MedizinWissenschaftTherapie der proximalen Humerusfraktur mit winkelstabiler Plattenosteosynthese
Wissenschaft

MEDIZIN: Originalarbeit

Therapie der proximalen Humerusfraktur mit winkelstabiler Plattenosteosynthese

Randomisierte kontrollierte Studie zum Materialvergleich von Carbon Fiber Reinforced Polyetheretherketone und Titan

The treatment of proximal humerus fracture using internal fixation with fixed-angle plates—a randomized controlled study comparing carbon fiber reinforced polyetheretherketone with titanium

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 757-63; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0757

Ziegler, Patrick; Maier, Sven; Stöckle, Ulrich; Gühring, Markus; Stuby, Fabian M.

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Hintergrund: Zur osteosynthetischen Versorgung von Frakturen stehen verschiedene Materialien bei der Wahl des Implantats zur Verfügung. „Carbon fiber reinforced polyetheretherketone“ (CFR-PEEK) stellt hierbei ein für Röntgenstrahlen durchlässiges Material dar, das möglicherweise in der Handhabung gegenüber Implantaten aus Titan Vorteile hat.

Methode: 76 Patienten mit operationsbedürftiger proximaler Humerusfraktur wurden randomisiert entweder mit einer winkelstabilen Platte aus Titan oder aus CFR-PEEK versorgt. Bei 63 Patienten wurden sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ neben dem DASH Score („disabilities of arm, shoulder and hands“; primärer Endpunkt) der Simple Shoulder Test (SST) und der Oxford Shoulder Score (OSS) erfasst, um das funktionelle Ergebnis zu bestimmen. Darüber hinaus wurde eine radiologische Auswertung vorgenommen.

Ergebnisse: Sechs Monate postoperativ wiesen beide Gruppen einen besseren DASH Score auf (CFR-PEEK: 27,5 ± 20,5; Titan: 28,5 ± 17,9; p = 0,82). Die Sensitivitätsanalyse mit multipler Inputation bestätigte dieses Ergebnis (27,4 ± 19,2 versus 28,5 ± 16,6). OSS und SST verbesserten sich ebenfalls in beiden Gruppen. Alle Patienten zeigten eine vollständige knöcherne Konsolidierung zwölf Wochen postoperativ. Es konnten weder ein Materialversagen noch sekundäre Dislokationen oder Schraubenperforationen festgestellt werden. Unterschiede im Erhalt der postoperativen Reposition wurden weder in der CFR-PEEK- noch in der Titan-Gruppe ermittelt.

Schlussfolgerung: Die Osteosynthese der proximalen Humerusfraktur mittels CFR-PEEK sowie Titanplatte führte innerhalb von sechs Monaten nach der Operation zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse. Ein Unterschied zwischen den beiden Gruppen wurde weder klinisch noch radiologisch festgestellt, allerdings wurde aufgrund des Studiendesigns nicht die Gleichwertigkeit der Interventionen nachgewiesen, hierfür wäre eine Non-inferiority-Studie erforderlich gewesen.

LNSLNS

Proximale Humerusfrakturen stellen mit 4–5 % aller Frakturen und circa 10 % der Frakturen bei Patienten über 65 Jahren eine häufige Verletzung des Menschen dar (13). Studien zeigen eine zunehmende Inzidenz, welche hauptsächlich auf das steigende Lebensalter und die damit oftmals verbundene Osteoporose zurückgeführt wird (4).

Bei der Entscheidung für die jeweilige Therapie sind zum einen die Frakturmorphologie, zum anderen patientenspezifische Daten wie das Alter, die Nebenerkrankungen, das körperliche Aktivitätsniveau und die Compliance relevant.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die proximale Humerusfraktur zu behandeln. Bei nicht dislozierten oder gering dislozierten Frakturen kann gewöhnlich mit einer begrenzten Ruhigstellung im Armschlingenverband konservativ behandelt werden (5).

Zur operativen Therapie eignen sich Osteosynthesen durch eine winkelstabile oder nichtwinkelstabile Platte, durch Schrauben, Kirschner-Drähte, Marknägel oder die Endoprothese. Die offene Reposition und die Stabilisierung mittels winkelstabiler Platte stellen oftmals die Therapie der Wahl bei mehrfragmentären oder dislozierten Frakturen des proximalen Humerus dar (6, 7). Damit soll eine möglichst anatomische Rekonstruktion und Retention des Humeruskopfes erreicht werden.

Die dafür verwendeten Platten weisen unterschiedliche Materialeigenschaften auf. Am häufigsten werden Platten aus Stahl, Titan oder seit einigen Jahren auch „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“ (CFR-PEEK) verwendet. Biomechanische Studien zeigen, dass Osteosynthesen mit CFR-PEEK-Platten durch die veränderte Elastizität mehr Minimalbewegungen im Frakturbereich zulassen als Osteosynthesen mit Platten aus Titan, wobei die Verbindung zwischen den Schrauben und der Platte gleich oder sogar stabiler ist (810). Zusätzlich ist CRF-PEEK durchlässig für Röntgenstrahlen, was sowohl intra- als auch postoperativ die Beurteilung der Fraktursituation im Röntgenbild erleichtern kann (11).

Ziel der vorliegenden Studie war es, die funktionellen und radiologischen Ergebnisse von Patienten mit proximaler Humerusfraktur zu vergleichen, die mit einer winkelstabilen Plattenosteosynthese aus CRF-PEEK oder Titan versorgt wurden. Als primärer Endpunkt wurde der DASH Score („disabilities of arm, shoulder and hands“) nach sechs Monaten definiert.

Methode

Studiendesign und Studienpopulation

In der vorliegenden randomisierten, kontrollierten Studie wurden 76 Patienten aufgrund einer proximalen Humerusfraktur entweder mit einer Platte aus Titan oder aus CFR-PEEK behandelt. Zielparameter waren:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Body-mass-Index (BMI)
  • Risikoklassifikation der American Society of Anesthesiologists (ASA)
  • Frakturtyp
  • Nebenerkrankungen.

Die Patienten wurden sechs Wochen, zwölf Wochen sowie sechs Monate postoperativ nachverfolgt. Als primärer Endpunkt wurde der DASH Score (0100) nach sechs Monaten betrachtet. Sekundäre Zielparameter waren:

  • Simple Shoulder Test (SST; 0–100 %)
  • Oxford Shoulder Score (OSS; 12–60 Punkte)
  • Erhalt des Repositionsergebnisses (Schaft-Kopf-Winkel) (12, 13)

Zur statistischen Analyse wurden der t-Test, die Varianzanalyse für wiederholte Messungen, der exakte Fisher-Test und der Chi-Quadrat-Test verwendet. Das Signifikanzniveau betrug p < 0,05. Eine detaillierte Beschreibung der Methode ist im eMethodenteil zu finden. Den Studienablauf mit Nachbeobachtungszeitpunkten stellt eTabelle 1 dar.

Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten
Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten
eTabelle 1
Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten

Implantate

Die CFR-PEEK-Platte (PEEK Power Humeral Fracture Plate, Fa. Arthrex, Naples, Florida, USA) besteht aus Polyetheretherketon (14), welches mit Carbonfasern (55–60 %) verstärkt wird. Die Platte ist anatomisch vorgeformt, erlaubt eine polyaxiale, winkelstabile Schraubenbesetzung und ermöglicht es, Haltefäden an der Platte zu befestigen. Sie ist durchlässig für Röntgenstrahlen und wird mit Titanschrauben der Größe 3,5 mm am Schaft und 4,0 mm im Kopf besetzt (Abbildung). Durch die CFR-PEEK-Titan-Schnittstelle besteht keine Gefahr einer Kaltverschweißung der Schrauben mit der Platte. Eine Kaltverschweißung ist eine Verbindung zweier metallischer Werkstücke gleichen Materials bereits bei Raumtemperatur (15). Georgiadis et al. publizierten, dass bei der Entfernung von winkelstabilen Titanplatten am Oberschenkel 17 % der Schrauben kaltverschweißt waren (16). Im Schaftbereich kann die Platte durch drei Schrauben am Humerus befestigt werden (winkelstabil oder konventionell), im Kopfbereich mit sieben Schrauben (winkelstabil).

A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior
A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior
Abbildung
A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior

In der Vergleichsgruppe wurde eine winkelstabile Platte aus Titan verwendet (Fa. Depuy Synthes, Proximal Humerus Internal Locking System – PHILOS, West Chester, Pennsylvania, USA). Die Platte ist anatomisch geformt, erlaubt ebenso die Besetzung mit winkelstabilen Titanschrauben der Größe 3,5 mm im Schaft- und Kopfbereich und kann durch Haltefäden an der Rotatorenmanschette befestigt werden. Am Schaft können drei Schrauben (winkelstabil oder konventionell) und im Kopfbereich neun Schrauben (winkelstabil) platziert werden (Abbildung). Anders als bei der verwendeten CFR-PEEK-Platte ist es nicht möglich, eine Schraube polyaxial zu platzieren. Laut Ockert et al. bestehen keine Vor- oder Nachteile bei der Verwendung von Platten mit polyaxialer Schraubenplatzierung bei proximalen Humerusfrakturen (17).

Ergebnisse

Insgesamt wurden n = 76 Patienten (60 Frauen, 16 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 60,7 ± 12,7 Jahren in die vorliegende Studie eingeschlossen. Gemäß der Randomisierung wurden n = 37 (49 %) Patienten mit einer CRF-PEEK-Platte und n = 39 (51 %) mit einer Titanplatte versorgt. Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht signifikant in den Punkten Alter, BMI, Betroffenheit der dominanten Seite oder Nebenerkrankungsprofil (Tabelle 1). Der Frakturtyp unterschied sich jedoch signifikant in beiden Gruppen. Die Dauer des stationären Aufenthalts nach der Operation betrug 4,8 ± 0,4 Tage in der CFR-PEEK-Gruppe und 4,9 ± 0,3 Tage in der Titan-Gruppe (p = 0,81).

Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1
Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1
Tabelle 1
Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1

Bei zwei Patienten trat intraoperativ eine Head-Split-Fraktur auf. Zwei weitere Patienten erlitten nach der Operation einen weiteren Unfall und mussten erneut operiert werden. Neun Patienten lehnten postoperativ die weitere Studienteilnahme unbegründet ab. Somit konnten n = 13 Patienten nicht im Rahmen der postoperativen Nachsorge berücksichtigt werden (Grafik 1). Die Auswertung der funktionellen Ergebnisse bezieht sich auf das verbleibende Kollektiv von n = 63 Patienten (CFR-PEEK n = 32 versus Titan n = 31). Operateur 1 versorgte 15 Patienten mit einer CFR-PEEK-Platte und 25 Patienten mit einer Titanplatte. 17 CFR-PEEK-Platten und sechs Titanplatten wurden von Operateur 2 verwendet.

CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“
CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“
Grafik 1
CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“

Die Röntgenbilder nach sechs Wochen konnten bei allen Patienten analysiert werden. Die Röntgenkontrolle nach zwölf Wochen erfolgte in elf Fällen beim niedergelassenen Facharzt, weshalb durch die fehlende Standardisierung der Röntgenbilder keine Vermessung der Schaft-Kopf-Winkel erfolgen konnte. Im bisherigen Studienverlauf wurden keine Komplikationen wie Infektionen, Dislokationen, Schraubenperforationen oder Pseudarthrosen festgestellt.

Funktionelles Ergebnis

Die DASH Scores der CFR-PEEK-Gruppe und der Titan-Gruppe unterschieden sich sechs Monate postoperativ nicht signifikant (27,5 ± 20,5 versus 28,5 ± 17,9; p = 0,82). Die Sensitivitätsanalyse mit multipler Imputation bestätigte die Ergebnisse der Hauptanalyse (Mittelwerte 27,4 ± 19,2 versus 28,5 ± 16,6; p = 0,81). Grafik 2 stellt den OSS, SST und den DASH Score für beide Gruppen zu allen Nachuntersuchungszeitpunkten als Box-Plot-Diagramm dar. In beiden Gruppen konnte eine Verbesserung des funktionellen Ergebnisses im postoperativen Verlauf erzielt werden (eTabelle 2).

Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Grafik 2
Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Funktionelles Ergebnis
Funktionelles Ergebnis
eTabelle 2
Funktionelles Ergebnis

Radiologisches Ergebnis

Sowohl in der CFR-PEEK- als auch in der Titan-Gruppe zeigten alle Patienten (n = 63) eine vollständige knöcherne Konsolidierung zwölf Wochen postoperativ. Es konnten weder ein Materialversagen noch sekundäre Dislokationen oder Schraubenperforationen festgestellt werden. Die Mittelwerte der gemessenen Schaft-Kopf-Winkel betrugen unmittelbar postoperativ 142,46 ± 6,39°, sechs Wochen postoperativ 142,13 ± 6,38° und zwölf Wochen postoperativ 142,53 ± 6,45° in der CFR-PEEK-Gruppe. In der Titan-Gruppe waren es unmittelbar postoperativ 139,97 ± 7,70°, sechs Wochen postoperativ 139,82 ± 7,70° und zwölf Wochen postoperativ 138,81 ± 8,21°. Es war somit weder in der CFR-PEEK-Gruppe noch in der Titan-Gruppe ein signifikanter Repositionsverlust im postoperativen Verlauf festzustellen (Tabelle 2).

Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ
Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ
Tabelle 2
Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ

Diskussion

In beiden Untersuchungsgruppen (CFR-PEEK und Titan) konnte bei allen Patienten die knöcherne Konsolidierung der behandelten Fraktur zwölf Wochen postoperativ nachgewiesen werden. Die funktionellen Ergebnisse zeigten nach sechs Monaten eine Verbesserung im Vergleich zu sechs Wochen nach der Operation. Ein signifikanter Unterschied zwischen der CFR-PEEK- und der Titan-Gruppe konnte nicht festgestellt werden.

In der Literatur besteht bis heute kein Konsens darüber, wie proximale Humerusfrakturen optimal zu behandeln sind. Mangels prospektiv kontrollierter Studien ist noch nicht bewiesen, dass die operative Behandlung der konservativen Behandlung überlegen ist. Vergleichsstudien konnten keine signifikanten Unterschiede für die Ergebnisparameter feststellen, sie zeigten jedoch nach chirurgischen Eingriffen höhere Komplikationsraten (1821).

In dieser Studie kam es weder bei der CFR-PEEK- noch bei der Titan-Gruppe zu intraoperativen oder postoperativen produktbezogenen Komplikationen innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums von drei Monaten. Die in der Literatur beschriebene hohe Komplikationsrate nach der Plattenosteosynthese einer proximalen Humerusfraktur hängt unmittelbar mit dem initialen chirurgischen Eingriff zusammen (22, 23). Komplikationen wie die primäre Schraubenperforation, die Fehlplatzierung der Platte oder Verluste der Reposition durch fehlende mediale Abstützung können durch eine Optimierung der Operationstechnik vermieden werden. Im Rahmen einer multizentrischen Studie konnte bei 14 % der Patienten nach winkelstabiler Plattenosteosynthese einer proximalen Humerusfraktur eine intraoperative Schraubenperforation beobachtet werden (23).

Durch das röntgenstrahlendurchlässige Material der CFR-PEEK-Platte können alle verwendeten Schrauben radiografisch ohne Überlagerung der Platte in zwei Ebenen dargestellt werden. Darüber hinaus ermöglichen die polyaxial zu verriegelnden, selbstschneidenden Schrauben die korrekte Platzierung in den Teilen des Humeruskopfes mit hoher Knochenmarksdichte. Mangelnde Primärstabilität und fehlende mediale Abstützung können zu einem Repositionsverlust mit nachfolgender Varusabkippung und zu einem Schraubenausschnitt mit Zerstörung des Glenoids führen (2426). In diversen biomechanischen und klinischen Studien konnte herausgearbeitet werden, wie wichtig es ist, die mediale Säule zu rekonstruieren (2730).

Ebenso kann der Repositionsverlust auch auf die hohe Steifigkeit der Verriegelungsplatte zurückzuführen sein, die insbesondere bei osteoporotischen Knochen zum Versagen an der Knochen-Schrauben-Schnittstelle führen kann. Lill et al. untersuchten die Anfangssteifigkeit verschiedener Implantate zur Behandlung von proximalen Humerusfrakturen (31). Sie fanden heraus, dass Implantate mit geringerer Steifigkeit und elastischeren Eigenschaften die Spitzenspannung an der Knochen-Implantat-Grenzfläche zu verringern scheinen und somit für die Frakturfixierung in osteoporotischen Knochen geeignet sind. Die CFR-PEEK-Platte mit ihrer dem menschlichen Knochen ähnlichen Elastizität könnte demzufolge den Schraubenausbruch und den Repositionsverlust mit nachfolgender Varusabkippung verhindern, da sie weniger starr als herkömmliche Titanplatten ist. In dieser Studie konnte zwölf Wochen nach Osteosynthese proximaler Humerusfrakturen mit der CFR-PEEK Platte kein signifikanter Repositionsverlust festgestellt werden. Schliemann et al. dokumentieren nach der Versorgung einer proximalen Humerusfraktur mittels CFR-PEEK-Platte weniger häufige sekundäre Varusdislokationen im Vergleich zu einer unabhängigen Gruppe, die mit Titanimplantaten operativ versorgt wurde (32). Eine mögliche Erklärung hierfür ist die erhöhte Elastizität der PEEK-Platte im Vergleich zur Titanplatte, wodurch ein Versagen am Schrauben-Knochen-Übergang verhindert werden kann.

Nach der jüngsten Literatur liefern sowohl CFR-PEEK- als auch Titanplattensysteme gute bis ausgezeichnete klinische Ergebnisse auf mittlere und lange Sicht (3335). Ockert et al. berichten von guten bis hervorragenden funktionellen Langzeitergebnissen bei Patienten, die mit einer winkelstabilen Titanplatte nach einer proximaler Humerusfraktur behandelt wurden (34). Hirschmann et al. beschreiben ähnliche subjektiv und objektiv günstige klinische Ergebnisse und eine ähnliche Komplikationsrate (17 %, einschließlich Schmerzen und Steifheit) bei Patienten, die mit einer herkömmlichen Verriegelungsplatte aus Titan im Median von fünf Jahren behandelt wurden (33).

Rotini et al. beobachten bei einer großen Serie von 160 proximalen Humerusfrakturen, welche mit CFR-PEEK-Platten (Diphos H) behandelt wurden, nach zwei Jahren keine verbesserten klinisch-funktionellen Ergebnisse bei einer geringen Komplikationsrate (9 %), einschließlich einer Humeruskopfnekrose und einer ausbleibenden knöchernen Heilung im Vergleich zu Literaturergebnissen. Als Vorteile von CFR-PEEK-Platten führen sie sowohl eine bessere intraoperative Sichtbarkeit der Frakturfragmente unter Durchleuchtung an als auch das Fehlen einer Schrauben-Platten-Kaltfusion, was es einfacher macht, das Osteosynthesematerial zu entfernen als bei Titanplatten (35).

In der vorliegenden Studie konnten hinsichtlich klinischer und radiologischer Ergebnisse vergleichbare Resultate erhoben werden, obwohl die Verteilung hinsichtlich der Frakturklassifikation mit einer größeren Anzahl an 4-Part-Frakturen in der Titan-Gruppe unterschiedlich war. Innerhalb der klinischen Scores zeigte sich eine signifikante Verbesserung zwischen sechs und zwölf Wochen sowie sechs Monate postoperativ. Dies lässt sich auf die Freigabe der Bewegungslimitierung im Rahmen der standardisierten postoperativen Nachbehandlung und damit auf die zunehmende aktive physiotherapeutische Behandlung zurückführen.

Einschränkungen der vorliegenden Studie waren zum einen die relativ kurze Nachuntersuchungszeit. Es ist nicht auszuschließen, dass im weiteren Verlauf noch Komplikationen auftraten. Zum anderen ergab sich durch die Randomisierung der Patienten eine ungleiche Frakturverteilung in den beiden Untersuchungsgruppen, was die Vergleichbarkeit der PEEK- und der Titan-Gruppe einschränkt.

Durch die Beurteilung der konventionellen Röntgenbilder sowohl unmittelbar postoperativ als auch nach sechs und zwölf Wochen konnten weder die Untersucher noch die Patienten während des Nachuntersuchungszeitraums verblindet werden. Die Gleichwertigkeit der Interventionen konnte aufgrund des Studiendesigns nicht nachgewiesen werden. Hierzu wäre eine Non-Inferiority-Studie erforderlich.

Bereitstellung der Daten dieser Studie
Die Autoren sind bereit, die Daten zu wissenschaftlichen Zwecken mit anderen Forschern zu teilen. Nachfragen zum Datensatz an Markus Gühring

Finanzierung
Die vorliegende Studie wurde von der Firma Arthrex finanziell unterstützt.

Interessenkonflikt
Dr. Ziegler, Prof. Stöckle, Dr. Gühring und Dr. Stuby bekamen Studienunterstützung (Drittmittel) von der Firma Arthex.

Herr Maier erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 17. 4. 2019, revidierte Fassung angenommen: 27. 8. 2019

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Markus Gühring
Klinik im Kronprinzenbau
Listplatz 1
72764 Reutlingen
dr.guehring@kronprinzenbau-klinik.de

Zitierweise
Ziegler P, Maier S, Stöckle U, Gühring M, Stuby FM: The treatment of proximal humerus fracture using internal fixation with fixed-angle plates—a randomized controlled study comparing carbon fiber reinforced polyetheretherketone with titanium.
Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 757–63. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0757

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/19m0757 oder über QR-Code

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Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen, Universitätsklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Eberhard Karls Universität, Tübingen: Dr. med. Patrick Ziegler,
Sven Maier
Charité, Universitätsmedizin Berlin, Centrum für muskuloskeletale Chirurgie:
Prof. Dr. med. Ulrich Stöckle
Klinik im Kronprinzenbau, Zentrum für spezielle Gelenkchirurgie, Reutlingen:
Dr. med. Markus Gühring
Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau: PD Dr. med. Fabian Stuby
A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior
A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior
Abbildung
A 1– 4: 56-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels CFR-PEEK-Platte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ; B 1– 4: 63-jähriger Patient mit proximaler Humerusfraktur links, versorgt mittels Titanplatte. AP- und Y-Aufnahme präoperativ und sechs Wochen postoperativ. CFR-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“; AP, anterior posterior
CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“
CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“
Grafik 1
CRF-PEEK-Gruppe versus Titan-Gruppe: Ein- und Ausschlusskriterien, randomisierte Zuordnung zu den Gruppen, Nachbeobachtung und Analyse der beiden Gruppen CRF-PEEK, „carbon fiber reinforced polyetheretherketone“
Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Grafik 2
Funktionelle Ergebnisse der CFR-PEEK- und der Titan Gruppe sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ gemessen anhand des (A) DASH Score (0 bester Wert, 100 schlechtester Wert), und (B) Simple Shoulder Test (SST; 0 schlechtester Wert, 100 bester Wert), und (C) Oxford Shoulder Score (OST; 0 = schlechtester Wert, 48 = bester Wert). Fehlerbalken repräsentieren die einfache Standardabweichung.
Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1
Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1
Tabelle 1
Baseline-Charakteristika beider Gruppen*1
Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ
Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ
Tabelle 2
Schaft-Kopf-Winkel zwei bis vier Tage sowie sechs und zwölf Wochen postoperativ
Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten
Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten
eTabelle 1
Studienablauf mit Nachuntersuchungszeitpunkten
Funktionelles Ergebnis
Funktionelles Ergebnis
eTabelle 2
Funktionelles Ergebnis
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