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Medizin

Resilienzprogramme am Arbeitsplatz möglicherweise nutzlos

Donnerstag, 27. Dezember 2018

/gojalia, stockadobecom

London – Programme zu mehr psychischer Stabilität am Arbeitsplatz, sogenannte Resilienzprogramme, sind möglicherweise völlig nutzlos. Das meinen die Autoren einer neuen Studie, die jetzt in Zeitschrift Occupational & Environmental Medicine des British Medical Journal erschienen ist (2018; doi: 10.1136/oemed-2018-105503).

Die Wissenschaftler verglichen die Auswirkungen eines resilienzbasierten Programms, genannt SPEAR (358 Teilnehmer), mit einer Standardausbildung (349) bei 707 neuen Militärrekruten in Großbritannien. SPEAR wurde speziell für die britische Royal Air Force (RAF) entwickelt und konzentriert sich auf Schlüsselaktivitäten: die Teilnahme an sozialen Netzwerken, die Nutzung persönlicher Stärken und Schwächen, die Verwal­tung von Emotionen, die Sensibilisierung für psychologische Symptome und Lerntechniken zur Förderung von Resilienz.

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Die Forscher wollten wissen, ob SPEAR die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Rekruten sowie ihre Einstellung zu psychischen Erkrankungen in der Anfangsphase ihrer militärischen Karriere verbessert. Sie wollten auch wissen, ob SPEAR die Wahrnehmung von Führung und die Bereitschaft, Hilfe bei psychischen Erkrankungen und Alkoholproblemen zu suchen, beeinflusst.

Die Rekruten wussten nicht, welcher Gruppe sie angehörten, aber alle wurden vor Beginn ihres Trainings formell auf posttraumatische Belastungsstörungen, häufige psychische Gesundheitssymptome, gefährliches Trinken, Heimweh und Stigmatisierung der psychischen Gesundheit untersucht. Diese Bewertungen wurden dann nach Abschluss der Programme (9 Wochen) und 3 Monate später wiederholt.

Es gab laut den Forschern in der Studie keine Beweise dafür, dass SPEAR einen Unterschied bei der psychischen Gesundheit und dem Wohlbefinden der Rekruten machte. Das galt auch für ihre Einstellung zu psychischen Erkrankungen und ihre Bereitschaft, Hilfe bei psychischen Erkrankungen oder Alkoholproblemen zu suchen. Es gab laut den Wissenschaftlern auch keine signifikanten Unterschiede in der Art und Weise, wie beide Gruppen die Auswirkungen ihres Trainings bewerteten: Sie bewerteten ihre Führungskräfte und den Zusammenhalt der Einheiten hoch.

Die Forscher erklärten, dass es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine Beobach­tungsstudie handelt, und als solche keine Kausalitäten kläre. Sie weisen aber daraufhin, dass Institutionen ihre Resilienzprogramme evaluieren sollten und betonen, dass ihre Ergebnisse „ein warnendes Beispiel dafür sind, warum dies wichtig ist“. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #77316
alexanes
am Samstag, 26. Januar 2019, 19:27

Möglicherweise nutzlos

Der Artikel besitzt genausoviel Aussagekraft wie das in Frage gestellte Programm.
LNS

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