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Politik

G-BA-Ausschuss soll Qualitätsindikatoren überprüfen

Donnerstag, 20. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Nach der ersten Veröffentlichung der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren für Krankenhäuser soll es eine Prüfung und möglicherweise Überarbeitung der Richtlinie und des Verfahrens geben. Diesen Auftrag hat die zuständige Arbeitsgruppe im Unterausschuss Qualitätssicherung beim Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA) bekommen.

In der heutigen Plenumssitzung des höchsten Gremiums der gemeinsamen Selbst­verwaltung wurde ebenfalls darüber diskutiert, ob der Ende Oktober vorgelegte Bericht gestoppt werden sollte. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte vorge­bracht, dass es eine „differenziertere Betrachtung der Ergebnisse“ geben müsse. Hintergrund ist die Medienberichterstattung in einigen Regionen, nachdem die Qualitätsberichte nach der gesetzlichen Vorgabe veröffentlicht wurden.

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„Insbesondere die Reaktionen der Presse auf die Veröffentlichung des Berichts zeigen, dass dringender Handlungsbedarf zur Überarbeitung des Verfahrens besteht“, erklärte DKG-Präsident Gerald Gaß im Anschluss an die Sitzung in einer Mitteilung. „Wir wollen Transparenz, aber wir müssen die einzelnen Indikatoren und die Ergebnisse auch erklären, damit ihre wirkliche Aussagekraft deutlich wird.“ Damit ist allerdings nicht die Aussetzung oder das Rückziehen des Berichts beschlossen, wie es die DKG in einem Antrag gefordert hatte.

In der Plenumssitzung hatten die Vertreter der DKG argumentiert, dass aufgrund der Berichterstattung in den Medien der Bericht ausgesetzt werden solle. Der DKG geht es vor allem darum, dass die Bewertung „unzureichende Qualität“ nicht auf einen Einzelfall hin vergeben werden dürfen.

Dazu hatten die Vertreter der Krankenkassen sowie der Unparteiische Vorsitzende des G-BA, Josef Hecken, eine klare Haltung. „Es wird mit jedem Haus vor Veröffentlichung der Ergebnisse sehr intensiv diskutiert. Aus meiner Sicht haben sich auch die lokalen Medien intensiv in die Thematik eingearbeitet. Da kann man nun nicht die Veröffentlichung des Berichts stoppen wollen“, erklärte Hecken.

Selbst wenn es um Einzelfälle beispielsweise bei der Geburtshilfe geht, gehe es auch immer um zwei Menschenleben, die bei mangelnder Qualität betroffen seien. Den Antrag, den aktuellen Bericht auszusetzen, zog die DKG schließlich zurück. © bee/aerzteblatt.de

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