieben werden.

Methodik

Die Basis der nachfolgenden Analysen bilden die in den Jahren 2006 bis 2016 von gesetzlich versicherten Patienten der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen in Apotheken eingelösten Rezepte. Die Datenextraktion ist vom Norddeutschen Apotheken-Rechenzentrum (NARZ/AVN) vorgenommen worden, bei dem zwischen 65 und 91 % der Apotheken dieser Bundesländer die Rezepte zwecks Abrechnung mit den Krankenkassen bearbeiten lassen.

Für die Auswertungen sind diese unterschiedlichen Abdeckungsquoten durch eine Gewichtung korrigiert worden. Die sich daraus ergebenden (gewichteten) Fallzahlen wurden dann jeweils auf die Gesamtzahl der Versicherten in den genannten Bundesländern (etwa elf Millionen) bezogen (17).

Die in den verschriebenen Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe wurden unter Anwendung des anatomischen-therapeutischen-chemischen Klassifikationssystems (ATC) der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) den drei hier untersuchten Substanzgruppen zugeordnet (18). Der für Deutschland gültige ATC-Index enthält des Weiteren eine Angabe zur empfohlenen Tagesdosis (DDD) bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der entsprechenden Medikamente. Auf Basis dieser DDDs lassen sich die pro Patienten und Patientenjahr (Zeitraum von zwölf Monaten ab der ersten Verschreibung innerhalb eines Kalenderjahres; siehe auch eMethodenteil) verschriebenen Wirkstoffmengen in standardisierter Form – das heißt ohne die komplexe und fehleranfällige Berechnung von Äquivalenzdosen ermitteln (zum Beispiel Diazepam- oder Morphin-Äquivalente).

Innerhalb des Datensatzes erfolgt die Zuordnung der einzelnen Rezepte zu Personen über einen eindeutigen, anonymisierten Patientencode, der nicht rückführbar ist. Die Gewichtung und deskriptive Auswertung der Daten wurde mit dem Statistikprogramm SPSS, Version 25 vorgenommen (19). Auf die Angabe von Konfidenzintervallen wurde aufgrund der hohen Fallzahlen verzichtet.

Die Studie wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) finanziell gefördert (Förderkennzeichen: 01VSF16049).

Ergebnisse

Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial

7,7 % der GKV-Versicherten erhielten 2006 mindestens ein BZD-, ZS- oder OA-Rezept (inklusive Mehrfachverschreibungen). 2016 ist dieser Anteil auf 7,0 % gesunken. Mit Blick auf die einzelnen Wirkstoffgruppen fällt zunächst die bemerkenswerte Reduktion der Prävalenz der BZD von 3,5 % im Jahr 2006 auf 2,0 % im Jahr 2016 auf (Grafik 1). Während der Anteil der ZS-Patienten ebenfalls leicht abnahm, ist bei den OA-Patienten eine Zunahme von 4,2 % im ersten auf 4,9 % im letzten Untersuchungsjahr zu erkennen. Der Anteil der Patienten, denen der BZD-Wirkstoff Lorazepam verordnet wurde, hat sich zwischen 2006 und 2016 mehr als verdoppelt, während der Anteil von Diazepam stagnierte und die Anteile von Oxazepam und Bromazepam abnahmen. ZS-Patienten erhielten 2016 zu etwas mehr als zwei Dritteln Zopiclon verschrieben. Gegenüber 2006 ist dies ein Zuwachs um zehn Prozentpunkte. In gleichem Maße nahmen die Anteile von Zolpidem innerhalb dieses Zeitraums ab. Mit Blick auf die OA der WHO-Stufe-II ist ein deutlicher Abfall des Anteils der Tramadol-Patienten zu erkennen, während Tilidin im Laufe der Jahre immer häufiger verordnet wird. Bei den WHO-Stufe-III-Medikamenten ist die Entwicklung bei Oxycodon auffällig, dessen Anteile sich im Untersuchungszeitraum mehr als verdoppelt haben.

Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016
Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016
Grafik 1
Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016

Im Jahr 2006 erhielten 4,6 % der weiblichen GKV-Versicherten BZD (eTabelle 1). Bei den Männern lag der entsprechende Anteil mit 2,2 % nicht einmal halb so hoch.

Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Tabelle 1
Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen
eTabelle 1
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen

Auch ZS werden Frauen etwa doppelt so häufig verschrieben wie Männern.

Der Trend einer leichten Abnahme der Prävalenz innerhalb des Untersuchungszeitraums ist ebenfalls in beiden Patientengruppen sowohl für die ZS als auch für die BZD zu erkennen.

Mit Blick auf die OA sind es wiederum die Frauen, die zu höheren Anteilen – etwa jede zwanzigste – solche Medikamente verschrieben bekamen. Im Laufe der hier untersuchten Jahre ist es bei beiden Geschlechtern zu einer leichten Steigerung der Prävalenz um 0,7 Prozentpunkte gekommen.

Die eTabelle 1 zeigt zudem, dass die Prävalenzen mit zunehmendem Alter stetig steigen. So erhielten 2006 beispielsweise nur 0,6 % der bis 29-Jährigen aber 11,8 % der über 75-Jährigen ein BZD-Rezept. Gleichzeitig zeigt sich, dass die berichtete Abnahme der Prävalenz überwiegend auf ein verändertes Verschreibungsverhalten für die Älteren zurückzuführen ist. Mit Bezug auf die ZS ergibt sich ein ähnliches Bild, wenngleich die Prävalenzen und deren Veränderungen im Zeitverlauf hier insgesamt geringer ausfallen.

Die deutlichsten Unterschiede zwischen den untersuchten Altersgruppen finden sich bei den OA. So erhielten im Jahr 2006 lediglich 2,0 % der 30- bis 44-Jährigen solche Schmerzmittel, während es bei den ab 75-Jährigen 15,4 % waren. In den nachfolgenden Jahren ist in allen Altersgruppen eine leichte Zunahme zu erkennen.

Menge der verschriebenen Wirkstoffe (DDD) und Verschreibungsdauer

In Grafik 2 ist die Menge der pro Patientenjahr verschriebenen Wirkstoffe auf Basis der DDD wiedergegeben. Für BZD und ZS ist hier jeweils eine deutliche Reduktion zu erkennen. Diese ist aber ausschließlich auf eine Abnahme der Verschreibungsdauer im Laufe der Jahre zurückzuführen, die beispielsweise bei den ZS von durchschnittlich 129 Tagen im Jahr 2006 auf 109 Tage im Jahr 2015 sank. Bei den BZD fiel die Reduktion ähnlich stark aus. Die innerhalb dieser Verschreibungsdauer verordnete durchschnittliche tägliche Dosis hat sich hingegen nicht verändert und liegt für beide Medikamente bei etwa 0,7 DDD täglich.

Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015
Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015
Grafik 2
Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015

Bei Männern und Frauen lässt sich die kontinuierliche Abnahme von verschriebener Wirkstoffmenge und Dauer gleichermaßen wiederfinden (Tabelle 2). Dass diese Werte absolut für beide Geschlechter jeweils über denen der Gesamtgruppe liegen, ist darauf zurückzuführen, dass die Angabe des Geschlechts nur für eine Teilgruppe vorliegt (je nach Jahr zwischen 88 und 95 %, siehe hierzu auch Limitationen und eMethodenteil). Die Verringerung von Dauer und Dosis im Zeitverlauf ist bei den älteren Patienten am ausgeprägtesten. So sinkt bei den über 75-jährigen BZD-Patienten im Zehnjahresverlauf die durchschnittliche Dauer um etwa 38 Tage und die verschriebene Wirkstoffmenge um 28 DDDs, während in der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen die Verringerungen bemerkenswert geringer ausfallen (−16 Tage und −15 DDD). Bei den ZS sind diese Unterschiede weniger deutlich ausgeprägt.

Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Tabelle 2
Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen

Die durchschnittlich verschriebene tägliche Wirkstoffmenge von BZD nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bekamen beispielsweise die 30- bis 44-Jährigen im Mittel 0,9 DDDs täglich verschrieben, so sind es bei den 60- bis 74-Jährigen 0,7 DDDs und bei den ältesten Patienten nochmals geringere 0,6 DDDs. Mit Blick auf die ZS lassen sich solche altersbezogenen Unterschiede hingegen nicht finden.

Bei den OA-Patienten nehmen die verschriebenen Tagesdosen zwischen 2006 und 2009 stetig leicht zu, um danach wieder kontinuierlich abzunehmen (Tabelle 2). Die Dauer jedoch steigt von 128 Tagen im Jahr 2006 auf 141 Tage im Jahr 2015. Entsprechend schwankt die im Mittel verschriebene Wirkstoffmenge je nach Betrachtungsjahr zwischen 0,7 DDDs und 0,8 DDDs pro Tag.

Die genannten Entwicklungen bei den OA stellen sich für Männer und Frauen sehr ähnlich dar. Gleiches gilt für die verschiedenen Altersgruppen. Den ältesten Patienten werden mit mittleren Tagesdosen von 0,6–0,7 DDDs aber geringere Wirkstoffmengen verschrieben als beispielsweise den 30- bis 44-Jährigen, die im Durchschnitt 0,9 DDDs pro Tag verordnet bekommen.

Langzeitverschreibungen

Grafik 3 gibt den Anteil der Patienten wieder, die im Laufe eines Patientenjahres mindestens einmal pro Quartal ein Medikament der jeweils untersuchten Wirkstoffgruppe verschrieben bekamen. Lag dieser Anteil im Jahr 2006 für alle drei Wirkstoffgruppen bei knapp 25 %, so zeigt sich in den Folgejahren eine unterschiedliche Entwicklung. Denn während bei den BZD- und ZS-Patienten die entsprechenden Werte nahezu stetig auf zuletzt 18,9 respektive 19,6 % fallen, ist bei den OA-Patienten eine Steigerung der Prävalenz um etwa vier Prozentpunkte zu erkennen.

Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015
Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015
Grafik 3
Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015

Frauen weisen in allen Wirkstoffgruppen leicht höhere Prävalenzwerte von Langzeitverschreibungen auf als Männer (eTabelle 2). Weitaus größer sind die Unterschiede jedoch zwischen den verschiedenen Altersgruppen. So wurden im Jahr 2006 14 % der 30- bis 44-jährigen BZD-Patienten, aber bereits einem Drittel der über 74-Jährigen mit BZD-Verordnungen diese Medikamente ganzjährig verschrieben. Während sich dieser Anteil in den nachfolgenden zehn Jahren in der erstgenannten Gruppe um lediglich zwei Prozentpunkte reduziert, ist bei den ältesten Patienten eine Reduktion um fast zehn Prozentpunkte festzustellen. In Bezug auf die ZS sind diese Unterschiede weit weniger stark ausgeprägt.

Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
eTabelle 2
Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen

Auch bei den OA zeigt sich eine Zunahme der Prävalenz der Langzeitverschreibungen mit dem Alter. Jedoch steigen die Anteile zwischen 2006 und 2015 nahezu stetig in allen Altersgruppen (eTabelle 2).

Diskussion

Die dargestellten Befunde verdeutlichen, dass BZD und ZS in den zurückliegenden Jahren als verschreibungspflichtige Medikation auf Kassenrezepten an Bedeutung verloren haben. Gleichwohl werden BZD insbesondere von den über 60-Jährigen immer noch häufig und über längere Zeiträume – meist über viele Jahre – eingenommen. Jedoch ist bei diesen Patienten die verabreichte Wirkstoffmenge in der Regel gering und eine Steigerung der Dosis wird meist nicht vorgenommen. Die negativen Folgen einer solchen Niedrigdosisabhängigkeit können dennoch gravierend sein. Hierzu gehören insbesondere Frakturen aufgrund von Stürzen nach Einnahme der Medikamente (6, 20, 21).

In der ärztlichen Praxis ist zudem häufig festzustellen, dass statt BZD nunmehr ZS verschrieben werden (22). Mittlerweile gilt es als gesichert, dass insbesondere die längere Einnahme von Zolpidem zu Missbrauch und Abhängigkeit führen kann (2325). Zudem ist – ähnlich wie bei den BZD – das Risiko für Stürze und damit einhergehende Frakturen signifikant erhöht (26). In der vorliegenden Studie sind sowohl die Prävalenzwerte für die (Langzeit-)Verschreibungen von ZS als auch für die Höhe der verschriebenen Dosis leicht abnehmend. Offensichtlich ist den Ärztinnen und Ärzten zunehmend bewusst, dass diese Medikamente keine ungefährliche Alternative zu den BZD darstellen.

Im Jahr 2016 erhielten jeweils etwa ein Fünftel der Patienten, die mit BZD beziehungsweise ZS behandelt wurden, diese Medikamente (mindestens) ganzjährig. Olfson et al. (27) benennen als Gründe für solche Langzeiteinnahmen unter anderem die Behandlung von persistenten Angststörungen mit BZD, den Mangel an Angeboten für alternative erfolgversprechendere Behandlungsmaßnahmen (insbesondere bei Schlafstörungen), die fehlende Bereitschaft älterer Menschen, den Gebrauch dieser Medikamente zu verringern beziehungsweise ganz einzustellen und zeitliche Beschränkungen der Ärzte. Des Weiteren konnten Martinsson et al. (28) nach Auswertung von schwedischen Rezeptdaten der Jahre 2006 bis 2008 zeigen, dass Ärzte mit geriatrischer Fachausbildung sowie Psychiater Medikamente mit psychotroper Wirkung in geringerem Maße verschrieben als Allgemeinmediziner. Womöglich fehlt Letzteren sowohl spezielles Wissen zu den Risiken des BZD- und ZS-Gebrauchs bei älteren Patienten als auch zu den Behandlungsalternativen.

Mit Blick auf die vorliegenden Studienergebnisse zu den OA lässt sich festhalten, dass ein epidemischer Gebrauch, wie beispielsweise in Nordamerika (29), in Deutschland aktuell nicht zu erkennen ist.

Aufmerken lässt dennoch die Zunahme der OA-Langzeitverschreibungen. Während solche langen Behandlungszeiträume bei Tumorpatienten in der Regel notwendig sein dürften, besteht nur bei wenigen anderen Erkrankungen eine Indikation für Behandlungen, die über ein halbes Jahr hinausgehen (14).

Resümierend bleibt festzuhalten, dass die Behandlung von Schmerzpatienten mit Opioiden neben der unbestrittenen Wirksamkeit auch immer mit Risiken verbunden ist, die individuell eingeschätzt und bewertet werden müssen. Die aktuellen S3-Leitlinien zur „Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen – LONTS“ dürften hier eine wichtige Orientierung geben (14). Darüber hinaus sollten aber auch Maßnahmen ergriffen werden, die dazu beitragen, dass die Zahl der Opioidverschreibungen auf ein medizinisch notwendiges Maß begrenzt bleibt. White (30) wie auch Compton et al. (31) benennen neben Weiterbildungen für verschreibende Ärzte, Take-back-Programmen für nicht mehr benötigte Medikamente und einer verstärkten Abgabe von Opioiden, die zusätzlich Naloxon enthalten, insbesondere auch die Etablierung von Drug-Monitoring-Programmen. Unter Anwendung des in der vorliegenden Studie gewählten methodischen Ansatzes ließe sich ein solches Monitoringverfahren zeitnah und mit vertretbaren finanziellen Kosten sowohl für die OA, Hypnotika und Sedativa als auch für jede andere interessierende Wirkstoffgruppe umsetzen (32).

Limitationen

Die mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechneten Verschreibungen von BZD und ZS stellen nur einen Teil der insgesamt verordneten Medikamente dar. So wird für das Jahr 2012 von einen Anteil von etwa 45 % ausgegangen, den die über die GKV abgerechneten BZD an allen abgegebenen BZD-Packungen ausmachten (ZS: 50 %) (33). Des Weiteren ist nicht auszuschließen, dass einige Patienten ihre Rezepte sowohl bei Apotheken einlösen, die über das NARZ abrechnen, als auch bei Apotheken, die eine andere Institution mit der Abrechnung beauftragt haben. Bei diesen Patienten kommt es somit zu einer Unterschätzung von Dosis und Dauer der Medikamentenverschreibungen.

Eine weitere Limitation stellt die Annahme dar, dass verschriebene Medikamentenpackungen in Gänze auch eingenommen werden. Real empfehlen Ärzte jedoch häufig geringere Einnahmemengen oder die Patienten beenden die medikamentöse Behandlung vorzeitig beziehungsweise führen sie mit geringerer Dosierung durch (34). Die tatsächlich aufgenommene Wirkstoffmenge würde in solchen Fällen überschätzt werden.

Patienten, zu denen keine Angabe des Geschlechts vorliegt (je nach Jahr zwischen 5 und 12 %), weisen im Datensatz bezüglich der drei untersuchten Substanzen eine deutlich geringere Einahmedauer und -dosis auf. Bei den geschlechtsbezogenen Analysen werden diese Parameter hinsichtlich ihres absoluten Betrags somit etwas überschätzt.

Danksagung

Diese Studie wurde ausschließlich durch den Innovationsfonds finanziert.

Interessenkonflikt

PD Uwe Verthein erhielt Reisekostenerstattungen von Sanofi Aventis und Molteni Farmaceutici sowie Reisekostenerstattung und Vortragshonorar von Mundipharma.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 27. 12. 2018, revidierte Fassung angenommen: 29. 5. 2019

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. phil. Uwe Verthein
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung
der Universität Hamburg (ZIS)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Martinistraße 52
20246 Hamburg
u.verthein@uke.uni-hamburg.de

Zitierweise
Buth S, Holzbach R, Martens MS, Neumann-Runde E, Meiners O, Verthein U: Problematic medication with benzodiazepines, “Z-drugs”, and opioid analgesics—an analysis of national health insurance prescription data from 2006–2016. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 607–14. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0607

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3719 oder über QR-Code

eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/19m0607 oder über QR-Code

1.
Glaeske G, Hoffmann F: Medikamente – Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, ed.: Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst Science Publishers 2014.
2.
Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L, Piontek D: Substanzkonsum in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland. SUCHT 2016; 62: 271–81 CrossRef
3.
Pabst A, Kraus L, Gomes de Matos E, Piontek D: Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. SUCHT 2013; 59: 321–31 CrossRef
4.
Buth S, Holzbach R, Rosenkranz M, Verthein U: Der Gebrauch von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in Deutschland. Eine prospektive Analyse kassenärztlicher Verschreibungen der Jahre 2006 bis 2010. Bundesgesundheitsblatt 2017; 60: 865–72 CrossRef MEDLINE
5.
Verthein U, Holzbach R, Martens MS, Buth S: Langzeitverordnungen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen – deskriptive Analysen über einen 3-jährigen Zeitraum. Suchttherapie 2018; 19: 99–106 CrossRef
6.
Xing D, Ma XL, Ma JX, Wang J, Yang Y, Chen Y: Association between use of benzodiazepines and risk of fractures: a meta-analysis. Osteoporos Int 2014; 25: 105–20 CrossRef MEDLINE
7.
Bakken M, Engeland A, Engesæter L, Ranhoff A, Hunskaar S, Ruths S: Risk of hip fracture among older people using anxiolytic and hypnotic drugs: a nationwide prospective cohort study. Eur J Clin Pharmacol 2014; 70: 873–80 CrossRef MEDLINE PubMed Central
8.
Chen TY, Winkelman JW, Mao W-C, Liu CL, Hsu CY, Wu CS: The use of benzodiazepine receptor agonists and the risk of hospitalization for pneumonia. CHEST 2018; 153: 161–71 CrossRef MEDLINE
9.
Islam MM, Iqbal U, Walther B, et al.: Benzodiazepine Use and Risk of Dementia in the Elderly Population: A Systematic Review and Meta-Analysis. Neuroepidemiology 2016; 47: 181–91 CrossRef MEDLINE
10.
Vowles KE, McEntee ML, Julnes PS, Frohe T, Ney JP, van der Goes DN: Rates of opioid misuse, abuse, and addiction in chronic pain: a systematic review and data synthesis. Pain 2015; 156: 569–76 CrossRef MEDLINE
11.
Helmerhorst GTT, Teunis T, Janssen SJ, Ring D: An epidemic of the use, misuse and overdose of opioids and deaths due to overdose, in the United States and canada. Bone Joint J 2017; 99-B: 856–64 CrossRef MEDLINE
12.
Schwabe U, Paffrath D, Ludwig WD, Klauber J: Arzneiverordnungs-Report 2017. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 2017 CrossRef
13.
Schubert I, Ihle P, Sabatowski R: Zunahme der Opioidverordnungen in Deutschland zwischen 2000 und 2010: Eine Studie auf der Basis von Krankenkassendaten. Dtsch Arztebl 2013; 110: 45–51 VOLLTEXT
14.
Häuser W, Bock F, Engeser P, Tölle T, Willweber-Strumpf A, Petzke F: Clinical practice guideline: long-term opioid use in non-cancer pain. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 732–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
15.
Els C, Jackson TD, Kunyk D, et al.: Adverse events associated with medium- and long-term use of opioids for chronic non-cancer pain: an overview of Cochrane Reviews. Cochrane Database Syst Rev. 2017;10: CD012509 CrossRef PubMed Central
16.
Marschall U, L‘Hoest H, Radbruch L, Hauser W: Long-term opioid therapy for chronic non-cancer pain in Germany. Eur J Pain 2016; 20: 767–76 CrossRef MEDLINE
17.
Bundesministerium für Gesundheit: GKV-Versicherte nach Alter und Wohnort. GKV-Statistik KM6. 2006–2016.
18.
GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO): Das anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikationssystem mit Tagesdosen. Amtliche Fassung des ATC-Index mit DDD-Angaben für Deutschland im Jahre 2016. Berlin 2016.
19.
IBM: IBM SPSS Statistics for Windows, Version 25.0. Armonk, NY 2017.
20.
Nurminen J, Puustinen J, Lähteenmäki R, et al.: Handgrip strength and balance in older adults following withdrawal from long-term use of temazepam, zopiclone or zolpidem as hypnotics. BMC Geriatr 2014; 14: 121 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21.
Khong TP, de Vries F, Goldenberg JSB, et al.: Potential impact of benzodiazepine use on the rate of hip fractures in five large European countries and the United States. Calcif Tissue Int 2012; 91: 24–31 CrossRef MEDLINE PubMed Central
22.
Hoffmann F: Perceptions of German GPs on benefits and risks of benzodiazepines and Z-drugs. Swiss Med Wkly 2013; 143: w13745 CrossRef MEDLINE
23.
Yen CF, Yen CN, Ko CH, et al.: Correlates of dependence and beliefs about the use of hypnotics among Zolpidem and Zopiclone users. Subst Use Misuse 2015; 50: 350–7 CrossRef MEDLINE
24.
Victorri-Vigneau C, Gérardin M, Rousselet M, Guerlais M, Grall-Bronnec M, Jolliet P: An update on Zolpidem abuse and dependence. J Addict Dis 2014; 33: 15–23 CrossRef MEDLINE
25.
Rousselet M, Feuillet F, Gerardin M, Jolliet P, Hardouin JB, Victorri-Vigneau C: The french addictovigilance network clinical assessment: Z-drugs, true false twins. Expert Opin Drug Saf 2017; 16: 1063–9 CrossRef MEDLINE
26.
Treves N, Perlman A, Kolenberg Geron L, Asaly A, Matok I: Z-drugs and risk for falls and fractures in older adults—a systematic review and meta-analysis. Age Ageing 2018; 47: 201–8 CrossRef MEDLINE
27.
Olfson M, King M, Schoenbaum M: Benzodiazepine use in the United States. JAMA Psychiatry 2015; 72: 136–42 CrossRef MEDLINE
28.
Martinsson G, Fagerberg I, Wiklund-Gustin L, Lindholm C: Specialist prescribing of psychotropic drugs to older persons in Sweden—a register-based study of 188 024 older persons. BMC Psychiatry 2012; 12: 197 CrossRef MEDLINE PubMed Central
29.
Rudd RA, Seth P, David F, Scholl L: Increases in drug and opioid-involved overdose deaths – United States, 2010–2015. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2016; 65: 1445–52 CrossRef MEDLINE
30.
White ND: Opioid abuse and overdose: prevention strategies. Am J Lifestyle Med 2015; 9: 412–5 CrossRef
31.
Compton WM, Boyle M, Wargo E: Prescription opioid abuse: Problems and responses. Prev Med 2015; 80: 5–9 CrossRef MEDLINE
32.
Holzbach R, Martens M, Kalke J, Raschke P: Zusammenhang zwischen Verschreibungsverhalten der Ärzte und Medikamentenabhängigkeit ihrer Patienten. Bundesgesundheitsbl 2010; 53: 319–25 CrossRef MEDLINE
33.
Hoffmann F, Glaeske G: Benzodiazepinhypnotika, Zolpidem und Zopiclon auf Privatrezept. Nervenarzt 2014: 1–7 CrossRef MEDLINE
34.
Knopf H, Grams D: Arzneimittelanwendung von Erwachsenen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2013; 56: 868–77. CrossRef MEDLINE
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS),
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg:
Dr. phil. Sven Buth M. A., Dipl.-Psych. Marcus-Sebastian Martens, Dipl.-Psych.
Eike Neumann-Runde, PD Dr. phil. Uwe Verthein
Klinikum Hochsauerland, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik:
Dr. med. Rüdiger Holzbach
Norddeutsches Apotheken-Rechenzentrum/Apotheken-Verrechnungsstelle (NARZ/AVN):
Dipl.-Inf. Ommo Meiners
Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016
Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016
Grafik 1
Prävalenz der Verschreibung von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016
Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015
Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015
Grafik 2
Dosis (DDD) der Verschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial pro Patientenjahr in den Jahren 2006 bis 2015
Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015
Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015
Grafik 3
Prävalenz der Langzeitverschreibungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015
Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Tabelle 1
Prävalenz der Verordnungen der bedeutsamsten Benzodiazepin-, Z-Substanzen- und Opioid-Analgetika-Wirkstoffe nach Jahr
Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Tabelle 2
Dauer der Verschreibungen (in Tagen) und Dosis (in DDD) von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen
eTabelle 1
Prävalenz der Verordnungen von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in den Jahren 2006 bis 2016 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
eTabelle 2
Prävalenz der Langzeiteinnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial unter allen Patienten mit Verordnungen dieser Wirkstoffe in den Jahren 2006 bis 2015 nach Geschlecht und Altersgruppen
1. Glaeske G, Hoffmann F: Medikamente – Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, ed.: Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst Science Publishers 2014.
2. Gomes de Matos E, Atzendorf J, Kraus L, Piontek D: Substanzkonsum in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland. SUCHT 2016; 62: 271–81 CrossRef
3. Pabst A, Kraus L, Gomes de Matos E, Piontek D: Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. SUCHT 2013; 59: 321–31 CrossRef
4. Buth S, Holzbach R, Rosenkranz M, Verthein U: Der Gebrauch von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial in Deutschland. Eine prospektive Analyse kassenärztlicher Verschreibungen der Jahre 2006 bis 2010. Bundesgesundheitsblatt 2017; 60: 865–72 CrossRef MEDLINE
5. Verthein U, Holzbach R, Martens MS, Buth S: Langzeitverordnungen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen – deskriptive Analysen über einen 3-jährigen Zeitraum. Suchttherapie 2018; 19: 99–106 CrossRef
6. Xing D, Ma XL, Ma JX, Wang J, Yang Y, Chen Y: Association between use of benzodiazepines and risk of fractures: a meta-analysis. Osteoporos Int 2014; 25: 105–20 CrossRef MEDLINE
7. Bakken M, Engeland A, Engesæter L, Ranhoff A, Hunskaar S, Ruths S: Risk of hip fracture among older people using anxiolytic and hypnotic drugs: a nationwide prospective cohort study. Eur J Clin Pharmacol 2014; 70: 873–80 CrossRef MEDLINE PubMed Central
8. Chen TY, Winkelman JW, Mao W-C, Liu CL, Hsu CY, Wu CS: The use of benzodiazepine receptor agonists and the risk of hospitalization for pneumonia. CHEST 2018; 153: 161–71 CrossRef MEDLINE
9. Islam MM, Iqbal U, Walther B, et al.: Benzodiazepine Use and Risk of Dementia in the Elderly Population: A Systematic Review and Meta-Analysis. Neuroepidemiology 2016; 47: 181–91 CrossRef MEDLINE
10. Vowles KE, McEntee ML, Julnes PS, Frohe T, Ney JP, van der Goes DN: Rates of opioid misuse, abuse, and addiction in chronic pain: a systematic review and data synthesis. Pain 2015; 156: 569–76 CrossRef MEDLINE
11. Helmerhorst GTT, Teunis T, Janssen SJ, Ring D: An epidemic of the use, misuse and overdose of opioids and deaths due to overdose, in the United States and canada. Bone Joint J 2017; 99-B: 856–64 CrossRef MEDLINE
12. Schwabe U, Paffrath D, Ludwig WD, Klauber J: Arzneiverordnungs-Report 2017. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag 2017 CrossRef
13. Schubert I, Ihle P, Sabatowski R: Zunahme der Opioidverordnungen in Deutschland zwischen 2000 und 2010: Eine Studie auf der Basis von Krankenkassendaten. Dtsch Arztebl 2013; 110: 45–51 VOLLTEXT
14. Häuser W, Bock F, Engeser P, Tölle T, Willweber-Strumpf A, Petzke F: Clinical practice guideline: long-term opioid use in non-cancer pain. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 732–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
15. Els C, Jackson TD, Kunyk D, et al.: Adverse events associated with medium- and long-term use of opioids for chronic non-cancer pain: an overview of Cochrane Reviews. Cochrane Database Syst Rev. 2017;10: CD012509 CrossRef PubMed Central
16. Marschall U, L‘Hoest H, Radbruch L, Hauser W: Long-term opioid therapy for chronic non-cancer pain in Germany. Eur J Pain 2016; 20: 767–76 CrossRef MEDLINE
17. Bundesministerium für Gesundheit: GKV-Versicherte nach Alter und Wohnort. GKV-Statistik KM6. 2006–2016.
18. GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO): Das anatomisch-therapeutisch-chemische Klassifikationssystem mit Tagesdosen. Amtliche Fassung des ATC-Index mit DDD-Angaben für Deutschland im Jahre 2016. Berlin 2016.
19. IBM: IBM SPSS Statistics for Windows, Version 25.0. Armonk, NY 2017.
20. Nurminen J, Puustinen J, Lähteenmäki R, et al.: Handgrip strength and balance in older adults following withdrawal from long-term use of temazepam, zopiclone or zolpidem as hypnotics. BMC Geriatr 2014; 14: 121 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21. Khong TP, de Vries F, Goldenberg JSB, et al.: Potential impact of benzodiazepine use on the rate of hip fractures in five large European countries and the United States. Calcif Tissue Int 2012; 91: 24–31 CrossRef MEDLINE PubMed Central
22. Hoffmann F: Perceptions of German GPs on benefits and risks of benzodiazepines and Z-drugs. Swiss Med Wkly 2013; 143: w13745 CrossRef MEDLINE
23. Yen CF, Yen CN, Ko CH, et al.: Correlates of dependence and beliefs about the use of hypnotics among Zolpidem and Zopiclone users. Subst Use Misuse 2015; 50: 350–7 CrossRef MEDLINE
24. Victorri-Vigneau C, Gérardin M, Rousselet M, Guerlais M, Grall-Bronnec M, Jolliet P: An update on Zolpidem abuse and dependence. J Addict Dis 2014; 33: 15–23 CrossRef MEDLINE
25.Rousselet M, Feuillet F, Gerardin M, Jolliet P, Hardouin JB, Victorri-Vigneau C: The french addictovigilance network clinical assessment: Z-drugs, true false twins. Expert Opin Drug Saf 2017; 16: 1063–9 CrossRef MEDLINE
26. Treves N, Perlman A, Kolenberg Geron L, Asaly A, Matok I: Z-drugs and risk for falls and fractures in older adults—a systematic review and meta-analysis. Age Ageing 2018; 47: 201–8 CrossRef MEDLINE
27. Olfson M, King M, Schoenbaum M: Benzodiazepine use in the United States. JAMA Psychiatry 2015; 72: 136–42 CrossRef MEDLINE
28. Martinsson G, Fagerberg I, Wiklund-Gustin L, Lindholm C: Specialist prescribing of psychotropic drugs to older persons in Sweden—a register-based study of 188 024 older persons. BMC Psychiatry 2012; 12: 197 CrossRef MEDLINE PubMed Central
29. Rudd RA, Seth P, David F, Scholl L: Increases in drug and opioid-involved overdose deaths – United States, 2010–2015. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2016; 65: 1445–52 CrossRef MEDLINE
30. White ND: Opioid abuse and overdose: prevention strategies. Am J Lifestyle Med 2015; 9: 412–5 CrossRef
31. Compton WM, Boyle M, Wargo E: Prescription opioid abuse: Problems and responses. Prev Med 2015; 80: 5–9 CrossRef MEDLINE
32. Holzbach R, Martens M, Kalke J, Raschke P: Zusammenhang zwischen Verschreibungsverhalten der Ärzte und Medikamentenabhängigkeit ihrer Patienten. Bundesgesundheitsbl 2010; 53: 319–25 CrossRef MEDLINE
33. Hoffmann F, Glaeske G: Benzodiazepinhypnotika, Zolpidem und Zopiclon auf Privatrezept. Nervenarzt 2014: 1–7 CrossRef MEDLINE
34. Knopf H, Grams D: Arzneimittelanwendung von Erwachsenen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2013; 56: 868–77. CrossRef MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Zum Artikel