MedizinWissenschaftInzidenz und Mortalität proximaler und distaler kolorektaler Karzinome in Deutschland
Wissenschaft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Der Einsatz von Koloskopien hat nach der Einführung der Vorsorge-darmspiegelung in Deutschland zugenommen und die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms (KRK) ist zurückgegangen. Unklar ist jedoch, inwieweit diese Fortschritte auch auf die Prävention von Krebs im proximalen Kolon, im distalen Kolon und im Rektum zutreffen.

Methode: Es wurden Trends der Inzidenz von kolorektalen Karzinomen für die Jahre von 2000 bis 2016 und der KRK-Mortalität im Zeitraum von 2000 bis 2018 in Deutschland nach Geschlecht, Alter und Tumorlokalisation analysiert.

Ergebnisse: Die altersstandardisierte Inzidenz von KRKs ging bei Männern um 22,4 % (65,3 versus 50,7 pro 100 000) und bei Frauen um 25,5 % (42,7 versus 31,8 pro 100 000) zurück. Die Mortalität sank bei Männern um 35,8 % (29,6 versus 19,0 pro 100 000) und um 40,5 % (19,0 versus 11,3 pro 100 000) bei Frauen. Trotz der demografischen Entwicklung verringerten sich die jährlichen Zahlen der Neuerkrankungen und Todesfälle von circa 60 400 auf 58 000 beziehungsweise von circa 28 700 auf 24 200. Der Rückgang der Inzidenz war in den Altersgruppen ab 55 Jahren am stärksten. Während die Inzidenz von Karzinomen im distalen Kolon und im Rektum bei Männern um 34,5 % beziehungsweise 26,2 % und bei Frauen um 41,0 % beziehungsweise 27,9 % abnahm, blieb die Inzidenz proximaler Kolonkarzinome bei Männern konstant, bei Frauen reduzierte sie sich um nur 7,0 %. Bei den proximalen Karzinomen wurde jedoch eine erhebliche Verschiebung der Inzidenz hin zu früheren Stadien beobachtet.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass der vermehrte Einsatz der Koloskopie zu erheblichen Reduktionen der Inzidenz distaler kolorektaler Karzinome und der Mortalität an Karzinomen im gesamten Kolon und Rektum beigetragen hat.

LNSLNS

Das kolorektale Karzinom (KRK, Darmkrebs) gehört mit circa 1,9 Millionen Neuerkrankungen und 0,9 Millionen Todesfällen im Jahr 2018 zu den weltweit am häufigsten auftretenden Krebsarten (1). Trotz eines Rückgangs sowohl der Inzidenzraten als auch der absoluten Fallzahlen in den letzten Jahren sind in Deutschland noch immer fast 60 000 Fälle und 25 000 Todesfälle pro Jahr auf Darmkrebs zurückzuführen (2). Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten stehen mehrere Früherkennungsuntersuchungen zur Verfügung (unter anderem Tests auf okkultes Blut im Stuhl, flexible Sigmoidoskopie und Koloskopie). Für diese Verfahren wurde sowohl in randomisierten kontrollierten Studien als auch in Beobachtungsstudien gezeigt, dass sie die Inzidenz und Mortalität von Darmkrebserkrankungen erheblich senken können (3, 4, 5, 6).

Tabelle 1 zeigt die Historie der Screeningangebote für Darmkrebs in Deutschland im Überblick. Seit Oktober 2002 wird die Koloskopie als primäre Screening-Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Bis zum Jahr 2019 erfolgte dies im Sinne eines opportunistischen Screenings, das heißt ohne organisiertes Einladungsverfahren. In den Jahren 2010–2016 gaben mehr als 50 % der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 50 Jahren oder älter an, sich innerhalb der vergangenen zehn Jahren einer Koloskopie unterzogen zu haben. Davon wurde etwa die Hälfte als primäre Vorsorgeuntersuchung und die andere Hälfte zu diagnostischen Zwecken durchgeführt (7).

Angebote der Darmkrebsvorsorge in Deutschland vor und während des untersuchten Zeitraums
Tabelle 1
Angebote der Darmkrebsvorsorge in Deutschland vor und während des untersuchten Zeitraums

In einer früheren Arbeit haben wir gezeigt, dass die Darmkrebsinzidenz zwischen 2003 und 2012, dem ersten Jahrzehnt, in dem die Vorsorgekoloskopie angeboten wurde, bereits deutlich zurückgegangen ist (8). Im vorliegenden Artikel haben wir unsere frühere Analyse zu den Trends der Inzidenz (bis 2016) und Mortalität (bis 2018) von KRKs aktualisiert. Ein besonderer Fokus wurde auf Trends der Krebsinzidenz an verschiedenen Abschnitten des Kolons und Rektums gelegt, da es Unsicherheiten und eine anhaltende Debatte darüber gibt, ob die Koloskopie bei der Prävention proximaler und distaler kolorektaler Karzinome gleichermaßen wirksam ist. Zusätzlich wurden Trends hinsichtlich der Verteilung der Stadien bei Diagnose nach Einführung der Vorsorgekoloskopie untersucht.

Methode

Datenquellen

Die Schätzungen der nationalen Darmkrebsinzidenz (ICD-10-Codes C18, C19 und C20) erfolgten für den Zeitraum von 2000 bis 2016 auf der Basis von Daten des Deutschen Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) (2). Die Mortalitätsraten für die Jahre von 2000 bis 2018 basieren auf Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes auf Grundlage von Todesursachenstatistiken (9). Darüber hinaus verwendeten wir anonymisierte Daten der einzelnen Krebsregister (eTabelle 1), um Trends in der Stadienverteilung in den Jahren von 2000 bis 2016 zu analysieren.

Charakteristika der Patienten mit kolorektalem Karzinom in Deutschland 2000–2016*1
eTabelle 1
Charakteristika der Patienten mit kolorektalem Karzinom in Deutschland 2000–2016*1

Statistische Auswertung

Wir berechneten altersstandardisierte Inzidenz- und Mortalitätsraten bei Männern und Frauen auf Basis der europäischen Standardbevölkerung von 1976 und schätzten die durchschnittlichen jährlichen prozentualen Veränderungen („average annual percent changes“, AAPCs) unter Verwendung der Joinpoint-Regression.

Wir untersuchten die Inzidenzraten und die Stadienverteilung sowohl für alle Abschnitte des Kolons und des Rektums zusammen (C18–C20) als auch getrennt für die Unterabschnitte des proximalen Kolons (proximal der linken Flexur, C18.0–C18.4), des distalen Kolons (C18.5–C18.7) und des Rektums (C19–C20).

Analysen der Darmkrebsmortalität wurden ebenfalls für alle Lokalisationen kombiniert (C18–C20) sowie für Kolonkarzinom (C18) und Rektumkarzinom (C19–C20) getrennt durchgeführt.

Darüber hinaus berechneten wir die kumulative Darmkrebsinzidenz und -mortalität (ausgedrückt in %) für bestimmte Altersgruppen (< 55, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75–84 und 0–84 Jahre) in den Jahren von 2000 bis 2002 sowie von 2014 bis 2016 und die prozentualen Veränderungen zwischen diesen Zeiträumen. Die kumulative Darmkrebsinzidenz und -mortalität spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, im entsprechenden Altersintervall an Darmkrebs zu erkranken oder zu versterben, sofern man nicht an einer anderen (konkurrierenden) Todesursache stirbt (10).

Alle statistischen Analysen wurden mit den Software-Programmen R 3.6.1, SAS 9.4 (SAS Institute Inc., Cary, NC, USA) und Joinpoint Regression 4.7.0.0 durchgeführt, die vom US National Cancer Institute zur Verfügung gestellt wird (11).

Weitere Details zur Auswertungsmethodik sind im eMethodenteil zu finden.

Ergebnisse

Trends der Darmkrebsinzidenz und Stadienverteilung

Zwischen 2000 und 2016 sank die altersstandardisierte Inzidenzrate bei Männern von 65,3 auf 50,7 pro 100 000 (entsprechend −22,4 %; AAPC: −1,8; 95-%-Konfidenzintervall: [−2,3; −1,4]) und von 42,7 auf 31,8 pro 100 000 (entsprechend −25,5 %; AAPC: −2,2 [−2,6; −1,8]) bei Frauen (Grafik 1, eTabelle 2). Trotz der demografischen Veränderungen ging die jährliche Zahl der Darmkrebs-Fälle von etwa 60 400 auf 58 300 zurück. Es wurden jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den spezifischen Tumorlokalisationen beobachtet (eTabelle 2, eGrafik 1). Die Inzidenzraten für distale Kolonkarzinome und Rektumkarzinome gingen bei Männern um 34,5 % (AAPC: −3,0 [−3,4; −2,5]) beziehungsweise um 26,2 % (AAPC: −2,1 [−2,5; −1,6]) zurück, bei Frauen sank die Rate um 41,0 % (AAPC: −3,7 [−4,1; −3,3]) beziehungsweise um 27,9 % (AAPC: −2,7 [−3,3; −2,1]). Im Gegensatz dazu blieben die Inzidenzraten für proximale Kolonkarzinome bei Männern annähernd konstant (AAPC: −0,2 [−0,7; 0,3]), bei Frauen sanken sie um nur 7,0 % (AAPC: −0,5 [−0,9; −0,2]).

Trends der altersstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18-C20) und des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Grafik 1
Trends der altersstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18-C20) und des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Trends der alterstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
eGrafik 1
Trends der alterstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms in Deutschland, stratifiziert nach Geschlecht
eTabelle 2
Durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms in Deutschland, stratifiziert nach Geschlecht

In den Jahren nach der Einführung des Angebots der Vorsorgekoloskopie im Jahr 2002 stieg der Anteil der im Stadium I entdeckten Tumoren an, während in den späteren Jahren der Anteil der im Stadium IV entdeckten Tumoren sank (Grafik 2, eGrafik 2). Diese Trends waren vor allem bei proximalen Kolonkarzinomen zu beobachten (12 % der Krebsfälle im Stadium I und 31 % der Krebsfälle im Stadium IV im Jahr 2000, 19 % der Krebsfälle im Stadium I und 26 % der Krebsfälle im Stadium IV im Jahr 2016). Bis zu einem gewissen Grad gilt das auch bei distalen Kolonkarzinomen (17 % der Krebsfälle im Stadium I und 31 % der Krebsfälle im Stadium IV im Jahr 2000, 19 % der Krebsfälle im Stadium I und 28 % der Krebsfälle im Stadium IV im Jahr 2016). Für Rektumkarzinome fanden wir in den Jahren 2002–2004 einen Anstieg des Anteils der Diagnosen im Stadium I, der sich jedoch in den späteren Jahren nicht weiter fortsetzte. Auch der Anteil der Rektumkarzinome im Stadium III nahm im Laufe des Untersuchungszeitraums erheblich zu.

Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (alle Lokalisationen, C18–C20) im Zeitraum von 2000 bis 2016
Grafik 2
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (alle Lokalisationen, C18–C20) im Zeitraum von 2000 bis 2016
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
eGrafik 2
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016

Trends der Mortalität des kolorektalen Karzinoms

Analog zu den Inzidenztrends war die Darmkrebsmortalität bei Männern deutlich höher als bei Frauen und ging zwischen 2000 und 2018 beträchtlich zurück: für Männer von 29,6 auf 19,0 pro 100 000 (−35,8 %; AAPC: −2,5 [−2,7; −2,3]); für Frauen von 19,0 auf 11,3 pro 100 000 (−40,5 %; AAPC: −3,0 [−3,2; −2,8]) (Grafik 3, eTabelle 2). Die jährliche Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs ging ebenfalls zurück, von etwa 28 700 auf 24 200 zurück. Die Kolonkarzinommortalität war während des gesamten Studienzeitraums höher als die für Rektumkarzinome. Auch die Mortalität sank in demselben Zeitraum beim Kolonkarzinom (Männer: −41,4 %, AAPC: −3,1 [−3,3; −2,9]; Frauen: −44,2 %, AAPC: −3,3 [−3,6; −3,1]) stärker als beim Rektumkarzinom (Männer: −24,5 %, AAPC: −1,5 [−1,7; −1,2]; Frauen: −30,8 %, AAPC: −2,1 [−2,3; −2,0]).

Trends der altersstandardisierten Mortalitätsraten (pro 100 000) des kolorektalen Karzinoms in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2018
Grafik 3
Trends der altersstandardisierten Mortalitätsraten (pro 100 000) des kolorektalen Karzinoms in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2018

Altersspezifische Trends der Darmkrebsinzidenz und -mortalität

Insgesamt hat sich das kumulative Risiko an Darmkrebs zu erkranken in den untersuchten Altersgruppen zwischen den Jahren 2000 und 2002 beziehungsweise 2014 und 2016 sowohl bei Männern als auch bei Frauen deutlich verringert (Tabelle 2). Die Rückgänge waren in den Altersgruppen 65–74 Jahre (Männer: −24,5 %; Frauen: −25,9 %) und 75–84 Jahre (Männer: −23,5 %; Frauen: −30,2 %) am stärksten und in der Altersgruppe 0–54 Jahre am geringsten (Männer: −15,3 %; Frauen: −16,7 %). Beim distalen Kolonkarzinom war die Abnahme der Inzidenz bei Personen über 55 Jahren am stärksten ausgeprägt. Hingegen war beim proximalen Kolonkarzinom in den verschiedenen Altersgruppen ein wesentlich geringerer Rückgang oder sogar ein Anstieg zu beobachten.

Veränderungen der kumulativen Darmkrebsinzidenz und -mortalität zwischen 2000–2002 und 2014–2016 stratifiziert nach Tumorlokalisation, Geschlecht und Alter
Tabelle 2
Veränderungen der kumulativen Darmkrebsinzidenz und -mortalität zwischen 2000–2002 und 2014–2016 stratifiziert nach Tumorlokalisation, Geschlecht und Alter

In Übereinstimmung mit den Inzidenztrends beobachteten wir die stärkste Reduktion der kumulativen Darmkrebsmortalität in den Altersgruppen 55–64 Jahre (Männer: −32,7 %; Frauen: −34,5 %), 65–74 Jahre (Männer: −33,1 %; Frauen: −37,0 %) und 75–84 Jahre bei den Frauen (−40,4 %).

Diskussion

Wichtigste Ergebnisse

Für die untersuchten Zeiträume fanden wir einen starken Rückgang der Darmkrebsinzidenz und -mortalität, der in den Altersgruppen, in denen die Vorsorgekoloskopie angeboten wurde, am stärksten ausgeprägt war. Während die Inzidenz des Rektumkarzinoms und mehr noch die des distalen Kolonkarzinoms stark abnahm, war für Karzinome im proximalen Kolon bei Männern kein und bei Frauen ein nur ein mäßiger Rückgang der Inzidenz festzustellen. Bei den proximalen Karzinomen war jedoch eine deutliche Verschiebung hin zur Diagnose in früheren Stadien zu beobachten.

Vergleich mit Daten aus randomisierten Interventionsstudien und Beobachtungsstudien

Derzeit laufen mehrere randomisierte Interventionsstudien zur Evaluation der Effekte der Vorsorgekoloskopie; endgültige Ergebnisse werden jedoch nicht vor Ende der 2020er Jahre erwartet (12, 13, 14). Randomisierte Studien zur flexiblen Sigmoidoskopie aus Großbritannien (15) und den USA (16), mit langfristiger (16–17 Jahre) Nachbeobachtung der Studienteilnehmer, haben in „intention-to-screen“-Analysen eine Reduktion der Inzidenz und Mortalität distaler kolorektaler Karzinome um etwa 30–40 % beziehungsweise 45–50 % gezeigt. Eine norwegische Studie berichtete bei Frauen keine signifikante Verringerung, bei Männern aber eine Abnahme der Inzidenz und Mortalität distaler kolorektaler Karzinome um 41 % beziehungsweise 35 % nach 15-jähriger Nachbeobachtung (17). Für die Koloskopie sollte eine mindestens genauso starke Verminderung der Inzidenz und Mortalität distaler Karzinome möglich sein; aufgrund der Visualisierung des gesamten Kolons und Rektums ist zusätzlich auch von einer Verringerung der Inzidenz und Mortalität proximaler Karzinome auszugehen (18). Die Evidenz bezüglich einer möglichen Reduktion der Inzidenz des proximalen Kolonkarzinoms durch die Koloskopie ist jedoch nach wie vor begrenzt und inkonsistent (6, 19, 20). Eine Metaanalyse von Beobachtungsstudien schätzte die Abnahme der Inzidenz und Mortalität von Karzinomen durch die Vorsorgekoloskopie im gesamten Kolon und Rektum auf etwa 70–80 % (6). Bei sehr begrenzter Datenlage auf der Basis von nur drei Studien (21, 22, 23) wurde aber keine statistisch signifikante Reduktion der Inzidenz des proximalen Kolonkarzinoms gefunden. Weitere Studien fanden für die Inzidenz proximaler Karzinome ebenfalls entweder keine signifikante Abnahme (19) oder eine weniger ausgeprägte Verminderung im Vergleich zu distalen kolorektalen Karzinomen (20).

Der Einsatz von Darmspiegelungen hat in Deutschland seit Beginn des Angebots der Vorsorgekoloskopie im Jahr 2002 erheblich zugenommen (7, 24, 25). In den Altersgruppen ab 55 Jahren, in denen die Vorsorgekoloskopie angeboten wurde, waren die beobachteten Rückgänge der Inzidenz und Mortalität besonders ausgeprägt. Dieses Ergebnis stimmt mit der Evidenz aus randomisierten Studien und Beobachtungsstudien zur endoskopischen Vorsorge überein. Darüber hinaus fanden wir eine schwächer ausfallende Reduktion des kumulativen Darmkrebs-Risikos auch bei den unter 55-Jährigen, was durch das zunehmende Nutzen der Koloskopie auch im Alter von 40–54 Jahren erklärt werden könnte, insbesondere bei Personen, die eine familiäre Vorgeschichte mit Darmkrebs haben (26).

Des Weiteren unterstützen die beträchtlichen Unterschiede in den Inzidenztrends distaler und proximaler Karzinome die Vermutung einer effektiveren Prävention distaler Karzinome im Vergleich zu proximalen Karzinomen durch die Vorsorgekoloskopie. Zu einer geringeren Wirksamkeit der Koloskopie in der Prävention proximaler Karzinome könnten mehrere Faktoren beitragen. Dazu zählen zum Beispiel niedrigere Entdeckungsraten proximaler Neoplasien und ein höherer Anteil serratierter Läsionen im proximalen Kolon, die schwieriger zu entdecken sind und sich schneller zu einem Karzinom entwickeln als Adenome, die am häufigsten auftretende Darmkrebsvorstufe (27, 28).

Hinsichtlich der Stadienverteilung ließ sich ein Trend hin zu einem höheren Anteil an Karzinomen im Stadium I beobachten. Gleichzeitig sank der Anteil an Karzinomen im Stadium IV. Diese Stadienmigration war bei den proximalen Krebserkrankungen am stärksten ausgeprägt. Eine frühere Erkennung könnte somit zum Rückgang der Mortalität am proximalen Kolonkarzinom beigetragen haben, obwohl die Inzidenz proximaler Kolonkarzinome nicht oder nur geringfügig abnahm. Leider erlauben die verfügbaren Mortalitätsdaten keine zuverlässige Unterscheidung zwischen Karzinomen im proximalen und distalen Kolon. Die starke Reduktion der Gesamtmortalität beim Kolonkarzinom (zwischen 35 und 45 % in allen Altersgruppen zwischen 55 und 84 Jahren) wäre jedoch wahrscheinlich nicht erreicht worden, wenn nicht auch die Mortalität an proximalen Kolonkarzinomen (die 2016 die Mehrheit der Kolonkarzinome ausmachten) zurückgegangen wäre. Dennoch sollten die Ergebnisse zur Entwicklung der Stadienverteilung angesichts des hohen Anteils von Fällen mit fehlendem oder unbekanntem Stadium (38–56 %) mit Vorsicht interpretiert werden. Darüber hinaus könnte eine mögliche Stadienmigration (insbesondere von Stadium II zu Stadium III) aufgrund umfangreicherer Untersuchungen der Lymphknoten in den letzten Jahren eine Rolle gespielt haben (29). In unserer Studie war eine erhebliche Zunahme von Rektumkarzinomen im Stadium III besonders auffällig.

Rolle anderer Faktoren

Neben der Vorsorgekoloskopie dürfte auch die Zunahme der Anzahl an durchgeführten diagnostischen Koloskopien zu den beobachteten Trends beigetragen haben. Ebenso könnte der seit 1977 angebotene Stuhlbluttest zur Reduktion der Mortalität einen Beitrag geleistet haben. Ferner könnten die Inzidenztrends durch Änderungen der Prävalenz von protektiven Faktoren wie der regelmäßigen Einnahme von Aspirin (30, 31) und der körperlichen Aktivität (32), oder von Risikofaktoren wie dem Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht (32) beeinflusst worden sein. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass diese Faktoren eine größere Rolle gespielt haben, da allenfalls drastische positive Veränderungen dieser Faktoren, für die es keine Anhaltspunkte gibt, zu einer solch starken Abnahme der Inzidenz geführt haben könnten (33, 34). Andererseits könnten Fortschritte bei der Behandlung von Darmkrebs (35) zum Rückgang der KRK-Mortalität beigetragen haben, insbesondere auch, da eine stärkere Veränderung der Mortalität als der Inzidenz zu beobachten war.

Stärken und Limitationen

Nach unserer Kenntnis ist die vorliegende Arbeit die bislang umfassendste deutschlandweite Analyse der Trends der Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs sowie der Stadienverteilung nach Geschlecht, Alter und Tumorlokalisation, seitdem die Koloskopie im Jahr 2002 in Deutschland als eines der ersten Länder als primäre Vorsorgeuntersuchung eingeführt wurde.

Bei der Beurteilung der Studie gibt es jedoch Limitationen, die beachtet werden sollten. Erstens konnten die Krebsregisterdaten aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen nicht mit den Daten zur Vorsorgekoloskopie verknüpft werden. Daher war eine vergleichende Analyse der Darmkrebsinzidenz, -mortalität und Stadienverteilung zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern der Vorsorgekoloskopie nicht möglich. Zweitens konnten wir in den Mortalitätsanalysen nicht zwischen Karzinomen im proximalen und distalen Kolon differenzieren, da über 60 % der Todesfälle durch Kolonokarzinome als überlappende oder unspezifische Neoplasien registriert wurden. Schließlich gab es einen hohen Anteil von Fällen mit fehlendem oder unbekanntem Stadium, der im Zeitverlauf stetig abnahm. Analysen zur stadienspezifischen Inzidenz wurden daher nicht durchgeführt, da sie erheblich verzerrt gewesen wären.

Schlussfolgerung

Unsere vorliegende Studie zeigt, dass die Darmkrebsinzidenz zwischen 2000 und 2016 und die Darmkrebsmortalität zwischen 2000 und 2018 in Deutschland deutlich zurückgegangen sind. Sowohl das Erkennen und Entfernen von Krebsvorstufen als auch die Früherkennung von Krebserkrankungen bei Vorsorgekoloskopien oder Darmspiegelungen zu diagnostischen Zwecken, die zwischenzeitlich bei einer Mehrheit der älteren Erwachsenen durchgeführt wurden (36), dürften zu einem großen Anteil zu den beobachteten Trends beigetragen haben. Die unterschiedlichen Inzidenzmuster zwischen den Tumorlokalisationen lassen vermuten, dass Koloskopien bei der Erkennung und Entfernung von Krebsvorstufen im distalen Kolon und Rektum wirksamer waren als im proximalen Kolon. Ein verstärktes Sensibilisieren und weiter verbesserte Schulung der endoskopierenden Ärzte im Erkennen von Krebsvorstufen (36), einschließlich serratierter Läsionen im proximalen Kolon, sowie verbesserte Technologien könnten dazu beitragen, die Prävention proximaler Karzinome in Zukunft zu verbessern. Es könnten jedoch noch stärkere Rückgänge der Darmkrebsinzidenz und -mortalität erreicht werden, wenn die bestehenden Vorsorgeangebote, die immunologischen Stuhlbluttests oder die Koloskopie, von einem größeren Teil der Zielpopulation genutzt würden (25, 37, 38). Dies ließe sich am effektivsten durch ein organisiertes Screening-Programm erreichen, das leicht verständliche Informationen mit einem niedrigschwelligen Zugang zu wirksamen Vorsorgeangeboten kombiniert (39, 40).

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 31. 7. 2020, revidierte Fassung angenommen: 15. 12. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Im Neuenheimer Feld 581, 69120 Heidelberg
h.brenner@dkfz.de

Zitierweise
Cardoso R, Zhu A, Guo F, Heisser T, Hoffmeister M, Brenner H: Incidence and mortality of proximal and distal colorectal cancer in Germany—trends in the era of screening colonoscopy. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 281–7. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0111

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen, eGrafiken:
www.aerzteblatt.de/m2021.0111 oder über QR-Code

1.
Bray F, Ferlay J, Soerjomataram I, Siegel RL, Torre LA, Jemal A: Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin 2018; 68: 394–424 CrossRef MEDLINE
2.
Robert Koch-Institut and Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (eds.): Krebs in Deutschland 2015/2016. Berlin, 2019. www.krebsdaten.de and www.gekid.(last accessed on 25 January 2021).
3.
Scholefield JH, Moss SM, Mangham CM, Whynes DK, Hardcastle JD: Nottingham trial of faecal occult blood testing for colorectal cancer: a 20-year follow-up. Gut 2012; 61: 1036–40 CrossRef MEDLINE
4.
Shaukat A, Mongin SJ, Geisser MS, et al.: Long-term mortality after screening for colorectal cancer. N Engl J Med 2013; 369: 1106–14 CrossRef MEDLINE
5.
Hewitson P, Glasziou P, Watson E, Towler B, Irwig L: Cochrane systematic review of colorectal cancer screening using the fecal occult blood test (hemoccult): an update. Am J Gastroenterol 2008; 103: 1541–9 CrossRef MEDLINE
6.
Brenner H, Stock C, Hoffmeister M: Effect of screening sigmoidoscopy and screening colonoscopy on colorectal cancer incidence and mortality: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials and observational studies. BMJ 2014; 348: g2467 CrossRef MEDLINE PubMed Central
7.
Chen C, Stock C, Jansen L, Chang-Claude J, Hoffmeister M, Brenner H: Trends in colonoscopy and fecal occult blood test use after the introduction of dual screening offers in Germany: results from a large population-based study, 2003–2016. Prev Med 2019; 123: 333–40 CrossRef MEDLINE
8.
Brenner H, Schrotz-King P, Holleczek B, Katalinic A, Hoffmeister M: Declining bowel cancer incidence and mortality in Germany: an analysis of time trends in the first ten years after the introduction of screening colonoscopy. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 101–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.
Statistisches Bundesamt: Federal Health Monitoring System: Das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. www.gbe-bund.de (last accessed on 21 October 2020).
10.
Day NE: Cancer incidence in five continents. Cumulative rate and cumulative risk. IARC Sci Publ 1992: 862–4.
11.
US National Cancer Institute: Joinpoint Regression Program, version 4.7.0.0 (February 2019); Statistical methodology and applications branch, surveillance research program.
12.
Kaminski MF, Bretthauer M, Zauber AG, et al.: The NordICC Study: rationale and design of a randomized trial on colonoscopy screening for colorectal cancer. Endoscopy 2012; 44: 695–702 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13.
Quintero E, Castells A, Bujanda L, et al.: Colonoscopy versus fecal immunochemical testing in colorectal-cancer screening. N Engl J Med 2012; 366: 697–706 CrossRef MEDLINE
14.
Dominitz JA, Robertson DJ, Ahnen DJ, et al.: C olonoscopy vs. fecal immunochemical test in reducing mortality from colorectal cancer (CONFIRM): rationale for study design. Am J Gastroenterol 2017; 112: 1736–46 CrossRef MEDLINE
15.
Atkin W, Wooldrage K, Parkin DM, et al.: Long term effects of once-only flexible sigmoidoscopy screening after 17 years of follow-up: the UK Flexible Sigmoidoscopy Screening randomised controlled trial. Lancet 2017; 389: 1299–311 CrossRef
16.
Miller EA, Pinsky PF, Schoen RE, Prorok PC, Church TR: Effect of flexible sigmoidoscopy screening on colorectal cancer incidence and mortality: long-term follow-up of the randomised US PLCO cancer screening trial. Lancet Gastroenterol Hepatol 2019; 4: 101–10 CrossRef
17.
Holme Ø, Løberg M, Kalager M, et al.: Long-term effectiveness of sigmoidoscopy screening on colorectal cancer incidence and mortality in women and men: a randomized trial. Ann Intern Med 2018; 168: 775–82 CrossRef MEDLINE PubMed Central
18.
Lauby-Secretan B, Vilahur N, Bianchini F, Guha N, Straif K: The IARC perspective on colorectal cancer screening. N Engl J Med 2018; 378: 1734–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
19.
Morois S, Cottet V, Racine A, et al.: Colonoscopy reduced distal colorectal cancer risk and excess cancer risk associated with family history. Cancer Causes Control 2014; 25: 1329–36 CrossRef MEDLINE
20.
Steffen A, Weber MF, Roder DM, Banks E: Colorectal cancer screening and subsequent incidence of colorectal cancer: results from the 45 and Up Study. Med J Aust 2014; 201: 523–7 CrossRef MEDLINE
21.
Cotterchio M, Manno M, Klar N, McLaughlin J, Gallinger S: Colorectal screening is associated with reduced colorectal cancer risk: a case-control study within the population-based Ontario Familial Colorectal Cancer Registry. Cancer Causes Control 2005; 16: 865–75 CrossRef MEDLINE
22.
Doubeni CA, Weinmann S, Adams K, et al.: Screening colonoscopy and risk for incident late-stage colorectal cancer diagnosis in average-risk adults: a nested case-control study. Ann Intern Med 2013; 158: 312–20 CrossRef MEDLINE PubMed Central
23.
Brenner H, Chang-Claude J, Jansen L, Knebel P, Stock C, Hoffmeister M: Reduced risk of colorectal cancer up to 10 years after screening, surveillance, or diagnostic colonoscopy. Gastroenterology 2014; 146: 709–17 CrossRef MEDLINE
24.
Guo F, Chen C, Schöttker B, Holleczek B, Hoffmeister M, Brenner H: Changes in colorectal cancer screening use after introduction of alternative screening offer in Germany: prospective cohort study. Int J Cancer 2020; 146: 2423–32 CrossRef MEDLINE
25.
Cardoso R, Niedermaier T, Chen C, Hoffmeister M, Brenner H: Colonoscopy and sigmoidoscopy use among the average-risk population for colorectal cancer: a systematic review and trend analysis. Cancer Prev Res (Phila) 2019; 12: 617–30 CrossRef MEDLINE
26.
Weigl K, Tikk K, Hoffmeister M, et al.: Prevalence of a first-degree relative with colorectal cancer and uptake of screening among persons 40 to 54 years old. Clin Gastroenterol Hepatol 2020; 18: 2535–43.e3 CrossRef MEDLINE
27.
Crockett SD, Nagtegaal ID: Terminology, molecular features, epidemiology, and management of serrated colorectal neoplasia. Gastroenterology 2019; 157: 949–66.e4 CrossRef MEDLINE
28.
Hoffmeister M, Bläker H, Jansen L, et al.: Colonoscopy and reduction of colorectal cancer risk by molecular tumor subtypes: a population-based case-control study. Am J Gastroenterol 2020; 115: 2007–16 CrossRef MEDLINE
29.
Bläker H, Hildebrandt B, Riess H, et al.: Lymph node count and prognosis in colorectal cancer: the influence of examination quality. Int J Cancer 2015; 136: 1957–66 CrossRef MEDLINE
30.
Algra AM, Rothwell PM: Effects of regular aspirin on long-term cancer incidence and metastasis: a systematic comparison of evidence from observational studies versus randomised trials. Lancet Oncol 2012; 13: 518–27 CrossRef
31.
Cao Y, Nishihara R, Wu K, et al.: Population-wide impact of long-term use of aspirin and the risk for cancer. JAMA Oncol 2016; 2: 762–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
32.
World Cancer Research Fund, American Institute for Cancer Research: Continuous update project expert report 2018. Diet, nutrition, physical activity and colorectal cancer. www.wcrf.org/sites/default/files/Colorectal-cancer-report.pdf (last accessed 10 June 2020).
33.
Behrens G, Gredner T, Stock C, Leitzmann MF, Brenner H, Mons U: Cancers due to excess weight, low physical activity, and unhealthy diet. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 578–85 CrossRef MEDLINE PubMed Central
34.
Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H: Cancers due to smoking and high alcohol consumption. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
35.
Dekker E, Tanis PJ, Vleugels JLA, Kasi PM, Wallace MB: Colorectal cancer. Lancet 2019; 394: 1467–80 CrossRef
36.
Brenner H, Altenhofen L, Kretschmann J, et al.: Trends in adenoma detection rates during the first 10 years of the German screening colonoscopy program. Gastroenterology 2015; 149: 356–66.e1 CrossRef MEDLINE
37.
Cardoso R, Guo F, Heisser T, Hoffmeister M, Brenner H: Utilisation of colorectal cancer screening tests in European countries by type of screening offer: results from the European Health Interview Survey. Cancers (Basel) 2020; 12: 1409 CrossRef MEDLINE PubMed Central
38.
Levin TR, Corley DA, Jensen CD, et al.: Effects of organized colorectal cancer screening on cancer incidence and mortality in a large community-based population. Gastroenterology 2018; 155: 1383–91.e5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
39.
Gruner LF, Hoffmeister M, Ludwig L, Brenner H: The effects of differing invitation models on the uptake of immunological fecal occult blood testing. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 423–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40.
Dougherty MK, Brenner AT, Crockett SD, et al.: Evaluation of interventions intended to increase colorectal cancer screening rates in the United States: a systematic review and meta-analysis. JAMA Intern Med 2018; 178: 1645–58 CrossRef MEDLINE PubMed Central
Abteilung Präventive Onkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg:Rafael Cardoso, Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg: Anna Zhu, Feng Guo, Thomas Heisser
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg: Anna Zhu, Feng Guo, Thomas Heisser, PD Dr. sc. hum. Michael Hoffmeister, Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg: Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Trends der altersstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18-C20) und des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Grafik 1
Trends der altersstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18-C20) und des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (alle Lokalisationen, C18–C20) im Zeitraum von 2000 bis 2016
Grafik 2
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (alle Lokalisationen, C18–C20) im Zeitraum von 2000 bis 2016
Trends der altersstandardisierten Mortalitätsraten (pro 100 000) des kolorektalen Karzinoms in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2018
Grafik 3
Trends der altersstandardisierten Mortalitätsraten (pro 100 000) des kolorektalen Karzinoms in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2018
Angebote der Darmkrebsvorsorge in Deutschland vor und während des untersuchten Zeitraums
Tabelle 1
Angebote der Darmkrebsvorsorge in Deutschland vor und während des untersuchten Zeitraums
Veränderungen der kumulativen Darmkrebsinzidenz und -mortalität zwischen 2000–2002 und 2014–2016 stratifiziert nach Tumorlokalisation, Geschlecht und Alter
Tabelle 2
Veränderungen der kumulativen Darmkrebsinzidenz und -mortalität zwischen 2000–2002 und 2014–2016 stratifiziert nach Tumorlokalisation, Geschlecht und Alter
Trends der alterstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
eGrafik 1
Trends der alterstandardisierten Inzidenzraten (pro 100 000 Einwohner) des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
eGrafik 2
Trends der Stadienverteilung des kolorektalen Karzinoms (C18–C20), des proximalen Kolonkarzinoms (C18.0–C18.4), des distalen Kolonkarzinoms (C18.5–C18.7) und des rektalen Karzinoms (C19–C20) in Deutschland im Zeitraum von 2000 bis 2016
Charakteristika der Patienten mit kolorektalem Karzinom in Deutschland 2000–2016*1
eTabelle 1
Charakteristika der Patienten mit kolorektalem Karzinom in Deutschland 2000–2016*1
Durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms in Deutschland, stratifiziert nach Geschlecht
eTabelle 2
Durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms in Deutschland, stratifiziert nach Geschlecht
1. Bray F, Ferlay J, Soerjomataram I, Siegel RL, Torre LA, Jemal A: Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin 2018; 68: 394–424 CrossRef MEDLINE
2.Robert Koch-Institut and Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (eds.): Krebs in Deutschland 2015/2016. Berlin, 2019. www.krebsdaten.de and www.gekid.(last accessed on 25 January 2021).
3. Scholefield JH, Moss SM, Mangham CM, Whynes DK, Hardcastle JD: Nottingham trial of faecal occult blood testing for colorectal cancer: a 20-year follow-up. Gut 2012; 61: 1036–40 CrossRef MEDLINE
4. Shaukat A, Mongin SJ, Geisser MS, et al.: Long-term mortality after screening for colorectal cancer. N Engl J Med 2013; 369: 1106–14 CrossRef MEDLINE
5. Hewitson P, Glasziou P, Watson E, Towler B, Irwig L: Cochrane systematic review of colorectal cancer screening using the fecal occult blood test (hemoccult): an update. Am J Gastroenterol 2008; 103: 1541–9 CrossRef MEDLINE
6. Brenner H, Stock C, Hoffmeister M: Effect of screening sigmoidoscopy and screening colonoscopy on colorectal cancer incidence and mortality: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials and observational studies. BMJ 2014; 348: g2467 CrossRef MEDLINE PubMed Central
7. Chen C, Stock C, Jansen L, Chang-Claude J, Hoffmeister M, Brenner H: Trends in colonoscopy and fecal occult blood test use after the introduction of dual screening offers in Germany: results from a large population-based study, 2003–2016. Prev Med 2019; 123: 333–40 CrossRef MEDLINE
8. Brenner H, Schrotz-King P, Holleczek B, Katalinic A, Hoffmeister M: Declining bowel cancer incidence and mortality in Germany: an analysis of time trends in the first ten years after the introduction of screening colonoscopy. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 101–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.Statistisches Bundesamt: Federal Health Monitoring System: Das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. www.gbe-bund.de (last accessed on 21 October 2020).
10. Day NE: Cancer incidence in five continents. Cumulative rate and cumulative risk. IARC Sci Publ 1992: 862–4.
11. US National Cancer Institute: Joinpoint Regression Program, version 4.7.0.0 (February 2019); Statistical methodology and applications branch, surveillance research program.
12. Kaminski MF, Bretthauer M, Zauber AG, et al.: The NordICC Study: rationale and design of a randomized trial on colonoscopy screening for colorectal cancer. Endoscopy 2012; 44: 695–702 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13. Quintero E, Castells A, Bujanda L, et al.: Colonoscopy versus fecal immunochemical testing in colorectal-cancer screening. N Engl J Med 2012; 366: 697–706 CrossRef MEDLINE
14. Dominitz JA, Robertson DJ, Ahnen DJ, et al.: C olonoscopy vs. fecal immunochemical test in reducing mortality from colorectal cancer (CONFIRM): rationale for study design. Am J Gastroenterol 2017; 112: 1736–46 CrossRef MEDLINE
15. Atkin W, Wooldrage K, Parkin DM, et al.: Long term effects of once-only flexible sigmoidoscopy screening after 17 years of follow-up: the UK Flexible Sigmoidoscopy Screening randomised controlled trial. Lancet 2017; 389: 1299–311 CrossRef
16. Miller EA, Pinsky PF, Schoen RE, Prorok PC, Church TR: Effect of flexible sigmoidoscopy screening on colorectal cancer incidence and mortality: long-term follow-up of the randomised US PLCO cancer screening trial. Lancet Gastroenterol Hepatol 2019; 4: 101–10 CrossRef
17. Holme Ø, Løberg M, Kalager M, et al.: Long-term effectiveness of sigmoidoscopy screening on colorectal cancer incidence and mortality in women and men: a randomized trial. Ann Intern Med 2018; 168: 775–82 CrossRef MEDLINE PubMed Central
18. Lauby-Secretan B, Vilahur N, Bianchini F, Guha N, Straif K: The IARC perspective on colorectal cancer screening. N Engl J Med 2018; 378: 1734–40 CrossRef MEDLINE PubMed Central
19. Morois S, Cottet V, Racine A, et al.: Colonoscopy reduced distal colorectal cancer risk and excess cancer risk associated with family history. Cancer Causes Control 2014; 25: 1329–36 CrossRef MEDLINE
20. Steffen A, Weber MF, Roder DM, Banks E: Colorectal cancer screening and subsequent incidence of colorectal cancer: results from the 45 and Up Study. Med J Aust 2014; 201: 523–7 CrossRef MEDLINE
21. Cotterchio M, Manno M, Klar N, McLaughlin J, Gallinger S: Colorectal screening is associated with reduced colorectal cancer risk: a case-control study within the population-based Ontario Familial Colorectal Cancer Registry. Cancer Causes Control 2005; 16: 865–75 CrossRef MEDLINE
22. Doubeni CA, Weinmann S, Adams K, et al.: Screening colonoscopy and risk for incident late-stage colorectal cancer diagnosis in average-risk adults: a nested case-control study. Ann Intern Med 2013; 158: 312–20 CrossRef MEDLINE PubMed Central
23. Brenner H, Chang-Claude J, Jansen L, Knebel P, Stock C, Hoffmeister M: Reduced risk of colorectal cancer up to 10 years after screening, surveillance, or diagnostic colonoscopy. Gastroenterology 2014; 146: 709–17 CrossRef MEDLINE
24. Guo F, Chen C, Schöttker B, Holleczek B, Hoffmeister M, Brenner H: Changes in colorectal cancer screening use after introduction of alternative screening offer in Germany: prospective cohort study. Int J Cancer 2020; 146: 2423–32 CrossRef MEDLINE
25. Cardoso R, Niedermaier T, Chen C, Hoffmeister M, Brenner H: Colonoscopy and sigmoidoscopy use among the average-risk population for colorectal cancer: a systematic review and trend analysis. Cancer Prev Res (Phila) 2019; 12: 617–30 CrossRef MEDLINE
26. Weigl K, Tikk K, Hoffmeister M, et al.: Prevalence of a first-degree relative with colorectal cancer and uptake of screening among persons 40 to 54 years old. Clin Gastroenterol Hepatol 2020; 18: 2535–43.e3 CrossRef MEDLINE
27. Crockett SD, Nagtegaal ID: Terminology, molecular features, epidemiology, and management of serrated colorectal neoplasia. Gastroenterology 2019; 157: 949–66.e4 CrossRef MEDLINE
28. Hoffmeister M, Bläker H, Jansen L, et al.: Colonoscopy and reduction of colorectal cancer risk by molecular tumor subtypes: a population-based case-control study. Am J Gastroenterol 2020; 115: 2007–16 CrossRef MEDLINE
29. Bläker H, Hildebrandt B, Riess H, et al.: Lymph node count and prognosis in colorectal cancer: the influence of examination quality. Int J Cancer 2015; 136: 1957–66 CrossRef MEDLINE
30. Algra AM, Rothwell PM: Effects of regular aspirin on long-term cancer incidence and metastasis: a systematic comparison of evidence from observational studies versus randomised trials. Lancet Oncol 2012; 13: 518–27 CrossRef
31. Cao Y, Nishihara R, Wu K, et al.: Population-wide impact of long-term use of aspirin and the risk for cancer. JAMA Oncol 2016; 2: 762–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
32. World Cancer Research Fund, American Institute for Cancer Research: Continuous update project expert report 2018. Diet, nutrition, physical activity and colorectal cancer. www.wcrf.org/sites/default/files/Colorectal-cancer-report.pdf (last accessed 10 June 2020).
33. Behrens G, Gredner T, Stock C, Leitzmann MF, Brenner H, Mons U: Cancers due to excess weight, low physical activity, and unhealthy diet. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 578–85 CrossRef MEDLINE PubMed Central
34. Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H: Cancers due to smoking and high alcohol consumption. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
35. Dekker E, Tanis PJ, Vleugels JLA, Kasi PM, Wallace MB: Colorectal cancer. Lancet 2019; 394: 1467–80 CrossRef
36. Brenner H, Altenhofen L, Kretschmann J, et al.: Trends in adenoma detection rates during the first 10 years of the German screening colonoscopy program. Gastroenterology 2015; 149: 356–66.e1 CrossRef MEDLINE
37. Cardoso R, Guo F, Heisser T, Hoffmeister M, Brenner H: Utilisation of colorectal cancer screening tests in European countries by type of screening offer: results from the European Health Interview Survey. Cancers (Basel) 2020; 12: 1409 CrossRef MEDLINE PubMed Central
38. Levin TR, Corley DA, Jensen CD, et al.: Effects of organized colorectal cancer screening on cancer incidence and mortality in a large community-based population. Gastroenterology 2018; 155: 1383–91.e5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
39. Gruner LF, Hoffmeister M, Ludwig L, Brenner H: The effects of differing invitation models on the uptake of immunological fecal occult blood testing. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 423–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
40. Dougherty MK, Brenner AT, Crockett SD, et al.: Evaluation of interventions intended to increase colorectal cancer screening rates in the United States: a systematic review and meta-analysis. JAMA Intern Med 2018; 178: 1645–58 CrossRef MEDLINE PubMed Central

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Anzeige

Zum Artikel