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Medizin

Schlaganfälle in Zentral-/Osteuropa und Ostasien am häufigsten

Donnerstag, 20. Dezember 2018

/peterschreiber.media, stockadobecom

Seattle – Jeder vierte Erwachsene erleidet im Verlauf seines Lebens einen Schlaganfall. Dies ergab eine weltweite Analyse der Global Burden of Disease Study im New England Journal of Medicine (2018; 379: 2429-2437). Am höchsten ist das Risiko in Ostasien und in den ehemaligen Ländern des Ostblocks.

Die globale Krankheitslast („Global Burden of Disease“) durch Schlaganfälle ist hoch. Frühere Auswertungen der GBD-Studie („Global Burden of Disease“) hatten bereits gezeigt, dass 5 % aller durch Krankheiten verlorener Lebensjahre (DALY) und 10 % aller Todesfälle auf Schlaganfälle zurückzuführen sind. Eine frühere Studie der Weltgesund­heits­organisation hatte für das Jahr 1990 eine Lebenszeitprävalenz von Erwachsenen von 22,8 % ermittelt. Ein Team um Gregory Roth vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Seattle kommt jetzt in einer Analyse der GBD-Daten auf ein globales Lebenszeitrisiko von erwachsenen Menschen (über 25 Jahre) von 24,9 %. 

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Die Prävalenz ist bei Männern mit 24,7 % nicht wesentlich niedriger als bei Frauen mit 25,1 %. Mit einer Prävalenz von 18,3 % sind ischämische Schlaganfälle 3-mal so häufig wie hämorrhagische Insulte (Prävalenz 8,2 %). Vorübergehende ischämische Attacken (TIA), allgemein als „Mini-Schlaganfall“ bezeichnet, wurden in der Studie nicht bewertet.

Auffallend sind die regionalen Unterschiede. In China erkrankt mit 39,3 % mehr als jeder dritte Erwachsene im Verlauf des Lebens an einem Schlaganfall. In Bosnien/Herzegovina, Bulgarien, Lettland, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Russland ist der Anteil nur unwesentlich geringer. Das Lebenszeitrisiko der Erwachsenen liegt in Zentraleuropa (das sind die ehemaligen europäischen Ostblockländer) bei 31,6 % und in Osteuropa (das sind Russland und die europäischen Teile der ehemaligen Sowjetunion) bei 31,7 %. In Westeuropa beträgt die Prävalenz „nur“ 22,7 %. Am geringsten ist sie mit 11,8 % in Ostafrika. Dort ist die Lebens­erwartung jedoch so niedrig, dass viele Menschen sterben, bevor sie das Alter erreichen, in dem es typischerweise zu Schlaganfällen kommt. In einer Berechnung, die davon ausgeht, dass alle anderen Erkrankungen gleich häufig auftreten, erleiden in Ostafrika 22 % der Erwachsenen einen Schlaganfall.

Die Gründe für die regionalen Unterschiede kann die Studie nicht klären. Frühere Auswertungen der GBD-Studie hatten jedoch ergeben, dass ein erhöhter Blutdruck für die meisten Schlaganfälle verantwortlich ist. In weniger entwickelten Ländern (niedriger sozioökonomischer Index, SDI) sind Luftverschmutzung und eine geringe Zufuhr von Obst häufiger die Ursachen. In Ländern mit einem hohen SDI haben Adipositas und ein erhöhter Nüchternblutzucker einen größeren Einfluss. © rme/aerzteblatt.de

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