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Ärzte in Rheinland-Pfalz befürchten negative Folgen durch Investoren

Donnerstag, 27. Dezember 2018

/dpa

Mainz – Die Ärzte in Rheinland-Pfalz befürchten negative Folgen, wenn Finanz­investoren medizinische Versorgungszentren (MVZ) betreiben. „Ich warne vor einer Heuschreckenmentalität zum Beispiel bei Zahnarztpraxen und radiologischen Praxen, die rein renditeorientiert gegründet oder aufgekauft werden“, sagte der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Günther Matheis. „Da kommen Renditen in zweistelliger Höhe zusammen, die auf dem privaten Kapitalmarkt nicht mehr möglich sind. Das lehnen wir rigoros ab. Da muss der Bundesgesetzgeber dazwischen gehen.“

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Der Ärztekammerpräsident forderte, dass MVZ in ärztlicher Hand bleiben. Er warnte vor möglichen Einbußen bei der Qualität der Versorgung. „Gesundheit ist Daseinsvorsorge und dient nicht dazu, ordentlich Rendite zu machen“, sagte Matheis. Die könne man nur erzielen, indem man Personal abbaue oder an Qualität spare. Dann könne das persönliche Verhältnis zwischen Arzt und Patient verloren gehen. In Rheinland-Pfalz seien bereits Hedgefonds unterwegs, so Matheis.

Nach Angaben der Landeszahnärztekammer wurden in Rheinland-Pfalz vereinzelt Versorgungszentren zum Beispiel in Mainz, Ludwigshafen und Koblenz an Investoren verkauft. „Wir sehen die fremdkapitalgesteuerten MVZ außerordentlich kritisch“, sagte Präsident Wilfried Woop. Die Zahnärztekammer störe, dass juristische Personen des Privatrechts nicht der Berufsordnung der Zahnärzte unterlägen. Wopp forderte: „Das Sagen haben sollten keine Fremden mit rein wirtschaftlichen Interessen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Donnerstag, 27. Dezember 2018, 15:20

„Wenn man keine Ahnung hat, Fresse halten“

hat Dieter Nuhr mal gesagt. Was das mit den Präsidenten der L(Z)ÄK Rheinland-Pfalz zu tun hat? Weiß nicht, fiel mir nur gerade so ein ;-)

Da verteufelt ein führender Ärztefunktionär Unternehmen, die hohe Renditen im Gesundheitswesen erwirtschaften. Begründung: Fehlanzeige.

Außerdem fordert der LÄK-Präsident, dass MVZ in ärztlicher Hand bleiben sollen. Äh, behandelt der Inhaber eines MVZ, so es denn ein Kapitalinvestor wäre, einen Patienten oder machen das Ärzte (die auch Inhaber sein könnten)? Auf welche Literatur bei Medizinern zurückgegriffen wird, weiß ich nicht. Die ökonomische Literatur kennt zwei Möglichkeiten, Rendite zu steigern. Erstens, Ausgaben verringern. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Preise zu erhöhen. Herr LÄK-Präsident, schon mal über die zweite Möglichkeit nachgedacht?

Im Übrigen leben freie Marktwirtschaften vom Wettbewerb. Wenn es ein Unternehmen schafft, „richtig“ Geld zu verdienen, dann wird es andere Marktteilnehmer geben, die ebenfalls in das Marktsegment eindringen, indem das erste Unternehmen „richtig Geld“ verdient. Wenn es mehr als einen Anbieter gibt, dann nimmt sofort die Wettbewerbsintensität zu. Je mehr Wettbewerb, desto höher der Druck auf die Preise. Und je höher der Druck auf die Preise, desto geringer die Rendite.
Mit anderen Worten: Eine hohe Rendite ist auf Märkten immer nur ein kurzfristiges Problem. Je höher die Rendite desto stärker wird der Wettbewerb und desto schneller fallen die langfristigen Renditen.

Der Präsident der LZÄK setzt in Sachen Inkompetenz von Funktionären noch einen drauf. Er will keine Fremden mit rein wirtschaftlichen Interessen (als Inhaber von MVZ). Na super, dann setzen wir (Zahn-)Arztfunktionäre oder Bürgermeister/Landräte als MVZ-Inhaber ein und gut ist. Zumindest ich kenne kein MVZ in öffentlicher Hand, das bei den herrschenden Preisen Gewinne erzielt. Dagegen kenne ich MVZ in öffentlicher Hand, die (zum Teil sehr) hohe Verluste einfahren.

Zu fordern, dass betriebswirtschaftliche Profis keine MVZ führen dürfen bedeutet auch, dass ökonomische Dilettanten MVZ führen sollen. Ob die Qualität dann besser ist oder nicht, weiß ich nicht. Aber die Preise werden ganz sicher höher liegen als heute. Ist es das, was die Kammer-Präsidenten aus RLP wollen? Deutlich teurere Behandlungen?
LNS

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